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Bildgestaltung

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Bildgestaltung (auch Bildaufbau, Bildgefüge) oder Komposition in der bildenden Kunst bezeichnet die Auswahl, Anordnung (Verteilung), Kombination und die vielschichtige Wechselwirkung der bildnerischen und technischen Mittel in einem Kunstwerk. Dabei bezeichnet die Bildgestaltung sowohl die gestaltende Tätigkeit der Künstlerin oder des Künstlers als auch den formalen Aufbau des Kunstwerks selbst. Im engeren Sinn bezieht sich die Bildgestaltung auf die Flächenkünste Malerei, Druckgrafik, Fotografie, Relief und Zeichnung. Im weiteren Sinn lässt sie sich aber auch auf Architektur, Design, Gartenkunst, Plastik (Bildhauerkunst), Stadtbaukunst oder Werbung anwenden.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Die Bildgestaltung wird auch bei der Bildbetrachtung beziehungsweise Bildanalyse bedeutsam.

Aufgaben[Bearbeiten]

  • Eine ästhetische Aufgabe der Bildgestaltung ist es, eine Ordnung, beziehungsweise erkennbare Gesetzmäßigkeiten zu schaffen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Der Grad der Ordnung kann hoch oder gering sein. Das heißt, die Ordnung kann mehr oder weniger einfach, reduktionistisch, ruhig und überschaubar oder bewegt, chaotisch, vielschichtig und sehr komplex sein.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Eine weitere Aufgabe der Bildgestaltung ist es, die Aufmerksamkeit einer Betrachterin oder eines Betrachters auf sich zu ziehen und zu lenken.<ref>Lars Poeck: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> So können zum Beispiel Darstellungen Aufmerksamkeit hervorrufen, die in der realen Welt selten sind oder nicht vorkommen (etwa Fantasiewesen oder grelle, unnatürliche Farben). Oder Betrachtende wenden sich eher Darstellungen zu, zu denen sie eine emotionale Beziehung haben. Das gilt am häufigsten für Darstellungen von Menschen oder Gesichtern.
  • Weiterhin löst die Bildgestaltung bei den Betrachtenden bestimmte Reaktionen aus. Ziel ist es, eine sowohl von Verstand als auch von Gefühl bestimmte Beziehung zwischen den Betrachtenden und dem Kunstwerk herzustellen. Dabei können die Eindrücke, Empfindungen und Stimmungen lange oder sogar ständig im Unterbewusstsein bleiben.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Schließlich ist es eine Aufgabe der Bildgestaltung, eine Aussage zu vermitteln, die die Möglichkeiten des Wortes übersteigt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Dies kann ein Appell, eine Erkenntnis, ein persönliches Gefühl, eine Information, Kritik, ein essentielles Problem und vieles mehr sein.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Bildnerische Mittel[Bearbeiten]

Bei der Bildgestaltung können verschiedene bildnerische Mittel (Gestaltungselemente, Kompositionselemente) angewandt werden. Diese haben auf die Wirkung des Gesamtbildes einen erheblichen Einfluss. Neben den im Folgenden beschriebenen Mitteln (Punkt, Linie, Fläche, Raum und Farbe) wirken auch andere Mittel auf die Bildgestaltung aus wie: Bildausschnitt, Bewegung, Format (Bildformat), Harmonie, Licht und Schatten, Proportion, Symmetrie und Darstellung von Material und Oberfläche.

Datei:View of Sunset over Hills.jpg
Auf den einzelnen, leuchtenden Punkt der untergehenden Sonne konzentriert sich die ganze Aufmerksamkeit. Fotografie: Blick auf den Sonnenuntergang über den Hügeln.

Punkt[Bearbeiten]

Der Punkt ist der kleinste Baustein eines Kunstwerks. Eine besonders auffallende Stelle bezeichnet man als Akzent oder Schwerpunkt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Anordnungsmöglichkeiten von mehreren Punkten oder ähnlich gestalteten Objekten werden als Flächen-Ordnungsprinzipien bezeichnet. Dazu gehören Reihung, Rhythmus, Raster, Ballung, Streuung, Symmetrie und Asymmetrie.

Datei:Edvard Munch, Selvportrett. Mellom klokken og sengen.JPG
Bevorzugt senkrechte Kompositionslinien. Edvard Munch: Selbstporträt zwischen Uhr und Bett.

Linie[Bearbeiten]

Die Linie kann als eigenständiges Element oder an Objektkanten, durch Farbkontraste oder durch gedankliches Verbinden von Bildelementen auftreten. Beispielsweise können Bildschwerpunkte oder ähnliche Objekte miteinander verbunden werden und so eine gedachte Linie bilden. Eine Linie weist immer in eine bestimmte Richtung und lenkt damit den Blick der Betrachtenden. Wichtige kompositorische Grundelemente sind die Waagerechte, die liegend und ruhig wirkt, die Senkrechte, die stehend oder aufstrebend wirkt, und die Diagonale oder Schräge, die dynamisch, aufsteigend oder fallend wirkt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Datei:Hohneck Spitzkoepfe 1982.jpg
Runde Formen suggerieren Harmonie und Weichheit.

Fläche, Form, Figur[Bearbeiten]

Eine Form kann geschlossen oder offen, einfach oder differenziert, geometrisch, abstrakt oder gegenständlich sein. Wichtige kompositorische Grundformen sind Dreieck, Kreis und Quadrat. Während ein Kreis weiblich, weich, unbestimmt und emotional wirkt, besitzt ein Quadrat einen männlichen, bestimmten, harten und rationalen Ausdruck. Kristalline Formen sind ihrem Wesen nach klar, kühl, intellektbetont und organische Formen lebend-bewegt und sinnenbetont.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Datei:Zentralperspektive.png
Schematische Darstellung der Zentralperspektive

Raum[Bearbeiten]

Bei der Raumdarstellung geht es darum, dreidimensionale Objekte auf einer zweidimensionalen Fläche so abzubilden, dass ein räumlicher Eindruck entsteht. Neben der Gliederung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund gehören Größenperspektive, Höhenstaffelung Überdeckung und Verkürzung zu den Mitteln mit Tiefenwirkung. Bei der Luft- und Farbperspektive beeinflussen Farben die Raumwahrnehmung. Leuchtende, bunte, warme Farben erscheinen näher und blasse, kalte und helle Farbtöne weiter entfernt. Häufig wird die Zentralperspektive angewandt, die unserem Seheindruck am nächsten kommt.

Datei:Morocco Africa Flickr Rosino December 2005 84514010 edited by Buchling.jpg
Der Kalt-Warm-Kontrast bildet hier einen harmonischen Farbkontrast.

Farbe[Bearbeiten]

Farben wirken meist sehr emotional und direkt auf die Betrachterin und den Betrachter. Die emotionale Wirkung einer einzelnen Farbe beruht auf Assoziationen mit Erfahrungen und kulturellen Farbsinnbildern. Für die rein emotionelle Wirkung sind die Assoziationen, Erziehung, Symbolik, individuellen und allgemein-kulturellen Erfahrungen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Beispielsweise werden Gelb und Rot mit Wärme (Feuer, Hauterrötung), Blau dagegen mit Ferne und Kälte (Wasser, Himmel, Eis) assoziiert. Eine warme Farbe wird meistens etwas emotionaler wahrgenommen und zieht deshalb auch mehr Aufmerksamkeit auf sich. Die kulturelle Bedeutung der Farben variiert dagegen stark. Während im westlichen Kulturkreis Gelb auch als die Farbe des Neides und der Falschheit steht, hat diese Farbe im Buddhistischen Kulturkreis eine sehr hohe und positive Stellung.

Verschiedene Farben können ähnlich oder kontrastierend sein. Während verwandte Farben eher einen ausgeglichenen, harmonischen Eindruck hervorrufen, verursachen gegensätzliche Farben meist Dramatik und Unruhe.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Besonders starke Kontraste können „flimmern“ und ein irritierendes, unangenehmes Gefühl hervorrufen.

Technische Mittel und Material[Bearbeiten]

Neben den bildnerischen Mitteln gehören auch technische Mittel und Material zur Bildgestaltung.

Malerei[Bearbeiten]

Die Maltechnik (Aquarellmalerei, Freskomalerei, Ölmalerei usw.) beeinflusst auf vielfältige Weise die Bildgestaltung. Zur Maltechnik gehört, mit welchem Malwerkzeug (Pinsel, Spachtel, Spritzpistole usw.) die Malerin oder der Maler die gewählten Malfarben (Aquarell, Tempera, Ölfarbe, Kunststoff usw.) auf einen Bildträger (Leinwand, Holz, Papier usw.) mit welchem Farbauftrag (lasierend, opak, pastos usw.) aufträgt.

Zeichnung[Bearbeiten]

Je nach Bildträger (Papier, Pergament usw.) und Zeichenmittel (Bleistift, Kohle, Pastellkreide usw.) hat die Zeichentechnik eine je charakteristische ästhetische Wirkung.

Datei:Katerina Bohadlova.jpg
Porträtaufnahme mit unscharfen Bereichen

Fotografie und Kinematographie[Bearbeiten]

Generell ist die Gestaltung des Bildes und die Ordnung der Bildelemente die entscheidende Tätigkeit beim Fotografieren und in der Kinematographie, die zum Teil auch durch besondere Anwendungen der Technik bestimmt wird. Bei einem Porträt zum Beispiel kann mittels der Kameraeinstellung der Vordergrund und/oder der Hintergrund vor dem scharf abzubildenden Objekt unscharf gehalten werden (Kameraperspektive). Im Bereich der Kameratechnik sind Kenntnisse über die Beschaffenheit der lichtempfindlichen Mediums (Film/Sensor), die Funktionsweise des Fotoapparats und der Belichtungsmessung von besonderer Bedeutung für die Bildgestaltung.

Siehe auch[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Komposition (bildende Kunst)

→ Hauptartikel: Fotografie

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Arnheim: Kunst und Sehen. Eine Psychologie des schöpferischen Auges, 2000, ISBN 978-3-11-016892-1 (Art and Visual Perception. A Psychology of the Creative Eye, 1954/1974, ISBN 978-0-520-02613-1)
  • Andreas Feininger: Große Fotolehre. Heyne-Verlag, ISBN 3-453-17975-7
  • Karen Ostertag: Die Fotokomposition. (Creativ Fotografieren 3). München: Laterna magica 1982
  • Harald Mante: Das Foto – Bildaufbau und Farbdesign. Verlag Photographie, Gilching 2000, 2. Aufl. 2007, ISBN 978-3-933131-94-2
  • Marlene Schnelle-Schneyder: Sehen und Photographieren. Von der Ästhetik zum Bild. Springer Verlag, ISBN 978-3-540-43825-0
  • Pina Lewandowsky, Francis Zeischegg: Visuelles Gestalten mit dem Computer. Rowohlt, ISBN 3-499-61213-5
  • Ernst A. Weber: Sehen, Gestalten und Fotografieren. Birkhäuser Verlag 1990, ISBN 3-7643-2469-4
  • Gerlinde Gschwendtner: Kompositionslehre Formen. Englisch Verlag, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-8241-1174-9
  • Gerlinde Gschwendtner: Kompositionslehre Farben. Englisch Verlag, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-8241-1175-6

Weblinks[Bearbeiten]

  • <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. von Andreas Hurni

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:HinweisbausteinVorlage:Wikidata-Registrierung

cs:Kompozice (fotografie) en:Composition (visual arts) es:Composición (artes visuales)