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Bischofit

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Bischofit
Datei:Bischofite - Antofagasta.JPG
Körniger Bischofit aus Antofagasta, Chile
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Bsf<ref name="Warr" />

Chemische Formel MgCl2·6H2O<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Halogenide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

III/A.09
III/A.12-030<ref name="Lapis" />

3.BB.15
09.02.09.01
Ähnliche Minerale Carnallit
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol Vorlage:Kristallklasse<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 9,86 Å; b = 7,11 Å; c = 6,07 Å
β = 93,8°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung möglicherweise polysynthetische Zwillinge unter Druck<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1 bis 2<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 1,591 bis 1,604; berechnet: 1,5895 (synthetisch)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit fehlt<ref name="Lapis" />
Bruch; Tenazität muschelig bis uneben<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe farblos bis weiß<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe weiß<ref name="Lapis" />
Transparenz durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Glasglanz bis matt<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,495<ref name="Mindat" />
nβ 1,507<ref name="Mindat" />
nγ 1,528<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,033<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig positiv
Achsenwinkel 2V = gemessen: 79°; berechnet: 76°<ref name="Mindat" />
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten löslich in Wasser<ref name="Handbookofmineralogy" />
Besondere Merkmale adstringierend (zusammenziehend)<ref name="Handbookofmineralogy" />

Bischofit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Halogenide“ mit der chemischen Zusammensetzung MgCl2·6H2O<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Kristallwasserhaltiges Magnesiumchlorid oder auch Magnesiumchlorid-Hexahydrat.

Bischofit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, entwickelt aber nur selten mit bloßem Auge sichtbare, farblose Kristalle mit kurzprismatischem Habitus, die entlang der c-Achse gestreckt sind. Meist findet er sich in Form blättriger, faseriger oder körniger Mineral-Aggregate von weißer Farbe, die das Licht nur durchschimmern lassen.

Mit einer Mohshärte von 1 bis 2 gehört Bischofit zu den weichen Mineralen, die sich ähnlich wie die Referenzminerale Talk (1) und Gips (2) mit dem Fingernagel ritzen lassen.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Bischofit im Kaliwerk Leopoldshall bei Staßfurt und beschrieben durch Carl Ochsenius (1830–1906), der das Mineral vordringlich nach Karl Gustav Bischof (1792–1870) benannte, um ihn für seine Verdienste um die Chemie als eine der wichtigsten Hilfswissenschaften der Geologie zu ehren. Gleichzeitig wollte Ochsenius allerdings auch die Verdienste des Bergrathes und ehemaligen Direktors der Staßfurter Salzwerke F. Bischof gewürdigt wissen.

Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht dokumentiert.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" />

Ein von Fischer 1862 zunächst als Bischofit beschriebenes Mineral stellte sich nach weiteren Untersuchungen als das bereits bekannte Mineral Plumbogummit heraus.<ref name="Mindat-Bischofite-Fischer" />

Da der Bischofit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Bischofit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.<ref name="IMA-Liste" /> Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Bischofit lautet „Bsf“.<ref name="Warr" />

Klassifikation[Bearbeiten]

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Bischofit zur Mineralklasse der „Halogenide“ und dort zur Abteilung der „Einfachen Halogenide“, wo er zusammen mit Hydrohalit die „Hydrohalit-Bischofit-Gruppe“ mit der System-Nr. III/A.09 und den weiteren Mitgliedern Antarcticit, Eriochalcit und Nickelbischofit bildete.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich im Aufbau noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. III/A.12-030. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Einfache Halogenide“, wo Bischofit zusammen mit Antarcticit, Eriochalcit, Ghiarait, Hydrohalit, Nickelbischofit, Rokühnit und Sinjarit die unbenannte Gruppe III/A.12 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Bischofit ebenfalls in die Klasse der „Halogenide“, dort allerdings in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Einfachen Halogenide mit H2O“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach dem Stoffmengenverhältnis des beteiligten Metalls (M) zum Halogen (X), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „M : X = 1 : 2“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 3.BB.15 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Bischofit in die Klasse und der gleichnamigen Abteilung der „Halogenide“ ein. Hier ist er als Namensgeber der „Bischofitgruppe“ mit der System-Nr. 09.02.09 und dem weiteren Mitglied Nickelbischofit innerhalb der Unterabteilung der „Wasserfreien und wasserhaltigen Halogenide mit der Formel AX2“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Bischofit kristallisiert monoklin in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 9,86 Å; b = 7,11 Å; c = 6,07 Å und β = 93,8° sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bischofit ist leicht wasserlöslich und sehr hygroskopisch, nimmt also schnell Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und zerfließt dann. Daher sollte das Mineral immer in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden. Daneben wirkt Bischofit auch adstringierend (zusammenziehend).

Die Löslichkeit von Bischofit beträgt 353,6 g in einem Liter Wasser bei 25 °C.<ref name="SchröckeWeiner-329" />

Die Fähigkeit zur Wasseraufnahme beim Halit ist auf Beimengungen des stark hygroskopischen Bischofit zurückzuführen. Halit in chemisch reiner Form (NaCl) ist nicht hygroskopisch.<ref name="SchröckeWeiner-314" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Bischofit bildet sich in salinen Lagerstätten, möglicherweise aber auch sekundär aus Carnallit, mit dem es neben Halit, Epsomit und Kieserit vergesellschaftet vorkommt.

Als seltene Mineralbildung konnte Bischofit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei weltweit etwa 40 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2023).<ref name="Mindat-Anzahl" /> Außer an seiner Typlokalität Leopoldshall trat das Mineral in Deutschland noch in den ebenfalls in der Umgebung der Staßfurter Kalisalzlagerstätte liegenden Gruben „Berlepsch“, „Brefeld“ (Tarthun) und bei Aschersleben in Sachsen-Anhalt sowie bei Neuhof und im Werratal in Hessen; bei Hänigsen, Wathlingen und Vienenburg in Niedersachsen und bei Merkers in Thüringen auf.

Weitere Fundorte sind unter anderem die „PCS Mine“ bei Rocanville in der kanadischen Provinz Saskatchewan; der Qinghai-See, der Qarhan-Salzsee und der Dalangtan-Salzsee in China; die „Recsk Mine“ im ungarischen Mátra-Gebirge; die Gruben „Santa Caterina“ und „Pasquasia“ auf Sizilien in Italien; im Aksaital und bei Atyrau in Kasachstan; die niederländische Gemeinde Veendam; Kłodawa in Polen; der Vulkan Tolbatschik in der russischen Region Kamtschatka; Krasnoperekopsk in der Ukraine sowie Carlsbad und das Tularosa-Becken, Salduro (Utah) und Wendover in den Vereinigten Staaten.<ref name="Fundorte" />

Verwendung[Bearbeiten]

Datei:Bisholin.jpg
Tube mit Bisholin-Gel aus Wolgograd

In Vienenburg und Verden existierten große Lagerstätten, wo Bischofit als Rohstoff zur Herstellung reiner Magnesiumsalze<ref name="Klockmann" /> beziehungsweise in Vienenburg auch als Magnesiumerz<ref name="SchröckeWeiner-329" /> abgebaut wurde.

Bischofit ist Bestandteil eines unter dem Handelsnamen „Biszolin“ oder auch „Bisholin“ im osteuropäischen Raum angebotenen Massagegels, das schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend auf Muskeln und Gelenke wirken soll.<ref name="iliveok.com" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bischofite – Sammlung von Bildern

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  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Geolitho Stiftung; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. RRUFF Project; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Bischofit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 19. Oktober 2023. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="iliveok.com"> Evgeniy Kacman: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);: Skriptfehler: Ein solches Modul „Text“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2024; (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF 373 kB) Commission on Museums (IMA), Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Klockmann"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Mindat"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Mindat-Bischofite-Fischer"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="SchröckeWeiner-314"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="SchröckeWeiner-329"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Warr"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> </references>