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Bo Diddley

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Bo Diddley beim Long Beach Blues Festival (1997)

Bo Diddley (eigentlich Ellas McDaniel, geboren als Ellas Otha Bates<ref name="indestructible">Neil Strauss: The Indestructible Beat of Bo Diddley. Fifty years ago, he helped pioneer rock & roll, and he’s never stopped. Inside the mind of rock’s greatest inventor. In: Rolling Stone. 25. August 2005, abgerufen am 16. März 2018.</ref> * 30. Dezember 1928 in McComb, Mississippi; † 2. Juni 2008 in Archer, Florida) war ein US-amerikanischer Rock-’n’-Roll- und Bluesmusiker. Diddley gilt als ein Pionier des Rock ’n’ Roll.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Bo Diddley wurde auf einer kleinen Farm in der Nähe der Stadt McComb im Bundesstaat Mississippi als Ellas Otha Bates (nach anderen Quellen auch Otha Ellas) geboren. Da seine minderjährige Mutter ihn nicht großziehen konnte, adoptierte ihn ihre Cousine Gussie McDaniel<ref name="indestructible" />, deren Nachnamen er annahm. Als er sieben Jahre alt war, zog die Familie wegen der Großen Depression nach Chicago.

Zunächst lernte Ellas McDaniel Geige spielen. Mit zwölf Jahren überzeugte er seine Stiefschwester Lucille, ihm eine einfache Gibson-Gitarre zum Üben zu schenken.<ref>Kay, H.: Rock’n’Roll Souvenirs, S. 15. ISBN 3-89441-179-1</ref> Gegen Schulzeitende gründete er mit zwei Freunden die Band The Hipsters und spielte auf der Straße mit ihr. Nach der Schule arbeitete er zunächst als Zimmermann und Mechaniker.

Karriere[Bearbeiten]

McDaniels Band The Hipsters wurde im Laufe der Zeit immer populärer. Mit 19 Jahren bekam er ein Engagement im 708 Club in Chicago. Dank leistungsstarkem Verstärker, einzigartigem Stil und ungewöhnlicher Gitarre, die er mit einem aus einer Uhr und Autoteilen gebauten Tremologerät erweitert hatte, erregte er beträchtliches Aufsehen.<ref name="indestructible" /> 1954 verließen Jackson und Jody Williams die Band und wurden durch James Bradford und „Buttercup“ ersetzt. Hinzu kamen noch Billy Boy Arnold, Clifton James und Jerome Green.

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Bo Diddley in Prag (2005)

Durch Billy Boy Arnold versuchte Ellas McDaniel alias Bo Diddley bei verschiedenen Plattenfirmen unterzukommen. Er schaffte es schließlich mit seinen beiden Stücken Bo Diddley und I’m a Man bei Chess Records. Auf dieser Single wirkten auch Willie Dixon und Otis Spann mit. Durch den Erfolg gab er landesweit einige Konzerte, so im New Yorker Apollo Theater, wo er den aktuellen Zuschauerrekord von Sammy Davis Junior brach. In den Folgejahren war er immer wieder in den Charts zu hören und entwickelte sich zu einem vielseitigen Musiker.

Im Fernsehen konnte er dies allerdings längere Zeit nicht zeigen. 1955 durfte er in der Ed Sullivan Show auftreten. Vereinbarungsgemäß sollte er den Song Sixteen Tons vorstellen. Stattdessen trug er unabgesprochen seinen eigenen Song Bo Diddley vor. Sullivan soll darüber so erbost gewesen sein, dass Diddley für ein Jahrzehnt der Zugang zu Fernsehshows verwehrt wurde.<ref>Ben Ratliff: Bo Diddley, Who Gave Rock His Beat, Dies at 79. In: New York Times. 3. Juni 2008, abgerufen am 23. Juni 2026.</ref>

Datei:Bo Diddley Wolfsburg 2004 04.jpg
Bo Diddley in Wolfsburg (2004)

1958 fertigte Diddley eine E-Gitarre mit rechteckigem Korpus an. Dazu nahm er den Hals einer Gretsch-Gitarre samt Kopfplatte und Griffbrett sowie die Elektrik, Brücke und Saitenhalter und montierte diese Bauteile auf einen flachen Quader aus Bakelit; dieses eigenwillig gestaltete Instrument wurde zu seinem Markenzeichen.<ref>Sebastian Reier: »Wow« war sein letztes Wort. In: Die Zeit. 29. Mai 2008, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 13. Januar 2024]).</ref> Sie war an die Cigar-Box-Gitarre angelehnt, eine ursprünglich aus Armut entstandene und im Blues nicht unübliche Version der Gitarre, bei der der Korpus aus einer Holz- oder Zigarrenschachtel gefertigt wurde. Diddley bevorzugte die rechteckige Form, da ihn angeblich die Korpushörner anderer E-Gitarren beim Springen auf der Bühne gestört haben sollen.<ref>Danny Kringiel: Legendäre E-Gitarren - Die Klampfmaschinen. In: Der Spiegel. 4. August 2010, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Januar 2024]).</ref>

Ab 1959 spielte Bo Diddley auch mit Peggy Jones alias „Lady Bo“ zusammen, einer Absolventin der New Yorker Musikschule. Mit ihr erweiterte er das Spektrum seiner Songs abermals. 1960 wechselte er nach Washington, D.C. Ab dieser Zeit durfte er auch seine Musik selbst produzieren – eine in dieser Zeit für einen farbigen Musiker ungewöhnliche musikalische Freiheit, die sonst nur noch James Brown genoss. 1962 hatte Bo Diddley mit dem Song You Can’t Judge a Book by the Cover (Dixon) seinen vorerst letzten Hit. Unter seinem bürgerlichen Namen Ellas McDaniel schrieb er Songs wie Mona, der von den Troggs, Tom Petty und den Rolling Stones eingespielt wurde. Vorherrschend ist ein bestimmter Rhythmus, der als „Bo-Diddley-Beat“ bezeichnet wird oder auch als „salesman’s knock“ (weil die reisenden Händler auf diese Art an die Türen zu klopfen pflegten). Beispiele für diesen synkopischen Rhythmus (stroke/stroke/stroke/rest/stroke/stroke) ist seine Komposition Bo Diddley,<ref>Deezer | Musik & Podcasts hören | Online Musik Streaming & App. Abgerufen am 13. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> aber auch Magic Carpet Ride<ref>Deezer | Musik & Podcasts hören | Online Musik Streaming & App. Abgerufen am 13. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> von Steppenwolf, Magic Bus<ref>Deezer | Musik & Podcasts hören | Online Musik Streaming & App. Abgerufen am 13. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> von The Who und Not fade away<ref>Deezer | Musik & Podcasts hören | Online Musik Streaming & App. Abgerufen am 13. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> von Buddy Holly, der vor allem durch die frühen Rolling Stones bekannt wurde.

Ab Ende der 1960er geriet Diddley, wie andere Bluesmusiker auch, etwas ins musikalische Abseits. Trotzdem veröffentlichte er weiterhin Alben, zusammen mit bekannten Kollegen wie Little Walter, Muddy Waters und Howlin’ Wolf. Beim Toronto Peace Festival 1969 trat er unter anderem neben John Lennons Plastic Ono Band, Chuck Berry und Jerry Lee Lewis auf. 1972 war er einer der Top-Acts der London Rock and Roll Show im Wembley-Stadion. Auch in den weiteren 1970ern blieb Diddleys Einfluss präsent: Zahlreiche Musiker aus der Punk- und New-Wave-Szene griffen auf seine Stücke zurück.

1989 trat Diddley im Nike-Werbespot Bo knows mit dem Baseball- und American-Football-Spieler Bo Jackson auf. Gelegentlich übernahm er Nebenrollen in Filmen, wie 1983 die des Pfandleihers in Die Glücksritter. Im Film Blues Brothers 2000 trat er als Musiker auf; 2003 hatte er einen Gastauftritt in der Sitcom Immer wieder Jim.<ref>Jim Belushi, Courtney Thorne-Smith, Kimberly Williams-Paisley: Bo Diddley. In: Immer wieder Jim. 24. Mai 2006, abgerufen am 13. Januar 2024.</ref>

1987 wurde Diddley in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und 2004 in die Blues Hall of Fame.

Bo Diddley war zeitlebens überzeugt davon, dass er und Chuck Berry die eigentlichen Erfinder des Rockn'Roll seien. Er grämte sich, dass er von dem was er einst gesät hatte, finanziell nur so wenig ernten konnte. Allen Musikern schrieb er ins Stammbuch, niemandem im Musikgeschäft zu vertrauen, außer ihrer Mama – und selbst dort gezielt auf ihre guten Seiten zu achten.<ref>Ben Ratliff: Bo Diddley, Who Gave Rock His Beat, Dies at 79. In: New York Times. 3. Juni 2008, abgerufen am 23. Juni 2026.</ref>

Krankheit und Tod[Bearbeiten]

Am 13. Mai 2007 erlitt Bo Diddley nach einem Konzert in Council Bluffs, Iowa, einen Schlaganfall, der sein Sprachzentrum stark beeinträchtigte.<ref>Diddley erlitt Schlaganfall. In: n-tv Nachrichten. Abgerufen am 13. Januar 2024.</ref> Am 29. August 2007 erlitt er einen Herzinfarkt und musste erneut ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am 2. Juni 2008 starb Diddley im Alter von 79 Jahren in seinem Haus in Florida an Herzversagen.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

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Singles[Bearbeiten]

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Literatur[Bearbeiten]

  • George R. White: Bo Diddley: Living Legend, Castle Communications, Chessington, Surrey 1995, 248 S., ISBN 978-1-86074-130-2.

Trivia[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bo Diddley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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