Bommecketal
Bommecketal
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| Lage | Plettenberg, Märkischer Kreis, NRW, DEU | |||||
| Fläche | 51,18 ha | |||||
| Kennung | MK-023 | |||||
| WDPA-ID | 162494 | |||||
| Natura-2000-ID | {{#property:p3425}} | |||||
| Geographische Lage | 51° 13′ N, 7° 51′ O
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| Meereshöhe | von 250 m bis 420 m | |||||
| Einrichtungsdatum | 1985 | |||||
Das Bommecketal ist ein 51,20 ha großes, seit 1985 ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG) auf dem Gebiet der Stadt Plettenberg im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Es liegt südlich der Lenne entlang des Lenne-Zuflusses Bommecke und nordwestlich der Kernstadt zwischen den Bergkuppen Lechtenhardt (488 m), Dörnberg, Schellhagen und Strickhagen. Das NSG wurde 1985 vom Kreistag des Märkischen Kreises mit dem Landschaftsplan Nr. 1 (Plettenberg-Herscheid-Neuenrade) ausgewiesen. Der Name war Naturschutzgebiet Bommecketal südwestlich des Ortsteiles Böddinghausen, Stadt Plettenberg. Mit der 2. Änderung des Landschaftsplanes Nr. 1 (Plettenberg-Herscheid-Neuenrade) wurde das NSG 2012 erneut ausgewiesen und in Naturschutzgebiet Bommecketal umbenannt.
Das Naturschutzgebiet ist Teil des 39 ha großen FFH-Gebietes „Schluchtwälder im Lennetal“ (DE-4712-301).<ref name="Satzung">Märkischer Kreis: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.2. Änderung des Landschaftsplanes Nr. 1 (Plettenberg-Herscheid-Neuenrade). Satzung vom 5. Dezember 2012 ( vom 22. Februar 2015 im Internet Archive; PDF; 290 kB)</ref>
Gebietsbeschreibung[Bearbeiten]
Bei dem NSG handelt es sich um das Tal der Bommecke mit ihren Quellbächen. Von einer Höhenlage um 420 m ü. NHN bis auf etwa 250 m ü. NHN erstreckt sich der Bachlauf bis an den Ortsrand des Plettenberger Ortsteiles Papenkuhle im Lennetal. Von der Gesamtlänge des Baches von etwa 3 km von der Quelle bis zur Einmündung in die Lenne befinden sich 1,9 km im NSG. Der viel Wasser führende Bachlauf fließt in einem sich rasch absenkenden Schluchttal mit teils klammartigem Charakter nach Norden. Die folgende Beschreibung findet sich im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen unter Schutzwürdige Biotope (BK):
Das NSG Bommecketal befindet sich im Osten des Märkischen Kreises südlich von Plettenberg-Böddinghausen. Hohe Niederschläge und weitgehend undurchlässiger Untergrund bedingen das dichte Fließgewässersystem dieses Bereiches. Der gut schüttende Bachlauf Bommecke fließt in einem sich rasch absenkenden Schluchttal mit teils klammartigem Charakter nach Norden. Kleinere Quellfluren, Bachabschnitte mit Stromschnellen, Wasserfällen und Kolken sowie feuchtigkeits- und kühleliebende Gefäßpflanzen und Moosarten charakterisieren den Bachbereich. Bachbegleitend sind oft nur schmal ausgebildete Auwaldbereiche anzutreffen, an die sich hangaufwärts oft bodensaure Buchen-, Eichen- und Buchen-Eichenmischwälder anschließen. Die eichendominierten Bestände lassen oft noch die in früheren Jahrhunderten erfolgte Niederwaldwirtschaft erkennen, je nach Nährstoffversorgung, Exposition und Topographie ist die Krautschicht von Waldbeere, Drahtschmiele oder von Farnen dominiert. In vielen Waldbereichen kommt es zu Klippenbildungen, sowohl in den Hängen als auch auf den Kuppen. Größere Teilbereiche des NSG Bommecketal werden noch von Nadelholzbeständen dominiert. Das Gebiet ist aufgrund seiner Ausstattung mit naturnahen, z. T. ungestörten und eng miteinander verzahnten Biotopen, bestehend aus bodensauren Buchenwäldern, feucht-kühlen Schlucht- und Hangmischwäldern, naturnahen Quellbächen mit kleinflächig ausgeprägtem Auenwald und steilen Felspartien sowie als Lebensraum vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten von überregionaler Bedeutung. Vor allem dem Fließgewässer Bommecke ist eine besondere Bedeutung zuzusprechen, da es für zahlreiche Insekten, unter ihnen auch Eiszeitrelikte, den Lebensraum darstellt. Das Bommecketal stellt im Rahmen des landesweiten Biotopverbunds eine wichtige Fläche dar, welches sich auch in der Ausweisung als Wildnisgebiet (Lüttgen Bommerke) zeigt. Die Verzahnung vom Mittelgebirgsbach mit kleinflächig ausgeprägtem Auenwald, Schluchtwald, Buchenwald und aus historischer Niederwaldnutzung hervorgegangenen eichendominierten Laubholzbeständen ist charakteristisch für diese Region. Zusammen mit den südlich angrenzenden großen Waldflächen sowie im Verbund mit den südöstlich von Plettenberg liegenden großen Waldkomplexen (zwei weitere Wildnisgebiete) stellt das Bommecketal eine wichtige Kernfläche dar, die auch als Ausgangspunkt für die Wiederbesiedlung beispielsweise der Wildkatze oder des Luchses dienen kann. Durch naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natürliche Waldgesellschaft einschließlich ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestände soll die strukturelle Vielfalt in den Waldbeständen optimiert werden. Totholz ist zu erhalten und der Anteil des Altholzes deutlich zu erhöhen. Die Nadelholzbestände sind in standortgemäße Waldgesellschaften umzubauen, in den Mischwäldern sollte der Umbau zu den bodensauren Buchenwäldern weiter vorangetrieben werden. Der Waldumbau im Bereich der Siepen, Bäche und Felsen ist direkt anzugehen. Die Fichtenbestände an den kleinen Fließgewässern sind umgehend aufzulichten, dass eine Umbestockung in die Erlen- und Eschenwälder erfolgen kann. Dieses darf nur behutsam (nicht im Kahlschlag) erfolgen, da sich sonst die Bommecke zu schnell erwärmt und die kaltstenothermen Arten zurückgedrängt oder sogar ausgelöscht werden. Der Wegebau bzw. die Wegeunterhaltung muss auf ein Minimum reduziert werden. Vor allem der direkt westlich der Bommecke verlaufende Hauptweg hat sich im Zuge der Wegeunterhaltung dem Bachlauf weiter genähert. Ein Rückbau dieses direkt an der Bommecke liegenden Weges ist bei einer alternativen Holzabfuhrroute anzustreben.<ref>Naturschutzgebiet „Bommecketal“ (MK-023) im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-WestfalenVorlage:Abrufdatum</ref>
Schutzzweck[Bearbeiten]
Das Naturschutzgebiet wurde zur Erhaltung und Entwicklung eines Waldgebietes mit Schlucht- und Hangmischwälder, Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder, Hainsimsen-Buchenwälder, dem Kerbtalsystem der Bommecke und ihren Steilhängen, Silikatfelsklippen, einer für den Märkischen Kreis einzigartigen Bachklamm mit Stromschnellen und reich strukturierten Bachbetten einschließlich ihrer Quellräume und als Lebensraum zum Schutz seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ausgewiesen. Wie bei anderen Naturschutzgebieten in Deutschland wurde in der Schutzausweisung darauf hingewiesen, dass das Gebiet „wegen der landschaftlichen Schönheit und Einzigartigkeit“ zum Naturschutzgebiet wurde.
Unter Besondere Verbote wurde im Landschaftsplan aufgeführt „die bodenständigen Waldbereiche (Eichen-Hainbuchenwald) forstlich zu nutzen; ausgenommen bleibt die einzelstammweise Nutzung nach Maßgabe der Unteren Landschaftsbehörde“.<ref name="Satzung" />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Michael Bußmann: Die Naturschutzgebiete im Märkischen Kreis. Märkischer Kreis, Lüdenscheid 2009, ISBN 978-3-00-029177-7
Weblinks[Bearbeiten]
- Naturschutzgebiet „Bommecketal“ im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-WestfalenVorlage:Abrufdatum
- Ludwig Erbeling: Das Bommecketal in Plettenberg (Sauerland) – eine Einführung. S. 8–11 (Leseprobe) aus: Der Sauerländische Naturbeobachter Nr. 28 (2003), S. 8–25.
- Bommecketal auf der Seite Naturschätze Südwestfalens
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Am Schlehen | Bommecketal | Heinrich-Bernhard-Höhle | Klef | Lechenstück | Remmestoth | Schlänke | Siesel – Teilgebiet Auf dem Pütte | Siesel – Teilgebiet Humme | Siesel – Teilgebiet Jungfernsprung | Siesel – Teilgebiet Lenne | Vosloh Vorlage:Klappleiste/Ende
