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Boresighter

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Datei:Sullivan Cup 120510-A-ZF401-009.jpg
Boresighter auf der Mündung einer Panzerkanone

Ein Boresighter (auf Deutsch etwa Seelenachsenvisier) (teilweise auch Schussprüfer oder Einschießhilfe) ist ein Instrument zur Kalibrierung einer Zielhilfe auf die Seelenachse des Laufs einer Rohrwaffe.

Ein Boresighter wird vielfach vor dem Einschießen zur groben Einstellung der Zielhilfe eingesetzt. So lassen sich viele Probeschüsse einsparen. Das traditionelle Vorgehen ohne einen Boresighter ist es, durch den Lauf zu schauen, dabei ein Ziel anzuvisieren und danach das gleiche Ziel mit der Zielhilfe anzuvisieren. Dieses Vorgehen ist vor allem für Kipplaufwaffen geeignet; für viele andere Waffentypen ist es jedoch aufwändig, da dafür erst der Verschluss entfernt werden muss.<ref>Jim Casada: The Marksmanship Primer: The Experts' Guide to Shooting Handguns and Rifles, Verlag Skyhorse Publishing, 2013, ISBN 9781510720374, S. 73 [1]</ref><ref>David Watson: ABCs of Rifle Shooting, Verlag Gun Digest Books, 2013, ISBN 9781440239038, S. 192-193 [2]</ref>

Der Boresighter muss möglichst parallel zur Laufseele befestigt werden. Boresighter erlauben vor allem eine recht gute horizontale Einstellung. Für die vertikale Einstellung muss die ballistische Kurve berücksichtigt werden.<ref name="Muramatsu"/>

Es kommen verschiedene Systeme zum Einsatz:

  • Boresighter mit eigener Zieloptik. Bei der Zieloptik handelt es sich vielfach um ein Winkelfernrohr. Die Zielhilfe der Waffe muss so lange justiert werden, bis das gleiche Ziel wie mit der Optik des Boresighters anvisiert wird.<ref name="FM 3-22.90"/>
  • Boresighter als Kollimator mit Absehen als kariertes Raster. Der Boresighter wird vor die optische Zielhilfe der Waffe installiert. Der Schütze schaut mit der Zielhilfe der Waffe auf das Absehen des Kollimators und ist so in der Lage, die Zielhilfe einzustellen. Die meisten dieser Boresighter nutzen das vorhandene Umgebungslicht, manche verfügen auch über eine zusätzliche Lichtquelle zum Beleuchten des Absehens.<ref name="Muramatsu"/>
  • Boresighter als Laserstrahler. Dabei befindet sich der Laser entweder an der Mündung oder am Patronenlager. Wenn er sich im Patronenlager befindet, wird er Laserpatrone oder Justierpatrone genannt. Der Boresighter hat dabei die Form einer Patrone und wird, wie eine gewöhnliche Patrone, in das Patronenlager geladen. Der Boresighter strahlt entweder von der Mündung oder durch den Lauf, parallel zur Laufseele, einen Laserpunkt auf ein Testziel an. Auf diesen Lichtpunkt kann die Zielhilfe der Waffe justiert werden.<ref>Roger Wadham: The 2012 Complete Book on Lee Enfield Accurizing, Verlag Lulu.com, ISBN 9781471604218, S. 187 [3]</ref>

Bei der Befestigung der Boresighter an den Lauf gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei großen Kalibern, z. B. einer Panzerkanone, kann der Boresighter innerhalb des Rohrs befestigt werden.<ref>United States Army: Field Manual FM 17-12-7: TANK GUNNERY TRAINING DEVICES AND USAGE STRATEGIES, Mai 2000, Kapitel 11: Boresighting and Calibration Devices [4]</ref> Bei kleinen Kalibern kann dieses mit einem passenden Stab in Kaliberdurchmesser als Adapter geschehen.<ref>Scott W. Wagner: Own the Night: Selection and Use of Tactical Lights and Laser Sights, Verlag Gun Digest Books, 2009, ISBN 9781440224607, S. 211 [5]</ref> Es gibt auch technische Lösungen, den Boresighter parallel auf dem Rohr<ref name="FM 3-22.90"/> oder magnetisch auf der Mündung anzubringen.<ref>John B. Snow: The Ultimate Shooting Skills Manual: 212 Essential Range and Field Skills, Verlag Weldon Owen, 2014, ISBN 9781616289492, S. 88 [6]</ref>

Das US-Militär akzeptiert für manche Waffen mit offener Visierung die Genauigkeit der Laser-Boresighter, so dass auf ein Einschießen verzichtet werden kann. Waffen mit optischen Zielhilfen müssen hingegen zusätzlich eingeschossen werden.<ref>United States Army: Fiel Manual 3-22.68, CREW-SERVED MACHINE GUNS, 5.56-mm AND 7.62-mm, 2003, Anhang G Advanced optics and lasers, [7]</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bore sighter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Muramatsu">Kevin Muramatsu: Gun Digest Guide to Customizing Your AR-15, Verlag F+W Media, 2014, ISBN 9781440242793, S. 141-143 [8]</ref> <ref name="FM 3-22.90">United States Army: Field Manual 3-22.90: Mortars, Dezember 2007, S. 2-22 bis 2-28, [9]</ref> </references>