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Boris Charmatz

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Datei:Boris Charmatz.jpg
Boris Charmatz

Boris Charmatz (geboren 3. Januar 1973 in Chambéry) ist ein französischer Tänzer und Choreograph.

Leben[Bearbeiten]

Boris Charmatz’ Eltern arbeiteten als Lehrer; sie erzogen ihn politisch – sein Vater war Überlebender des Holocaust – und gaben ihm auch deutsches Kulturgut mit auf den Lebensweg.<ref name=SZ>Dorion Weickmann: „Tanz funktioniert wie Psychoanalyse“, in: Süddeutsche Zeitung, 1. Juli 2014, S. 12.</ref> Charmatz studierte klassisches Ballett von 1986 bis 1989 an der École de danse der Opéra National de Paris und danach am Konservatorium Lyon. Seit 2008 leitet er das Centre chorégraphique national in Rennes, das er als „Musée de la danse“ deklarierte und unter dessen Titel er eine Gruppe gründete.

Er arbeitete mit Tänzern wie Régine Chopinot, Odile Duboc, Olivia Grandville und Meg Stuart.<ref name=LM2013>Rosita Boisseau: De Keersmaeker-Charmatz: le heureux hasard d'une rencontre. In: Le Monde, 3. Juli 2013.</ref> 1993 brachte die von ihm gegründete Gruppe Edna als erstes Stück A bras-le-corps heraus. Mit Raimund Hoghe und Julia Cima produzierte er 2006 Régi. 2009 montierte er Posen von Merce Cunningham zu einem Flip Book.<ref name=SZ/>

Für das Festivaljahr 2011 wurde er in die künstlerische Leitung des Festival d'Avignon gewählt. Er selbst präsentierte in dem Jahr das neue Stück Enfant und eine Neubearbeitung von Levée des conflits.

In dem 2013 von Anne Teresa De Keersmaeker choreografierten Duo Partita 2 (zu Bachs Musik) traten beide auf. Im November 2013 gastierte das „Musée de la danse“ unter dem Titel Three Collective Gestures mit mehreren Arbeiten von Charmatz im MoMA. Die Ausgabe 2014 der Berliner „Foreign Affairs“ zeigte sechs Werke Charmatz', darunter als einen Parcours durch die (Tanz-)Geschichte 20 Dancers for XX Century auf dem Gelände des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park.<ref name=SZ/><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Boris Charmatz im Gespräch mit Gilles Amalvi (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlinerfestspiele.de, Interview Gilles Amalvi, Januar 2014. Schriftliche Übersetzung Franziska Albrecht, bei Berliner Festspiele.</ref> Die Ruhrtriennale beauftragte ihn für 2014 mit einem Stück über das Essen: manger.<ref>Ruhrtriennale 2014: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Boris Charmatz (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)</ref>

Seit September 2022 leitet Charmatz das Tanztheater Wuppertal. Zum Ende der Spielzeit 2024/25 wird er sein Amt niederlegen.<ref>Pina-Bausch-Intendant Charmatz hört auf Artikel des Lokalradiosenders "Radio Wuppertal". Abgerufen am 28. Februar 2025.</ref>

Choreografische Werke[Bearbeiten]

  • 1993: À bras le corps (in Zusammenarbeit mit Dimitri Chamblas)
  • 1994: Les Disparates (in Zusammenarbeit mit Dimitri Chamblas)
  • 1996: Aatt...enen...tionon
  • 1997: Herses (une lente introduction)
  • 1999: Con forts fleuve
  • 2002: Héâtre-élévision
  • 2003: Bocal
  • 2006: Régi (in Zusammenarbeit mit Raimund Hoghe)
  • 2006: Quintet Cercle
  • 2008: La Danseuse malade
  • 2009: 50 ans de danse
  • 2010: Levée des conflits
  • 2011: Enfant
  • 2015: If Tate Modern was Musée de la danse
  • 2016: Danse de nuit
  • 2017: 10000 Gestes
  • 2021: Sea Change
  • 2021: Somnole

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • mit Vincent Baudriller; Hortense Archambault: Une école d'art : pour le Festival d'Avignon 2011. Paris : P.O.L., impr. 2011
  • Je suis une école. Paris : éditions Les prairies ordinaires, 2009, ISBN 978-2-35096-037-1.
  • mit Isabelle Launay: Entretenir - À propos d'une danse contemporaine. Pantin (Seine-Saint-Denis) : Centre national de la danse, 2003, ISBN 978-2-914124-18-8.
  • mit Catherine Millet; Yvane Chapuis; Laurence Louppe; François Piron: Medium : danse : Artpress. Artpress spécial, N⁺ 23, 2002. Paris : ADAGP, 2002.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Ploebst: Qui dit abstrait, dit concret, in: no wind no word. Neue Choreographie in der Gesellschaft des Spektakels. (New choreography in the society of the spectacle.) 9 Porträts: Meg Stuart, Vera Mantero, Xavier Le Roy, Benoît Lachambre, Raimund Hoghe, Emio Greco/PC, Joao Fiadeiro, Boris Charmatz, Jérôme Bel. K. Kieser Verlag, München, 2001, ISBN 3-935456-01-8. S. 164–189

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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