Boris Nikolajewitsch Jelzin
Boris Nikolajewitsch Jelzin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) , wiss. Transliteration {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 1. Februar 1931 in Butka, Ural-Oblast (heute Rajon Taliza, Oblast Swerdlowsk); † 23. April 2007 in Moskau) war ein sowjetischer bzw. russischer Politiker. Von 1991 bis 1999 war er der erste Präsident Russlands, das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt in der Geschichte Russlands.
Leben[Bearbeiten]
Herkunft[Bearbeiten]
Boris Jelzin kam als ältester Sohn von Klawdja Wassiljewna, geborene Starygin, und Nikolaj Ignatjewitsch Jelzin im Dorf Butka im Ural zur Welt.<ref name="Jelzin Buch 1990 S. 12" /> Die Eltern waren Bauern. Jelzin wuchs mit zwei jüngeren Geschwistern auf.
Aus wirtschaftlicher Not musste die Familie einige Jahre später in die Stadt Beresniki ziehen. Um die Familie zu ernähren, arbeitete der Vater als Bauarbeiter, während die Mutter nachts zu Hause nähte. In Beresniki ging Jelzin zur Schule.<ref name="Jelzin Buch 1990 S. 12">Boris Jelzin: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Исповедь на заданную тему, 1990 ( vom 20. Oktober 2014 im Internet Archive), S. 12.</ref>
Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges entwendeten der junge Jelzin und Kameraden zwei RGD-33 Handgranaten aus einem Munitionsdepot. Als Jelzin später die Granate auseinandernehmen wollte, um die Funktionsweise zu studieren, explodierte sie. Daraufhin mussten ihm im Krankenhaus Zeigefinger und Daumen der linken Hand amputiert werden.<ref>Boris Minayev: Boris Yeltsin: The Decade that Shook the World. Glagoslav Publications, 2018, ISBN 9781784379247, S. 11–12 (online).</ref>
Studium und Berufstätigkeit, Heirat[Bearbeiten]
Von 1949 bis 1955 studierte Jelzin am Polytechnischen Institut des Urals in Swerdlowsk und schloss als Bauingenieur ab. Er wurde Chefingenieur und übernahm die Bauverwaltung des Jushgorstroi-Trusts.
Im Jahr 1956 heiratete er die Bauingenieurin Naina Iossifowna Girina, mit der er zwei Töchter bekam, 1957 Jelena und 1960 Tatjana.
Parteikarriere[Bearbeiten]
Im Jahr 1961 trat Jelzin in die KPdSU ein, 1963 wurde er Leiter des Wohnungsbaukombinats in Swerdlowsk. Von 1976 bis 1985 war er als erster Sekretär des Gebietskomitees Parteichef von Swerdlowsk. 1977 befahl Jelzin auf Anordnung des Moskauer Politbüros die Zerstörung des Ipatjew-Hauses, in dem 1918 der letzte russische Zar und seine Familie von Bolschewiki umgebracht worden waren. Das Haus wurde am 27. Juli 1977 über Nacht abgerissen.<ref>1977. Abgerufen am 12. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ein weiterer Schritt in seiner Parteikarriere war 1981 die Wahl ins Zentralkomitee der KPdSU, in dem er das Amt des Leiters der Abteilung für Bauangelegenheiten übernahm. Im Oktober 1985 wurde Jelzin zusätzlich 1. Sekretär des Stadtkomitees (Parteichef) von Moskau und Kandidat (nicht stimmberechtigtes Mitglied) des Politbüros. In Moskau setzte er sich persönlich gegen das Verschieben knapper Lebensmittel ein; er beendete die vorher übliche Praxis, halbfertige Mietskasernen bereits den Mietern zu übergeben, und rettete einige beliebte alte Gebäude vor dem drohenden Abriss. Anfang Mai 1986 berichtete er auf dem DKP-Parteitag in Hamburg als erster KPdSU-Politiker im Westen ausführlich über die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.<ref>Hau doch ab. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1986 (online).</ref>
Er profilierte sich während der Perestroika als Radikalreformer und geriet dadurch sowohl mit Initiator Michail Gorbatschow als auch mit strukturkonservativen Kräften in der KPdSU in Konflikt. Schließlich verlor Jelzin seine bisherigen Ämter. Im November 1987 wurde er als Moskauer Parteichef abgelöst und im Februar 1988 von seinen Pflichten als Kandidat des Politbüros entbunden. Stattdessen war er bis 1989 1. Stellvertretender Vorsitzender der Staatlichen Baubehörde mit dem Rang eines Ministers. Auf dem XXVIII. Parteitag der KPdSU gab er am 12. Juli 1990 seinen Austritt aus der Partei bekannt.
Erste Präsidentschaftswahl[Bearbeiten]
Bei den ersten demokratischen Wahlen im März 1989 wurde Jelzin Mitglied des Kongresses der Volksdeputierten der Sowjetunion. Im Wahlkreis Moskau erhielt er dabei 89 Prozent der Stimmen. Im Mai 1989 zog er auch in den Obersten Sowjet ein und bildete dort mit anderen Reformpolitikern die erste parlamentarische Oppositionsgruppe. Als aufstrebender Oppositionspolitiker bereiste er im September 1989 die Vereinigten Staaten, wo er von zahlreichen hochrangigen Persönlichkeiten empfangen wurde und auch das Weiße Haus besuchte.<ref>Felicity Barringer, Special To the New York Times: Smiling Soviet Visitor Meets Bush And Proves Deft in Capital's Ways. In: The New York Times. 13. September 1989, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 8. September 2026]).</ref> Prägend wirkte sich ein kurzer Besuch Jelzins in einem texanischen Supermarkt aus, dessen vollen Regale ihm die Probleme der sowjetischen Mangelwirtschaft verdeutlichten. Sein damaliger Mitarbeiter Lew Suchanow erklärte später, während der anschließenden Weiterreise sei in Jelzin „der letzte Rest des Bolschewismus zusammengebrochen“.<ref name=":1"></ref> Nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion setzte sich Jelzin für radikale Reformen ein und wurde zum führenden Vertreter der demokratischen Opposition gegen Gorbatschow,<ref></ref> den er wegen des seiner Ansicht nach zu langsamen Reformtempos kritisierte.<ref></ref>
Am 12. Juni 1991 wurde Jelzin bei den ersten russischen Präsidentschaftswahlen zum Präsidenten der Russischen Teilrepublik (RSFSR) gewählt und war maßgeblich an der Auflösung der Sowjetunion beteiligt. Während des Putschversuchs im August 1991 gegen Gorbatschow bezog er öffentlich Stellung gegen die Putschisten und verschanzte sich im Weißen Haus in Moskau, das von der Bevölkerung erfolgreich gegen Angriffe verteidigt wurde. Der Machtverfall der KPdSU und der Zerfall der Sowjetunion waren nun nicht mehr aufzuhalten. Im November 1991 erließ Jelzin ein Dekret, das die bisherige Staatspartei auf dem Gebiet der RSFSR verbot. Er und seine Amtskollegen Leonid Krawtschuk (Ukraine) und Stanislau Schuschkewitsch (Belarus) erklärten am 8. Dezember 1991 in den Belowescher Vereinbarungen, dass die Sowjetunion „ihre Existenz beendet“ habe,<ref> Россия, Украина и Беларусь создают Содружество Независимых Государств. In: Интерфакс. Abgerufen am 7. Januar 2022.</ref> und gründeten die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Jelzin war nunmehr Präsident eines unabhängigen Russlands. Das Parlament der Ukraine hatte diese zuvor am 24. August 1991 für unabhängig erklärt; bei einem am 1. Dezember 1991 abgehaltenen Referendum bestätigte die Mehrheit der Wahlberechtigten diese Entscheidung (siehe Geschichte der Ukraine (seit 1991)).
Präsidentschaft[Bearbeiten]
Jelzin wurde bei der Präsidentschaftswahl am 12. Juni 1991 gewählt und 1996 wiedergewählt. Er war bis zu seinem Rücktritt am 31. Dezember 1999 im Amt, also insgesamt 8½ Jahre.
Im Laufe des Jahres 1991 stellte er ein Team aus Wirtschaftsreformern unter der Leitung von Jegor Gaidar zusammen. Diese entschieden sich, Polens „Schocktherapie“ als Modell für die Umstellung auf den Kapitalismus heranzuziehen.<ref></ref> Im Oktober 1991 kündigte Jelzin eine Aufhebung aller Preiskontrollen zum 1. Januar 1992 an.<ref></ref> Um die Inflation zu kontrollieren, wurden ein Austeritätsregime eingeführt und Staatsausgaben für das Sozialsystem und Förderungen gekürzt. Nach dem Beispiel der Tschechoslowakei wurde eine Coupon-Privatisierung durchgeführt, jedoch gelangten die an alle Bürger ausgegebenen Gutscheine für den Erwerb von Aktien ausgewählter Staatsunternehmen schnell an Zwischenhändler, die sie an die Nomenklatura weiterverkauften.<ref>The Paris Globalist Team: Voucher privatization in Russia: a nationalistic and capitalistic policy? In: The Paris Globalist. 13. April 2016, abgerufen am 22. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dies trug wesentlich zum Entstehen der postsowjetischen Oligarchie bei. Laut dem US-amerikanischen Journalisten Paul Klebnikow waren 1993 „zwei Drittel des gesamten russischen Handels mit dem organisierten Verbrechen verknüpft“.<ref></ref> Im selben Jahr „hatte sich die Verflechtung von Politik und Unterwelt bis in die höchsten Ebenen des Staatsapparats fortgesetzt“.<ref></ref> 1993 gab es 29.200 Morde in Russland.<ref></ref>
Früh kam es zu Verwerfungen in Jelzins Regierung. Der nationalistische, der Armee nahestehende Vizepräsident Alexander Ruzkoi kritisierte die Regierung für den „ökonomischen Völkermord“ und forderte ein hartes Vorgehen gegen tschetschenische Separatisten.<ref>Yeltsin Deputy Calls Reforms 'Economic Genocide' - The New York Times. 2. November 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. November 2021; abgerufen am 22. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Jelzin kam zunehmend in Konflikt mit dem Volksdeputiertenkongress (dem gewählten Parlament). In der Verfassungskrise 1993 löste er das Parlament, das sich seinen Wirtschaftsreformen widersetzt hatte, ohne Rechtsgrundlage auf. Daraufhin enthob das Parlament Jelzin seines Amtes und ernannte den bisherigen Vizepräsidenten Ruzkoi zum neuen Präsidenten. Jelzin setzte sich mit Hilfe des Militärs aber durch. Er ließ Panzer auffahren und befahl der Armee, das Parlamentsgebäude zu stürmen und in Brand zu setzen.<ref></ref>
Während seiner Regierungszeit geriet Russland in eine schwere Wirtschaftskrise, in der sich das Bruttonationaleinkommen halbierte. „Millionen Russen aus der Mittelschicht hatten mit der Wertminderung des Rubels ihre Lebensersparnisse verloren“, so die kanadische Schriftstellerin Naomi Klein.<ref></ref> „Aufgrund abrupter Subventionskürzungen erhielten Millionen von Arbeitern monatelang keinen Lohn“, argumentierte Klein weiter. Ungeachtet aller innenpolitischen Probleme nahm Jelzin als erster russischer Präsident am G-7-Gipfeltreffen der westlichen Industrienationen am 8. Juli 1994 in Neapel teil. Jelzins Popularität sank so stark, dass seine Wiederwahl 1996 gefährdet schien. Wahlhelfer aus den USA und die Unterstützung von Oligarchen sorgten dafür, dass er dennoch die Präsidentschaftswahlen gewann.<ref>"Eine verdammte Lüge". In: Der Spiegel - Online-Ausgabe. 14. Juli 1996, abgerufen am 9. Juni 2026.</ref> Die Wirtschaftsmisere ging weiter, unter anderem wegen des Rückgangs der Rohölpreise während der Asienkrise (1997/1998). Am 17. August 1998 war Russland zahlungsunfähig, sogar die Guthaben auf Privatkonten wurden eingefroren.
In Jelzins Amtszeit fiel auch der Erste Tschetschenienkrieg (1994 bis 1996).
Gerüchte über eine Alkoholkrankheit Jelzins gab es wiederkehrend während seiner gesamten Amtszeit.<ref>Boris Nikolajewitsch Jelzin. Russischer Ex-Präsident. Gestorben 2007. Russland-Aktuell; zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2010</ref> So habe Jelzin 1994 in Berlin ein Orchester, welches anlässlich des Abzugs der russischen Truppen aus Deutschland spielte, in stark alkoholisiertem Zustand „dirigiert“ und sei auch bei öffentlichen Wahlkampfauftritten betrunken gewesen.<ref>Jelzin brachte Russen Freiheit – und Chaos. Handelsblatt; zuletzt aktualisiert am 23. April 2007</ref><ref>deutschlandfunk.de: Populistischer Reformator. Abgerufen am 27. November 2022.</ref>
Am 31. Dezember 1999 erklärte Jelzin seinen Rücktritt, er übergab um 12 Uhr Moskauer Zeit die Regierungsgeschäfte an Ministerpräsident Wladimir Putin. Eine der ersten Amtshandlungen Putins garantierte Jelzin und seiner Familie dann die Freiheit vor Strafverfolgung (Amnestie).<ref>Russland vor der Wahl: Wie Wladimir Putin das Land veränderte. 10. März 2018, abgerufen am 27. Juli 2024.</ref>
Späte Jahre[Bearbeiten]
Gesundheitlich war Jelzin bereits seit Ende seiner Amtszeit als russischer Präsident stark angeschlagen. Mehrere Herzinfarkte hatten in den 1990er Jahren Bypassoperationen notwendig gemacht.
Laut dem US-amerikanischen Politikwissenschaftler und US-Vizeaußenminister Strobe Talbott erzählte Jelzin vor seinem Tod ihm nahe stehenden Personen, dass es ein großer Fehler gewesen sei, Putin als seinen Nachfolger auszuwählen.<ref>Putins Weg in den Krieg, auf YouTube - Original: Putin's Road to War, PBS, Minute 19</ref>
Tod und Beisetzung[Bearbeiten]
Jelzin starb am Nachmittag des 23. April 2007 um 15:45 Uhr im Alter von 76 Jahren im Moskauer Regierungskrankenhaus an Herzinsuffizienz. Mehr als 25.000 Trauernde zogen an seinem in der russisch-orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau aufgebahrten Sarg vorbei und erwiesen dem Toten die letzte Ehre.<ref>Russen nehmen Abschied von Jelzin – 25 000 Trauernde am Sarg in Erlöser-Kathedrale. RIA Novosti, 25. April 2007</ref>
Das Requiem wurde am 25. April 2007 in der Christ-Erlöser-Kathedrale abgehalten. Neben der russischen Prominenz um Präsident Putin und Gorbatschow waren unter anderem George Bush sen., Bill Clinton, John Major, Horst Köhler und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner anwesend. Die Zelebranten waren der Metropolit Juwenali von Krutizy und Kolomna, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad (der spätere Kyrill I.) und Metropolit Kliment von Kaluga und Borowsk.<ref>Trauerfeier für Jelzin in Christ-Erlöser-Kathedrale – Clinton und Bush senior erwartet. RIA Novosti, 24. April 2007</ref> Im Anschluss an die Totenmesse wurde der Sarg auf einer Geschützlafette durch das Zentrum Moskaus zum Friedhof des Neujungfrauenklosters gefahren, wo Jelzin seine letzte Ruhe fand.
Es war das erste Staatsbegräbnis nach russisch-orthodoxem Ritus seit mehr als 100 Jahren.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Welt nimmt Abschied von Boris Jelzin. ( vom 21. September 2007 im Internet Archive) AOL, 26. April 2007</ref> Auch in Jekaterinburg, wo Jelzin studiert hatte, und in seinem westsibirischen Heimatdorf Butka wurden Trauerfeiern abgehalten.<ref>Russen veranstalten Trauerfeiern in Jelzins Heimat. RIA Novosti, 25. April 2007</ref> Die KP-Fraktion im russischen Parlament verweigerte am Tag der Beisetzung eine Schweigeminute für den ersten Präsidenten des postsowjetischen Russlands mit der Begründung, dass man niemals den Zerstörer des Vaterlandes ehren werde.<ref>Internationale Staatsgäste nehmen Abschied von Jelzin. In: Süddeutsche Zeitung. 10. Mai 2010, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Am ersten Jahrestag nach Jelzins Tod wurde ein monumentaler Gedenkstein enthüllt, der auf seinem Grab liegt.<ref name="welt.de Grabstein 2008" /> Der Grabstein ist in den russischen Nationalfarben gestaltet, er besteht aus weißem Marmor, einem blauen Mosaik und rotem Porphyr.<ref>Julia Hakobyan: Art Offering, in: AGBU Magazine, Mai 2010, siehe erster Absatz.</ref> Auch mit seiner wallenden Oberfläche erinnert er an die Flagge Russlands. Bei der Enthüllung des Denkmals hielt Präsident Putin eine kurze Ansprache.<ref name="en.kremlin.ru Grabstein 2008">A monument to First President of Russia Boris Yeltsin has been unveiled at Novodevichye Cemetery en.kremlin.ru, 23. April 2008.</ref><ref name="welt.de Grabstein 2008">„Jelzin war ein mutiger, kühner Führer Russlands“ welt.de, 23. April 2008.</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
Auszeichnungen[Bearbeiten]
1996 erhielt Jelzin den Deutschen Medienpreis in Baden-Baden. 2002 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Jerewan verliehen.<ref>Liste der Ehrenbürger von Jerewan, Internetseite der Stadt Jerewan</ref>
2006 zeichnete ihn die lettische Präsidentin Vaira Vīķe-Freiberga mit dem höchsten Orden Lettlands für seine „historische Rolle“ bei der „Befreiung Lettlands“ aus.
Jelzin-Zentrum in Jekaterinburg[Bearbeiten]
Im Jahr 2008 wurde der Bau eines neuen Jelzin-Zentrums in seiner Heimatstadt Jekaterinburg beschlossen, bestehend aus einem Museum mit Archiv und Bibliothek.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Yeltsin Center to Open in Ekaterinburg. ( vom 7. Juni 2008 im Internet Archive) kommersant.com, 28. Mai 2008.</ref> Zu dieser Zeit gab es in Jekaterinburg bereits ein Boris-Jelzin-Zentrum mit Bezug zum Uralgebiet. Dort wurden Schriftstücke, Bücher und Fotografien zu Jelzin ausgestellt, die vor allem mit seinen Regierungsjahren in der Swerdlowsker Region zu tun haben.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Yeltsin Center to Open in Ekaterinburg. ( vom 7. Juni 2008 im Internet Archive) kommersant.com, 28. Mai 2008. Siehe zweiter Absatz, Zitat: „In addition, the public Urals Boris Yeltsin Center also exists. It exhibits documents, books and photographs of the first president that are mainly connected with his years in Sverdlovsk Region.“</ref>
Das neue Jelzin-Zentrum wurde im November 2015 eröffnet. Unter den Ehrengästen waren Wladimir Putin, Dmitri Medwedew, Jelzins Witwe Naina und seine Tochter Tatjana.<ref>Opening of the Boris Yeltsin Presidential Centre en.kremlin.ru, 25. November 2015.</ref><ref>Putin weiht Museum für seinen Vorgänger Jelzin ein swissinfo.ch, 26. November 2015.</ref> Kernstück des Zentrums ist das Boris-Jelzin-Museum, das Jelzins Biografie und die jüngere Geschichte Russlands in neun Ausstellungsbereichen darstellt.<ref>Offizielle Website des Boris-Jelzin-Museums (englisch).</ref>
- Ausstellungsbereiche im Jelzin-Museum (Auswahl)
-
„Labyrinth der russischen Geschichte“ (1914 bis 1987)
-
Putschversuch im August (1991)
-
Abschied vom Kreml (1999)
Jelzin als Namensgeber[Bearbeiten]
Bereits im Jahr 2002, zu Jelzins Lebzeiten, wurde der Pik Jelzin, ein Berg in Kirgisistan, nach Jelzin benannt.
Im Jahr 2008 wurde beschlossen, in Jelzins Heimatstadt Jekaterinburg die Staatliche Technische Universität des Uralgebiets nach ihm zu benennen.<ref name="kommersant.com Benennungen 2008">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Remembering First Pres. Boris Yeltsin. ( vom 19. September 2011 im Internet Archive) In: Kommersant, 23. April 2008.</ref> Die Staatliche Technische Universität ging in der 2010 gegründeten Uralischen Föderalen Universität in Jekaterinburg auf. Deren offizieller Name lautet „Uralische Föderale Universität benannt nach dem ersten Präsidenten Russlands B. N. Jelzin“.
Im Jahr 2008 wurde außerdem beschlossen, eine Hauptstraße im Zentrum von Jekaterinburg nach Boris Jelzin zu benennen.<ref name="kommersant.com Benennungen 2008" /> An dieser Straße wurde das Jelzin-Zentrum (siehe oben) errichtet.<ref>Ulitsa Borisa Yel'tsina (Boris-Jelzin-Straße) und das Jelzin-Zentrum in Jekaterinburg bei Google Maps.</ref>
Am 27. Mai 2009 wurde die „Bibliothek des Präsidenten B. N. Jelzin“ in Sankt Petersburg durch den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew eingeweiht.<ref name="rp-online.de Einweihung Bibliothek" /> Sie befindet sich in einem Teil der ehemaligen Senats- und Synodengebäude im Zentrum der Stadt.<ref name="rp-online.de Einweihung Bibliothek">St. Petersburg: Medwedew weiht Jelzin-Gedenk-Bibliothek ein rp-online.de, 28. Mai 2009.</ref> Auf der offiziellen Website wird die Bibliothek allerdings nur als „Präsidentenbibliothek“ bezeichnet, Jelzins Name ist kaum zu finden.<ref>Offizielle Website der Präsidentenbibliothek (englisch).</ref> Auf einer Seite mit allgemeinen Informationen wird lediglich angemerkt, „das Staatsoberhaupt“ habe am 26. April 2007 dem Parlament „empfohlen“, die Bibliothek nach Jelzin zu benennen.<ref>General Information auf der offiziellen Website der Präsidentenbibliothek (englisch). Siehe Kasten Milestones, Angabe zum 26. April 2007.</ref>
Denkmale[Bearbeiten]
Der im Jahr 2008 enthüllte Gedenkstein auf Jelzins Grab, der der russischen Flagge nachempfunden ist (siehe oben), wurde in Pressetexten als Denkmal bezeichnet.<ref name="en.kremlin.ru Grabstein 2008" /><ref name="welt.de Grabstein 2008" />
Seit 2011 gibt es ein Jelzin-Denkmal in Jekaterinburg: eine 10 Meter hohe<ref>Monument Unveiled For Russia’s Boris Yeltsin cbsnews.com, 1. Februar 2011.</ref> Stele aus weißem Marmor, auf der ein stehender Jelzin als Relief dargestellt ist. Das Denkmal befindet sich mittig am Fuß der breiten Treppe, die zum Jelzin-Zentrum führt. Auf dem grauen Sockel steht mit großen weißen Buchstaben der Name „Jelzin“. Das Denkmal wurde zu Jelzins 80. Geburtstag am 1. Februar 2011 enthüllt. Der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew nahm teil und hielt eine Ansprache.<ref>Monument to Russia’s first President Boris Yeltsin unveiled in Yekaterinburg en.kremlin.ru, 1. Februar 2011.</ref>
Seit 2013 erinnert eine Gedenktafel in Tallinn an Jelzin.
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Aufzeichnungen eines Unbequemen. Aus dem Russischen von Annelore Nitschke. Droemer Knaur, München 1990, ISBN 3-426-26467-6.
- Die Alternative. Demokratie statt Diktatur. Mit weiteren Beiträgen von Ruslan Chasbulatow, Grigori Jawlinski und Viktor Jaroschenko (mit der Rede Jelzins „An die Bürger Rußlands“ vom 19. August 1991), Goldmann, München 1991.
- Auf des Messers Schneide. Tagebuch des Präsidenten. Siedler, Berlin 1994, ISBN 3-88680-520-4.
- Mitternachtstagebuch. Meine Jahre im Kreml. Propyläen, Berlin/München 2000, ISBN 978-3-5490-7120-5.
Literatur[Bearbeiten]
In der bibliographischen Internet-Datenbank RussGUS werden zum Suchbegriff „Jelzin, B.“ mehr als 3000 Literaturnachweise gefunden.<ref>Trefferliste zur Suche nach Jelzin, B. in der Datenbank RussGUS.</ref>
- Lilia Shevtsova: Yeltsin's Russia: Myths and Reality. Brookings Institution Press, 1999 (vgl. Rezension<ref>Rezension zu Yeltsin's Russia: Myths and Reality, cosmopolis.ch, 15. Oktober 1999.</ref>).
- Leon Aron: Yeltsin: A Revolutionary Life. St. Martin's Press, New York 2000. ISBN 978-0312251857 (vgl. Rezension<ref>Rezension zu Yeltsin: A Revolutionary Life, in: Foreign Affairs, Mai/Juni 2000.</ref>).
- Barbara Kerneck-Samson: Boris Jelzin – Ein Porträt. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-04451-7.
- John Morrison: Boris Jelzin – Retter der Freiheit. Ullstein, Berlin 1991, ISBN 3-550-07510-3.
- Wladimir I. Solowjow; Elena Klepikowa: Der Präsident. Boris Jelzin – Eine politische Biographie. Rowohlt, Berlin 1992, ISBN 3-87134-043-X.
- Wolfgang Strauß: Drei Tage, die die Welt erschütterten. Vom Untergang des sowjetischen Multikulturalismus – Boris Jelzin und die russische Augustrevolution. Gesamtdeutscher Verlag, Wesseling 1992, ISBN 3-928415-04-2.
- Oleg M. Popzow: Boris Jelzin. Der Präsident, der nicht zum Zaren wurde – Russland und der Kreml 1991–1995. Edition Q, Berlin 1995, ISBN 3-86124-226-5.
- Ljew Suchanow: Drei Jahre mit Jelzin: Aufzeichnungen des engsten Mitarbeiters. Coppenrath, Münster 1995, ISBN 3-8157-1295-5.
- Heiko Pleines: Wirtschaftseliten und Politik im Russland der Jelzin-Ära (1994–1999). LIT, Münster 2003, ISBN 978-3-8258-6561-0.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Boris Nikolajewitsch Jelzin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Boris Jelzin. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)
- Jörg R. Mettke: Der Zar aus der Provinz Nachruf auf spiegel.de, 23. April 2007
- Margareta Mommsen: Boris Jelzin – kommunistischer Funktionär und demokratischer Revolutionär. Nachruf in: Russlandanalysen Nr. 132, April 2007 (PDF; 281 kB)
- Hans-Henning Schröder: Russland in der Ära Jelzin. Bundeszentrale für politische Bildung, 11. Juni 2018
- Vorlage:IMDb/1
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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Boris Jelzin | Jegor Gaidar | Wiktor Tschernomyrdin | Sergei Kirijenko | Jewgeni Primakow | Sergei Stepaschin | Wladimir Putin | Michail Kassjanow | Wiktor Christenko (kommissarisch) | Michail Fradkow | Wiktor Subkow | Wladimir Putin | Wiktor Subkow (kommissarisch) | Dmitri Medwedew | Michail Mischustin
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jelzin, Boris Nikolajewitsch |
| ALTERNATIVNAMEN | Ельцин, Борис Николаевич (russisch); El'cin, Boris Nikolaevič (Transliteration) |
| KURZBESCHREIBUNG | sowjetischer bzw. russischer Politiker, Staatspräsident |
| GEBURTSDATUM | 1. Februar 1931 |
| GEBURTSORT | Butka (Swerdlowsk), Sowjetunion |
| STERBEDATUM | 23. April 2007 |
| STERBEORT | Moskau |
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