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Borstenhirsen

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Borstenhirsen
Datei:Setaria viridis1.jpg

Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Borstenhirsen
Wissenschaftlicher Name
Setaria
P.Beauv.

Die Pflanzengattung der Borstenhirsen (Setaria) gehört zur Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).<ref name="FoC2006" /><ref name="Delfini2023" /> Sie sind von den Gemäßigten Gebieten über die Subtropen bis in die Tropen und auf Kulturland oder auf Ruderalflächen weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Setaria italica illustration (02).jpg
Illustration der Kolbenhirse (Setaria italica)
Datei:Pennisetum parviflorum - Species graminum - Volume 3.jpg
Illustration aus Species graminum, Volume 3 von Setaria parviflora

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Borstenhirsen-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen.<ref name="FoC2006" /> Die schlanken bis kräftigen oder zuckerrohrähnlichen Halme<ref name="FoC2006" /> besitzen Knoten (Nodien).

Die wechselständig an den Halmen angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Deren Blattscheiden sind offen, kahl und höchstens auf der Oberseite und an den Rändern behaart. Die Blatthäutchen bilden einen dichten Haarkranz mit häutiger Basis. Die einfachen Blattspreiten sind linealisch bis lanzettlich und manchmal an ihrer Basis zu einem Scheinblattstiel verengt.<ref name="FoC2006" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Der ährenförmige, rispige Blütenstand ist dicht oder ausgebreitet. Die langen Borsten am Grunde der Ährchen entsprechen reduzierten Rispenästen. Die langen Borstenhaare sind mit vor- oder rückwärts gerichteten Borstenhaaren besetzt und bleiben nach dem Abfallen des Ährchens stehen. Die Ährchen sind elliptisch, auf einer Seite gewölbt und zweiblütig.<ref name="FoC2006" /> Die untere Blüte ist männlich oder steril, die obere zwittrig. Die untere Hüllspelze ist dreinervig und bis halb so lang wie das Ährchen. Die obere Hüllspelze ist fünf- bis siebennervig und halb- bis ebenso lang wie das Ährchen. Die Deckspelze der unteren Blüte ist so lang wie das Ährchen, die der oberen Blüte so lang wie das Ährchen oder wenig kürzer, fünfnervig, kahnförmig, verhärtet, glatt oder runzelig und mit ihren Seitenflächen die Vorspelze umschließend. Die Vorspelze ist zweinervig, verhärtend, glatt oder runzelig. Es sind drei Staubblätter vorhanden.

Die Frucht ist fast so lang wie die Blüte und von der verhärteten Deck- und Vorspelze umschlossen.

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt bei fast allen Setaria-Arten x = 9.<ref name="FoC2006" /><ref name="Morrone2014" /> Es kommen unterschiedliche Ploidiegrade vor.<ref name="Kellogg2017" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Setaria wurde 1812 durch Ambroise Marie François Joseph Palisot de Beauvois in Essai d'une Nouvelle Agrostographie, Seite 51 aufgestellt.<ref name="FoC2006" /><ref name="APC" /><ref name="PalisotDeBeauvois1812" /><ref name="Tropicos" /> Ein Homononym ist Setaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ach. ex Michx., das 1803 in Flora Boreali-Americana (Michaux), 2, Seite 331 veröffentlicht wurde.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Setaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.Beauv. nom. cons. sind: Acrochaete Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Peter non Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pringsheim, Camusiella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bosser, Chaetochloa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Scribn., Cymbosetaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schweick., Tansaniochloa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rauschert.<ref name="POWO" /> Der Name Setaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.Beauv. wurde konserviert gegenüber Acharius ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Michx.<ref name="Tropicos" /> Als Lectotypus wurde 1920 „Panicum viride L.“ LT durch Hitchcock in Contr. U.S. Natl. Herb. 22, 3, S. 156 festgelegt und 1920 Setaria viridis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) P.Beauv. als Lectotypusart durch S. A. Hitchcock in The genera of grasses of the United States. U.S.D.A. Bull. (1915-23), 772. S. 241 festgelegt.<ref name="Tropicos" />

Die Gattung Setaria gehört zur Subtribe Cenchrinae Tribus Paniceae in der Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Familie Poaceae.<ref name="Delfini2023" /><ref name="GRIN" /> Die Subtribus Cenchrinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Dumort. (Syn.: Setariinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Dumort.) Dumort, Paspalidinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Keng & Keng f., Spinificinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ohwi, Subtribe Uranthoeciinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Butzin, Xerochloinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Butzin, Snowdeniinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Butzin, Pseudoraphidinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Keng and Keng f.<ref name="Aliscioni2016" />) enthält bei Delfini et al. 2023 etwa 24 Gattungen mit etwa 328 Arten. Der Photosynthese-Pfad ist bei dieser Subtribus C4 NADP–ME.<ref name="Aliscioni2016" /> Je nach Autor sind einige Arten der Gattung Setaria s. l. in der Gattung Paspalidium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Stapf.<ref name="Aliscioni2016" /><ref name="Kellogg2017" /><ref name="Delfini2023" />

Die Gattung Setaria ist von den Gemäßigten Gebieten über die Subtropen bis in die Tropen fast weltweit verbreitet. In Europa kommen vier<ref name="FE5" /> bis neun<ref name="Euro+Med" /> Arten vor, davon in Deutschland vier<ref name="Wisskirchen1998" /> bis acht,<ref name="Buttler" /> in Afrika 43 Arten, im gemäßigten Asien 18 Arten, im tropischen Asien 16 Arten, in Australasien 16 Arten, auf pazifischen Inseln neun Arten, in Nordamerika 27 Arten und in Südamerika 48 Arten vor. Einige Setaria-Arten gedeihen auf Kulturland oder auf Ruderalflächen in vielen Gebieten der Welt. Zwölf Arten kommen nur in Madagaskar vor.<ref name="Delfini2023" /> In der Neuen Welt ist Brasilien mit 30 Arten das Zentrum der Artenvielfalt.<ref name="Delfini2023" />

Datei:Setaria apiculata.jpg
Setaria apiculata
Datei:Setaria barbata MS6822.jpg
Blütenstand von Setaria barbata
Datei:Setaria dielsii (7596864104).jpg
Blütenstand von Setaria dielsii
Datei:Moha (Setaria italica), jardín botánico de Tallinn, Estonia, 2012-08-13, DD 01.JPG
Kolbenhirse (Setaria italica)
Datei:Setaria pumila0.jpg
Rote Borstenhirse (Setaria pumila)
Datei:Setaria sphacelata plant3 (7411423340).jpg
Habitus von Setaria sphacelata
Datei:Setaria sulcata kz01.jpg
Setaria sulcata
Datei:Setaria verticillata W IMG 1083.jpg
Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata)
Datei:Setaria vulpiseta (Lam.) Roem.& Schult. (14782897850).jpg
Setaria vulpiseta

Die Gattung Setaria umfasst je nach Autor 100 bis 180 Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="POWO" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Monika Voggesberger: Setaria Beauv. 1812. In:
  • Shou-liang Chen, Sylvia M. Phillips: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 22: Poaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2006, ISBN 1-930723-50-4. Setaria P. Beauvois. S. 531–533 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)
  • Elizabeth A. Kellogg, Sandra S. Aliscioni, Osvaldo Morrone, José Pensiero, Fernando Zuloaga: A Phylogeny of Setaria (Poaceae, Panicoideae, Paniceae) and Related Genera Based on the Chloroplast Gene ndhF. In: International Journal of Plant Sciences, Volume 170, Issue 1, 2009. doi:10.1086/593043
  • Osvaldo Morrone, Sandra S. Aliscioni, Jan Frits Veldkamp, José F. Pensiero, Fernando O. Zuloaga, Elizabeth A. Kellogg: Revision of the Old World species of Setaria (Poaceae: Panicoideae: Paniceae). In: Systematic Botany Monographs, Volume 96, 2014, S. 1–161. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
  • Sandra S. Aliscioni, Juan C. Ospina, Natalia E. Gomiz: Morphology and leaf anatomy of Setaria s.l. (Poaceae: Panicoideae: Paniceae) and its taxonomic significance. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 302, 2016, S. 173–185. doi:10.1007/s00606-015-1251-9
  • Elizabeth A. Kellogg, 2017: Evolution of Setaria. In: A. Doust, X. Diao (Hrsg.): Genetics and Genomics of Setaria. Plant Genetics and Genomics: Crops and Models. Volume 19, Springer, Cham. doi:10.1007/978-3-319-45105-3_1
  • Xianmin Diao, Guanqing Jia: Origin and Domestication of Foxtail Millet. Genetics and Genomics of Setaria., S. 61–72 In: A. Doust, X. Diao (Hrsg.): Genetics and Genomics of Setaria. Plant Genetics and Genomics: Crops and Models. Volume 19, 2017. doi:10.1007/978-3-319-45105-3_4
  • Carolina Delfini1, Juan M. Acosta1, José F. Pensiero, Sandra S. Aliscioni: An expanded phylogeny of Setaria (Poaceae, Panicoideae, Paniceae) and its relationships within the subtribe Cenchrinae. In: bioRxiv, 2022. doi:10.1101/2022.08.22.504865 PDF.
  • Carolina Delfini, Sandra S. Aliscioni, Juan M. Acosta, José F. Pensiero, Fernando O. Zuloaga: An Update of the Cenchrinae (Poaceae, Panicoideae, Paniceae) and a New Genus for the Subtribe to Clarify the Dubious Position of a Species of Panicum L. In: Plants, Volume 12, Issue 4, Januar 2023, S 749. doi:10.3390/plants12040749

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Tropicos"> Setaria bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoMadagaskar"> Setaria bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Setaria bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Wisskirchen1998"> </ref> <ref name="FE5"> William Derek Clayton: Setaria Beauv. In: </ref> <ref name="PalisotDeBeauvois1812"> Ambroise Marie François Joseph Palisot de Beauvois: Essai d'une Nouvelle Agrostographie, 1812, S. 51. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1742–1743. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Setaria bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, Hildemar Scholz, Eckhard von Raab-Straube, Gerald Parolly (Mitarb.): Poaceae (pro parte majore). Setaria. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2009. Zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014. </ref> <ref name="Buttler"> Karl Peter Buttler, Michael Thieme und Mitarbeiter: Florenliste von Deutschland – Gefäßpflanzen, Version 6. Frankfurt am Main, August 2014, veröffentlicht im Internet unter [1]. Zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014. </ref> <ref name="APC"> Australian Plant Census (APC) = a list of the accepted scientific names for the Australian flora. </ref> <ref name="FoC2006"> Shou-liang Chen, Sylvia M. Phillips: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 22: Poaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2006, ISBN 1-930723-50-4. Setaria P. Beauvois. S. 531–533 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Morrone2014"> Osvaldo Morrone, Sandra S. Aliscioni, Jan Frits Veldkamp, José F. Pensiero, Fernando O. Zuloaga, Elizabeth A. Kellogg: Revision of the Old World species of Setaria (Poaceae: Panicoideae: Paniceae). In: Systematic Botany Monographs, Volume 96, 2014, S. 1–161. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) </ref> <ref name="Aliscioni2016"> Sandra S. Aliscioni, Juan C. Ospina, Natalia E. Gomiz: Morphology and leaf anatomy of Setaria s.l. (Poaceae: Panicoideae: Paniceae) and its taxonomic significance. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 302, 2016, S. 173–185. doi:10.1007/s00606-015-1251-9 </ref> <ref name="Kellogg2017"> Elizabeth A. Kellogg, 2017: Evolution of Setaria. In: A. Doust, X. Diao (Hrsg.): Genetics and Genomics of Setaria. Plant Genetics and Genomics: Crops and Models. Volume 19. Springer, Cham. doi:10.1007/978-3-319-45105-3_1 </ref> <ref name="Delfini2023"> Carolina Delfini, Sandra S. Aliscioni, Juan M. Acosta, José F. Pensiero, Fernando O. Zuloaga: "An Update of the Cenchrinae (Poaceae, Panicoideae, Paniceae) and a New Genus for the Subtribe to Clarify the Dubious Position of a Species of Panicum L." In: Plants, Volume 12, Issue 4, Januar 2023, S 749. doi:10.3390/plants12040749 </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Setaria. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 319. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Borstenhirsen (Setaria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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