Zum Inhalt springen

Breitband-Internetzugang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ein Breitband-Internetzugang (auch Breitbandzugang, Breitbandanschluss) ist ein Zugang zum Internet mit vergleichsweise hoher Datenübertragungsrate von einem Vielfachen der Geschwindigkeit älterer Zugangstechniken wie der Telefonmodem- oder ISDN-Einwahl, die zur Unterscheidung als Schmalbandtechniken bezeichnet werden. Ursprünglich wurde mit Breitband eine Realisierungsform von Datennetzwerken bezeichnet, die aber veraltet ist, so dass der Begriff sinnentfremdet verwendet wird. In vielen Gebieten findet seit den frühen 2000er Jahren ein starkes Wachstum des Marktes für Breitbandzugänge statt.

Definitionen[Bearbeiten]

Bislang existiert kein allgemein akzeptierter Schwellwert, ab welcher Datenübertragungsrate die Breitband-Verbindung beginnt. Insbesondere steigt durch die Weiterentwicklung der Kommunikationstechnik dieser Wert beständig.

Technik[Bearbeiten]

Telefonnetz[Bearbeiten]

Eine der verbreitetsten Techniken arbeitet mit einer verbesserten Nutzung der Kupferleitungen des Telefonnetzes, da durch die bestehende Infrastruktur geringere Neuinvestitionen nötig sind. Dabei sind in erster Linie die hauptsächlich verwendeten DSL-Techniken zu nennen. Es gibt oder gab jedoch auch andere Ansätze, wie die Entwicklung schnellerer Telefonmodems oder eines schnelleren ISDN-Standards, des Breitband-ISDN (B-ISDN).

DSL-Techniken sind nur zur Überbrückung kurzer Distanzen geeignet, was – je nach DSL-Technik – nach wenigen hundert Metern oder erst wenigen Kilometern den Übergang zu einer anderen Übertragungstechnik, einem DSL-Verstärker oder einem Repeater nötig macht. Daher handelt es sich in der Regel um eine Hybridtechnik in Kombination mit, wie in den meisten Fällen, Lichtwellenleitern oder beispielsweise Richtfunkstrecken. Mit wachsenden Übertragungsraten rückt der Übergabepunkt immer näher an den Endnutzer. Eine andere Möglichkeit für breitbandige Datenübertragungen über Telefonleitungen ist die Bündelung mehrerer analoger oder ISDN-Leitungen, was hauptsächlich in Ermangelung des DSL temporär genutzt wurde oder teils noch wird.

ISDN-Primärmultiplexanschluss[Bearbeiten]

Die Primärmultiplexanschlüsse gibt es in verschiedenen Ausführungen: als T-carrier, wie T-1/DS-1, T2, T3, als E-carrier oder Optical Carrier. Diese Techniken sind vergleichsweise kostspielige Möglichkeiten für breitbandige Internetanbindung über Kupfer- oder Glasfaserkabel, die für Geschäftskunden und ähnliche Nutzer mit größeren Netzen eingerichtet sind.

Kabelfernsehnetz[Bearbeiten]

Die Daten werden mit Kabelmodems auf die analogen Signale des Kabelfernsehnetzes aufmoduliert und so über diese Koaxialkabel übertragen. Hier handelt es sich aus ähnlichen Gründen wie bei DSL in der Regel um eine Hybridtechnik. Durch den DOCSIS-3.1-Standard können Datenraten bis zu 10 Gbit/s im Downstream und 1 Gbit/s im Upstream realisiert werden. In Deutschland sind ca. 30,1 Mio. Haushalte (Stand Ende 2015)<ref>Digitales und Telekommunikation: Aktive Breitbandanschlüsse in Festnetzen. In: Datenportal der Bundesnetzagentur. Bundesnetzagentur, abgerufen am 20. Mai 2026.</ref> über das Kabelnetz an Breitbandzugang angeschlossen. Da das Netz auch in vielen kleineren Gemeinden verfügbar ist, bietet die Technik gute Voraussetzungen für den Anschluss dünn besiedelter Gebiete.<ref name="bmwi">Breitbandstrategie der Bundesregierung. (PDF) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Februar 2009, S. 25, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2010; abgerufen am 20. Mai 2026.</ref>

Genutzte Frequenzbereiche[Bearbeiten]

In der Praxis wird bei Euro-DOCSIS 2.0 für den Upstream (Rückkanal) der Frequenzbereich von 30 MHz bis 42 MHz, bei Euro-DOCSIS 3.0/3.1 von 30 MHz bis 65 MHz genutzt, für den Downstream die Frequenzen ab 450 MHz,<ref>Kabel Internet Technik – Wie funktioniert Internet über TV-Kabelanschluss? In: kabelinternet.net. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Dezember 2013; abgerufen am 20. Mai 2026.</ref> wobei sich Fernsehkanäle und Internet dieses obere Frequenzband teilen. Die Obergrenze ist vom Netzausbau abhängig und wurde nicht in DOCSIS spezifiziert. In modernisierten Kabelnetzen liegt sie bei 862 MHz. Mit zunehmender Kabellänge sinkt dämpfungsbedingt die Obergrenze des nutzbaren Frequenzspektrums, was sich durch eine Erhöhung der Signalstärke im UHF-Band V erreichen oder durch eine stärkere Segmentierung der Netze in weitere Node oder Hubs beheben lässt.<ref name="kompendium-modemtechnik">Patrick Schnabel: Kabelmodemtechnik (TV-Kabelnetz). In: elektronik-kompendium.de. Elektronik-Kompendium, abgerufen am 20. Mai 2026.</ref> Die Bandbreite des Upstreams ist v. a. durch das Eingangsrauschen aus den verteilten Antennendosen beschränkt und dadurch, dass in Senderichtung ein robusteres, dafür weniger effizientes Modulationsverfahren angewendet wird.<ref>Patrick Schnabel: Internet-Zugang über TV-Kabelanschluss. In: elektronik-kompendium.de. Elektronik-Kompendium, abgerufen am 20. Mai 2026.</ref> Der Frequenzbereich von 5 MHz bis 30 MHz wird aus diesem Grund gemieden.<ref name="kompendium-modemtechnik" />

Direkte Glasfaseranbindung[Bearbeiten]

Den Endkunden direkt per Glasfaser anzubinden, ermöglicht hohe Datenraten (mehr als 1000 Mbit/s) über große Entfernungen. Die notwendige Verlegung neuer Anschlüsse zu jedem Kunden erfordert hohe Investitionskosten und wird hauptsächlich in dicht besiedelten Gebieten wie Großstädten betrieben<ref name="bmwi" />. Ende 2010 waren in Deutschland Glasfaseranschlüsse zu etwa 300.000 Haushalten verlegt, vermarktet wurde etwa ein Viertel davon.<ref>Achim Sawall: Ausrüsterverband: Wenig Fortschritte bei Glasfaserausbau in Deutschland. In: Golem.de. Golem Media GmbH, 9. Februar 2011, abgerufen am 20. Mai 2026.</ref> Bis ins Jahr 2014 stieg dort die Zahl der Haushalte mit aktivem Internetanschluss per Glasfaser auf rund 450.000 an.<ref>F. Tenzer: Anzahl der Haushalte mit gebuchtem Glasfaseranschluss (FTTH/B) in Deutschland von 2007 bis 2022. In: de.statista.com, 27. Oktober 2022, abgerufen am 13. November 2023</ref> Ende 2021 waren 2,6 Mio. Glasfaseranschlüsse gebucht; 2022 waren es 3,4 Mio. Anschlüsse. Der Anteil an allen Breitbandanschlüssen beträgt 9,2 %.<ref>Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur – Telekommunikation 2024/2025 mit 14. Sektorgutachten der Monopolkommission – Telekommunikation 2025: Mit Wettbewerb zum Binnenmarkt! (PDF) In: Drucksache 21/3370. Deutscher Bundestag, 9. Dezember 2025, S. 27, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> In der Schweiz wurden Ende 2019 rund 850.000 beziehungsweise gut 21 % aller Breitbandanschlüsse über Glasfaser versorgt.<ref>Glasfaser in der Schweiz. In: comcom.admin.ch. Eidgenössische Kommunikationskommission, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Januar 2021; abgerufen am 19. Januar 2021.</ref> Die geschätzte Anzahl von etwas mehr als einer Million genutzter Glasfaseranschlüsse entsprach Mitte 2022 rund 26,5 % der Breitbandanschlüsse in der Schweiz. Damit liegt die Schweiz im Vergleich zum OECD-Durchschnitt immer noch zurück (Südkorea: 86,6 %,<ref>Südkorea: Weltspitze, Spanien: Europas Nr. 1, Deutschland: ? In: alvern.de. Alvern Media GmbH, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> Litauen 78 %,<ref>Digital Economy and Society Index (DESI) 2022 – Lithuania. In: digital-strategy.ec.europa.eu. Europäische Kommission, 28. Juli 2022, S. 3, abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Frankreich 51,4 %, OECD-Durchschnitt 36,0 %, Italien 16,4 %, Deutschland 8,1 %, Österreich 6,2 %).<ref>Glasfaser in der Schweiz. In: comcom.admin.ch. Eidgenössische Kommunikationskommission/Bundesamt für Kommunikation, 2. Juni 2023, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref>

Elektrizitätsnetz[Bearbeiten]

Mittels Trägerfrequenzanlagen (TFA) können Internetzugänge über das Stromnetz realisiert werden, auch unter dem englischsprachigen Begriff Powerline Communication (PLC) bekannt. Meist werden damit Datenverbindungen zwischen heimischen Steckdosen und Trafostationen oder ähnlichen Einrichtungen realisiert, die zentral über Glasfaser oder Richtfunk angebunden werden.

Terrestrische Funktechnik[Bearbeiten]

Vielerorts – insbesondere wo die Versorgung mittels herkömmlicher Kabeltechniken nicht vorhanden ist – bauen Wireless Internet Access Provider sogenannte Wireless Metropolitan Area Networks (WMAN) auf, um so einen schnellen Internetzugang anbieten zu können. Dabei kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz, darunter der speziell entwickelte WiMAX-Standard, WLAN-Techniken, sowie verschiedene funkbasierende Einzellösungen. Breitbandige Datendienste können Mobilfunkstandards wie LTE, HSDPA, UMTS oder EDGE bieten. Ab 2019 wurde 5G aufgeschaltet.<ref>Roger Braun: Der neue Mobilfunkstandard 5G könnte der Glasfaser das Wasser abgraben. In: Luzerner Zeitung. CH Media, 27. Januar 2019, abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Unter besonderen Bedingungen kann auch Packet Radio aus dem Amateurfunkbereich dazugezählt werden. Damit können Übertragungsraten bis zu mehreren Megabit pro Sekunde realisiert werden und entsprechende Übergabepunkte können damit Zugang zum Internet ermöglichen. Die Nutzung ist jedoch Funkamateuren vorbehalten.

Internetzugang über Satellit[Bearbeiten]

Reine Satellitenverbindungen (Zwei-Wege-Satellitenverbindungen) sind unabhängig von landschaftlichen Gegebenheiten oder anderer Infrastruktur praktisch überall auf der Erdoberfläche verfügbar und eignen sich damit besonders für entlegene Gebiete, Schiffe, Flugzeuge und Regionen mit unzureichender terrestrischer Versorgung.<ref name="tech">Internet über Satellit – Konnektivität überall. In: digitalzentrum-chemnitz.de. Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> Frühere Systeme basierten hauptsächlich auf geostationären Satelliten (GEO), bei denen problematisch die hohen Latenzzeiten von typischerweise 500–700 ms sind, was Echtzeitanwendungen wie Online-Spiele oder Videokonferenzen stark beeinträchtigt.<ref name="tech" /><ref name="fcc_report">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig FCC Report on Satellite Broadband.] Federal Communications Commission, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Moderne Konstellationen in niedrigen Erdumlaufbahnen (LEO) oder mittleren Umlaufbahnen (MEO) haben diese Latenz jedoch erheblich reduziert, oft auf unter 50 ms.<ref name="tech" /><ref name="fcc_report" /> Die Technik ermöglicht heute Übertragungsraten von bis zu 220 Mbit/s im Download und mehr, abhängig vom System.<ref name="starlink_specs">Martin Jud: Starlink Satelliteninternet im Test: Bis 250 Megabit aus dem Weltraum. In: galaxus.nl. Galaxus Deutschland GmbH, 18. August 2023, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> Die Kosten für Hardware und Abonnements sind in den letzten Jahren gesunken, liegen aber oft noch über denen terrestrischer Alternativen; in Deutschland starten Tarife bei etwa 29 €/Monat, mit Hardwarekosten, die bei Promotions auf 0 € fallen können.<ref name="pricing">Sebastian Sander, Johannes Wiegand: Internet über Satellit – welche Anbieter gibt es? In: CHIP. BurdaForward GmbH, 25. Juli 2024, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> Frühere Kapazitätsbeschränkungen, wie die auf einige 10.000 simultane Nutzer in Deutschland (Stand 2009), sind durch den Ausbau globaler Konstellationen mit Tausenden von Satelliten weitgehend überwunden; die Verfügbarkeit in Deutschland beträgt über 99 %.<ref name="tech" /><ref name="eu_iris">IRIS²: the new EU Secure Satellite Constellation - Infrastructure for Resilience, Interconnection and Security by Satellite. In: defence-industry-space.ec.europa.eu. Europäische Kommission, abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Starlink als modernes LEO-System[Bearbeiten]

Ein prominentes Beispiel für den Fortschritt ist Starlink von SpaceX, eine LEO-Konstellation mit Tausenden von Satelliten in einer Höhe von etwa 550 km.<ref name="tech" /> Starlink bietet Latenzzeiten von 40–50 ms, Geschwindigkeiten im Download von 25–220 Mbit/s und eine hohe globale Verfügbarkeit, einschließlich Deutschlands.<ref name="fcc_report" /><ref name="starlink_specs" /> Die Hardware (z. B. eine flache Antenne) ist benutzerfreundlich und kann in Minuten installiert werden; Kosten beginnen bei 29 €/Monat für Privathaushalte, mit Optionen für mobile Nutzung.<ref name="pricing" /> Im Vergleich zu traditionellen GEO-Systemen reduziert Starlink Latenzprobleme erheblich und eignet sich besser für Echtzeit-Anwendungen, wenngleich es bei hoher Nutzerdichte zu Drosselungen kommen kann.<ref name="tech" /> Konkurrenzsysteme wie OneWeb, Amazon Kuiper oder EU-Iris² bauen ähnliche Netze auf und treiben den Markt voran.<ref name="eu_iris" />

Hochfliegende Luftfahrzeuge[Bearbeiten]

Über hochfliegende stationäre Luftschiffe können Funksignale für Dienste wie Fernsehausstrahlung, Mobiltelefonie und auch Internetzugänge vermittelt werden. Ein Beispiel für eine geplante Umsetzung dieser Technik trug den Markennamen Stratellite. Ein weiterer Ansatz wären hochfliegende unbemannte (Leicht-)Flugzeuge wie das 2003 abgestürzte Helios.

Verbreitung[Bearbeiten]

Insbesondere in den Industriestaaten entwickelt sich der Breitbandzugang zur vorherrschenden Zugangsart zum Internet, der zugleich zunehmend von Internet-Anwendungen zur sinnvollen Nutzung vorausgesetzt wird. Ende 2006 kamen in den 30 OECD-Staaten 17 Breitbandanschlüsse auf 100 Einwohner, wobei als Technik für

In der EU verfügten im Frühjahr 2008 80 % der Haushalte mit Internetanschluss über einen Breitbandzugang.<ref>Werner Pluta: EU: Mehr als die Hälfte der EU-Bürger nutzt das Internet. In: Golem.de. Golem Media GmbH, 18. April 2008, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> Die EU-Kommission hat die staatliche Unterstützung für den Breitbandnetzausbau ausgeweitet. So wurden 2010 mehr als 1,8 Milliarden Euro öffentliche Mittel hierfür genehmigt.<ref>Kommission erleichtert Ausbau des schnellen Internets. Pressemitteilung. In: presseportal.eu-kommission.de. Europäische Kommission, 20. Januar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. September 2011; abgerufen am 21. Mai 2026.</ref>

Breitband-Internet-Verfügbarkeiten in Deutschland nach Gemeindeprägung, 2019. Quelle: Infrastrukturatlas 2020<ref>Infrastrukturatlas – Daten und Fakten über öffentliche Räume und Netze. (PDF) Heinrich-Böll-Stiftung, November 2020, S. 26, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref>

2016 lag die Internetverbreitung bei 89 %. Deutschland landet trotz der hohen Investitionen im weltweiten Vergleich der Internet Geschwindigkeit auf Platz 25 mit 14,8 Mbit/s. Im Vergleich dazu liegt die durchschnittliche Übertragungsrate in Südkorea bei 26,1 MBit/s.<ref>Konstantin Matern: Internet-Speed: Deutschland nur auf Platz 25. In: dslregional.de. DSL Regional, 14. März 2017, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref>

77 % der deutschen Haushalte verfügen über einen privaten Internetanschluss, 93 % davon sind Breitbandanschlüsse. Dabei dominiert die DSL-Technik. Von den 28 Millionen Breitbandanschlüssen im Jahr 2012 waren 82 % DSL-Anschlüsse.<ref name="Bundesnetz">Jahresbericht 2012 - Energie, Kommunikation, Mobilität: Gemeinsam den Ausbau gestalten. (PDF) Bundesnetzagentur, 6. Mai 2013, S. 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juni 2015; abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> TV-Kabel spielen als Breitbandzugangsform zwar eine wachsende, aber aktuell nur geringe Rolle in Deutschland (ca. 16 % der Breitbandanschlüsse),<ref name="Bundesnetz" /> anders als in den USA oder in Österreich; dort sind DSL und TV-Kabel etwa gleich häufig drahtgebundene Übertragungsform.<ref>Basisdaten Breitband-Internetanschlüsse. In: destatis.de. Statistisches Bundesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. November 2011; abgerufen am 21. Mai 2026. </ref>

Die deutsche Bundesregierung beschloss 2015 eine Breitbandförderung in Höhe von 4,5 Milliarden Euro. Davon wurden bis 2019 weniger als zwei Prozent abgerufen. Als eine Ursache gilt dafür ein langwieriges und kompliziertes Förderverfahren.<ref name="spiegel-2019-37-67">Alexander Jung, Christian Reiermann, Marcel Rosenbusch, Michael Sauga, Gerald Traufetter: Geld-Verstopfung. In: Der Spiegel. Nr. 37, 2019, S. 67 f. (online – 7. September 2019).</ref>

Breitbandkluft[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein

Besteht keine ausreichende Versorgung mit Breitbandzugängen,<ref name="Heise_online_2008-03-27">Stefan Krempl: Studie warnt vor Öffnung einer „Breitband-Schere“. In: Heise online. Heise Medien GmbH & Co. KG, 27. März 2008, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> spricht man von einer Breitbandkluft. Sie gilt als Teil der digitalen Kluft oder digitalen Spaltung. Der Breitbandatlas<ref>Breitbandatlas des BMWi</ref> des Bundeswirtschaftsministeriums gibt einen Eindruck von der Versorgungslage in Deutschland. Einige Bundesländer reagieren auf diese Situation mit der Gründung von Breitbandkompetenzzentren,<ref>Breitband Zentrum Niedersachsen-Bremen. NETZ - Zentrum für innovative Technologie Osterholz GmbH</ref> um den betroffenen Kommunen einen neutralen Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen.

Verschiedene staatliche, bürgerschaftliche und partnerschaftliche (PPP) Initiativen engagieren sich gegen die Unterversorgung auf Länderebene,<ref>Initiative gegen digitale Spaltung. geteilt.de</ref> und europaweit.<ref>Entschließung des Europäischen Parlaments vom 19. Juni 2007 zu der Entwicklung einer europäischen Breitbandpolitik. Europäisches Parlament</ref><ref>Broadband for all ec.europa.eu</ref> Allerdings halten nicht alle dieselben Instrumente für tauglich zur schnellen Überwindung der Breitbandkluft. Eine Zugangsoption im ländlichen Raum können Breitbandzugänge mittels Satellit sein, die mittlerweile ernstzunehmende Angebote darstellen.<ref>Jens Ihlenfeld: StarDSL bietet ab sofort Internet per Satellit mit Rückkanal. In: Golem.de. Golem Media GmbH, 18. Dezember 2007, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref><ref>Jens Ihlenfeld: Filiago bringt Internet per Satellit mit Rückkanal. In: Golem.de. Golem Media GmbH, 16. März 2007, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref>

Um die flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internetzugängen sicherzustellen, gilt in der Schweiz ab 2008 ein Breitbandzugang mit 600 kbit/s in Empfangs- und 100 kbit/s in Senderichtung als Bestandteil des Grundversorgungskataloges. In Deutschland besteht seit dem 1. Juni 2022 ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf eine Mindestversorgung mit Telekommunikationsdiensten (sogenanntes „Recht auf schnelles Internet“).<ref>Grundversorgung (auch: Universaldienst). In: bundesnetzagentur.de. Bundesnetzagentur, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> Die gesetzlichen Mindestanforderungen werden von der Bundesnetzagentur jährlich überprüft und angepasst; seit dem 20. Dezember 2024 liegen sie bei einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 15 Mbit/s, einer Upload-Rate von mindestens 5 Mbit/s sowie einer maximalen Latenz von 150 Millisekunden.<ref>Bundesrat stimmt zu: Höhere Bandbreiten bei Mindestversorgung beschlossen. Pressemitteilung. In: bundesnetzagentur.de. Bundesnetzagentur, 20. Dezember 2024, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> Ein ähnliches Versorgungsziel verfolgt Australien mit der Australian Broadband Guarantee seit 2007.<ref>Australian Broadband Guarantee. In: dbcde.gov.au. Department of Broadband, Communications and the Digital Economy (DBCDE), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juli 2008; abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Frankreich wurde 2013<ref>Cordelia Chaton: Telekommunikation – Breitband ist Präsidentensache. In: VDI nachrichten. VDI Verlag GmbH, 16. August 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. April 2014; abgerufen am 21. Mai 2026.</ref> die Initiative France Très Haut Débit gestartet, bei der bis 2022 flächendeckend alle Anschlüsse auf sehr hohe Datenraten (>30 Mbit/s) umgestellt werden sollen (80 % davon mit Glasfaseranschlüssen<ref>Catherine Maussion: Très haut débit : le savoir fibre français. In: Libération. SARL Libération, 2. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. April 2014; abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Ende 2013 lag die durchschnittliche Übertragungsrate bei 8,7 Mbit/s.<ref>Qu’est-ce que le très haut débit ? In: francethd.fr. Mission Très Haut Débit, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. April 2014; abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Japan und Finnland soll bis 2011 jeder Bürger mit Breitband- und 90 Prozent mit Hochleistungsinternet versorgt sein. Die USA planen Initiativen zur Verbesserung der Verfügbarkeit.<ref name="bmwi" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Erber: Flächendeckende Bereitstellung von Breitbandanschlüssen. In: DIW Wochenbericht. Band 74, Nr. 37, 2007, ISSN 0011-5347, S. 549–554.
  • Georg Erber: Breitbandversorgung in Deutschland: Der Zukunft zugewandt? In: Oekonomenstimme. 22. August 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Mai 2015; abgerufen am 21. Mai 2026.
  • Georg Erber: Weichgespült: Breitbandversorgung vom Koalitionsvertrag zur Digitalen Agenda. In: DIW Wochenbericht. Band 81, Nr. 35, 2014, ISSN 0011-5347, S. 803–811.
  • Remco van der Velden: Wettbewerb und Kooperation auf dem deutschen DSL-Markt – Ökonomik, Technik und Regulierung. Mohr Siebeck, Tübingen 2007, ISBN 978-3-16-149117-7.

Weblinks[Bearbeiten]

  • How the world was connected. Seite mit Zeitleiste von 1999 bis 2011. In: BBC News. BBC, 6. April 2011, abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />