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Broken Arrow (Codewort)

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Broken Arrow (Zerbrochener Pfeil) ist ein Begriff des Verteidigungsministeriums der USA, der Unfälle mit Kernwaffen beschreibt, bei denen kein Atomkrieg droht.<ref>FOIA/PA Officer, NNSA/Office of the General Counsel: National Nuclear Security Administration (NNSA) Post 1980 Broken Arrow Nuclear Weapons Accident Issues. Hrsg.: Department of Energy, National Nuclear Security Administration, Office of the General Counsel. 31. Mai 2021, S. 1.</ref>

Eine offizielle Liste der USA beschreibt 32 solche Unfälle.<ref>Broken Arrows: How Many Nuclear Accidents Have We Had? | American Experience | PBS. Abgerufen am 21. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine inoffizielle Liste spricht von über 1000.<ref>Chuck Hansen: 1,000 More Accidents Declassified. In: The Bulletin of the Atomic Scientists. 28. Januar 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Januar 2001; abgerufen am 21. Juli 2020.</ref><ref></ref>

1950er[Bearbeiten]

Datei:XB-36 first flight.jpg
Convair B-36
Datei:B-29 in flight.jpg
Boeing B-29 Superfortress
Datei:Boeing B-47A 061024-F-1234S-008.jpg
Boeing B-47A
  • Im März 1956 verschwand eine Boeing B-47 Stratojet der US-Luftwaffe mit zwei Behältern mit kernwaffenfähigem Material über dem Mittelmeer auf dem Weg von der MacDill Air Force Base in Florida zur Ben Guerir Air Base in Marokko. Das Flugzeug mit drei Besatzungsmitgliedern konnte während einer geplanten Luftbetankung keinen Kontakt zu einem KC-97-Tankflugzeug herstellen. Es wurden weder Wrackteile noch Überreste geborgen, und die Besatzung wurde später für tot erklärt.<ref>[1]</ref>
Datei:YP-86 GSWelch1Oct1947.JPG
F-86 Sabre
  • Tybee-Bombe: Im Februar 1958 verlor ein B-47-Bomber der US-Luftwaffe eine 7.600 Pfund (3.400 kg) schwere Mark-15-Wasserstoffbombe in den Gewässern vor Tybee Island, Georgia. Während einer nächtlichen Übung kollidierte ein F-86-Jagdflugzeug mit dem B-47-Bomber. Die Bombe wurde abgeworfen, um eine unkontrollierte Explosion zu verhindern. Nach mehreren erfolglosen Suchaktionen wurde sie als verloren erklärt.
  • Im März 1958 wurde aus einem B-47-Bomber der US-Luftwaffe über Mars Bluff, South Carolina versehentlich eine Mark-6-Atombombe abgeworfen. Die Bombe, deren spaltbarer Kern bei dem Unfall nicht eingebaut war, schlug auf dem Boden auf, und ihr konventioneller Sprengstoff detonierte; sechs Menschen wurden verletzt und mehrere Gebäude beschädigt. Die Opfer verklagten die Luftwaffe und erhielten 54.000 US-Dollar, was im Jahr 2026 einem Wert von 586.000 US-Dollar entsprach.

1960er[Bearbeiten]

Datei:Goldsboro Mk 39 Bomb 1-close-up.jpeg
Die Mark-39, deren Fallschirm sich geöffnet hatte
  • Nuklearunfall bei Goldsboro: Im Januar 1961 traf sich eine Boeing B-52 der US-Luftwaffe mit einem Tankflugzeug. Weil aus einem Treibstofftank im Flügel Kerosin leckte, wurde die Betankung abgebrochen, und der Bomber stürzte schließlich bei Goldsboro (North Carolina) ab. Die Besatzung sprang mit dem Fallschirm ab, zwei Männer starben dabei. Das Flugzeug brach vor dem Aufprall auseinander, dabei lösten sich die beiden mitgeführten Mark-39-Wasserstoffbomben. Der Fallschirm der einen Bombe öffnete sich, und sie fiel nur wenig beschädigt zu Boden. Die andere Bombe bohrte sich in einem Sumpfgebiet tief ins Erdreich, zerbarst und konnte später nur teilweise geborgen werden.
  • Im März 1961 stürzte ein B-52 Stratofortress-Bomber der US-Luftwaffe mit zwei Atomwaffen an Bord bei Yuba City, Kalifornien, ab. Die Besatzung konnte sich mit dem Schleudersitz retten, und das Flugzeug stürzte 15 Meilen (24 km) westlich von Yuba City ab. Die Atomwaffen wurden beim Aufprall aus dem Flugzeug gerissen, detonierten jedoch nicht, da ihre Sicherheitsvorrichtungen funktionierten.
  • Im Januar 1964 stürzte am Savage Mountain in Bedford County (Pennsylvania) ein B52-Bomber ab, dessen Seitenleitwerk sich gelöst hatte. Drei der fünf Besatzungsmitglieder starben. Die beiden mitgeführten B53-Atombomben wurden laut US-Verteidigungsministerium „relativ unversehrt inmitten des Wracks“ gefunden, gesichert und zwei Tage später zum Cumberland Municipal Airport gebracht.
  • Im Dezember 1964 rutschte auf der Grissom Air Force Base in Indiana ein B-58-Langstreckenbomber mit fünf Atombomben, darunter eine 9-Megatonnen-Thermonuklearbombe, bei einem Trainingsflug von einer vereisten Startbahn ab und geriet in Brand. Zwei Crewmitglieder überlebten leicht verletzt, der Navigator starb. Die fünf Bomben verbrannten und kontaminierten den Boden um das Wrack.
  • Im November 1965, während des Vietnamkrieges, forderten Infanterieeinheiten in verzweifelter Lage bei der Schlacht im Ia-Drang-Tal mit dem Codewort Broken Arrow einen Luftangriff auf ihre eigene Stellung an.<ref>LZ X-ray, Day 2 (15 Nov 1965), military.com</ref>
  • Im Dezember 1965 stürzte ein mit einer B43-Atombombe bestücktes Kampfflugzeug vom Typ Douglas A-4E Skyhawk der US-Marine vor der Küste Japans von dem Flugzeugträger Ticonderoga ins Meer. Das Flugzeug, der Pilot und die Bombe wurden nie geborgen.
  • Nuklearunfall von Palomares: Im Januar 1966 stürzte ein amerikanischer B-52G-Bomber mit vier Wasserstoffbomben vom Typ B28RI über dem spanischen Bauerndorf Palomares ab. Zwei der vier Bomben zerbrachen und verstrahlen seitdem die Umgebung.<ref>Gerhard Piper: USA zahlen nicht mehr für Atomwaffenunfall. 29. August 2010, abgerufen am 17. Januar 2026.</ref>
  • Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968: Im Januar 1968 stürzte eine B-52 Stratofortress der US-Luftwaffe in der Nähe der Thule Air Base in Grönland ab. An Bord des Flugzeuges befanden sich vier Wasserstoffbomben des Typs B28. Über der Baffin Bay, westlich von Grönland, brach an Bord des Bombers ein Feuer aus, das die Besatzung zwang, das Flugzeug zu verlassen. Von den sieben Besatzungsmitgliedern konnten sich sechs retten, eines wurde beim Ausstieg aus dem Flugzeug tödlich verletzt.<ref>Nathan Vanderklippe: The Crash, The Inuit, And The Bomb. uphere.ca (20. Oktober 2012), abgerufen am 10. Juni 2026.</ref> Beim Aufprall des Flugzeugs wurden die konventionellen Sprengladungen der Atomwaffen ausgelöst, sodass die Umgebung mit hochradioaktivem Plutonium kontaminiert wurde.

1980er[Bearbeiten]

Verwandte Begriffe[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Broken Arrow. In: Benjamin C. Garrett, John Hart: The A to Z of Nuclear, Biological and Chemical Warfare. Scarecrow Press, 2009, S. 41. ISBN 978-0-8108-7040-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)
  • broken arrow. In: Jonathon Green: The A – Z of Nuclear Jargon. Routledge, 2014. ISBN 978-1-317-90824-1, S. 27. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)
  • Eric Croddy, James J. Wirtz (Hrsg.): Broken Arrow/Bent Spear; in: Weapons of Mass Destruction: Chemical and biological weapons. ABC-CLIO, 2005, S. 42 f. ISBN 978-1-85109-490-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)
  • Norman Leach: Broken Arrow: America's First Lost Nuclear Weapon. Red Deer Press, 2008. ISBN 978-0-88995-348-2
  • James C. Oskins, Michael H. Maggelet: Broken Arrow: The Declassified History of U.S. Nuclear Weapons Accidents. Lulu.com, 2008. ISBN 978-1-4357-0361-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />