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Brunzhose

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Brunzhose
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Brunzhose von 1874

Als Brunzhose oder Stehbrunzhose wurde bis ins 20. Jahrhundert eine Damenunterhose bezeichnet, die anstatt einer Naht (oder eines Zwickels) zur Verbindung der beiden Beinteile eine von vorne bis hinten reichende schlitzartige Öffnung im Schritt aufwies.

Beschreibung[Bearbeiten]

Ursprünglich trugen Frauen unter ihren Röcken gar keine Unterhosen – nur Männer trugen dieses Kleidungsstück –, und man nahm an, die fehlende Belüftung und die größere Wärme vertrage sich nicht mit der weiblichen Anatomie; zudem stellte die Beschmutzung der Unterhose bei der Menstruation ein Problem dar. Erst im 18. Jahrhundert, insbesondere mit der Krinolinenmode, kamen aus Schicklichkeitsgründen Frauenunterhosen auf.

Vor der Erfindung des elastischen Bundes (des Slips) wurden diese Unterhosen entweder mit Bändern am Bund oder, meist seitlich, mit Knöpfen geschlossen. Darüber trugen Mädchen und Frauen üblicherweise mehrere Röcke. Die Öffnung im Schritt der Unterhose ermöglichte der Trägerin das Urinieren und den Stuhlgang, ohne dafür die Unterhose kompliziert lösen und herunterziehen zu müssen. Vor allem bei Bäuerinnen war diese Schnittform der Unterhose verbreitet, da so das Wasserlassen unmittelbar bei der Feldarbeit verrichtet werden konnte. Dies ersparte den zum Teil langen Weg zur nächsten Toilette.<ref name="swp" /><ref name="bb" /><ref name="lexikon" />

Etymologie[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Brunzhose verweist auf den vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz vorkommenden Ausdruck brunzen, eine derbe Sprachvariante des Verbs urinieren. Dessen Ursprung ist in den mittelhochdeutschen Begriffen Brunz bzw. brunzen für urinieren, Wasser abschlagen zu finden.<ref name="duden" /><ref name="grimm" />

Sonstiges[Bearbeiten]

Zum Narrenkostüm der Figur der Berghexe Urschel, einer Gestalt aus der Pfullinger Sagenwelt, gehört unter anderem eine Stehbrunzhose.<ref name="urschel" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Brunzhose – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="swp">Maria Bloching: Glutbügeleisen und Waschbretter. Albbote / Südwest Presse, 16. Februar 2012, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.swp.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> <ref name="bb">Fariba Sattler: Pipi machen wie vor 100 Jahren. BB heute, 30. April 2010, abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> <ref name="lexikon">Alle Wörter (A–Z): Brunzhuasn. Erbendorfer Mundart-Lexikon, abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> <ref name="duden">brunzen. Duden, abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> <ref name="grimm">Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Band 2, Sp. 441 f. (Online im Wörterbuchnetz).</ref> <ref name="urschel">Klaus Graf: Urschel, Nachtfräulein und andere Gespenster. Überlieferungen und Sagen in Reutlingen und Pfullingen. In: Reutlinger Geschichtsblätter. NF Nr. 50, 2012, S. 209 ff.</ref> </references>