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Céline Rudolph

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Datei:Céline Rudolph 2015.jpg
Céline Rudolph beim Jarasum Jazz Festival, 2015

Céline Rudolph (* 1969 in Berlin) ist eine deutsche Jazzsängerin, Komponistin, Produzentin und Poetin. Ihre Karriere bewegt sich zwischen Jazz, brasilianischer Musik, Chanson und westafrikanisch beeinflussten Klängen. Sie hat neun Soloalben veröffentlicht und mit Musikern wie Gary Peacock, Naná Vasconcelos, Bobby McFerrin, Lee Konitz, Till Brönner und Lionel Loueke zusammengearbeitet. Rudolph wurde zweimal mit dem ECHO Jazz ausgezeichnet (2010 und 2018) sowie 2024 mit dem Deutschen Jazzpreis. Seit 2020 ist sie Professorin für Gesang und Ensemble-Leitung am Jazz Institut Berlin, nachdem sie zuvor von 2003 bis 2019 eine Professur in Dresden innehatte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Rudolph wurde 1969 in Berlin als Tochter einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Sie studierte zunächst Rhetorik und Philosophie, dann von 1991 bis 1997 Jazzgesang und Kompositionslehre an der Hochschule der Künste Berlin bei David Friedman, Jerry Granelli, Kirk Nurock sowie Catherine Gayer (klassischer Gesang).

1990 gründete sie zusammen mit dem Pianisten Volker Kottenhahn, dem Bassisten Dirk Strakhof und dem Schlagzeuger Johannes Bockholt ihre erste Band Out of Print, mit der sie zwei Alben einspielte und Tourneen durch den Balkan und Afrika unternahm. In der Folge arbeitete sie mit Musikern wie Bob Moses, Anthony Cox, Marc Ducret und Gary Peacock. 1995 studierte sie bei dem afrikanischen Perkussionisten Famoudou Konaté.

Ende der 1990er Jahre übersiedelte sie nach Köln, wo sie im Duo mit Christian Thomé auftrat. Daneben arbeitete sie mit Lauren Newton, Gabriele Hasler, Bobby McFerrin, Lee Konitz, David Friedman und dem United Women’s Orchestra. Sie wirkte auch in Crossover-Projekten mit wie der Bearbeitung von Arnold Schönbergs Pierrot Lunaire durch Peter Fulda, der Rundfunkproduktion Barock meets Jazz mit Gérard Lesne und der Einspielung von Moritz Eggerts Komposition Wide Unclasp. 2004 wurden ihre Kompositionen bei der Kölner Triennale vom Cologne Contemporary Jazz Orchestra aufgeführt.

2006 arbeitete Rudolph mit dem Trompeter Dusko Goykovich auf dessen CD „Samba Tzigane“, mit André Nendzas A-Tronic und bereitete ein neues Projekt vor, zu dem das Goethe-Institut Lissabon sie als musikalische Leiterin einlud: „Lisboa-Maputo-Berlin“:<ref>Saudade aus Berlin-Mitte – Celine Rudolph. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. November 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.jazzthetik.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Sie tauchte dazu als „Goethe artist in residence“ in die in Lissabon ansässige portugiesischsprachige afrikanische Musikszene ein, um im Quintett mit Ruben Alves, João Gomes, Gogui und Chico Fernandes und weiteren Gastmusikern an einem Soundmix der verschiedenen Kulturen zu arbeiten. Das Projekt feierte im „Centro Cultural de Belém“ in Lissabon, in Maputo und 2008 im Theater Hebbel am Ufer in Berlin Premiere (Gäste: Julia Hülsmann, Aly Keïta, Stewart Sukuma, Rüdiger Krause).<ref>wemove digital solutions: HEBBEL AM UFER. Abgerufen am 1. November 2017.</ref> Der TV-Dokumentarfilm „Lisboa-Maputo-Berlin“ premierte am 3. Juli 2009 in Lissabon.<ref>Lisboa-Maputo-Berlin bei crew united, abgerufen am 1. November 2017.</ref>

Im selben Jahr schloss Rudolph gemeinsam mit dem Produzenten Rodolfo Stroeter ihr Album Brazaventure ab. An den Aufnahmen in São Paulo waren unter anderem Marcos Suzano, Toninho Ferragutti, Paulo Bellinati, Mônica Salmaso und Sérgio Santos beteiligt. Die Premiere wurde in São Paulos „SESC Pompéia“ mit der Band „Pau Brasil“ gefeiert.<ref>coquelicotales: Céline Rudolph Here Comes the Sun. 25. Januar 2008, abgerufen am 1. November 2017.</ref> Das Album wurde 2007 bei Enja in Europa und Asien veröffentlicht. 2007 und 2008 entstanden die Aufnahmen zu ihrem Album Metamorflores mit Naná Vasconcelos, Rodolfo Stroeter, Ricardo Mosca, Toninho Ferragutti, Diego Figueiredo, Marlui Miranda, Paulo Bellinati, Rüdiger Krause, Till Brönner und dem São Paulo Streichorchester, welches 2009 erschien. 2008 textete und sang Céline Rudolph das Chanson Soumise à la tentation zu Till Brönners Soundtrack zum Kinofilm „Zwischen heute und morgen“ von Fred Breinersdorfer.

2011 nahm Rudolph ihr Album „Salvador“, mit Texten von Henri Salvador, in deutscher und französischer Fassung auf.<ref>Schaurig schöner Deutsch-Fado! In: laut.de. (laut.de [abgerufen am 1. November 2017]).</ref> Die Veröffentlichung erfolgte bei Universal. Das Album stieg auf Platz fünf in die Jazzcharts<ref>CéLINE RUDOLPH | Céline Rudolph startet Deutschland-Tournee | News. In: www.jazzecho.de. (jazzecho.de [abgerufen am 9. November 2017]).</ref> ein und wird von der Presse positiv rezensiert: „Sie kombiniert brasilianische Grooves mit deutschen Texten – und das Experiment funktioniert“.<ref>Christoph Dallach: Bossa Nova auf Deutsch: Kantige Worte, samtig umhüllt. In: Spiegel Online. 12. August 2011 (spiegel.de [abgerufen am 9. November 2017]).</ref> 2012 wirkte Rudolph bei den Aufnahmen zu Wolfgang Haffners „Heart Of The Matter“ mit.<ref>ACT Music – In the spirit of jazz: Produktinformation – Heart Of The Matter – CD – Heart Of The Matter – Wolfgang Haffner – Künstler – ACT Music – In the spirit of jazz. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. November 2017; abgerufen am 9. November 2017.</ref> Im selben Jahr übertrug Rudolph den Titel „Va“ von Charles Aznavour ins Deutsche („Geh“).

2013 ging Rudolph mit den New Yorker Musikern Jamire Williams, Lionel Loueke, Burniss Travis, Leo Genovese, John Ellis und dem Songwriter Josh Mease ins Studio. Die Aufnahmen erschienen 2019 unter dem Titel Pearls.<ref>Die Perlentaucherin des Jazz. Abgerufen am 30. Juni 2019.</ref> 2015 begann die Zusammenarbeit Lionel Loueke als Duo. Nach internationalen Konzerten folgten gemeinsame Studioaufnahmen. Das daraus resultierende Album „Obsession“ wurde aufgenommen und im Oktober 2017 auf Rudolphs eigenen Label Obsessions veröffentlicht.<ref>Céline Rudolph & Lionel Loueke – Obsession. Abgerufen am 9. November 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit 2016 ist sie auch als Solo-Künstlerin unterwegs, wobei sie Loops, Effekte, Percussions und Gitarre kombiniert. Dieses Set-up nutzt sie nun in ihrem neuen Projekt SONIQS, das sie mit Sebastian Merk betreibt; ein gemeinsames Album erschien 2023 auf Obsessions.

2003 wurde Rudolph Professorin für Jazz-, Rock- und Pop-Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Im Herbst 2020 wurde sie als Professorin für Gesang und Ensemble-Leitung ans Jazzinstitut Berlin berufen, wo sie bereits im Sommersemester 2020 als Gastprofessorin lehrte.<ref>Jazz Institut Berlin: Céline Rudolph zur Professorin für Gesang berufen. hfm-berlin.de, 29. Oktober 2020, abgerufen am 29. Mai 2022.</ref>

Datei:CelineRudolph 20090529.jpg
Céline Rudolph und Band (2009)

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mit der Gruppe Fábula gewann Rudolph 2001 den Preis JazzArt – Musik des 21. Jahrhunderts und im gleichen Jahr mit der Gruppe Mosaïq den Wettbewerb der Szene Nordrhein-Westfalen bei den Leverkusener Jazztagen. 2010 wurde sie für ihre in Brasilien produzierte CD „Metamorflores“ mit dem ECHO Jazz als „Beste Sängerin National 2010“ ausgezeichnet.<ref>Bundesverband Musikindustrie: Till Brönner moderiert den ECHO Jazz. (echojazz.de [abgerufen am 1. November 2017]).</ref>

  • ECHO Jazz 2018 – Beste Jazzsängerin, für OBSESSION (mit Lionel Loueke)
  • Deutscher Jazzpreis 2024 – Beste Sängerin

Internationale Anerkennungen[Bearbeiten]

Rudolphs Musik wurde auch international besprochen. Das US-amerikanische Jazzmagazin DownBeat porträtierte ihre grenzüberschreitende musikalische Arbeit; Lionel Loueke bezeichnete sie darin als seine „musikalische Seelenverwandte“. Das Album PEARLS wurde von LA Jazz Scene positiv besprochen. In Brasilien rezensierte die Folha de São Paulo mehrere ihrer Alben, darunter SALVADOR (2011) und AMARÉ (2025). Ihre Westafrika-Tournee mit Lionel Loueke 2018, die vom Goethe-Institut in Lagos ausgerichtet wurde, wurde vom Online-Magazin Music in Africa begleitet-<ref>Suzanne Lorge: Céline Rudolph’s Passion for Borderless Music. In: DownBeat. 30. September 2019, abgerufen am 1. September 2026.</ref> - LA Jazz Scene<ref>Scott Yanow: Jazz CD Reviews March 2020. In: L.A. Jazz Scene. März 2020, abgerufen am 1. September 2026.</ref> - Folha de São Paulo, 2011 und September 2025 - Music in Africa<ref>Oris Aigbokhaevbolo: Céline and Lionel give Lagos a night of fine jazz. In: Music In Africa. 27. Juli 2018, abgerufen am 1. September 2026.</ref>

Das 2006/07 vom Goethe-Institut Lissabon initiierteb Dokumentarfilmprojekt "Lisboa-Maputo-Berlin", bei dem Rudolph die musikalische Leitung innehatte, mit Konzertpräsentation am Hebbel am Ufer, Berlin, 2008 und Theater Hebbel am Ufer. Ihr Auftritt beim Jarasum International Jazz Festival (Südkorea) 2015. Ihr Auftritt beim She-Arts-Festival in Kairo, Ägypten.<ref>Menna Osama: 4th She Arts Festival: Women artists to take Cairo, Alexandria stages. In: Ahram Online. 18. September 2024, abgerufen am 1. September 2026.</ref>

Ihr neues Duo-Projekt mit dem Pianisten Florian Weber, mit einem ersten angekündigten Auftritt 2026 in einem Jazzclub in Brüssel.<ref>Céline Rudolph & Florian Weber Duo. In: Jazz Station. Abgerufen am 1. September 2026.</ref>

Diskographie[Bearbeiten]

Soloalben[Bearbeiten]

[Quellen: - BR-Klassik, "AMARÉ: Top-Ten-Jazzalben 2025 des Bayerischen Rundfunks" - ARD Mediathek, TV-Produktion "Amaré", - Folha de São Paulo, September 2025 (Rezension, Carlos Bozzo Junior)]

Mitwirkungen[Bearbeiten]

Neben ihren eigenen Aufnahmen war Rudolph auch als Produzentin tätig, unter anderem für das Album RIVER (2025) von Nadia Maria. Als Gastsängerin ist sie außerdem auf Niklas Lukassens Album STILL WATERS (2026) zu hören, das unter anderem vom britischen Magazin Jazzwise, von UK Vibe und von Jazz-fun besprochen wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Céline Rudolph – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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