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COREU

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COREU ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), in Österreich EUKOR-Netzwerk<ref name="BMEIA01" />) ist ein Kommunikationsnetzwerk der EU für die Kommunikation des EU-Rats, der europäischen Korrespondenten in den Außenministerien der EU-Mitgliedstaaten, permanenten Vertretern der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel, der Europäischen Kommission und dem Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union für außenpolitische Zwecke.<ref name="LSE01" /> Auffallend ist die Abwesenheit des Europäischen Parlaments unter den Teilnehmern.<ref name="LSE01" />

COREU entspricht somit dem Secret Internet Protocol Router Network (SIPRNet, auch bekannt als Intelink-S) der USA. Das offizielle Ziel von COREU ist die schnelle Kommunikation in Krisenfällen.<ref name="EUGloss" /><ref name="bpb01" /> Das Netzwerk erzeugt eine Voraussetzung zur engeren Zusammenarbeit in außenpolitischen Themen.<ref name="bpb01" /><ref name="LSE01" /> Tatsächlich geht die Funktion des Systems über reine Kommunikation hinaus und bietet die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen.<ref name="LSE01" /> Als erstes Ziel sollte COREU den Austausch von Informationen vor und nach Entscheidungen ermöglichen.<ref name="LSE01" /> Als zweites Ziel sollen vorgelagerte Verhandlungen zur Vorbereitung von Treffen und Meetings übermittelt werden.<ref name="LSE01" /> Darüber hinaus ermöglicht das System aber auch das Bearbeiten von Dokumenten und die Entscheidungsfindung, insbesondere wenn dafür wenig Zeit zur Verfügung steht.<ref name="LSE01" /> Während die ersten beiden Ziele vorbereitende Maßnahmen der gemeinsamen Außenpolitik sind, bedeutet die dritte eine durch praktische Tätigkeit gekennzeichnete, methodische Variante, die für das Bild der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU bestimmend ist.<ref name="LSE01" />

Teilnehmer[Bearbeiten]

Die an COREU angeschlossenen Teilnehmer (Stand 2013) sind:<ref name="FBicchi2013" />

Verfahren[Bearbeiten]

In einer Beschreibung des Berufs eines Diplomaten beschreibt der deutsche Diplomat und Hochschullehrer Pascal Hector das Abstimmungsverfahren mit COREU.<ref name="Hector2002" /> Über das COREU-System werden zeitgleich alle Teilnehmer angeschrieben.<ref name="Hector2002" /> Alle Teilnehmer müssen sich innerhalb einer vorgegebenen Frist zu dem Schreiben äußern, sofern sie Einwände haben.<ref name="Hector2002" /> Schweigen, d. h. keine Meldung innerhalb der Frist, wird als Zustimmung gewertet.<ref name="Hector2002" /> Fragen, auf die sich die Korrespondenten geeinigt haben, werden in der Regel auf den höheren Ebenen des Europäischen Rats oder dem Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten (AStV) nicht erneut diskutiert.<ref name="Hector2002" /> Konnte keine Einigkeit erreicht werden, dann wird die Diskussion aufbereitet und im AStV diskutiert.<ref name="Hector2002" />

Datenvolumen und technische Details[Bearbeiten]

COREU funktioniert als Hub-and-Spoke-System mit dem Hub in Brüssel.<ref name="FBicchi2013" /> Betrieben wird das Netzwerk durch das INTCEN (vormals {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref name="Focusproject" /> Die technische Infrastruktur befindet sich dort in einem Gebäude des EU-Rates.<ref name="LSE01" /> COREU kann als fortschrittliches Telexsystem mit verschlüsselten Nachrichten über dedizierte Terminals beschrieben werden.<ref name="FBicchi2013" /> Wenn eine Nachricht am Ziel angekommen ist, dann wird sie dort mit den lokalen Mitteln weiterverteilt.<ref name="FBicchi2013" /> Umgekehrt werden Nachrichten der Regierungen über lokale Medien bis zum Korrespondenten übermittelt und von dort an mit COREU nach Brüssel übermittelt (Point-to-Point).<ref name="FBicchi2013" />

Über das Netzwerk wurden 2010 ca. 8500 Mitteilungen verteilt.<ref name="LSE01" />

Geschichte[Bearbeiten]

1973 wurde ein Telex-basiertes Kommunikationssystem unter dem Namen COREU eingerichtet.<ref name="FBicchi2013" /> Angeschlossen waren ursprünglich nur die Außenministerien in den EU-Hauptstädten.<ref name="Muench1997" /> Dieses Telexsystem wurde 1997 durch ein E-Mail-System CORTESY ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ersetzt.<ref name="LSE01" /><ref name="BertramDaeuble02" /> Trotz der technischen Neuerung wurde aber der Name beibehalten.<ref name="BertramDaeuble02" />

Im Dezember 2018 veröffentlichten ZDNet (Zero Day) und weitere Korrespondenten unter Berufung auf die New York Times, dass das COREU-Netzwerk durch Hacker eines chinesischen Geheimdienstes ausspioniert wurde. Die New York Times hatte am 18. Dezember 2018 einen Bericht zu diesem Thema veröffentlicht und berief sich dabei auf den Kalifornischen IT-Sicherheitsanbieter Area-1.<ref name="ZDnet-2018-12-20" /><ref name="Area-1" /> Nach Angaben von Area-1 wurden solche Aktivitäten seit 2015 beobachtet und 2018 öffentlich gemacht.<ref name="Area-1" /> Anscheinend hatte sich die Hackergruppe über eine Phishing-Attacke auf das zypriotische Außenministerium Zugang zum Netz verschaffen können.<ref name="Area-1" /> In der gleichen Kampagne wurden auch weitere internationale Organisationen elektronisch attackiert. In der Folge erlangte der chinesische Geheimdienst Zugang zu tausenden vertraulichen Dokumenten des COREU-Netzes.<ref name="Area-1" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="AAOrgPlan"> Organisationsplan des Auswärtigen Amts abgerufen am 31. Juli 2025. </ref> <ref name="Area-1"> Area-1 (kalifornisches IT-Sicherheits-Unternehmen): Phishing Diplomacy. (PDF) 2018, abgerufen am 11. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="BertramDaeuble02"> Christoph Bertram, Friedrich Däuble (Hrsg.): Wem dient der Auswärtige Dienst? - Erfahrungen von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Leske und Budrich, Opladen, ISBN 3-8100-3651-X, S. 48. </ref> <ref name="BMEIA01">Geschäftseinteilung Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Referat II.1.a Europäischer Korrespondent (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmeia.gv.at des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres; abgerufen am 5. Oktober 2015.</ref> <ref name="bpb01"> F. Algieri: COREU. In: Martin Große Hüttmann, Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon der Bundeszentral für politische Bildung. 2., aktual. Aufl. Dietz, Bonn, 2013. </ref> <ref name="EUGloss"> COREU. In: Glossare von Zusammenfassungen. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, abgerufen am 4. März 2014. </ref>

<ref name="FBicchi2013"> Federica Bicchi: The EU as a community of practice: foreign policy communications in the COREU network. In: Helene Sjursen: The EU's Common Foreign and Security Policy: The Quest for Democracy. Routledge 2013, S. 45–60. </ref> <ref name="Focusproject"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bericht (Memento vom 2. September 2014 im Internet Archive) der Cross-border Research Association (CBRA – BMT, Ave d ́Echallens 74, CH-1004 Lausanne), abgerufen am 4. März 2014. </ref>

<ref name="Hector2002"></ref>

<ref name="LSE01"> Federica Bicchi, Caterina Carta: The COREU Network and the circulation of information within EU foreign policy. In: Journal of European Integration. Bd. 34, Nr. 5, 2012, ISSN 0703-6337, S. 465–484: (Zusammenfassung). </ref> <ref name="Muench1997"> Lars Münch: Die gemeinsame Aktion als Mittel der Gemeinsamen Aussen- und Sicherheitspolitik. Duncker und Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-09205-8, S. 53 (Fußnote). </ref>

<ref name="ZDnet-2018-12-20"> Charlie Osborne: Chinese hackers tap into EU diplomatic communications network. In: Zero Day. 20. Dezember 2018, abgerufen am 11. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), D. E. Sanger and S. Erlanger: Hacked European Cables Reveal a World of Anxiety, about Trump, Russia and Iran. In: The New York Times. 18. Dezember 2018.).</ref>

</references>