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CSC Frankfurt

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Der Champions Sporting Club Frankfurt e. V. ist der älteste reine Box-Verein in Frankfurt am Main. In der Boxwelt wird der Verein meist kurz CSC Frankfurt oder einfach nur CSC genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Name des Vereins[Bearbeiten]

Der CSC wurde 1964 von Horst Gauß, Olaf Rausch<ref>Ring frei für Olaf Rausch. In: Taunus-Zeitung. 26. März 2015.</ref> und einigen Freunden in Frankfurt am Main als Central-Sporting-Club e. V. gegründet. Nach einem Brand des Vereinsheims kam der CSC 2005 in wirtschaftliche Schwierigkeiten, musste liquidieren und wird seit 2007 als Champion Sporting-Club Frankfurt e. V. weiterbetrieben. 2017 wurde der Verein in Champions Sporting Club Frankfurt e. V. umbenannt.

Vereinsgeschichte[Bearbeiten]

Nach der Vereinsgründung war der CSC zunächst vor allem auf regionaler Ebene tätig. In diesen Gründungs- und Aufbaujahren ab 1964 war die Familie Homeier maßgeblich an der sportlichen Entwicklung des Vereins beteiligt. Gerhard Homeier sen. fungierte über viele Jahre als unentbehrlicher Assistent des Gründers Horst Gauß, während seine Söhne Gerhard „Gerd“, Peter, Olaf und Michael Homeier zu den aktiven Boxern der ersten Stunde gehörten. Als der Verein im Jahr 1968 vor einer schweren Krise stand und nur noch drei Senioren-Boxer stellte, sicherten Horst Gauß und Gerhard Homeier jun. durch eine intensive Jugendarbeit den Fortbestand des Clubs.

Parallel zu den ersten Einzelerfolgen von Boxern legte die Vereinsführung von Anfang an Wert auf die Bildung einer Mannschaft. Dieser gelang 1977 der Aufstieg in die 2. Box-Bundesliga, in der sie 1983 die Deutsche Meisterschaft errang. Als Folge davon stieg die Mannschaft des CSC 1984 in die 1. Bundesliga auf und wurde in den Folgejahren (1985, 1988 und 1990) dreimal Deutscher Meister. Am 15. April 1984 stellte sie dabei in einem Mannschaftskampf gegen Leverkusen mit 3.500 Zuschauern einen bis heute im Amateurboxen unübertroffenen Zuschauerrekord auf.[2] Nachdem der CSC 1992 in die 2. Bundesliga abgestiegen war und 1993 aus finanziellen Gründen freiwillig in der Oberliga boxte, gelang bereits 1994 der Wiederaufstieg in die 2. Liga, der 1995 erneut der Abstieg in die Oberliga folgte. 1998 konnte die Mannschaft des CSC sich über ein Jahr Aufenthalt in der 2. Bundesliga dann 1999 wieder in die 1. Liga durchboxen. Nach Wegfall des Hauptsponsors gab der CSC 2002 das Mannschaftsboxen in Ligawettbewerben vorübergehend auf. In der Saison 2011/12 trat die Mannschaft des CSC nochmals in der 2. Bundesliga an, seitdem konzentriert sich der Verein mit seinen Boxern auf die Teilnahme an Einzelwettkämpfen. Gerhard Homeier jun. blieb dem Boxsport auch nach seiner aktiven Zeit als Trainer verbunden; er feierte unter anderem 1993 mit vier Hessenmeistern Erfolge beim Boxring Neu-Isenburg und ist heute als Cheftrainer für die Boxabteilung des Budocan Frankfurt 1983 e. V. aktiv.<ref>Vgl. Horst Gauß: 1964 eine merkwürdige Vereinsgründung und Der neue CSC Frankfurt (1968), Online-Chronik des CSC Frankfurt, abgerufen am 10. September 2026.</ref><ref>Vgl. Horst Gauß: Die Kellerboxer aus Neu Isenburg – Chronik des Boxringes Neu Isenburg, S. 17, abgerufen am 10. September 2026.</ref><ref>Vgl. Offizielles Trainerprofil und Kontakt der Boxabteilung, Budocan Frankfurt 1983 e. V., abgerufen am 10. September 2026.</ref>

In den Bundesliga-Mannschaften des CSC boxten zeitweise Reiner Hartmann[3] und Andreas Sidon.[4]

In den Trainingsanlagen des CSC bereiteten sich unter anderem Amos Lincoln, Leotis Martin, Harold Johnson, Rüdiger Schmidtke und Heini Freytag auf in Frankfurt stattfindende Boxkämpfe vor.[5]

Seit 2008 ist Andrea Rzehak Vorsitzende des CSC-Frankfurt und dort auch als Trainerin tätig.[6] Cheftrainer des CSC ist Magomed Schaburow.[7]

Erfolge[Bearbeiten]

Mannschaft[Bearbeiten]

  • 1985: Deutscher Meister (Mannschaft mit: Ali Imeri, Stefan Gertel, Fredy Tencer, Reiner Gies, Helmut Gertel, James Coleman, Gerhard Jaworowski, Christopher Niemkiewicz, Harald Künstler, Dieter Holm und Tony Burton)
  • 1988: Deutscher Meister (Mannschaft mit: Alexander Künzler, Reiner Gies, Stefan Gertel, Helmut Gertel, Jürgen Britsch, Shem Gichohi, Gerhard Jaworowski, James Coleman)
  • 1989: Deutscher Junioren-Meister
  • 1990: Deutscher Meister (Mannschaft mit: Alexander Künzler, Helmut Gertel, Darius Kosedowski, Gerhard Schobert, Gailer, Richard Nowakowski, Seiler, Enrico Richter, Uli Kaden, Willi Gäns)

Einzel[Bearbeiten]

Deutsche Meister[Bearbeiten]

  • 1970: Dieter Schütze, Halbschwergewicht (Junioren)
  • 1971: Jimmy Schmitz, Halbmittelgewicht (Junioren)
  • 1977: Stefan Gertel, Halbfliegengewicht (Junioren)
  • 1980 bis 1983: Stefan Gertel, Bantamgewicht
  • 1985: Stefan Gertel, Federgewicht
  • 1988: Stefan Gertel, Federgewicht
  • 1989: Richard Nowakowski, Leichtgewicht
  • 1989: Alexander Künzler, Halbschwergewicht
  • 1989: Willi Fischer, Schwergewicht (Junioren)
  • 1990: Willi Fischer, Schwergewicht (Junioren)
  • 1991: Enrico Richter, Mittelgewicht<ref>Joachim Raeder: Box! 2014, ISBN 978-1-5001-5307-6. (Erinnerungen von Enrico Richter)</ref>
  • 1996: Willi Fischer, Schwergewicht (Profis)
  • 2010: Leon Bunn, Mittelgewicht (Junioren)

Hessische Meister[Bearbeiten]

  • 1980: Shem Gichohi, Halbfliegengewicht
  • 1987: Cemal Upcin
  • 1998: Nenad Bijelic, Mittelgewicht
  • 2001: Andrea Rzehak, Fliegengewicht
  • 2010: Leon Bunn, Mittelgewicht

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

  • 1981 und 1983: Stefan Gertel, Militär-Vizeweltmeister
  • 1984: Stefan Gertel, Olympiateilnehmer
  • 1990: Willi Fischer, Junioren-Europameister im Schwergewicht, 3. Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft
  • 1992: Willi Fischer, Olympiateilnehmer
  • 1997: Willi Fischer, Intercontinental-Meister im Schwergewicht (WBO World Boxing Organization)
  • 2001: Willi Fischer, Weltmeister im Schwergewicht (WBB World Boxing Board)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Willi „de Ox“ Fischer (* 1972), der erfolgreichste Boxer der Vereinsgeschichte. Er war Junioren-Europameister, Olympia-Fünfter 1992 in Barcelona, mehrfacher Hessenmeister sowie dreifacher Bronzemedaillengewinner bei den Deutschen Meisterschaften, bevor er als Profi um die Weltmeisterschaft kämpfte.<ref>Vgl. Horst Gauß: Willi Fischer – Portrait, Online-Chronik des CSC Frankfurt, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
  • Gerhard „Gerd“ Homeier jun. (* 1951), aktiver Boxer der Aufbaujahre, der gemeinsam mit Vereinsgründer Horst Gauß durch intensive Jugendarbeit das Überleben des Clubs im Krisenjahr 1968 sicherte und später als Trainer (u. a. Boxring Neu-Isenburg, Budocan Frankfurt) wirkte.<ref>Vgl. Horst Gauß: Der neue CSC Frankfurt (1968), Online-Chronik des CSC Frankfurt, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
  • Leon Bunn (* 1992), erlernte die Grundlagen des Boxsports beim CSC Frankfurt, wurde für den Verein 2010 Deutscher Jugendmeister im Mittelgewicht und feierte später als ungeschlagener Profi im Halbschwergewicht (u. a. IBF-International-Champion) internationale Erfolge.<ref>Vgl. Horst Gauß: Verdiente CSC-Boxer im Portrait: Leon Bunn, Online-Chronik des CSC Frankfurt, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
  • Ali Ahraoui (* 1972), gehörte zu den stärksten Punktesammlern des Vereins in den Bundesligajahren und erzielte unter anderem eine herausragende Saisonbilanz von 18:0 Punkten.<ref>Vgl. Horst Gauß: 1998 bis 2000 – Der neue CSC Frankfurt, Online-Chronik des CSC Frankfurt, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
  • Gerd Hebold, wechselte von der Eintracht zum CSC Frankfurt und galt über viele Jahre als einer der zuverlässigsten und beständigsten Boxer des Vereins.<ref>Vgl. Horst Gauß: Alle CSC-Boxer auf einen Blick, Spielerstatistik, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
  • Horst „Hobby“ Gauß (1937–2026), Mitbegründer, aktiver Boxer, langjähriger Cheftrainer und Manager des Vereins, welcher den CSC zu drei deutschen Mannschaftsmeisterschaften führte und im Jahr 2000 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.<ref>Vgl. Nachruf und Gedenken an Horst Gauß, Hessischer Boxverband, Juli 2026.</ref>
  • Ljubomir Magaš (1948–1986), genannt „Lupo“, boxte in den 1980er-Jahren für den CSC und wurde 1984 Südwestdeutscher Meister im Schwergewicht.<ref>Vgl. DER SPIEGEL: „Ich habe es aus Angst getan“, Ausgabe vom 5. Juli 1987, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
  • Weitere Titelträger: Der Verein brachte zahlreiche bedeutende regionale Meister hervor, darunter Shem Gichohi (Hessenmeister 1980, Halbfliegengewicht), Cemal Upcin (Hessenmeister 1987) und Nenad Bijelic (Hessenmeister 1998, Mittelgewicht).<ref>Vgl. Chronik des CSC Frankfurt: Alle Hessenmeister 1950–2015, Spielerstatistik Horst Gauß, abgerufen am 10. September 2026.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Gauß: CSC Frankfurt-Sachsenhausen. Die Boxmacht vom Main. Ring Frei Verlag 2011, ISBN 978-3-00-035307-9.
  • Horst Gauß: Aus Liebe zum Boxsport. Meine Erinnerungen an die großen Zeiten des CSC Frankfurt. Ring Frei Verlag 2014, ISBN 978-3-00-044088-5.
  • Horst Gauß: Triumphe und Schicksale deutscher Boxer. Ring Frei Verlag 2016, ISBN 978-3-00-052186-7 (darin S. 165–173 Geschichte des CSC)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />