C Star
Die C Star als Suunta im Oktober 2006
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Die C Star ist ein als Forschungsschiff klassifiziertes Seefahrzeug der britischen Reederei C Vessels. Es fährt unter der Flagge der Mongolei.
Geschichte[Bearbeiten]
Das Schiff wurde 1975 als Suunta auf der finnischen Werft Rauma Rapola für die Finnish Maritime Administration gebaut. Es wurde u. a. für die Suche nach der in der Nacht vom 27. auf dem 28. September 1994 in der Ostsee gesunkenen Estonia eingesetzt.<ref>Observations after the accident. Final report on the MV ESTONIA disaster of 28 September 1994, The Government of the Republic of Estonia, abgerufen am 28. Juli 2017.</ref>
Das Schiff wurde 2012 und 2017 umgebaut. Spätestens seit 2014 wurde es im Golf von Aden für die Unterstützung von Einheiten eingesetzt, die Handelsschiffe zum Schutz vor Piratenangriffen begleiteten.<ref>Ioannis Chapsos, Paul Holtom: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Stockpiles at Sea – Floating Armouries in the Indian Ocean. ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Juni 2017 im Internet Archive; PDF; 1 MB) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Small Arms Survey 2015; abgerufen am 28. Juli 2017.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Floating Armouries – Implications and Risks. ( vom 11. Oktober 2017 im Internet Archive; PDF; 2 MB) Omega Research Foundation, Remote Control Project 2014; abgerufen am 28. Juli 2017.</ref> Das Schiff fuhr zu der Zeit unter der Flagge Dschibutis. 2017 gehörte es der Reederei C Vessels mit Sitz im britischen Cardiff, die es unter mongolischer Flagge betrieb. Hinter der Reederei steht Sven Tomas Egerstrom, Geschäftsführer der Maritime Global Services Ltd.<ref>Maritime Global Services Ltd. Endole(R).</ref><ref>C Star owner denies ship will block rescue of migrants. In: TradeWinds – Latest shipping and maritime news. 26. Juli 2017 (tradewindsnews.com [abgerufen am 27. Juli 2017]).</ref> Dem Besitzer des Schiffs, Egerstrom, wurde laut nordzyprischer Medien vorgeworfen, vor 2015 Waffen im Wert von über zwei Millionen Schweizer Franken geschmuggelt zu haben. Zuvor war Egerstrom Besitzer der Firma Sea Patrol.
Aktion Defend Europe[Bearbeiten]
Im Jahr 2017 charterten Aktivisten der Identitären Bewegung das Schiff für ihre Aktion Defend Europe, mit dem Ziel, Flüchtlinge daran zu hindern, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.<ref name="srf" /> Wiederholt wurde darüber in den Medien berichtet.
Bereits auf dem Hinweg kam das Schiff in Konflikt mit den Behörden verschiedener Staaten. So sei das Schiff aufgrund fehlender Papiere, oder dem Vorwurf, dass ukrainische Söldner an Bord seien, festgehalten und durchsucht worden.<ref name="youtube/Videologbuch">Augenzeugenbericht – An Bord der C-Star – Videologbuch Defend Europe 4. In: youtube.com. Abgerufen am 1. August 2019.</ref><ref name="Zeit/2017-07-27">Flüchtlinge: Kampagnenschiff der Identitären Bewegung festgesetzt. In: Zeit Online. 27. Juli 2017, abgerufen am 1. August 2019.</ref><ref name="FrankfurterRundschau/2017-07-27">Identitäre unter Schlepper-Verdacht. In: Frankfurter Rundschau. 27. Juli 2017, abgerufen am 1. August 2019.</ref> Auf Nordzypern wurden Teile der Mannschaft vorübergehend unter dem Verdacht der Schlepperei festgenommen, nachdem 5 der 20 Besatzungsmitglieder aus Sri Lanka, welche eigentlich bereits in Ägypten von Bord gehen sollten Asyl beantragt hatten.<ref name="youtube/Videologbuch" /><ref name="Zeit/2017-07-27" /><ref name="FrankfurterRundschau/2017-07-27" /><ref>Identitäre mieten Boot – Crewmitglieder beantragen Asyl. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 1. August 2019.</ref>
Am 11. August 2017 sendete das Schiff eine Pan-Pan-Meldung, dass das Schiff vor Libyen einen Motorschaden hätte. Die EUNAVFOR MED Operation Sophia in Rom beorderte das Schiff Sea-Eye, der C Star Hilfe zu leisten, da dieses Schiff der C Star am nächsten war. Die Sea-Eye der Nichtregierungsorganisation Sea-Eye ist ein Schiff von Seenotrettern, gegen welche die Besatzung der C Star zuvor demonstriert hatte. Die Besatzung der C Star lehnte Hilfe ab und bestritt eine Notlage.<ref>Mittelmeer: Schiff der Identitären Bewegung treibt manövrierunfähig im Mittelmeer. In: Zeit Online. Abgerufen am 12. August 2017.</ref><ref name="srf">Vor libyscher Küste – NGO muss Schiff von rechtsextremen Flüchtlingsgegnern helfen. SRF News, 11. August 2017, abgerufen am 14. August 2017 (agenturen/bisv;koua).</ref><ref>Radioeins: Identitäre in Not (Interview). In: sea-eye.org. 12. August 2017 (sea-eye.org [abgerufen am 14. August 2017]). Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Radioeins: Identitäre in Not (Interview) ( vom 1. Oktober 2017 im Internet Archive)</ref> Nach Daten der Internetseite marinetraffic.com, auf welcher weltweit Schiffsbewegungen dargestellt werden, nahm das Schiff noch am selben Tag seine Fahrt wieder auf.<ref>Identitären-Schiff in Seenot? In: Frankfurter Rundschau. Abgerufen am 16. August 2017.</ref>
Am 18. August 2017 wurde die Aktion beendet, die C Star steuerte eine Position östlich von Malta an.<ref>Rechte „Identitäre Bewegung“ beendet Aktion im Mittelmeer. Münchner Merkur, 18. August 2017.</ref> Dessen Regierung verweigerte dem Schiff die Einfahrt in maltesische Häfen, was von den einheimischen Menschenrechtsgruppen Aditus Foundation, Graffiti, Integra Foundation, dem Jesuit Refugee Service (Malta) und The Critical Institute begrüßt wurde.<ref>NGOs praise decision to turn away C-Star anti-migrant ship. Malta Today, 19. August 2017.</ref> Anfang Oktober 2017 legte das Schiff in Barcelona an. Das katalanische Rote Kreuz versorgte die mittellos und ohne Treibstoff an Bord zurückgebliebene achtköpfige Besatzung aus Sri Lanka mit Nahrung und Getränken. Die Aktivisten der Identitären Bewegung befanden sich nicht mehr auf dem Schiff.<ref>Dominik Schreiber: „Defend Europe“: Identitäre ließen Crew im Stich. Kurier, 5. Oktober 2017.</ref>
Schiffsdaten[Bearbeiten]
Der Antrieb des Schiffes erfolgt dieselelektrisch. Die Stromerzeugung für den Antriebsmotor erfolgt durch einen Wärtsilä-Dieselmotor. Die beiden Dieselgeneratoren für die Stromerzeugung für das Bordnetz stammen von Scania.
Das Schiff, das als Sicherungs- und Versorgungsschiff für die Offshore-Industrie eingesetzt wurde, verfügt über sieben Kabinen für Besatzungsmitglieder. Sechs der Kabinen sind Einzelkabinen, eine ist eine Doppelkabine. Weiterhin befinden sich an Bord zwölf Einzelkabinen, die zu Doppelkabinen umgerüstet werden können.
Die C Star hat eine Reichweite von rund 3000 Seemeilen und kann als Sicherungsschiff etwa 30 Tage auf See bleiben.
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.MV C Star. ( vom 28. Juli 2017 im Internet Archive; PDF; 496 kB) Datenblatt; C Vessels.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />