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Calciumhydrid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Calciumhydrid
Vorlage:Farbe Ca2+ 0 Vorlage:Farbe H−
Allgemeines
Name Calciumhydrid
Andere Namen
  • Calciumdihydrid
  • Calcium(II)-hydrid
  • Hydrolith
Verhältnisformel CaH2
Kurzbeschreibung

farblose hexagonale Prismen<ref name=roempp>Eintrag zu Calciumhydrid. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-189-2
ECHA-InfoCard 100.029.263
PubChem 3033859
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 42,1 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name=roempp/>

Dichte

1,9 g·cm−3<ref name=roempp/><ref name="Merck">Datenblatt Calciumhydrid bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

1000 °C<ref name=roempp/><ref name="Barin">I. Barin: Thermochemical Data of Pure Substances, Wiley-VCH, 3. Auflage 1997, ISBN 978-3-527-28745-1, S. 296.</ref>

Siedepunkt

Zersetzung > 600 °C<ref name="Merck"/>

Löslichkeit

zersetzt sich in Wasser<ref name="Merck"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.029.263">Eintrag zu Calcium hydride in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Calciumhydrid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 260​‐​315​‐​319
P: 223​‐​231+232​‐​264​‐​280​‐​302+352​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Calciumhydrid ist das Metallhydrid des Calciums.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde die Bildung der Verbindung von Clemens Winkler beim Glühen von Calciumoxid und Magnesiumpulver in einer Wasserstoffatmosphäre beobachtet.<ref name="Winkler">C. Winkler: Ueber die Reduction von Sauerstoffverbindungen durch Magnesium in Ber. dt. chem. Ges. 24 (1891) 1966–1984.</ref><ref name="Soukup_anorg">Rolf Werner Soukup: Chemiegeschichtliche Daten anorganischer Substanzen, Version 2020, S. 36 Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.pdf (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Juni 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rudolf-werner-soukup.at.</ref> Die Synthese aus den Elementen gelang 1895 dem ungarischen Chemiker Bela von Lengyel.<ref>B. v. Lengyel: in Math. naturwiss. Ber. Ungarn 14 (1895/96) 180–188.</ref><ref name="Soukup_anorg" />

Darstellung[Bearbeiten]

Calciumhydrid wird durch das Überleiten von Wasserstoff über Calcium bei 400 °C hergestellt:

<math>\mathrm{Ca + H_2 \longrightarrow CaH_2}</math>

Eigenschaften[Bearbeiten]

Calciumhydrid tritt in zwei polymorphen Kristallformen auf. Die Tieftemperaturform A mit einer orthorhombischen Kristallstruktur wandelt sich bei 780 °C in die Hochtemperaturform B um. Diese schmilzt dann bei 1000 °C.<ref name="Barin"/>

Verwendung[Bearbeiten]

Da es sich bei Kontakt mit Wasser unter heftiger Wasserstoffentwicklung zersetzt, dient Calciumhydrid als Speichersubstanz, um ortsunabhängig Wasserstoff produzieren zu können:

<math>\mathrm{CaH_2 + 2 \ H_2O \longrightarrow Ca(OH)_2 + 2 \ H_2 + 228 \ kJ}</math>

Je Kilogramm Calciumhydrid entsteht rund 1 m3 Wasserstoff.

Daneben wird Calciumhydrid im so genannten Hydrimet-Verfahren eingesetzt, um Metalloxide (beispielsweise Vanadiumpentoxid, Zirkoniumdioxid, Titandioxid oder Natriumperoxid) zu elementarem Metall zu reduzieren. Mit Verarbeitungstemperaturen zwischen 600 und 1.000 °C geschieht dies bei relativ schonenden Bedingungen. Die sich bei der Reaktion bildende Wasserstoffatmosphäre schützt darüber hinaus das entstehende Metall:

<math>\mathrm{n \ CaH_2 + MO_n \longrightarrow n \ CaO + n \ H_2 + M}</math>

Wegen seiner wasserziehenden Eigenschaft findet Calciumhydrid auch als Trocknungsmittel Anwendung.

Es wird auch dazu genutzt, die Restfeuchte in Kunststoffen zu messen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />