Caloboletus
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| Caloboletus | ||||||||||||
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Schönfuß-Röhrling (Caloboletus calopus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Caloboletus | ||||||||||||
| Vizzini |
Caloboletus ist eine Pilzgattung aus der Familie der Steinpilzverwandten (Boletaceae). Charakteristisch ist die Merkmalskombination aus gelber Röhrenschicht, oliv-braunem Sporenpulver, glattwandigen Sporen, einer Hutdeckschicht aus verwobenen Pilzfäden sowie einem blauenden und deutlich bitter schmeckenden Fleisch.<ref name="Zhao2014" />
Die Typusart ist der Schönfuß-Röhrling (Caloboletus calopus).
Merkmale[Bearbeiten]
Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]
Der Hut ist gewöhnlich blass, weißlich bis rauchgrau oder lehm- bis lederfarben gefärbt. Häufig kommen ocker-/olivfarbenen Töne vor, selten dagegen rote. Allmählich wird der Hut dunkler. Er blaut nicht bei Verletzung. Bis auf Caloboletus firmus mit seinen orangen bis roten Poren (Röhrenmündungen) haben die Röhren und Poren zunächst eine zitronen- bis schwefelgelbe, später eine olive Farbe und blauen auf Druck. Der zentrale Stiel ist blassgelb bis gelb, mit oder ohne rote Töne und normalerweise genetzt. Das Netz ist manchmal reduziert oder fehlt sogar. Das weißliche bis blass zitronengelbe Fleisch (Trama) zeigt bisweilen rote Töne in der Stielbasis und verfärbt sich blau im Anschnitt. Aufgrund des in den Fruchtkörpern enthaltenen Cyclocalopins schmeckt es bitter<ref name="Hellwig2002" />, mit zunehmendem Alter schwächer.<ref name="Vizzini2014" />
Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]
Die Hutdeckschicht (Pileipellis) besteht aus verwobenen fädigen Hyphen. Die glatten, leicht dickwandigen Sporen sind typisch röhrlingsartig, fast spindelig, elliptisch bis etwas länglich geformt. In Kalilauge erscheinen sie annähernd hyalin und in Melzers Reagenz gelblich-braun. Die Hymenophoraltrama ist abweichend bilateral und entspricht dem Boletus-Subtyp. Schnallenverbindungen an den Zwischenwänden (Septen) der Pilzfäden fehlen. Die sterilen Elemente auf der Röhrenfläche (Pleurozystiden) und den Röhrenmündungen (Cheilozystiden) sind flaschenförmig und dünnwandig.<ref name="Vizzini2014" /><ref name="Zhao2014" />
Ökologie[Bearbeiten]
Caloboletus-Arten bilden Ektomykorrhiza mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen aus den Familien der Buchengewächse (Fagaceae) und Kieferngewächse (Pinaceae)<ref name="Zhao2014" />.
Verbreitung[Bearbeiten]
Die Vertreter der Gattung sind überwiegend in subtropischen und temperaten Regionen der Holarktis verbreitet.<ref name="Zhao2014" />
Arten[Bearbeiten]
Die Gattung Caloboletus umfasst weltweit 12 Arten<ref name="Vizzini2014" /><ref name="Frank2014" />, von denen 4 in Europa vorkommen bzw. zu erwarten sind<ref name="Strittmatter2015" />.
| Caloboletus weltweit |
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Schönfuß-Röhrling
Caloboletus calopus -
Rötender Bitter-Röhrling
Caloboletus kluzakii -
Wurzelnder Bitter-Röhrling
Caloboletus radicans
Systematik[Bearbeiten]
Die Gattung entspricht recht gut der Sektion Calopodes aus der Gattung der Steinpilze (Boletus) in der Auffassung von Lannoy & Estadès. Entsprechend den stammesgeschichtlichen Untersuchungen durch Binder & Hibbett 2006<ref name="Binder2006" />, Gelardi et al. 2013<ref name="Gelardi2013" />, Nuhn et al. 2013<ref name="Nuhn2013" /> und Wu et al. 2014<ref name="Wu2014" /> bilden die Arten der Sektion Calopodes eine neue Gattung in der Familie der Steinpilzverwandten (Boletaceae).
Namensherkunft[Bearbeiten]
Der Gattungsname Caloboletus leitet sich von dem griechischen Wort calos „schön, nett“ ab und bezieht sich auf die schönen roten Farbtöne des Stiels, wie sie bei vielen Arten der Gattung vorkommen.<ref name="Vizzini2014" />
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Binder2006"> Manfred Binder, David S. Hibbett: Molecular systematics and biological diversification of Boletales. In: Mycologia. Band 98(6). Mycological Society of America, 2006, S. 971–981, doi:10.3852/mycologia.98.6.971 (mycologia.org [PDF; 2,5 MB]). </ref> <ref name="Frank2014"> Jonathan L. Frank: Index Fungorum no. 194. (PDF) 24. Oktober 2014, abgerufen am 21. Januar 2014. </ref> <ref name="Gelardi2013"> Matteo Gelardi et al.: Boletus sinopulverulentus, a new species from Shaanxi Province (central China) and notes on Boletus and Xerocomus. In: Sydowia. Band 65, Nr. 1, 2013. </ref> <ref name="Hellwig2002"> Veronika Hellwig, Johannes Dasenbrock, Claudia Gräf, Lydia Kahner, Susanne Schumann, Wolfgang Steglich: Calopins and Cyclocalopins – Bitter Principles from Boletus calopus and Related Mushrooms. In: European Journal of Organic Chemistry. Nr. 17, 2002, S. 2895–2904, doi:10.1002/1099-0690(200209)2002:17<2895::AID-EJOC2895>3.0.CO;2-S. </ref> <ref name="Nuhn2013"> Mitchell E. Nuhn, Manfred Binder, Andy F.S. Taylor, Roy E. Halling, David S. Hibbett: Phylogenetic overview of the Boletineae. In: Fungal Biology. Band 117, Nr. 7–8, 2013, S. 479–511, doi:10.1016/j.funbio.2013.04.008 (clarku.edu [PDF; 2,2 MB]). </ref> <ref name="Strittmatter2015"> Eric Strittmatter: Die Gattung Boletus. In: fungiworld.com. Abgerufen am 21. Januar 2015. </ref> <ref name="Vizzini2014"> Alfredo Vizzini: Index Fungorum no. 146. (PDF) 10. Mai 2014, abgerufen am 21. Januar 2014. </ref> <ref name="Wu2014"> Gang Wu, Bang Feng, Jianping Xu, Xue-Tai Zhu, Yan-Chun Li, Nian-Kai Zeng, Md. Iqbal Hosen, Zhu L. Yang: Molecular phylogenetic analyses redefine seven major clades and reveal 22 new generic lineages in the fungal family Boletaceae. In: Fungal Diversity. Band 69, Nr. 1, 2014, S. 93–115, doi:10.1007/s13225-014-0283-8. </ref> <ref name="Zhao2014"> Kuan Zhao, Gang Wu, Bang Feng, Zhu L. Yang: Molecular phylogeny of Caloboletus (Boletaceae) and a new species in East Asia. In: Mycological Progress. Band 13, Nr. 4, 2014, S. 1127–1136, doi:10.1007/s11557-014-1001-3. </ref> </references>