Carl Frowin Mayer
Carl Frowin Mayer (* 17. August 1827 in Tiengen; † 18. Februar 1919 in Offenburg) war ein Bürgermeister, Kreissekretär, Heimatforscher und Sammler.
Leben[Bearbeiten]
Carl Frowin Mayer wurde in Waldshut-Tiengen geboren und besuchte das Lyzeum in Basel, er war Geometer und wurde Straßenmeister in Fürstlich Fürstenbergischen Diensten in Donaueschingen und Hüfingen. Dort begleitete und unterstütze er den Hofrat und Leibarzt der Fürstlichen Familie Emil Rehmann bei dessen Archäologischen Ausgrabungstätigkeiten. 1871 grub er selbstständig in der Petershöhle bei Beuron und 1874 am Hohenhewen.<ref>Paul Revellio: Die Baar in vor- und frühgeschichtlicher Zeit In: Hermann Eris Busse (Hrsg.): Die Baar. Donaueschingen – Villingen (= Badische Heimat. 25. Jahrgang, Jahresband 1938). Freiburg im Breisgau 1938, S. 59</ref> Von 1878 bis 1885 war er Bürgermeister von Waldshut. Hier warf ihm die Staatsanwaltschaft Unterschlagungen bzw. Zweckenentfremdung öffentlicher Gelder vor, er legte daher sein Amt nieder.<ref>Vgl. Großherzoglich Badisches Anzeige-Blatt, November 1885, „Amtliche Bekanntmachung zur Kassenprüfung in Waldshut“.</ref> Bei Homburg entdeckte er einen Antennendolch aus der Eisenzeit, heute im Badischen Landesmuseum Karlsruhe. Er war ein passionierter Heimatforscher, der gerne mit dem Spaten forschte. Bei Gutenburg fand er unter anderem zwei Lappenbeile. 1885 wurde er in Offenburg rehabilitiert und zum Kreissekretär ernannt<ref>Dr. Otto Kähni, Franz Huber, Offenburg. Aus der Geschichte einer Reichsstadt, Verlag Dr. Franz Burda (Hrsg.), 1951, S. 104</ref>. 1895 entdeckte er alemannische Gräber. Er sammelte nicht nur Heimatliches, sondern auch Mineralien, Tiere und Vögel und Objekte aus den Kolonien. Nachdem seine Wohnung sowie zwei Räume, die die Stadt ihm überlassen hatte, überquollen, stellte ihm die Stadt Räumlichkeiten im Hospitalgebäude zur Verfügung. In 10 Räumen wurde eine Ausstellung geschaffen, die er als Museum für Natur- und Völkerkunde bezeichnete. Bis 1917 leitete er das Museum das bis heute als Museum im Ritterhaus<ref>Webseite des Museums im Ritterhaus (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> besteht. Die Stadt Offenburg schenkte ihm 1913 aus Dank ein Selbstporträt. Ernst Batzer wurde sein Nachfolger.
Familie[Bearbeiten]
Er war verheiratet mit Johanna Wagner aus Hüfingen und hatte einen gleichnamigen Sohn und eine Tochter, Sophie (1866–1947),<ref>[1] DNB 1331583624 im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref> diese heiratete am 13. August 1894 in Thayngen den Adolf Wilhelm Götzinger (1866–1951), Lehrer für Sprache, Geschichte und Geographie am Technikum Winterthur, ein Sohn des Ernst Götzinger.
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
- Über die ältesten Bewohner der Baar. Vortrag von 1871, abgedruckt in: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar und der angrenzenden Landesteile in Donaueschingen, Heft II, Donaueschingen.
- Funde aus der Petershöhle bei Beuron. In: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar und der angrenzenden Landesteile in Donaueschingen, Heft II (1872), Sitzungsbericht vom 4. Dezember 1871
- Untersuchung der frühmittelalterlichen Reihengräber bei Unterlauchringen, in: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar, Bd. 4 (1881)
- Ausgrabung und topographische Aufnahme der Hallstattgräber bei Waldshut und Gurtweil, in: Fundberichte aus Schwaben, Jg. 1883/1884
- Die prähistorischen Zufluchten zwischen der oberen Donau und dem oberen Rheine. In: Correspondenz-Blatt der deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte München, 1885.
Literatur[Bearbeiten]
- Otto Kähni, Franz Huber: Offenburg. Aus der Geschichte einer Reichsstadt, Verlag Dr. Franz Burda (Hrsg.), 1951
- Paul Revellio: Die Baar in vor- und frühgeschichtlicher Zeit In: Hermann Eris Busse (Hrsg.): Die Baar. Donaueschingen – Villingen (= Badische Heimat. 25. Jahrgang, Jahresband 1938). Freiburg im Breisgau 1938, S. 59
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
Weblinks[Bearbeiten]
- Eintrag zu Carl Frowin Mayer auf der Seite Landeskunde entdecken online (leo-bw)
- Literatur von und über Carl Frowin Mayer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Carl Frowin Mayer in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Eintrag im Kalliope-Verbund
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mayer, Carl Frowin |
| ALTERNATIVNAMEN | Frobin, Froben, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | Bürgermeister, Kreissekretär, Museumsgründer und Heimatforscher |
| GEBURTSDATUM | 17. August 1827 |
| GEBURTSORT | Tiengen |
| STERBEDATUM | 18. Februar 1919 |
| STERBEORT | Offenburg |
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- Mineraliensammler
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- Gestorben 1919
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