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Carl Hilgert

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Carl Hilgert oder auch Karl Hilgert (* 21. Juni 1866 in Ingelheim am Rhein; † 17. Januar 1940 in Mainz) war ein deutscher Jagdaufseher, Forschungsreisender und Ornithologe.

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Leben und Wirken[Bearbeiten]

Von Berufs wegen Tüncher und Jagdaufseher kam er durch seine Liebe zur Natur schon bald in Kontakt mit Carlo von Erlanger.<ref name="gebhardt 157">Ludwig Gebhardt, S. 157.</ref>

Tunesienexpedition[Bearbeiten]

Datei:Erlanger Tunesien.jpg
Carl Hilgert im mittleren Zelt bei der Oase Gabès

Am 19. Oktober 1896 kam Hilgert zusammen mit Johann Michael Holtermüller (1865–1931) und Carlo von Erlanger (1972–1904) in Marseille an, wo sie mit dem Dampfer Vill’d’Oran nach Tunis schifften. Am 30. Oktober erreichten sie Gabès, wo Paul Spatz (1865–1942) bereits die weitere Reise mit einheimischen Helfern und Material vorbereitet hatte.<ref name="erlanger10">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 10.</ref>

Von Erlanger, der die Expedition organisierte und leitete, schrieb über Hilgert:

„Carl Hilgert, der wie gesagt das Amt des Präparators bekleidete, wird gebührende Anerkennung nur derjenige zollen, der da weiß, was es bedeutet, nach langem, strammen und höchst ermüdetem Marsche im glühendsten Sonnenbrand noch an’s Präparieren der auf diesem Marsche zahlreich erlegten Vögel zu gehen! Ja noch mehr, diese so zu präparieren, dass nichts verdirbt, sondern alles Gesammelte der Wissenschaft wohl erhalten bleibt! Und dieses trifft durch die tadellosen Präparate Carl Hilgerts bei unserer Expedition in vollstem Maße zu. Doch nicht allein hiermit hatte Hilgert sein Tagewerk vollendet, es galt noch die Bälge zu etikettieren, die zahlreichen Gelege, welche wir teils selbst sammelten, teils von Eingeborenen zugetragen bekamen, auszublasen, zu numerieren und die leicht zerbrechlichen Objekte zu verpacken. Durch seine unermüdliche Thatkraft und seinen Fleiß is es mir gelungen, diese schöne Sammlung nach Europa zu bringen und im Dienste der Wissenschaft zu verwerten.“<ref name="erlanger11">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 11.</ref>

Die Reise selbst wurde in drei Abschnitten durchgeführt. Ausgangspunkt jeder Reise war jedes Mal Gabès.<ref name="erlanger11" />

Über die Oase Djara führte sie die erste Expedition nach Ghannouch zum Wadi Akarit, an dem sie ihr erstes Lager aufschlugen. Am 4. November durchwanderten sie ein Sabcha-Gebiet bis westlich nach Nadour. Von dort zogen sie an den Küstenufern bis Skhira weitere vier Kilometer nördlich. Nach einem Ruhetag ging es am 7. November weiter nach Mahrès. Eigentlich wollte man am nächsten Tag mit einem Kutter auf die Kneiss-Inseln, doch verhinderte schlechtes Wetter eine Überfahrt. So sammelte man in der Umgebung und konnte das Vorhaben erst am 12. November umsetzen.<ref name="erlanger12">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 12.</ref> Die Insel wurde erst am 16. November wieder verlassen und so kehrten sie am 17. November nach Gabès zurück.<ref name="erlanger13">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 13.</ref>

Schon am 20. November brach die Mannschaft wieder auf. Über die Oasen Menzel, Ouderef und Tibula schlugen sie ihr erstes Lager in der Nähe von Kettana auf.<ref name="erlanger13" /> Weiter ging es nach Zarat, wo sich die Gruppe von 22. bis 24. November aufhielt, um an der Küste im Sabcha Mezessar zu sammeln. Über den Wadi Mezessar zum Wadi Zigzaou ging es nach Mareth und am 28. November zurück Richtung Gabès.<ref name="erlanger14">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 14.</ref>

Am 9. Dezember startete die zweite Expedition längs der Oase Menzel Richtung des Südhanges des Jabal ad Dīsah zur Oase El-Hamma. Hier durchquerte man das Djebel-Dahar-Gebirge und erreichte El Hamma.<ref name="erlanger15">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 15.</ref> Am 10. Dezember ging es über den Wadi Beschima und den Wadi Magroun zum Wadi Nachla. Hier sammelten sie im Wadi und dem Gebirgskette des Jabal aţ Ţabaqah. Von Wadi Nachla führte die Route am 13. Dezember zur Quelle des Nebsch-ed-Dib nach bei Saidane und weiter an die Oase Limaguess. Am 15. Dezember zogen sie weiter zum Gebirgszug Bahir, der auch die Wasserscheide zwischen dem Chott el Fedjadj und dem Chott el Djerid bei den Oasen der Region Nefzaoua bildete. Von dort führte sie der Weg nach Kebili. Am 16. Dezember verließ man bereits Kebili und erreichte schließlich Jemna.<ref name="erlanger16">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 16.</ref> Bereits einen Tag später ging es weiter Richtung Douz, um dort in die Sahara weiterzuziehen.<ref name="erlanger17">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 17.</ref> Hier machte die Gruppe Besorgungen und konnte aufgrund von starken Regenfällen die Stadt erst wieder am 22. Dezember verlassen. In einer Tagestour erreichten sie Aïn Djabar.<ref name="erlanger18">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 18.</ref> Am nächsten Tag zog man über Bir Bel Kassem bis Bir Toulis, dem südlichsten Brunnen des Gebiets des Stammes der Merasigk. Den 24. Dezember verbrachten sie in Chadames.<ref name="erlanger19">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 19.</ref> Während von Erlanger mit zwei Einheimischen am 26. Dezember den Tafelberg Tembaïne bestieg, brach der Rest der Karawane auf. In südsüdwestlicher Richtung traf von Erlanger wieder auf das Lager seiner Begleiter mit Hilgert.<ref name="erlanger20">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 20.</ref> Am 27. marschierte man weiter Richtung Südosten und befand sich südwestlich des Dakamis al Kabir, dessen Gebirgskette am 28. besucht wurde. Sie zogen dann am 29. in südlicher Richtung und musste am 30. wegen einsetzendem Regen rasten. Somit konnten sie die Umgebung mit Ansiedlungen von Menschen aus dem Stamm der Adara besuchen. Am 1. und 2. Januar kämpfte man sich beschwerlich über verschiedene Sanddünen bis an den Gur-el-Areif.<ref name="erlanger21">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 21.</ref> Zunächst musste man im ca. 10 Kilometer entfernten Bir Aouin Wasser auffüllen. Am 4. Januar ging es nach Galb-el-Assued südwestlich von Douiret. Die Mitglieder entschlossen sich hier bis 8. Januar zu sammeln, ehe es weiter nach Bou Kartouf ging. Am 11. Januar kam man am Gebirge Gar-Rham an, ein Ort, der oft als Kampfplatz zwischen Tuareg, Chamba und Merasigk diente.<ref name="erlanger22">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 22.</ref>

Am 12. und 13. machte man sich auf den Weg zum Sanger-Tal, in dem man bis 17. rastete und Ausflüge in der näheren Umgebung unternahm. Das nächstes Ziel war am 19. die französische Kolonialverwaltungsstadt Tataouine. Hier trennte man sich von den Mrazig-Begleitern, die der Expedition gute Dienste geleistet hatten.<ref name="erlanger24">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 24.</ref> Ein Besuch des Grabmals des Marabout Sidi Mosboh erfolgte am 21., bevor es einen Tag später nach Medenine weiter ging. Hier rastete man einen Tag. Am 25. machte Hilgert gemeinsam mit Spatz, von Erlanger und zwei Arabern einen Ausflug an den Djerbel Souenia, der sie auch in eine kraterähnliche Höhle führte. Am Abend erreichte sie dann Mareth. Über Kettana erreichte die Gruppe in einem Zweitagemarsch schließlich am 27. Januar wieder Gabès.<ref name="erlanger25">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 25.</ref>

Es dauerte bis 22. Februar, ehe sie schließlich zu einer dritten Expedition aufbrachen. Über Oudref schwenkte die Karawane nach Westen nach Oglet Telemine. Nach starken Regenfällen überquerten sie verspätet den Fedjadj. Am 24. mussten sie notgedrungen durch starke Regenfälle an der Karawanenkreuzung nach Bir Al Huffay und Bi’r Mehamla stoppen und rasten.<ref name="erlanger26">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 26.</ref> So führte sie am 26. der Weg über einen Umweg durch das Seggi, die Kornkammer Süd-Tunesiens, nach Bir Selousa.<ref name="erlanger27">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 27.</ref> Nächstes Lager wurde der Gebirgspass Bir Mrabat an der Kreuzung der Karawanenstraßen von Kebili aus dem Süden und El Guettar im Westen.<ref name="erlanger28">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 28.</ref> Von dort war das nächste Ziel Gafsa.<ref name="erlanger29">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 29.</ref> Nachdem der 1. März 1897 genutzt wurde, um die Vorräte aufzufüllen und sich zu erholen, ging es am 2. weiter Richtung des 960 Meter hohen Djebel Tfel. Am Ufer des Tfel-Flusses schlugen sie für mehrere Tage ihr Lager auf.<ref name="erlanger31">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 31.</ref> Nach Sammelaktionen in der Gegend ging es am 10. März zurück nach Gafsa.<ref name="erlanger33">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 33.</ref> Am 12. zogen sie weiter Richtung Djebel Sidi Ali Ben Aoun, dessen Fuß sie am 14. erreichten und an dem man bis 20. verblieb.<ref name="erlanger34">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 34.</ref> Ihren Lagerplatz verlegte die Karawane am 21. an den Fuß des Djebel Sidi Aich, von dem sie am 1. April wieder an den Djebel Sidi Ali Ben Aoun zurückkehrten. Am 16. führte sie der Weg weiter zum Djebel Freiou, wo sie einen Aufenthalt bis 21. hatten. Nach einem Überfall auf die Gruppe wurde am 21. der Rückweg über den Djebel Srir nach Gafsa eingeschlagen, das sie am 24, mit reichtlich naturhistorischer und vor allem ornithologischer Ausbeute erreichten. Hier wurde die Expedition erneut überfallen, konnte die Angreifer aber in die Flucht schlagen.<ref name="erlanger35">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 35.</ref> Am 5. Mai ging es am Djebel Guettar vorbei nach Bou Omrane.<ref name="erlanger38">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 38.</ref> Hier blieb die Karawane bis 9. Mai und erkundete die Gegend. Am 9. und 10. schlug man das nächste Lager am Bir Soelousa auf. Schließlich erreichten sie am 19. Mai wieder Gafsa. Am 25. Mai brachen sie zu einer Tour durch das französische Schutzgebiet Ain Draham auf. Gegen 6 Uhr morgens erreichten sie das 50 Kilimometer nordwestlich von Gafsa gelegene Madjen bel Abbès. Es ging weiter nach Fériana.<ref name="erlanger42">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 42.</ref> Während die Karawane am 30. sich zum Marsch nach Kasserine aufmachten, sammelten Hilgert, von Erlanger und ein Araber namens Ali noch etwas in der Gegend, um dann am Abend wieder auf den Rest der Karawane zu treffen.<ref name="erlanger43">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 43.</ref> Erst am 7. Juni führte sie dann der Weg zum Bi’r Bu Hayyah. Über Oued Sarath lagerten sie am 20. bei Thala. Die weiteren Tage führte sie der Weg nach El Kef, ein Ort, den sie am 23. Juni erreichten.<ref name="erlanger46">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 46.</ref> Drei Tage später brachen sie nach Souk El Arba auf.<ref name="erlanger46" /> Von hier wollte die Gruppe die Eisenbahn nach Tunis nehmen. Vom 30. Juni bis 6. Juli wurden aber zunächst Sammelausflüge rund um Souk El Arba unternommen. Nachdem Spatz die Lasttiere verkauft hatte, kehrte die Truppe am 7. Juli nach Tunis zurück.<ref name="erlanger47">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 47.</ref>

Von La Goulette brachen Hilgert, Spatz, von Erlanger, Ali und Haffeid am 13. Juli zu einer letzten Bootstour zur Insel Nemoura auf.<ref name="erlanger48">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 48.</ref> Während von Erlanger mit einigen anderen mit dem Boot die Küste erkundigen wollte, blieben Hilgert und Spatz auf der Insel zurück. Von Erlanger geriet in einen Sturm und wurde an die tunesische Küste getrieben. So trafen Hilgert und Spatz in großer Sorge erst am 18. Juli wieder in Tunis auf ihren Begleiter.<ref name="erlanger49">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 49.</ref> Am 24. Juli kehrte Hilgert schließlich mit von Erlanger und Holtermüller Afrika den Rücken und kehrten nach Europa zurück.<ref name="erlanger50">Carlo von Erlanger in Angelika Schulz-Parthu, S. 50.</ref>

Expedition Nordost-Afrika[Bearbeiten]

Im Frühjahr des Jahres 1899 beschlossen von Erlanger und Oscar Neumann, zu einer Expedition in den unbekannten Teilen Nordost-Afrikas aufzubrechen. Anfang November 1899 schiffte man auf der Ost-Afrika-Linie Herzog in Hamburg ein: Nach drei Wochen erreichte man den Hafen in Aden. Hier erkrankte der Begleiter Johann Michael Holtermüller so schwer, dass sich die Weiterreise verzögerte. Die Zeit, während Holtermüller im Krankenhaus war, nutzte die Gruppe, der auch Hilgert angehörte, für einen Ausflug ins Hinterland nach al-Hawtah im damaligen Sultanat Lahidsch. Nach der Rückkehr von dieser Reise hatte sich Holtermüller erholt und so legten sie nach kurzer Überfahrt von Aden am 2. Januar 1900 in Zeila an.<ref name="erlanger90">Carlo von Erlanger (1904), S. 90.</ref> Der gemeinsame Weg führte sie von Zeila über Harar und Addis Abeba sowie das Land der Ennia und Arussi Galla.<ref name="neumann7">Oscar Neumann (1902), S. 7.</ref> Weitere Teilnehmer der Expedition waren der Arzt Johannes Ellenbeck (1870–1942), der auch für die botanische Sammlung zuständig war, Holtermüller, der als Kartograph diente sowie Hilgert, der für die Tierpräparation zuständig war. Die Expedition startete am 12. Januar 1900 in Zeila, musste aber in Dhabar stoppen, da sich Hilgert dort durch eine Unachtsamkeit in den Oberarm geschossen hatte. Am 3. März erreichten sie mit der Grenzstadt Jaldessa erstmals den Boden Abyssiniens.<ref name="erlanger91">Carlo von Erlanger (1904), S. 91.</ref> Über einen schmalen Gebirgspfad erreichten sie in einem dreitägigen Marsch schließlich Harar.<ref name="erlanger91" /> In der Wüste trafen sie auf Alfred Ilg und Menelik II., die ihnen für ihre weiteren Reisen sehr hilfreich waren.<ref name="neumann373">Oscar Neumann (1902), S. 373.</ref> Von Harar aus ging die Reise zum Haramaya-See und den 3.405 m hohen Berg Gara Muleta. Nach der Rückkehr am 1. April nach Harar durften sie zunächst nicht weiter reisen, da die Völker der Ennia und Arussi Galla in dieser Zeit rebellierten. Erst mit der Hilfe von John Lane Harrington (1865–1927) und der Erklärung an den König, dass sie auf eigene Gefahr weiter reisen würden, erhielten sie die Erlaubnis ihren Weg fortzusetzen. Nun waren es verendete Kamele, die die Gruppe zu einer zeitweisen Rast in Ganda Kore (heute Teil von Dire Dawa) zwang. Am 22. Mai ging es endlich weiter Richtung Ruinenstätte Bia Woraba,<ref name="neumann374">Oscar Neumann (1902), S. 374.</ref> die sie am 23. Mai erreichten.<ref name="erlanger96">Carlo von Erlanger (1904), S. 96.</ref> Nach weiteren vierzehn Tagen erreichten sie den Webi Gestro, den sie am 12. Mai überquerten.<ref name="erlanger96" /> Sheikh Hussein wurde am 26. Juni erreicht, ein Ort an dem sie drei Wochen verweilten.<ref name="erlanger97">Carlo von Erlanger (1904), S. 97.</ref> Nach entsprechenden Vorbereitungen ging es am 7. Juli ca. 30 Kilometer westlich weiter bis an den Fuß des 2.573 Meter hohen Berges Abul Kasim. Dieser wurde am 16. Juli auch bestiegen.<ref name="erlanger98">Carlo von Erlanger (1904), S. 98.</ref> Nach der Überquerung des Awash erreichte die Expedition, vorbei am See Bishoftu, am 14. August schließlich Addis Abeba.<ref name="neumann378">Oscar Neumann (1902), S. 378.</ref>

In Addis Abeba verblieb man drei Monate und erkundete die Umgebung. Neumann trennte sich von der Expedition, um eine andere Route zum Blauen Nil einzuschlagen.<ref name="erlanger106">Carlo von Erlanger (1904), S. 106.</ref>

Während von Erlanger und Ellenbeck weiter Richtung Süden bis Burdji zogen, wurde Hilgert nach Harar geschickt, um eine neue Karamelkarawane zu organisieren. Sein Weg führte ihn über Harar, den Gara Muleta, Gorgora und den Daroli-Fluss nordöstlich von Ginir nach Ginir. In Ginir traf er wieder die restlichen Expeditionsteilnehmer.<ref name="erlanger112">Carlo von Erlanger (1904), S. 112.</ref>

Am 17. März brachen sie mit einer stattlichen Mannschaft Richtung Süden auf, und am 19. März durchquerten sie den Webi Shabelle über die sogenannten Wynlawn-Höhlen bei Imi. Bei drückender Hitze ging es weiter bis an den Ganale und den Jubba.<ref name="erlanger112" />

Bei der Überquerung des Flusses Ganale verlor ein Somali durch einen Krokodilangriff sein Leben. Mit dem Dawa wurde ein weiterer Fluss überquert. Es ging weiter nach El Uak. Wegen Wassermangels entschlossen sie sich Richtung Baardheere weiter zu ziehen.<ref name="erlanger114">Carlo von Erlanger (1904), S. 114.</ref>

Von Baardheere erreichte die Expedition schließlich am 29. Juli die Grenze des englischen Interessensgebiets. Über die Insel Goscha erreichte man schließlich am 10. Juli 1901 bei Goob Weyn den Indischen Ozean. Bei Kismaayo wurden sie von einem englischen Regierungsdampfer nach Mombasa mitgenommen. Von dort brachte sie der Reichsdampfer Reichstag zurück nach Deutschland.<ref name="erlanger117">Carlo von Erlanger (1904), S. 117.</ref>

Expedition Kleinasien[Bearbeiten]

1907 begleitete Hilger als Präparator Paul Niedieck bei einer Expedition in Kleinasien, wo sie ab Mai das Taurusgebirge und das Aladağlar besuchen wollten.<ref name="reichenow72">Anton Reichenow, S. 72.</ref> Embrik Strand (1876–1947) beschrieb schließlich 1909 die Ausbeute der Schmetterlinge um Ereğli und den Taurus.<ref name="strand78">Embrik Strand, S. 78–79.</ref> Hilgert sammelte auf dieser Reise Vogelbälge für das Museum für Naturkunde in Berlin.<ref name="gebhardt 157" />

Expedition Kyrenaika[Bearbeiten]

Vom 25. März bis 19. Mai 1922 begleitete Hilgert Ernst Hartert auf einer Reise nach Kyrenaika. Von der Reise berichteten u. a. Rothschild, der über die Schmetterlings-,<ref name="Rothschild7">Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild (1925).</ref> und Hartert, der über die Vogelausbeute berichtete.<ref name="hartert7">Ernst Hartert (1923), S. 7.</ref>

Erstbeschreibungen durch Carl Hilgert[Bearbeiten]

Hilgert hat zahlreiche Unterarten, die neu für die Wissenschaft waren, beschrieben. Bei einigen Artikeln arbeitete er auch mit anderen Autoren zusammen. Zu den Unterarten gehören chronologisch u. a.:

Dedikationsnamen[Bearbeiten]

Mit dem Namen in den Unterarten des Braunflügel-Mausvogels (Colius striatus hilgerti)<ref name="zedlitz58">Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler (1910), S. 58.</ref> ehrte ihn 1910 Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler, 1912 mit Calamonastes simplex hilgerti<ref name="zedlitz78">Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler (1912), S. 78.</ref> in einem Synonym für den Somalibindensänger (Calamonastes simplex (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cabanis, 1878)), 1913 mit Turtur capicola hilgerti<ref name="zedlitz60">Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler (1913), S. 60.</ref> in einem Synonym für die Gurrtauben-Unterart (Streptopelia capicola somalica (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.von Erlanger, 1905)) und mit Serinus angloensis hilgerti<ref name="zedlitz76">Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler (1912), S. 76.</ref> in einem Synonym für den Reichenowgirlitz (Crithagra reichenowi (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salvadori, 1888)), sowie 1916 mit Sylvietta brachyura hilgerti<ref name="zedlitz99">Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler (1916), S. 99.</ref> ein Synonym für die Braunbauchsylvietta (Sylvietta brachyura leucopsis (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Reichenow, 1879)). Bei der von Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild und Ernst Hartert 1912 beschrieben Unterart Galerida theklae hilgerti<ref name="Rothschild492">Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild, S. 492.</ref> handelt es sich um ein Synonym der Theklalerchen-Unterart Galerida theklae carolinae (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.von Erlanger, 1897). Oscar Neumann beschrieb 1903 die Rosenwürger-Unterart Rhodophoneus cruentus hilgerti,<ref name="neumann182">Oscar Neumann (1903), S. 182.</ref> 1907 mit Otis ruficrista hilgerti<ref name="neumann308">Oscar Neumann (1907), S. 308.</ref> ein Synonym für die Oustalettrappe (Lophotis gindiana (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Oustalet, 1881)), sowie eine Brubruwürger-Unterart (Nilaus afer hilgerti).<ref name="neumann362">Oscar Neumann (1907), S. 362.</ref> 1904 benannte Carlo von Erlanger Accipiter hilgerti,<ref name="erlanger171">Carlo von Erlanger, S. 171.</ref> heute ein Synonym für den Ovambosperber (Accipiter ovampensis (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gurney, JH, 1875)), 1935 Otto Kleinschmidt Coloeus hilgerti,<ref name="kleinschmidt4">Otto Kleinschmidt (1940), Tafel 4.</ref> heute ein Synonym für die Dohlen-Unterart (Corvus monedula spermologus (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vieillot, 1811)) und 1940 mit Garrulus hilgerti,<ref name="kleinschmidt8">Otto Kleinschmidt (1940), S. 8.</ref> heute ein Synonym für den Eichelhäher (Garrulus glandarius (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758)).

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • mit Otto Kleinschmidt: Über nordafrikanische Haubenlerchen. In: Ornithologische Monatsberichte. Band 13, Nr. 2, 1905, S. 188–190 (biodiversitylibrary.org).
  • Beschreibung neuer Arten. In: Ornithologische Monatsberichte. Band 15, Nr. 4, 1907, S. 63–64 (biodiversitylibrary.org).
  • Otto Kleinschmidt, Carl Hilgert: Cinclus aquaticus tschusii. In: Falco: unregelmässig im Anschluss an das Werk „Berajah, Zoographia infinita“ erscheinende Zeitschrift. Band 3, 1907, S. 104 (biodiversitylibrary.org).
  • Katalog der Collection von Erlanger in Nieder-Ingelheim a. Rh. Verlag von R. Friedländer & Sohn, Berlin 1908 (biodiversitylibrary.org).
  • Lanairius funebris degener Subsp. nov. In: Novitates Zoologicae. Band 18, Nr. 3, 1912, S. 605–606 (biodiversitylibrary.org).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Gebhardt: Die Ornithologen Mitteleuropas. Band 1. Brühlscher Verlag, Gießen 1964, S. 157 (Vorlage:ZOBODAT [PDF; 668 kB]).
  • Otto Kleinschmidt: Carl Hilgert †. In: Falco: unregelmässig im Anschluss an das Werk „Berajah, Zoographia infinita“ erscheinende Zeitschrift. Band 36, 1940, ZDB-ID 212734-9, S. 3–4 (Extract).
  • Otto Kleinschmidt: Die Formenkreise Dohle Corvus Coloeus (Kl.). In: Berajah, Zoographia infinita. 1935, S. 1–4, Tafeln I-VI.
  • Otto Kleinschmidt: Einiges über westdeutsche Eichelhäher, Sperber und Schleiereulen. In: Falco: unregelmässig im Anschluss an das Werk „Berajah, Zoographia infinita“ erscheinende Zeitschrift. Band 36, 1940, S. 8–14.
  • Ludwig Schuster: † Karl Hilgert. In: Beiträge zur Fortpflanzungsbiologie der Vögel mit Berücksichtigung der Oologie. Band 16, 1940, ZDB-ID 526401-7, S. 61 (Extract).
  • Carlo von Erlanger: Beiträge zur Avifauna Tunesiens. In: Journal für Ornithologie (= 5). Band 46, Nr. 3, 1898, S. 377–497 (biodiversitylibrary.org).
  • Carlo von Erlanger: Beiträge zur Avifauna Tunesiens. In: Journal für Ornithologie (= 5). Band 47, Nr. 2, 1899, S. 213–286 (biodiversitylibrary.org).
  • Carlo von Erlanger: Beiträge zur Avifauna Tunesiens. In: Journal für Ornithologie (= 5). Band 47, Nr. 3, 1899, S. 309–374 (biodiversitylibrary.org).
  • Carlo von Erlanger: Beiträge zur Avifauna Tunesiens. In: Journal für Ornithologie (= 5). Band 47, Nr. 4, 1899, S. 449–532 (biodiversitylibrary.org).
  • Carlo von Erlanger: Beiträge zur Vogelfauna Nordostafrikas mit besonderer Berücksichtigung der Zoogeographie. In: Journal für Ornithologie. Band 52, Nr. 2, 1904, S. 137–244 (biodiversitylibrary.org).
  • Carlo von Erlanger: Bericht über meine Expedition in Nordost-Afrika in den Jahren 1899-1901. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 1904, S. 89–117 (digizeitschriften.de).
  • Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler: Einige neue Formen aus Nordost-Afrika. In: Ornithologische Monatsberichte. Band 18, Nr. 4, 1910, S. 57–59 (biodiversitylibrary.org).
  • Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler: Beitrag zur Systematik afrikanischer Vogelformen. In: Ornithologische Monatsberichte. Band 20, Nr. 5, 1912, S. 74–79 (biodiversitylibrary.org).
  • Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler: Neue afrikanische Vogelformen. In: Ornithologische Monatsberichte. Band 21, Nr. 4, 1913, S. 58–60 (biodiversitylibrary.org).
  • Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler: Das Süd-Somaliland als zoogeographisches Gebiet. In: Journal für Ornithologie. Band 64, Nr. 1, 1916, S. 1–119 (biodiversitylibrary.org).
  • Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild, Ernst Hartert: Ornithological explorations in Algeria. In: Novitates Zoologicae. Band 18, Nr. 3, 1912, S. 456–550 (biodiversitylibrary.org).
  • Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild: List of lepidoptera collected by Dr. E. Hartert and Herr Carl Hilgert in Cyrenaica in March, April, and May 1922. In: The Annals and magazine of natural history; zoology, botany, and geology being a continuation of the Annals combined with Loudon and Charlesworth's Magazine of Natural History (= 9). Band 16, Nr. 21, 1925, S. 200–209, doi:10.1080/00222932508633290.
  • Ernst Hartert: Dr. Ernst Hartert made remarks on his expedition to Cyrenaica, and described the following new subspecies. In: Bulletin of the British Ornithologists’ Club. Band 42, Nr. 270, 1922, S. 140 (biodiversitylibrary.org).
  • Ernst Hartert: On the birds of Cyrenaica. In: Novitates Zoologicae. Band 30, Nr. 1, 1923, S. 1–32 (biodiversitylibrary.org).
  • Oscar Neumann: Von der Somali-Küste durch Süd-Äthiopien zum Sudan. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 1902, S. 7–32 (digizeitschriften.de).
  • Oscar Neumann: From the Somali Coast through Southern Ethiopia to the Sudan. In: The Geographical Journal. Band 20, Nr. 4, 1902, S. 373–387 (rhinoresourcecenter.com [PDF; 2,0 MB]).
  • Oscar Neumann: Neue afrikanische Species und Subspecies. In: Ornithologische Monatsberichte. Band 11, Nr. 12, 1903, S. 180–185 (biodiversitylibrary.org).
  • Oscar Neumann: Über einige afrikanische Trappen. In: Journal für Ornithologie. Band 55, Nr. 2, 1907, S. 306–308 (biodiversitylibrary.org).
  • Oscar Neumann: Revisionen afrikanischer Vogelgruppen. In: Journal für Ornithologie. Band 55, Nr. 3, 1907, S. 343–379 (biodiversitylibrary.org).
  • Anton Reichenow: Nachrichten. In: Journal für Ornithologie. Band 15, Nr. 4, 1907, S. 72 (biodiversitylibrary.org).
  • Embrik Strand: Lepidopteren von Eregli und Taurus in Kleinasien, gesammelt von P. Niedieck. In: Internationale entomologische Zeitschrift. Band 3, Nr. 4, 1909, S. 78–79 (biodiversitylibrary.org).
  • Carlo von Erlanger: Wie ein Blick in die Lande eines schöneren Edens. Hrsg.: Angelika Schulz-Parthu. Leinpfad, Ingelheim 1997, ISBN 3-9805837-1-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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