Carl Langhorst
Carl Langhorst, auch Karl Langhorst (* 22. November 1867 in Rahden; † 1950 ebenda), war ein deutscher Porträtmaler, Dichter und Komponist.
Leben und Werk[Bearbeiten]
Langhorst war Schüler von Karl Marr und Gabriel von Hackl an der Münchner Kunstakademie, er war unter anderem für die Höfe von Oldenburg, Mecklenburg, Sachsen-Altenburg und Anhalt-Dessau tätig.<ref>Langhorst, Carl. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 22: Krügner–Leitch. E. A. Seemann, Leipzig 1928, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Der Titel „Professor“ wurde Langhorst am 16. November 1909 in Anerkennung seiner Dienste vom Großherzog von Oldenburg verliehen.
Ein Selbstporträt des Künstlers ist heute in seinem Rahdener Geburtshaus zu besichtigen. Weitere Werke werden im Stadtmuseum Oldenburg<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.www.stadtmuseum-oldenburg.de: Fürstenzimmer ( vom 2. Oktober 2016 im Internet Archive). Abgerufen am 5. April 2024.</ref> oder – wie das im Jahre 1907 geschaffene Porträt der Kronprinzessin Cecilie – in der Burg Hohenzollern ausgestellt.<ref>Portrait der Kronprinzessin Cecilie. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2016; abgerufen am 29. September 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Langhorsts Porträt des Prinzen Heinrich zu Schaumburg-Lippe wurde im Jahre 2014 aufwändig restauriert.<ref>ECRA Madrid restauriert Gemälde von Carl Langhorst. Abgerufen am 29. September 2016.</ref>
Zu Langhorsts bekanntesten Werken gehört seine Darstellung des Handschlags von Hitler und Hindenburg am sogenannten Tag von Potsdam.<ref>Nazi-Maler verfälscht "Tag von Potsdam". In: Märkische Allgemeine. 20. September 2014, abgerufen am 14. März 2021.</ref> Das Motiv fand als Zeitungsbeilage und – in leicht abgewandelter Form – als Postkarte eine weite Verbreitung. Ein Exemplar der Postkarte wird heute im Los Angeles Museum of the Holocaust verwahrt.<ref>LAMOTH: Postcard of Adolph Hitler and von Hindenburg. Abgerufen am 29. September 2016.</ref> Langhorst malte daneben Bilder für namhafte Nationalsozialisten, sein Ruf als Maler ist daher heute umstritten.<ref>Historischer Stadtrundgang – Auf den Spuren der Rahdener Geschichte. (PDF) Touristinfo Stadt Rahden, abgerufen am 29. September 2016.</ref> Langhorst trat zum 1. Dezember 1929 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 165.042).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/24861376</ref><ref>Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 4413</ref>
Neben seiner Tätigkeit als Maler verfasste Langhorst etliche Gedichte deutschnationaler und nationalsozialistischer Couleur.<ref>Max Krebs (Hrsg.): Deutsche Zeitenwende – vom Nationalismus zum Nationalsozialismus: Ein Buch vom deutschen Weg aus lichter Höhe durch dunkle Nacht zu neuem Aufstieg. Dresdner Verlagsbuchhandlung M. O. Groh, 1933.</ref> Primärquellen sind nur schwer zugänglich, eine öffentliche oder wissenschaftlich fundierte historische Auseinandersetzung mit Langhorsts dichterischem Schaffen hat bisher nicht stattgefunden. Nachfolgend eine Strophe aus seinem Gedicht „Deutschland erwache!“:
„Es marschieren Kolonnen durch das deutsche Land
Im Braunhemd, mit wehenden Fahnen,
Mit blitzendem Aug‘ und erhobener Hand,
Sie alle umschließt ein geheiligtes Band,
Sie wollen zur Pflicht uns ermahnen.
Sie sind geboren aus deutscher Not,
Sie kämpfen und fallen für Freiheit und Brot,
Für ihre heiligste Sache:
D e u t s c h l a n d e r w a c h e !“
Langhorst komponierte den „Neuen Westfalenmarsch“<ref>Neuer Westfalenmarsch Grosses Blas-Orchester und Chor Carl Woitschach. Abgerufen am 29. September 2016.</ref> und schrieb den Text für das Marschlied „Unterm Hakenkreuz“.<ref>Rolf Franke, Carl Langhorst: Unterm Hakenkreuz: Marschlied : Klavier u. Gesang. Schirmer, Leipzig 1933, OCLC 159894996.</ref>
1937 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Rahden.
-
Schreiben des NSDAP-Mitglieds und Hauptschriftleiters Rudolf Friedemann
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der Wochenzeitung „Das Reich“ an den Bürgermeister der Stadt Rahden<ref>Norbert Frei: Die Nationalsozialistische Berufsgeschichte der Presse. In: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. S. 17, Fußnote 56: Rudolf Friedemann (ifz-muenchen.de [PDF; abgerufen am 29. September 2016]).</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Langhorst, Carl. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 22: Krügner–Leitch. E. A. Seemann, Leipzig 1928, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).
- Carl Langhorst, Gedicht, Es kommt der Tag. und Für das Dritte Reich!. In: Erwachendes Deutschland, vaterländische Gedichte. Jaeger’sche Verlagsbuchhandlung, 1934.
- Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 4413f. online
Weblinks[Bearbeiten]
- Maler brauner Vergangenheit. kreiszeitung.de
- Künstler und Nazi: Fragwürdige Vita eines Ehrenbürgers. nw.de
- Rahdener Politiker berieten über Ehrenbürgerwürde für Carl Langhorst. nw.de
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Langhorst, Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | Langhorst, auch Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Porträtmaler |
| GEBURTSDATUM | 22. November 1867 |
| GEBURTSORT | Rahden |
| STERBEDATUM | 1950 |
| STERBEORT | Rahden |
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- Porträtmaler
- Deutscher
- Geboren 1867
- Gestorben 1950
- NSDAP-Mitglied
- Mann