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Caroline Sommerfeld-Lethen

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Caroline Sommerfeld (2018)

Caroline Sommerfeld-Lethen (geb. Sommerfeld; * 1975 in Mölln)<ref>Autoreninfo: Caroline Sommerfeld-Lethen. Verlag Karl Alber; abgerufen am 24. Oktober 2017.</ref> ist eine deutsche Publizistin. Seit 2015 bewegt sie sich im Umfeld der Neuen Rechten und ordnet sich selbst der Identitären Bewegung zu.<ref>Barbara Supp: Er ist links, sie stramm rechts – wie geht das in einer Ehe? In: Der Spiegel. Nr. 43, 2020 (online).</ref>

Leben[Bearbeiten]

Sommerfeld legte das Abitur an der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg ab und studierte ab 1994 an der Universität Rostock Germanistik und Philosophie und war Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Sie veröffentlichte 2005 ihre Dissertation über Immanuel Kant (Titel Wie moralisch werden?) Sie hatte vereinzelt Lehraufträge an der Universität Rostock und der Universität Wien inne, vertrat 1998 eine Assistentenstelle am Institut der Philosophie der Universität Rostock<ref>CV Caroline Sommerfeld. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Mai 2018; abgerufen am 5. Mai 2018.</ref> und erwarb ein ECHA-Zertifikat Specialist in Gifted Education (Pädagogik für hochbegabte Kinder der Grund- und Sekundarstufe).<ref>Specialist in Gifted Education | KARG Fachportal Hochbegabung. Abgerufen am 24. Oktober 2017.</ref><ref>Caroline Sommerfeld-Lethen: Hochbegabte und Waldorfschule. In: Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (Hrsg.): News & Science. Nr. 24, 2010, S. 29–35 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.oezbf.at (Memento vom 23. Oktober 2017 im Internet Archive) [PDF]).</ref>

Ihre beiden Söhne besuchten bis zum Schuljahresende 2018 die Waldorfschule Wien West, von der sie wegen angeblicher „gefährlicher politischen Ansichten“ der Mutter kurzfristig verwiesen wurden.<ref>Christian Geyer: Waldorfschule in Wien: Die falsche Mutter. In: FAZ.net. Abgerufen am 29. Juli 2019.</ref> Bereits im Februar 2017 war Sommerfeld-Lethen selbst als Schulköchin dieser Schule gekündigt worden,<ref>Volker Weiß: Lethen und Sommerfeld: Die große Inszenierung. In: FAZ.net. Abgerufen am 3. Februar 2019.</ref> weil sie auf „rechtsradikalen Internetseiten“<ref>Claudius Weise: Identitäre Anthroposophie. Was in der Anthroposophischen Bewegung leider vorgeht. (PDF) In: Die Drei. Zeitschrift für Anthroposophie in Wissenschaft, Kunst und sozialem Leben 10 (Oktober 2017), S. 55–59. 1. Oktober 2017, abgerufen am 10. Februar 2018.</ref> schreibe. In einer offiziellen Stellungnahme der Schule vom September 2018 hieß es, sie sei nicht angestellt gewesen („reine Elternmitarbeit“) und habe selbst mündlich und schriftlich den Wunsch geäußert, diese Arbeit abzugeben. Bereits zuvor habe sie einschlägige Texte über den Mailverteiler geschickt, wogegen Eltern sich verwahrt hätten.<ref>Identitäre sorgt für Wirbel an Waldorfschule. Abgerufen am 6. Mai 2018.</ref><ref name="Weiß">Volker Weiß: Lethen und Sommerfeld: Die große Inszenierung. m.faz.net, 3. Februar 2019</ref>

Sommerfeld publiziert seit 2015 auf ihrem Blog Fauxelle. Seit 2016 schreibt sie für die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingeordnete Zeitschrift Sezession und die FPÖ-nahe Plattform unzensuriert.at.<ref name="spiegel">Hasnain Kazim: Identitäre Aktivistin Caroline Sommerfeld: Auf rechts gedreht. In: Spiegel Online. 10. April 2018 (spiegel.de [abgerufen am 10. April 2018]).</ref><ref>Eckehard Dworok: „Nationswerdung als Prozess der ‚Selbstbehauptung‘? Setzungen der ‚Neuen Rechten‘ zur politischen Kultur der Bundesrepublik.“ In: Gerrit Dworok, Thomas Exner (Hrsg.): Komplexität und Wahrheit. Wissenschaft im Spannungsfeld von Beschreibung, Deutung und Verzerrung. Nomos, Baden-Baden 2019, S. 128</ref>

Sommerfeld war von 1998 bis zu dessen Tod<ref>Kanal Schnellroda: »2017, Buchmesse: Das war krass!« – Verleger Kubitschek im Gespräch mit Caroline Sommerfeld. 5. August 2025, abgerufen am 25. April 2026.</ref> mit dem Germanisten und Kulturwissenschaftler Helmut Lethen (1939–2026), einem Exponenten der kulturellen Linken,<ref>Christian Geyer: Waldorfschule in Wien: Die falsche Mutter. In: FAZ.net. 7. September 2018, abgerufen am 11. September 2018.</ref> verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat. Sie veröffentlichte in der Zeitschrift Sezession und in ihrem Blog über die neurechten Auseinandersetzungen mit der 68er-Bewegung mehrere „Dialoge mit H.“.<ref>Er predigt den Austausch, sie marschiert auf Fackelzügen. In: sueddeutsche.de. 2017, abgerufen am 17. April 2018.</ref><ref>Ijoma Mangold: Neue Rechte: Besuch von anderen Planeten. In: Die Zeit. Nr. 43, 2017 (zeit.de).</ref> Helmut Lethen antwortete ihr in seiner Monographie Die Staatsräte, Elite im Dritten Reich: Gründgens, Furtwängler, Sauerbruch, Schmitt, die er als „indirekte Auseinandersetzung mit der neuen Rechten“ bezeichnete. Lethen sah in dem „Ursprungsdenken der neuen Rechten“ Parallelen zur „Idee der Volksgemeinschaft“. Sie müsse die nationale Identität durch die „Rituale der Exklusionsmechanismen“ erst künstlich herstellen, um sich auf sie berufen zu können.<ref>Helmut Lethen: Die Staatsräte, Elite im Dritten Reich: Gründgens, Furtwängler, Sauerbruch, Schmitt. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-87134-797-9, Kap. V.</ref><ref>Helmut Lethen über sein Buch "Die Staatsräte" – Fiktive Gespräche mit Gründgens. In: Deutschlandfunk Kultur. (deutschlandfunkkultur.de [abgerufen am 25. Februar 2018]).</ref><ref>Konstantin Sakkos: Radio-Rezension zu Helmut Lethen, Die Staatsräte, Elite im Dritten Reich: Gründgens, Furtwängler, Sauerbruch, Schmitt, Rowohlt 2018. (PDF) SWR 2 Lesenswert Kritik, 6. Februar 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Februar 2018; abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>

Sommerfeld veröffentlichte 2017 zusammen mit Martin Lichtmesz, einem der Wiener Köpfe der Neuen Rechten und Ideologen der Identitären, ein Buch mit dem Titel Mit Linken leben. Das Buch wurde als Gegenstück zu Mit Rechten reden von Per Leo, Maximilian Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn konzipiert,<ref name="Kämmerlings">Richard Kämmerlings: Buchmessen-Tumulte: „Der Plan der Rechten ist perfekt aufgegangen“. In: Die Welt. 17. Oktober 2017 (welt.de).</ref> erschien in Götz Kubitscheks Verlag Antaios und wurde auf der Frankfurter Buchmesse unter Tumulten vorgestellt, die eine Diskussion über den Umgang mit den Neuen Rechten auslösten.<ref name="Kämmerlings" /><ref>Alex Rühle: Buchmesse-Abschluss: Die Rechten stilisieren sich nach dem Buchmesse-Eklat zu Opfern. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Oktober 2017 (sueddeutsche.de).</ref><ref>Dirk Knipphals: Plädoyer für Raison mit Rechten: Goebbels-Vergleiche gewinnen nicht. In: die tageszeitung. 16. Oktober 2017 (taz.de).</ref><ref>Lothar Müller: Frankfurter Buchmesse: Bücher, Fäuste, Illusionen. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Oktober 2017 (sueddeutsche.de).</ref><ref>Gerrit Bartels: Frankfurt: Wie die Buchmesse mit rechtsextremen Verlagen umgeht. In: Der Tagesspiegel. 12. Oktober 2017 (tagesspiegel.de).</ref><ref>Thorsten Jantschek und Matthias Dell: Mit Rechten reden – Pro und Contra: Streiten als Selbstzweck? In: Deutschlandfunk Kultur. 27. Oktober 2017 (deutschlandfunkkultur.de).</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Michael Pawlik beschrieb 2005 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Sommerfelds Dissertation über Kants Ethik als eindrucksvoll und überzeugend.<ref>Caroline Sommerfeld-Lethen: Wie moralisch werden?. Kants moralistische Ethik. (perlentaucher.de [abgerufen am 17. April 2018]).</ref>

Der Literaturkritiker Ijoma Mangold schrieb in der Zeit, dass das Buch Mit Linken leben viele blinde Flecken habe, es habe aber auch einen scharfen Blick für die blinden Flecken der linksliberalen Öffentlichkeit. Dass Sommerfeld und Lichtmesz allerdings allen, die ihre Positionen zurückweisen und bekämpfen, das Etikett „links“ anhängen, sei der Punkt, an dem sie es sich am entschiedensten zu einfach machen würden. Man müsse durchaus manchmal lachen, wenn man Mit Linken leben liest. Der homerische Witz von Mit Rechten reden aber springe dann doch weiter und höher und unterscheide sich auch in puncto intellektueller Redlichkeit, denn während Mit Linken leben seinen ätzenden Witz ausschließlich mit Blick auf den nicht-rechten Gegner zum Einsatz bringe, würde Mit Rechten reden die rhetorischen und medialen Rituale von Rechten und Nichtrechten gleichermaßen unter die Lupe nehmen. Die immer wiederkehrende Rede von „Schuldkult“ und vom „Nationalmasochismus“ sei der größte blinde Fleck im Denken der Rechten. Sie würden nicht sehen, dass der Umgang der Deutschen mit ihrer historischen Schuld ein souveräner, reflektierter und deshalb selbstbewusster sei. Die Auseinandersetzung damit sei nicht Masochismus, sondern Geschichtsbewusstsein.<ref>Neue Rechte: Der Nimbus des Nonkonformismus. In: Die Zeit. Nr. 43, 2017 (zeit.de).</ref> Der Sozialpädagoge Christian Niemeyer bemängelte in einer Rezension für die Zeitschrift für Sozialpädagogik „glaubensdurchtränkte Doxa“ in Sommerfelds Buch Wie erziehen. Zehn Grundsätze und dass Sommerfeld sich „über die wichtigsten Bestände des von ihr kritisierten Faches“ erhebe.<ref>Christian Niemeyer: „Caroline Sommerfeld: Wir erziehen. Zehn Grundsätze (Rezension)“ in: Zeitschrift für Sozialpädagogik 19 (2021), H. 1, S. 105–110, 106 f.</ref>

Die Süddeutsche Zeitung schrieb über die Wandlung von Sommerfeld von Positionen der 68er-Bewegung hin zu neurechten Ideologien, dass sie eine viel gelobte philosophische Dissertation über Immanuel Kant geschrieben habe und früher „ein gern gesehener Gast auf geisteswissenschaftlichen Tagungen“ gewesen sei. Nun marschiere sie „bei Fackelzügen der Wiener Identitären zum Gedenken an die Schlacht gegen die Türken von 1683 mit“. Sommerfeld erklärte hierzu, dass jeder Kritiker dieser Entwicklung ein „Individuum auf Gemeinschaftszerstörungsdroge“ sein müsse und somit „asozial im Wortsinne“.<ref>Johan Schloemann: Er predigt den Austausch, sie marschiert auf Fackelzügen. In: sueddeutsche.de. 2017, abgerufen am 17. April 2018.</ref>

Politische Positionen[Bearbeiten]

In einem Gespräch mit Hasnain Kazim verneinte Sommerfeld die Frage, ob auch Nichtweiße Deutsche sein könnten. Zwar sei dies für sie nicht allein unter dem Gesichtspunkt der „Rasse“ zu bewerten, „aber es hat auf jeden Fall ganz elementar eine ethnische Komponente. Mit der Staatsbürgerschaft allein ist es nicht getan.“ Was „deutsch“ sei, sei „augenscheinlich“ und bedürfe keiner komplexen Definition. Es reiche, in eine typische deutsche Kleinstadt zu fahren und zu registrieren, „wie die Leute dort denken, wie sie sprechen, wie sie aussehen“. Sie sei aber nicht „gegen Fremde ganz pauschal, das ist Quatsch“.<ref name="spiegel" /> In der vom IfS herausgegebenen Sezession schrieb Sommerfeld: „Der Passdeutsche ist und bleibt vom Abstammungsdeutschen unterscheidbar, auch wenn er […] ebenfalls ‚Deutscher‘ genannt werden muss.“ Laut Sommerfeld müssen „größere Zahlen von Ausländern“ – auch in zweiter und dritter Generation in Deutschland lebende Menschen – das Land verlassen, um „das demographische Ende der Abstammungsdeutschen abzuwenden“.<ref>Tim Schulz: Die AfD und ihre engen Verbindungen nach Schnellroda www.mdr.de, 15. Oktober 2021</ref>

In einem 2017 in der Sezession protokollierten Gespräch mit ihrem Mann stellte sie die Forderung auf, Holocaust-Forschung müsse „freie Forschung sein dürfen“. Der Historiker Volker Weiß merkte dazu an, dass historische Forschung hierzulande frei sei, strafbewehrt sei nur Holocaustleugnung. Er kritisierte, dass niemand Sommerfeld „in den zahlreichen Interviews“ gefragt habe, was genau sie damit gemeint habe.<ref name="Weiß" />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Caroline Sommerfeld-Lethen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Publikationen[Bearbeiten]

  • (Hrsg.): Lebenskunst und Moral. Gegensätze und konvergierende Ziele. Mit einer Einleitung von Helmut Lethen. BWV, Berlin 2004, ISBN 978-3-8305-0577-8.
  • Wie moralisch werden? Kants moralistische Ethik. Alber, Freiburg/München 2005, ISBN 978-3-495-48128-8.
  • mit Martin Lichtmesz: Mit Linken leben. Verlag Antaios, Schnellroda 2017, ISBN 978-3-944422-96-1.
  • Wir erziehen. Zehn Grundsätze. Verlag Antaios, Schnellroda 2019, ISBN 978-3-944422-78-7.
  • mit Ellen Kositza: Vorlesen. Verlag Antaios, Schnellroda 2019, ISBN 978-3-944422-76-3.
  • Selbstrettung. Unsere Siebensachen. (= Kaplaken. 69) Verlag Antaios, Schnellroda 2020, ISBN 978-3-944422-69-5.
  • Versuch über den Riß. (= Kaplaken. 78) Verlag Antaios, Steigra 2021, ISBN 978-3-949041-78-5.
  • mit Martin Barkhoff: Volkstod – Volksauferstehung. 28 Briefe aus Wien und Peking. Verlag Antaios, Steigra 2021, ISBN 978-3-949041-70-9.
  • Verschwörungstheorien. Was machen sie mit uns? Verlag Antaios, Steigra 2024, ISBN 978-3-949041-58-7.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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