Ellen Kositza
Ellen Kositza (verh. Ellen Kubitschek, vormals verh. Ellen Schenke;<ref name="Speit2016">Andreas Speit: „Political Correctness“ unerwünscht. In: die tageszeitung, 6. Februar 2016, S. 3.</ref> * 1. Dezember 1973 in Offenbach am Main) ist eine deutsche Journalistin und Publizistin der Neuen Rechten.<ref name="endstation-rechts.de">Ellen Kositza: Das widerborstige Leben einer rechten Glucke. In: endstation-rechts.de. 15. Januar 2009, abgerufen am 18. Januar 2023.</ref><ref>Interview - "Gleichheit ist langweilig". Abgerufen am 20. Juni 2022.</ref><ref>Mariam Lau: "Nebenbei: knallrechts". In: Zeit.de. 30. Januar 2018, abgerufen am 6. Februar 2022.</ref><ref>Institut für Staatspolitik - Die Denkfabrik der Neuen Rechten. Abgerufen am 6. Februar 2022.</ref><ref>Die Neue Rechte in der Sackgasse. In: gegneranalyse.de. 21. Oktober 2019, abgerufen am 6. Februar 2022.</ref><ref>Institut für Staatspolitik - Die Denkfabrik der Neuen Rechten. Abgerufen am 6. Februar 2022.</ref>
Leben[Bearbeiten]
Ellen Kositza stammt aus dem hessischen Offenbach am Main.<ref name="BraunGeislerGerster33f" /> Mit ihrem Ehemann Götz Kubitschek, einem maßgeblichen Akteur der Neuen Rechten,<ref name="Speit2016" /> hat sie fünf Kinder. Zwei Kinder wurden während ihres Studiums in ihrer ersten Ehe geboren.<ref name="endstation-rechts.de" /> Kositza lebt mit ihrer Familie auf einem ehemaligen Rittergut im sachsen-anhaltischen Schnellroda.<ref name="Speit2016" />
Sie studierte in den 1990er-Jahren Lehramt.<ref>Michael Klonovsky: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Gegen-68er ( des Vorlage:IconExternal vom 16. Mai 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: Focus, 9. Oktober 1995, Ausgabe 41, S. 78–80.</ref> Noch während ihres Studiums 1993 wurde sie Stammautorin<ref name="BraunGeislerGerster33f" /> der Zeitung Junge Freiheit. Dort war sie u. a. für den Bereich Dark Wave zuständig.<ref>Stefan Lindke: Der Tabubruch von heute ist der Mainstream von morgen. Die ›Neue Deutsche Härte‹ als ästhetisches Spiegelbild der wiedererstarkten Nation. In: Andreas Speit (Hrsg.): Ästhetische Mobilmachung. Dark-Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien. Unrast, Hamburg u. a. 2002, ISBN 3-89771-804-9, S. 264.</ref> Außerdem setzte sie sich in der JF für die „Rehabilitation eines traditionellen Frauenbildes“ (Helmut Kellershohn) ein.<ref>Helmut Kellershohn: Volk, Staat und Nation. Konturen des völkischen Nationalismus in der „Jungen Freiheit“. In: Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit.“ Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15421-3, S. 139.</ref> Nach der Analyse Kellershohns wurde Kositza zu einer der wichtigsten Autorinnen der Wochenzeitung.<ref>Helmut Kellershohn: Volk, Staat und Nation. Konturen des völkischen Nationalismus in der „Jungen Freiheit“. In: Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit.“ Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15421-3, S. 141.</ref>
Kositza wird der Neuen Rechten zugerechnet;<ref>Siehe u. a.: Helga Druxes: Manipulating the Media. The German New Right's Virtual and Violent Identities. In: Patricia Anne Simpson, Helga Druxes (Hrsg.): Digital Media Strategies of the Far Right in Europe and the United States. Lexington Books, London 2015, ISBN 978-0-7391-9881-0, S. 132 f.</ref> sie ist dem Fachjournalisten Andreas Speit zufolge „die einzige Frau mit Gewicht innerhalb der Neuen Rechten“.<ref>Andreas Speit: Bürgerliche Scharfmacher. Deutschlands neue rechte Mitte – von AfD bis Pegida. Orell Füssli Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-280-05632-5, S. 325.</ref> Sie veröffentlichte u. a. in den Zeitschriften Criticón, wir selbst<ref>Christian Dornbusch, Jan Raabe, Andreas Speit: Synergie-Effekte - Bewegungen zwischen Schwarzer Szene und braunem Spektrum. In: Andreas Speit (Hrsg.): Ästhetische Mobilmachung. Dark-Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien. Unrast, Hamburg u. a. 2002, ISBN 3-89771-804-9, S. 225.</ref> und eigentümlich frei.<ref>Julian Bruns, Kathrin Glösel, Natascha Strobl: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. Unrast, Münster 2014, ISBN 978-3-89771-549-3, S. 144.</ref> Wie auch andere JF-Autoren nahm sie an Veranstaltungen der neurechten Denkfabrik Institut für Staatspolitik (IfS) teil;<ref>Anton Maegerle: Blätter gegen den Zeitgeist und Dekadenz. Profile und Beziehungen neurechter Periodika an Beispielen. In: Wolfgang Gessenharter, Thomas Pfeiffer (Hrsg.): Die Neue Rechte – eine Gefahr für die Demokratie?. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-8100-4162-9, S. 203.</ref> so war sie 2000 Referentin bei einer Sommerakademie.<ref name="BraunGeislerGerster33f" /> Sie ersetzte dann den Philosophen Erik Lehnert, der als Geschäftsführer an das IfS wechselte, als Autorin bei der durch ihren Mann zu verantwortenden Zeitschrift Sezession.<ref>Helmut Kellershohn: Widerstand und Provokation. Strategische Optionen im Umkreis des „Instituts für Staatspolitik“. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten. Hintergründe - Analysen - Antworten. VS Verlag für Sozialwissenschaften, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15911-9, S. 266.</ref> Im Jahre 2010 nahm sie mit anderen Neurechten an einem laut dem Publizisten Volker Weiß „von Neonazis dominierten ‚Gedenkmarsch‘ für die Bombenopfer von Dresden“ teil.<ref>Volker Weiß: Die „Konservative Revolution“. Geistiger Erinnerungsort der „Neuen Rechten“. In: Martin Langebach, Michael Sturm (Hrsg.): Erinnerungsorte der extremen Rechten (= Edition Rechtsextremismus. Bd. 101). Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-00130-8, S. 114.</ref> Anfang 2015 gehörte sie in Rom zu den Teilnehmern eines Kongresses der rechtspopulistisch-fremdenfeindlichen Partei Lega Nord, bei dem ihr Mann Götz Kubitschek einen Vortrag hielt.<ref>Helmut Kellershohn, Es geht um Einfluss auf die Köpfe" – Das Institut für Staatspolitik, Bundeszentrale für politische Bildung, 7. Juli 2016.</ref>
Im Editorial von Christ und Welt bezeichnete die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Christiane Florin das Schrifttum der Familie Kubitschek-Kositza als rechtsradikal.<ref name="Florin2015">Christiane Florin: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Editorial: Freude am Glauben, naturtrüb ( vom 4. März 2016 im Internet Archive). In: ZEIT/Christ und Welt, Ausgabe 32/2015, S. 2.</ref> 2000 brachte Kositza gemeinsam mit ihrem Mann anlässlich des 80. Geburtstages Armin Mohlers bei der Edition Antaios eine Festschrift heraus.<ref name="BraunGeislerGerster33f" /> Wissenschaftlichen Publikationen zufolge vertritt sie antifeministische und antiemanzipatorische Positionen.<ref>Vgl. Samuel Salzborn: Rechtsextremismus: Erscheinungsformen und Erklärungsansätze. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Nomos (UTB), Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8252-4476-7, S. 84; Renate Bitzan: Geschlechterkonstruktionen und Geschlechterverhältnissein der extremen Rechten. In: Fabian Virchow, Martin Langebach, Alexander Häusler (Hrsg.): Handbuch Rechtsextremismus (= Edition Rechtsextremismus). Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-531-18502-6, S. 358.</ref> In einem Sammelbandbeitrag von 1995 plädierte sie für die Todesstrafe für Kinderschänder, Vergewaltiger und Dealer.<ref name="BraunGeislerGerster33f" /> Laut den Publizisten Stephan Braun, Alexander Geisler und Martin Gerster gibt es bei Kositzas Aussagen zur Migration eine Anschlussfähigkeit an das „rechtsextremistische Parteienspektrum“.<ref name="BraunGeislerGerster33f">Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster: Die „Junge Freiheit“ der „Neuen Rechten“. Bundes- und landespolitische Perspektiven zur „Jungen Freiheit“ und den Medien der „Neuen Rechten“. In: Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit.“ Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15421-3, S. 33 f.</ref> Am 23. Oktober 2024 war Kositza Livestream-Gast beim damaligen Bundesvorsitzenden der rechtsextremen Partei Die Heimat, Frank Franz.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Plauderstrom - Bei mir zu Gast: Ellen Kositza.] (video) In: youtube.com. Frank Franz, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2008: Gerhard-Löwenthal-Preis, ein Journalistenpreis der Jungen Freiheit und der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung<ref>Andreas Speit: Bürgerliche Scharfmacher. Deutschlands neue rechte Mitte – von AfD bis Pegida. Orell Füssli Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-280-05632-5, S. 132.</ref>
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
Monografien
- Gender ohne Ende oder was vom Manne übrigblieb (= Kaplaken. 7). Edition Antaios, Schnellroda 2008, ISBN 978-3-935063-77-7.
- Die Einzelfalle. Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt. Verlag Antaios, Schnellroda 2016, ISBN 978-3-944422-17-6.
- Das war’s – Diesmal mit Kindern, Küche, Kritik. Verlag Antaios, Schnellroda 2017, ISBN 978-3-944422-18-3.
- mit Caroline Sommerfeld: Vorlesen. Verlag Antaios, Schnellroda 2019, ISBN 978-3-944422-76-3.
- Geschlecht und Politik (= Kaplaken. 94). Edition Antaios, Schnellroda 2025, ISBN 978-3-949041-94-5.
Herausgeberschaften
- mit Karlheinz Weißmann, Götz Kubitschek (Hrsg./Bearb.): Lauter Dritte Wege. Armin Mohler zum Achtzigsten. Edition Antaios, Bad Vilbel 2000, ISBN 3-935063-00-8.
- mit Götz Kubitschek (Hrsg.): Tristesse Droite. Die Abende von Schnellroda. Verlag Antaios, Schnellroda 2015, ISBN 978-3-944422-21-3.
- mit Götz Kubitschek (Hrsg.): Das Buch im Haus nebenan. Verlag Antaios, Steigra 2020, ISBN 978-3-944422-10-7.
Beiträge in Sammelbänden
- Grenzgänge. In: Roland Bubik (Hrsg.): Wir ’89er. Wer wir sind – was wir wollen. Ullstein, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-548-36643-0, S. 87–105.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Ellen Kositza im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Ellen Kositza in der Deutschen Digitalen Bibliothek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kositza, Ellen |
| ALTERNATIVNAMEN | Kubitschek, Ellen; Schenke, Ellen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Journalistin und Publizistin der Neuen Rechten |
| GEBURTSDATUM | 1. Dezember 1973 |
| GEBURTSORT | Offenbach am Main |