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Carsten Volquardsen

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Carsten Volquardsen (* 27. April 1902 in Flensburg; † 23. Mai 1941 in Kania, auf Kreta<ref>Todesdatum und -ort nach dem Eintrag zu Volquardsen in der Datenbank des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge</ref>) war ein deutscher politischer Funktionär und SA-Führer, zuletzt im Rang eines Brigadeführers.

Datei:Volquardsen Carsten LG10a-RFS-1932 part of 242-HF-0084.jpg
Volquardsen im Juli 1932 beim Lehrgang 10a an der Reichsführerschule in München

Leben[Bearbeiten]

Frühes Leben[Bearbeiten]

Carsten Volquardsen war ein Sohn des Fedder Volquardsen und seiner Ehefrau Peninne Hedwig Volquardsen, geb. Petersen.<ref>Stadtarchiv Flensburg: Geburtsregister für das Jahr 1902, Geburtsurkunde Nr. 517/1902.</ref>

1917 trat er in die Unteroffiziervorschule in Mölln ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er in die Reichswehr übernommen, der er bis zum 30. September 1931 angehörte. Während dieser Zeit wurde er am 1. April 1927 zum Leutnant befördert.

Am 5. November 1927 erfolgte in Flensburg seine Eheschließung mit Karoline Christine Mary Mißfeld (* 2. Dezember 1903, gest. 11. Juni 1968 in Kiel)<ref>Stadtarchiv Flensburg: Heiratsregister für das Jahr 1927, Heiratsurkunde Nr. 438/1902.</ref>.

Karriere in der NS-Bewegung[Bearbeiten]

Am 14. Oktober 1931 schloss Volquardsen sich der Sturmabteilung und zum 1. November 1931 der NSDAP an (Mitgliedsnummer 727.710).<ref>Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/24400141</ref>

1931 zunächst Führer einer SA-Schar in Weddingstedt bei Heide, war er, nun bereits im Rang eines SA-Sturmführers, vom 3. April 1932 bis zum 14. April 1932 ein Teilnehmer des 10. Lehrgangs an der Reichsführerschule in München, der infolge des reichsweiten SA- und SS-Verbotes unterbrochen wurde; vom 1. bis 16. Juli 1932 nahm er auch an dessen Fortsetzung, dem Lehrgang 10a mit Erfolg teil. Mit Wirkung vom 1. Juli 1932 wurde er zum Sturmbannführer befördert und zugleich als Adjutant der SA-Standarte 85 »Dithmarschen« (Heide) ernannt<ref>Der Oberste SA-Führer. II Nr. 2420/32. Führerbefehl Nr. II vom 9. September 1932 (Anm.: Die Vorbemerkung der Führerbefehle III, IV und V gilt auch für diesen Führerbefehl – „Alle Führerbefehle, die die erstmalige Stellenbesetzung nach Neuaufstellung der SA regeln, sind mit römischen Nummern (I, II usw.) bezeichnet. Die darin ausgesprochenen Ernennungen und Beförderungen haben die Wirksamkeit vom 1. Juli 1932 bei allen gemäß diesen Befehlen in eine neue Dienststellung oder in einen neuen Dienstgrad einrückenden SA-Führern, … “)</ref> und hatte diese Dienststellung bis zum 5. Oktober 1932 inne. Vom Herbst 1932 bis Frühjahr 1933 leitete er das Lockstedter Lager, das vom Reichskuratorium für Jugendertüchtigung betrieben wurde. Mit Wirkung vom 2. August 1933 wurde Volquardsen zum Standartenführer befördert und hatte fortan zugleich bis zum 31. Dezember des Jahres die Dienststellung als Standartenführer z.b.V. der SA-Gruppe Nordmark inne<ref>Beförderung (vom Obersturmbannführer zum Standartenführer m.W.v. 02.08.1933) laut Führerbefehl Nr. 18 vom 1. Oktober 1933.</ref>. Zudem war er im Zeitraum vom 15. September bis 31. Dezember zusätzlich mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Beauftragten des Chefs des Ausbildungswesens bei der SA-Gruppe Nordmark beauftragt<ref>Beauftragung laut Führerbefehl Nr. 19 vom 9. November 1933</ref>. Ab 1. Januar 1934 ernannt als Beauftragter des Chefs des Ausbildungswesens bei der SA-Gruppe Nordmark, wurde Volquardsen Ende 1934 mit dem Aufbau der Gruppenschule der SA-Gruppe Nordmark auf Gut Stift in Altenholz bei Kiel bis zum Januar 1935 beauftragt und hatte deren Leitung später erneut vom 1. Juni 1937 bis zum 31. Dezember 1937 inne<ref> vgl. Nachruf der Gruppe Nordmark in »Der Sturm- und Frontsoldat« Kriegsnachrichten der SA-Standarte 265 Pinneberg, Folge 18 vom 20. Juni 1941</ref>.

Im Januar 1935 wurde er stellvertretend bis zum 31. Mai 1935 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Stabsführers der seit dem 1. Februar 1934 von Joachim Meyer-Quade geführten SA-Gruppe Nordmark beauftragt<ref>An Stelle des von Januar 1935 bis zum 15. Mai 1935 zum Stab der Obersten SA-Führung kommandierten SA-Standartenführers Johannes Wolter.</ref>. Am 9. November 1937 als Leiter der Gruppenschule zum SA-Oberführer befördert<ref>Beförderung laut Führerbefehl Nr. 57 vom 9. November 1937</ref>, wurde er vom 1. Januar 1938 bis 31. Mai 1938 erneut mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Stabsführers der Gruppe Nordmark beauftragt, anschließend mit Wirkung vom 1. Juni 1938 zum Stabsführer dieser Gruppe ernannt und bekleidete diese Dienststellung bis zu seinem Tod. Am 30. Januar 1941 stieg er zum SA-Brigadeführer auf<ref>Beförderung laut Führerbefehl Nr. 77 vom 30. Januar 1941</ref> und erreichte damit seinen höchsten Dienstgrad in der SA<ref>Volquardsen ist einer der SA-Führer, zu denen im Bundesarchiv Berlin keine SA-Akte vorhanden bzw. auffindbar ist.</ref>.

Anlässlich der Reichstagswahl 1936 am 29. März 1936 (Wahlkreis 13, Schleswig-Holstein) und der Reichstagswahl 1938 am 10. April 1938 kandidierte Volquardsen erfolglos auf der „Liste des Führers zur Wahl“ (Listenplatz 1643) für den Reichstag.

Rolle bei der Zerstörung der Kieler Synagoge[Bearbeiten]

Am Abend des 9. November 1938 wurde Volquardsen von Meyer-Quade, der mit dem Gauleiter Hinrich Lohse in München war, telefonisch beauftragt, im Rahmen der Reichskristallnacht in Schleswig-Holstein durchgeführten antijüdischen Pogrome einzuleiten.

Als Hauptorganisator instruierte er zu diesem Zweck um Mitternacht die wichtigsten schleswig-holsteinischen SA-Führer bei einer eilends einberufenen Versammlung. Außerdem wies er die Feuerwehr Kiel vorab an, die Synagoge Goethestraße nicht zu löschen, sondern nur ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude zu verhindern.<ref>Klaus Bästlein: Die Judenpogrome am 9./10. November 1938 in Schleswig-Holstein, in: Grenzfriedensbund (Hrsg.): Jüdisches Leben und die Novemberpogrome 1938 in Schleswig-Holstein, 1988, S. 18; Bernd Biege: Helfer unter Hitler. Das Rote Kreuz im Dritten Reich, 2000, S. 232.</ref>

Darüber hinaus arrangierte Volquardsen an diesem Abend eine Besprechung von Vertretern der Gau- und Kreisleitung, der SA, der SS, des SD und der Kriminalpolizei, in der beschlossen wurde, dass für den ermordeten Ernst vom Rath „mindestens zwei Juden aus Kiel mit dem Tode zu büßen hätten.“ Als Opfer wurden schließlich zwei Männer namens Lask und Lewen ausgewählt, auf die je ein gemischtes Kommando aus SA und SS angesetzt wurde. Die Männer wurden laut einem von Volquardsen verfassten Bericht am Morgen nach dem Pogrom in schwerverletztem Zustand in die Universitätsklinik Kiel eingeliefert, überlebten aber.<ref>Bästlein: Die Judenpogrome am 9./10. November 1938 in Schleswig-Holstein, in: Grenzfriedensbund (Hrsg.): Jüdisches Leben und die Novemberpogrome 1938 in Schlewisg-Holstein, 1988, S. 16.</ref>

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Kurz nach dem Überfall auf Polen meldete Volquardsen sich als Freiwilliger zum Militär.

Er starb 1941, als er als Oberleutnant und Kompaniechef eines Fallschirmjägerregiments an der Schlacht um Kreta teilnahm.

Sein Grab befindet sich auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Maleme.<ref>Angaben zur Grabstätte beim Volksbundes Kriegsgräberfürsorge</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />