Cellulite
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Cellulite (Synonyme: Dermopanniculosis deformans, Adipositas oedematosa, Orangenhaut, Apfelsinenhaut oder fälschlicherweise Zellulitis) ist eine konstitutionell bedingte, nicht entzündliche Veränderung des subkutanen Fettgewebes, die im Bereich des Oberschenkels, und des Gesäßes, sowie am Bauch auftreten kann. Die dellenförmige Hautoberfläche erinnert an die Oberfläche einer Orange.<ref>Peter Reuter: Springer Lexikon Medizin. Springer, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-540-20412-1, Lemma Cellulite.</ref><ref name = TK>Cellulite und das weibliche Schönheitsideal Techniker Krankenkasse, abgerufen am 6. September 2024</ref>
Die Hautveränderungen sind harmlos und verursachen keine körperlichen Symptome, werden jedoch von den Betroffenen in der Regel als unansehnlich wahrgenommen. Cellulite tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, da Männer eine andere Bindegewebestruktur besitzen. Bei Übergewicht oder schwachem Bindegewebe kann die Hauterscheinung schon in jungen Jahren auftreten, mit fortschreitendem Alter sind 98 Prozent aller Frauen (in unterschiedlichem Ausmaß) von Cellulite betroffen.<ref name = TK/>
Begriffe[Bearbeiten]
Die Bezeichnung Zellulitis oder Cellulitis als ein Synonym für Cellulite ist in der medizinischen Fachsprache und vor allem in der Umgangssprache weit verbreitet. In der Medizin wird „Zellulitis“ verwendet für:
- das auf dieser Seite beschriebene, eher kosmetisch einzustufende, nicht-entzündliche Phänomen Cellulite, Dermopanniculosis deformans,<ref>Hoffmann-La-Roche-Aktiengesellschaft: Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Elsevier Health Sciences, Grenzach-Wyhlen 2009, ISBN 978-3-437-15156-9, S. 302.</ref>
- Entzündung des Unterhautzellgewebes, meist bakteriell-eitrig, siehe Zellulitis (Entzündung),
- Fibrositis.
Im Fachbuch Dermatologie und Venerologie werden Zellulitis und Cellulite als „hauptsächlich von Laien gebrauchte“ Begriffe für (nicht-entzündliche) Adipositas oedematosa bezeichnet.<ref>Otto Braun-Falco, Gerd Plewig, Helmut Heinrich Wolff, Walter H. C. Burgdorf, Michael Landthaler: Dermatologie und Venerologie. Springer-Verlag, 2005, ISBN 978-3-540-26624-2, S. 1023 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 15. Oktober 2022]).</ref>
Im bekannten Klinischen Wörterbuch (Pschyrembel), das für die medizinische Terminologie im deutschsprachigen Raum maßgeblich ist, steht (Stand: 2023) nur der Begriff Zellulitis, nicht aber Cellulite. Zellulitis wird dort ähnlich wie in Dermatologie und Venerologie definiert:
- „terminologisch ungünstige Bez. f. eine nicht entzündl., konstitutionell bedingte umschriebene Adipositas m. leichter Lymphstauung u. geringer (mukoider) Ödembildung im Bereich des Bindegewebes (sog. Adipositas circumscripta oedematosa)“ (S. 1841).
Aus medizinischer Sicht ist der Begriff „Zellulitis“ für Cellulite jedoch irreführend, da er aufgrund der Endung -itis einen entzündlichen Prozess zu beschreiben scheint, der allerdings bei Cellulite nicht vorliegt. Ebenso missverständlich ist das französische Wort Cellulite selbst, das auf Deutsch Zellulitis bedeutet:<ref>Otto Braun-Falco, Johannes Ring: Vorträge der XII. Fortbildungswoche der Dermatologischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München in Verbindung mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. vom 23. bis 28. Juli 1989. 12. Auflage. Springer, 2013, ISBN 978-3-642-48223-6, S. 184 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 15. Oktober 2022]).</ref>
Der Duden bezeichnet die Verwendung von Zellulitis/Cellulitis als Synonym für Cellulite als „fälschlich“.<ref>Cellulitis, Online-Duden, abgerufen am 2. August 2026.</ref> Zellulitis sollte nach Ansicht der Duden-Redaktion nur den durch eine bakterielle Infektion verursachten entzündlichen Prozess des Unterhautgewebes bezeichnen (der bei Cellulite nicht vorliegt).
Beschreibung[Bearbeiten]
Die Beschreibung des Erscheinungsbildes unter der Bezeichnung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) kam im englischen Sprachraum Ende der 1960er Jahre auf. Weite Verbreitung erlangte die Vorstellung auch durch Publikationen von Nicole Ronsard.<ref></ref> Ihre Beschreibungen der Ursache als Schlacke, die sich im Körper ablagere, haben sich mittlerweile als falsch herausgestellt.
Cellulite entsteht bei Frauen im subkutanen Fettgewebe als Pölsterchen mit leichter Stauung der Lymphe:<ref>Margaret Minker (Hrsg.): Wörterbuch der Medizin. Falken, Niedernhausen 1992, Lemma Cellulite.</ref> Das Fettgewebe wird von bindegewebigen Kollagensträngen (Retinacula cutis) in gitterartigen Unterteilungen durchzogen. Diese Strukturen schwellen unter den Hormonveränderungen des Menstruationszyklus mehr oder weniger an und machen so die Form der Kollagenbänder sichtbar. Cellulite ist folglich auch durch das Hormon Östrogen bedingt. Für die alternativmedizinische Behauptung, verantwortlich sei die Ansammlung diverser Stoffwechselprodukte im Bindegewebe (Stichworte Übersäuerung und Entschlackung), gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
Behandlungsversuche[Bearbeiten]
Die Veränderung der Hautoberfläche ist keine Krankheitserscheinung, sondern eine rein ästhetische Eigenschaft. Zur Vorbeugung oder Verminderung sind zahlreiche medizinische, alternativmedizinische und kosmetische Behandlungsmethoden entwickelt worden, von denen jedoch keine vollständig erfolgreich ist. Kosmetisch werden oft drei Stufen des Hautbildes unterschieden:
- Sichtbare Dellen bei einem Kneiftest.
- Dellen sind im Stehen, jedoch nicht im Liegen sichtbar.
- Dellen sind auch beim Liegen zu sehen.
Ohne Nachweis eines therapeutischen Effekts<ref></ref> werden folgende Behandlungsmethoden versucht:
- Reduktion des Körperfettanteils durch die Injektions-Lipolyse (Fettweg-Spritze)
- ästhetische Mesotherapie oder Micro-Needling zur Verbesserung der Hautoberfläche
- akustische Wellentherapie: Ultraschallwellen werden in das Behandlungsgebiet eingeleitet
- Lymphdrainage
- Massage mit Papayakernöl<ref>Heike Käser: Naturkosmetik selber machen. 7. Auflage. Freya, ISBN 978-3-99025-049-5, S. 512.</ref>
- Behandlung mit Unterdruck in einer speziellen Vakuum-Röhre: Intermittierende Vakuumtherapie
- Anregung der Durchblutung der Haut durch ausreichende Bewegung, Wechselduschen und Bürstmassagen
- Endermologie, mechanische Bindegewebsmassage zur „Hautgymnastik“
- unterstützende Ernährung, beispielsweise Verzehr von Vitamin C, welches durch die Vernetzung kollagener Fasern zur Stärkung des Bindegewebes führen kann
- Meersalz-Bäder
- Körperwickel mit Bandagen straffen das Gewebe
- Kryotherapie (Anwendung extrem niedriger Temperaturen – bis zu −160 °C für eine kurze Zeit) – insbesondere die Ganzkörper-Kältetherapie in einer Kryokammer
- alternativmedizinische Methoden, wie z. B. galvanische Feinstrom-Behandlungen
Da Cellulite tiefe Hautstrukturen betrifft, kann durch Cremes, Salben und ähnliche kosmetische Behandlungen kein Erfolg erzielt werden. Eine erkennbare Wirkung ist nur auf das Einmassieren zurückzuführen. Bei der Fettabsaugung (Liposuktion) wird zwar Körperfett entfernt, die typischen Hautdellen können jedoch bestehen bleiben oder sich erneut entwickeln.
Weblinks[Bearbeiten]
- Werner Bartens: Hilflos gegen Orangenhaut. In: Süddeutsche Zeitung vom 20. August 2010.
- Christina Hucklenbroich: Cellulite: Die neue Beulenpest. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. Juli 2007.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />