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Charles Didier

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Charles Didier
Datei:Die junge George Sand.jpg
George Sand (1838)

Charles-Emmanuel Nicolas Didier (* 15. September 1805 in Genf; † 7. März 1864 in Paris) war ein Schweizer französischsprachiger Dichter, Journalist und Reiseschriftsteller, der unter anderem Karl May beeinflusst hat.<ref name="lieblang">Helmut Lieblang: Im Schatten des Großherrn: Karl May, Charles Didier, von der Berswordt. Karl-May-Gesellschaft</ref>

Leben und Werk[Bearbeiten]

Charles Didier betrieb zunächst klassische literarische Studien in Genf, wo er die beiden Gedichtsammlungen La Harpe helvétique (1825) und Mélodies helvétiques (1828) veröffentlichte. Gegen Ende der 1820er Jahre bereiste er Italien bis nach Sizilien. 1830 liess er sich in Paris nieder, wo ihn Béranger, Chateaubriand, Hugo, Dumas willkommen hiessen<ref>Alexandre Dumas: Lettres à mon fils. Mercure de France, 2008 (Claude Schopp, éd.), S. 346</ref> und wo er mit seinem Roman Rome souterraine (1833) über die Carbonari Erfolg hatte, sich mit Sainte-Beuve, George Sand<ref>Deren Geliebter er 1836 war (Alexandre Dumas: Lettres à mon fils. Mercure de France, 2008, Claude Schopp, éd.), S. 346</ref> und Félicité de Lamennais anfreundete und eine journalistische und literarische Karriere verfolgte, die durch zahlreiche Reisen unterbrochen wurde.<ref>Daniel Maggetti: Didier, Charles. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> Den Winter 1853/54 verbrachte er in Kairo und beschrieb hier Basare, Pyramiden, Moscheen und das Justiz- und Gesundheitssystem. Er reiste einen Teil mit Richard Burton (1821–1890) zusammen<ref>Charles Didier wird in Burtons Mekka-Werk erwähnt (Personal narrative of a pilgrimage to El Medinah and Meccah. 1855. Band I: archive.org – Band II: archive.org.)</ref> und begann seine Reise in Arabien mit einem Besuch des Gross-Scherifs (Grand-Chérif) von Mekka in Ta'if und Dschidda, danach setzte er über nach Afrika und erforschte die Wüste von Sawakin nach Khartum im Sudan, gab Nachricht über die Mission am Weissen Nil und kehrte über Ägypten heim. Seine Reiseberichte sind heute nahezu vergessen, sie leben in den Erzählungen von Karl May fort, der in Didiers Werken Vorlagen fand.<ref name="lieblang" /> Didiers Haupterfolg blieb sein Roman Rome souterraine (1833). Er schrieb auch für die Revue encyclopédique und die Revue des Deux Mondes. Vom Leben enttäuscht, mit einer angeschlagenen Gesundheit und finanziellen Problemen konfrontiert, beging Didier schliesslich am 8. März 1864 in Paris Suizid, nachdem er vollständig erblindet war.

Seine beiden Werke Rome souterraine und Campagne de Rome wurden durch die römisch-katholische Glaubenskongregation 1835 bzw. 1844 auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt.<ref>Didier, Charles. In: Jesús Martínez de Bujanda, Marcella Richter: Index des livres interdits: Index librorum prohibitorum 1600–1966. Médiaspaul, Montréal 2002, ISBN 2-89420-522-8, S. 290 (französisch, Digitalisat in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

lyrische Dichtungen<ref>Sein Gedicht La Voix de l’onde («Stimme der Flut») beispielsweise fand neben Gedichten von Chateaubriand, Lamartine, Victor Hugo, Sainte-Beuve, Vigny, Musset, Béranger, Gautier, Henri Durand und anderen Aufnahme in der Anthologie von Emanuel Geibel und Heinrich Leuthold [Übers.]: Fünf Bücher französischer Lyrik vom Zeitalter der Revolution bis auf unsere Tage in Uebersetzungen. Cotta, Stuttgart 1862, S. 264 f.; Textarchiv – Internet Archive</ref>

  • 1825: La Harpe helvétique
  • 1828: Mélodies helvétiques (Digitalisat)

Romane

Helmut Lieblang hat eine Reihe seiner ins Deutsche übersetzten Romane zusammengestellt:

„›Anselmo‹ (Braunschweig 1835), ›Chevalier Robert‹ (Zwickau 1839), ›Die Geheimnisse von Rom‹ (Halberstadt 1846). Unter dem Reihentitel ›Sämmtliche Schriften‹ erschienen 1845–1847 in Nordhausen ›Caroline in Sizilien‹, ›Thekla oder der Consul in Marokko‹, ›Als Geliebte, als Mutter‹ und ›Ritter Robert oder Leben und Ende eines modernen Weltverbesserers‹.<ref name="lieblang" />“

Reisewerke<ref>Prince Ibrahim-Hilmy: The Literature of Egypt and the Soudan from the earliest times to the year 1885 inclusive. A bibliography, comprising printed books, periodical writings, and papers of learned societies, maps and charts, ancient papyri, manuscripts, drawings &c. London 1886, Band I; Textarchiv – Internet Archive. Der zweite Band erschien 1887; archive.org.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Wikisource: Charles Didier – Quellen und Volltexte (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value))
Commons: Charles Didier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Fussnoten[Bearbeiten]

<references />

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