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Charles Edward Fuller

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Charles Edward Fuller (* 25. April 1887 in Los Angeles; † 18. März 1968 in Pasadena, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Unternehmer, evangelikaler Geistlicher, Produzent missionarischer Radiosendungen und 1947 Mitbegründer des Fuller Theological Seminary im kalifornischen Pasadena.<ref>Rev. Charles Edward Fuller, Male, 25 April 1887–19 March 1968, 9XJC-GKW, Website ancestors.familysearch.org (2026, amerikanisches Englisch, abgerufen am 21. Juni 2026)</ref>

Leben[Bearbeiten]

Fuller wurde als Sohn des Orangenzüchters Henry Fuller (1846–1926) und seiner Frau Helen M. Day (1844–1923) in Kalifornien geboren. Seine älteren Brüder waren Percy Edmond Fuller (1873–1933), Harry Ephraim Fuller (1875–1917) und Leslie Elmer Fuller (1882–1936).<ref>Rev. Charles Edward Fuller, Male, 25 April 1887–19 March 1968, 9XJC-GKW, Website ancestors.familysearch.org (2026, amerikanisches Englisch, abgerufen am 21. Juni 2026)</ref>

Er studierte Chemie und machte seinen Abschluss 1910 mit magna cum laude am Pomona College in Claremont.<ref>Fuller, Charles Edward - Timeline Biography, The Association of Religion Data Archives, Website thearda.com (2026, englisch, abgerufen am 21. Juni 2026)</ref> Danach arbeitete er zunächst im elterlichen Betrieb in der Nähe von Redlands mit, betätigte sich jedoch auch im Immobilienhandel, der Verpachtung von Ländereien an Ölgesellschaften und dem Transportwesen.<ref name="EoE"></ref>

Während einer Missionsveranstaltung mit dem evangelikalen Prediger Paul Rader im Jahr 1916 erlebte er eine Bekehrung.<ref>Bob Lochte, Christian Radio: The Growth of a Mainstream Broadcasting Force, McFarland & Co., Jefferson, North Carolina 2006, S. 27</ref> In Placentia begann er, Erwachsene an der Placentia Presbyterian Church in einer Sonntagsschule zu unterrichten. Schließlich gab er seine beruflichen Tätigkeiten auf und absolvierte eine Ausbildung zum Pastor am Bible Institute of Los Angeles (heute: Biola University) in La Mirada.<ref>Fuller, Charles Edward - Timeline Biography, The Association of Religion Data Archives, Website thearda.com (2026, englisch, abgerufen am 21. Juni 2026)</ref> Dort beschäftigte er sich mit den Lehren von Reuben A. Torrey, die seine Auffassung bezüglich des dispensationalistischen Prämillenarismus prägten. Im Jahr 1925 gründete Fuller die Calvary Church als unabhängige Kirche, da er mit der starken Ausprägung der Sozialarbeit in der Placentia Presbyterian Church unzufrieden war. Er wurde ordiniert von einer Gruppe baptistischer Kirchen, die mit der fundamentalistisch geprägten Baptist Bible Union verbunden waren. 1930 begann er, Gottesdienste und Bibelunterricht über lokale Radiosender auszustrahlen. Im Jahr 1933 verließ Fuller den Gemeindedienst, um sich fortan ganz seiner Rundfunktätigkeit zu widmen. Dazu gründete er ein eigenes Missionswerk, die Gospel Broadcasting Association. Er produzierte die Radio Revival Hour. Die Sendung wurde sonntags ausgestrahlt, ab dem Jahr 1939 unter dem Namen The Old Fashioned Revival Hour mit nationaler Reichweite. Das auch patriotisch gefärbte Programm wurde danach bei wechselnden Sendern ausgestrahlt<ref>Stefanie Coché: Charles E. Fullers Speedboat; oder: Konservative Religion, Konsum, Leistung und Freizeit in den USA der 1920er Jahre, Wallstein Verlag, 2022, S. 88</ref>, es hatte besonders während des Zweiten Weltkriegs viel Zuspruch und wurde erst 1963 eingestellt.

Fuller war der Geldgeber und Mitbegründer des 1947 in Pasadena gegründeten Fuller Theological Seminary,<ref>Institute for the Study of American Evangelicals: Charles Fuller. Wheaton College, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Mai 2012; abgerufen am 27. Juni 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/isae.wheaton.edu</ref> dessen erster Präsident der evangelikale Harold John Ockenga wurde, der zuvor von 1942 bis 1944 der erste Präsident der National Association of Evangelicals (NAE) gewesen war. Ockenga war theologisch etwas aufgeschlossener als Fuller,<ref name="DJT"></ref> er verfolgte als Leiter des Seminars eine moderatere theologische Richtung. Er war bestrebt, das theologische Vermächtnis Fullers, einen engen prämillenaristischen Fundamentalismus abzustreifen, das gewohnheitsmäßige Beharren auf der absoluten Irrtumslosigkeit der Bibel etwas einzuschränken<ref name="EoE" /> und einen separatistischen Kurs zu vermeiden.<ref name="DJT" /><ref>Charles Edward Fuller, 1887 – 1968, Website christianhof.org (englisch)</ref>

Familie[Bearbeiten]

Fuller war seit 1910 verheiratet mit Grace Leone Payton (1886–1966).<ref>Stefanie Coché: Charles E. Fullers Speedboat; oder: Konservative Religion, Konsum, Leistung und Freizeit in den USA der 1920er Jahre, Wallstein Verlag, 2022, S. 88</ref> Sie hatten einen Sohn Daniel P. Fuller (1925–2023)<ref>Rev. Charles Edward Fuller, Male, 25 April 1887–19 March 1968, 9XJC-GKW, Website ancestors.familysearch.org (2026, amerikanisches Englisch, abgerufen am 21. Juni 2026)</ref>, der 1953 bis 1993 am Fuller Theological Seminary lehrte.<ref>George M. Marsden: How Evangelicals and Fuller are shaped by their Traditions, Website fullerstudio.fuller.edu</ref> Nebst seiner Vision für Evangelisation und Mission liebte er auch das moderne kalifornische Leben mit Konsum, Freizeit, Autos, Motorboot und Strandhaus.<ref>Stefanie Coché: Charles E. Fullers Speedboat; oder: Konservative Religion, Konsum, Leistung und Freizeit in den USA der 1920er Jahre, Wallstein Verlag, 2022, S. 86–97</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefanie Coché: Vom Beichtvater zum Verhaltenstherapeuten. Überzeugungsstrategien und Kommunikationsmuster bei Fundamentalisten und New Evangelicals (ca. 1920–1970), Historische Zeitschrift 309, 2019, S. 70–101.
  • Stefanie Coché: Charles E. Fullers Speedboat; oder: Konservative Religion, Konsum, Leistung und Freizeit in den USA der 1920er Jahre, Wallstein Verlag, 2022, S. 86–97 (DOI:10.46500/83535200-007).<ref>Stefanie Coché: Charles E. Fullers Speedboat; oder: Konservative Religion, Konsum, Leistung und Freizeit in den USA der 1920er Jahre, Wallstein Verlag, 2022, S. 86−97 Website wallstien-open-library.de (2022, abgerufen am 21. Juni 2026)</ref>
  • Daniel P. Fuller: Give the Winds a Mighty Voice: The Story of Charles E. Fuller, Word Books, Waco 1972; Wipf und Stock, Eugene 1972, ISBN 978-1-4982-0715-7.
  • Timothy Larson, David Bebbington und Mark Noll: Biographical Dictionary of Evangelicals InterVarsity Press, Downers Grove 2003.
  • George M. Marsden: Reforming Fundamentalism: Fuller Seminary and the New Evangelicalism, Eerdmans, Grand Rapids 1987.
  • Mark Ward (Senior): The Lord’s Radio. Gospel Music, Broadcasting and the Making of Evangelical Culture, 1920–1960. McFarland & Co, Jefferson 2017.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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