Chiemgau
Der Chiemgau [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.] ist eine historisch-kulturell gewachsene Landschaft in Südost-Oberbayern mit dem Chiemsee im Zentrum und hat eine Größe von rund 2500 km².<ref>Claudia Kreier: Chiemgau Daten und Fakten. (PDF; 890 KB) Chiemgau GmbH Tourismus, 1. März 2025, S. 7, abgerufen am 1. September 2026.</ref> Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) lässt sich die geographische Abgrenzung nicht exakt bestimmen.<ref name="LFU">Entwurf einer kulturlandschaftlichen Gliederung Bayerns als Beitrag zur Biodiversität – 59 Chiemgau. (PDF; 350 kB) In: lfu.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2011, abgerufen am 19. Juli 2026.</ref>
Geografie[Bearbeiten]
Lage und Grenzen[Bearbeiten]
Der Chiemgau umfasst Gebiete des Landkreises Rosenheim und des Landkreises Traunstein.
Die geographische Ausdehnung reicht (sortiert im Uhrzeigersinn):
- im Norden bis zum Landkreis Mühldorf
- im Nordosten bis zum Landkreis Altötting
- im Osten bis zum Rupertiwinkel
- im Südosten bis zum Landkreis Berchtesgadener Land
- im Süden bis zur Landesgrenze Bayerns
- im Westen bis zum Inntal
Kulturlandschaft „Chiemgau“[Bearbeiten]
Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat 2010 den Entwurf einer Gliederung der Kulturlandschaften in Bayern vorgelegt,<ref name="LFU-2">Entwurf einer kulturlandschaftlichen Gliederung. In: lfu.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 9. August 2026.</ref> der 2013 um „Kulturlandschaftliche Empfehlungen für Bayern“<ref name="LFU-4">Kulturlandschaftliche Empfehlungen für Bayern – 59 Chiemgau. In: lfu.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 9. August 2026.</ref> ergänzt wurde.
Der Bereich zwischen dem Inntal (57)<ref>Inntal. In: lfu.bayern.de. Abgerufen am 9. August 2026.</ref> im Westen, dem Rupertiwinkel (60)<ref>Rupertiwinkel. In: lfu.bayern.de. Abgerufen am 9. August 2026.</ref> im Osten, dem Berchtesgadener Land (61)<ref>Berchtesgadener Land. In: lfu.bayern.de. Abgerufen am 9. August 2026.</ref> im Süd-Osten der Landesgrenze im Süden und dem Alz-Hügelland (58)<ref>Alz-Hügelland. In: lfu.bayern.de. Abgerufen am 9. August 2026.</ref> im Norden wurde im Jahr 2011 unter der Nummer 59, als Kulturlandschaft mit dem Namen „Chiemgau“ beschrieben:<ref name="LFU" />
- betroffen sind Teile des Landkreises Rosenheim und Traunstein sowie einem geringen Anteil des Landkreises Berchtesgadener Land
- folgende Naturraum-Einheiten sind ganz oder teilweise betroffen: 038 Inn-Chiemsee-Hügelland<ref>Inn-Chiemsee-Hügelland - Naturregion München. In: naturregion.eu. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>, 027 Chiemgauer Alpen<ref>Chiemgauer Alpen - Naturregion München. In: naturregion.eu. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>, 015 Loferer und Leoganger Alpen<ref>Loferer und Leoganger Alpen - Naturregion München. In: naturregion.eu. Abgerufen am 9. August 2026.</ref> (053 Alzplatte<ref>Alzplatte - Naturregion München. In: naturregion.eu. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>, 039 Salzach-Hügelland<ref>Salzach-Hügelland - Naturregion München. In: naturregion.eu. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>)
Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]
Laut dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), wird in einem seiner Landschaftssteckbriefe, das um den Chiemsee gelegene, von Endmoränenrücken und Schmelzwassertälern kleinkuppig gestaltete Jungmoränengebiet zwischen Inn und Traun in 500 bis 650 m ü. NN, als „Chiemgau“ bezeichnet.<ref name="BfN-1">Landschaftssteckbrief Chiemgau des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), online unter bfn.de.</ref> Mit dem Chiemsee im Zentrum wird der Bereich als Gewässerlandschaft (gewässerreiche Kulturlandschaft) eingestuft.<ref name="BfN-1" /> Die Gesamtfläche diese Bereiches wird mit 784 km² angegeben.<ref name="BfN-1" />
Kommunalpolitische Gliederung[Bearbeiten]
Zum „Chiemgau“ zählen die Gemeinden des Lkr. Rosenheim, die rechts des Inn liegen und alle Gemeinden des Lkr. Traunstein, ausgenommen jene, die zum Rupertiwinkel zählen.<ref>Peter Pfarl, Toni Anzenberger: Chiemgau und Rupertiwinkel. Über Königsschlösser, Lüftlmaler und Zauberberge. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2016, ISBN 978-3-7025-0821-0.</ref>
Im Westen grenzt der LfU die Kulturlandschaft Chiemgau<ref>59 Chiemgau. (PDF) Abgerufen am 26. September 2026.</ref> nach geologischen Gesichtspunkten zur Kulturlandschaft Inntal<ref>57 Inntal. (PDF) Abgerufen am 26. September 2026.</ref> ab. Der Grenzverlauf folgt den Talhängen des Inns quer durch folgende Gemeinden: Nußdorf am Inn, Neubeuern, Rohrdorf (am Inn), Stephanskirchen, Vogtareuth, Griesstätt, Eiselfing und Babensham.<ref name="ÜLfU"/>
| Lkr. Rosenheim | Lkr. Traunstein | ||
|---|---|---|---|
| Amerang | Nußdorf am Inn 1) | Altenmarkt an der Alz | Schnaitsee |
| Aschau im Chiemgau | Prien am Chiemsee | Bergen (Chiemgau) | Seeon-Seebruck |
| Babensham 1) | Prutting | Chieming | Siegsdorf |
| Bad Endorf | Riedering | Engelsberg | Staudach-Egerndach |
| Bernau am Chiemsee | Rimsting | Grabenstätt | Surberg |
| Breitbrunn am Chiemsee | Rohrdorf (am Inn) 1) | Grassau | Tacherting |
| Eiselfing 1) | Samerberg | Inzell | Traunreut |
| Eggstätt | Schonstett | Kienberg (Oberbayern) | Traunstein |
| Frasdorf | Söchtenau | Marquartstein | Trostberg |
| Chiemsee (Gemeinde) | Stephanskirchen 1) | Nußdorf (Chiemgau) | Übersee (Chiemgau) |
| Griesstätt 1) | Vogtareuth 1) | Obing | Unterwössen |
| Gstadt am Chiemsee | - | Pittenhart | Vachendorf |
| Halfing | - | Reit im Winkl | - |
| Höslwang | - | Ruhpolding | - |
| Neubeuern 1) | - | Schleching | - |
| 1) nur anteilig nach Übersichtskarte -Entwurf einer kulturlandschaftlichen Gliederung Bayerns- des LfU<ref name="ÜLfU">Übersichtskarte -Entwurf einer kulturlandschaftlichen Gliederung Bayerns- des LfU [1]</ref> | |||
Geologische Entwicklung[Bearbeiten]
Vor etwa 15.000 Jahren hat die Eiszeit den Chiemgau als Voralpen- und Moränenlandschaft geprägt. So ist der Chiemgau eine hügelige Landschaft mit zahlreichen Wiesen-, Wald- und Moorflächen sowie zahlreichen Seen – vom 82 km² großen Chiemsee bis hin zu kleineren Waldseen. Die höchsten Erhebungen im Chiemgau erreichen fast 2000 Meter ü. d. M.
Nach einer widerlegten Hypothese explodierte im 5. Jahrhundert vor Christus über dem Chiemgau ein Komet oder Meteorit, die Bruchstücke sollen zu einem Streufeld geführt haben. Dieses angebliche Ereignis wird Chiemgau-Einschlag genannt.
Siehe auch: Liste der Gewässer im Chiemgau
Geschichte[Bearbeiten]
Zum Begriff „Chiemgau“[Bearbeiten]
Die Bezeichnungen „Chiemgau“ und „Chiemsee“ hängen mit dem Ortsnamen Chieming zusammen, der meist von dem althochdeutschen Personennamen „Chiemo“ (7./8. Jahrhundert) abgeleitet wird.<ref>Vgl. schon Gotthard Heinrich, Ueber die Ortsnamen in Oberbayern, 1849, S. 20</ref>
Am Ende des 8. Jahrhunderts taucht der Name „Chiemgau“ auch erstmals in Urkunden als „Chimingaoe“ auf und bezeichnet damals noch ein kleineres Gebiet um das Dorf Chieming herum. Durch die Jahrhunderte hindurch dehnte sich das Gebiet des Chiemgaus immer weiter aus.<ref>Keinz Friedrich: Indiculus Arnonis und Breves Notitiae Salzburgenses – nach den bekannten und nach bisher unbenützten Handschriften neu herausgegeben und mit Erläuterungen versehen. München 1869 (online).</ref>
Erst im 11. Jahrhundert wird namenskundlich aus dem Chieminggau durchgängig der Chiemgau.<ref>Dotter, Franz/Dotter, Margit: Der Inn und seine Zuflüsse, Stuttgart 1987</ref>
Zahlreiche Orte tragen inzwischen zur besseren Unterscheidung die Ergänzung „im Chiemgau“, z. B. Aschau im Chiemgau im Unterschied zu Aschau am Inn, Nußdorf (Chiemgau) im Unterschied zu Nußdorf am Inn. Man spricht von den Chiemgauer Alpen, den Chiemgauer Bergen.
Auch durch das Attribut Chiemgauer wird der Bezug zum Chiemgau betont, und dies nicht nur im Zusammenhang mit der vom „Chiemgauer e. V.“ getragenen regionalen Komplementärwährung Chiemgauer. Mit dieser regionalen Währung kann man parallel zum Euro in mehr als 600 Geschäften der Region bezahlen. Zudem gibt es für den Chiemgauer eine eigene EC-Karte. Die Kontoführung übernehmen Genossenschaftsbanken und Sparkassen in der Region (s. a. Regiogeld).
Für zahlreiche Markenzeichen reicht es sogar, allein „Der Chiemgauer“ zu sagen (z. B. „Chiemgauer Dreher“ als Volkstanz, der „Chiemgauer Hut“ als Trachtenhut usw.).
Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]
Schnittspuren auf dem Skelett des Siegsdorfer Höhlenlöwen sind Zeugnis des Neandertalers im Chiemgau vor ca. 47 000 Jahren.<ref name="BinDar"/>
Funde auf der Krautinsel[Bearbeiten]
Erstmals wurden 1930 und 1931 im Westteil der Insel Funde der Jungsteinzeit geborgen. Seit 1993 auch solche der späten Altsteinzeit. Es haben sich also vor rund 11 500 Jahren Menschen auf der Insel aufgehalten. Auch vor etwa 5600 Jahren waren wieder Menschen vor Ort, es wurden Steingeräte aus norditalienischem Feuerstein gefunden. Einige Jahrtausende später, um 2700 v. Chr. war die Krautinsel wiederum bewohnt. Es wurden 3 Steinbeile, Scherben der zeitgenössischen Keramik und ein Kupferbeil gefunden. Es wurden auch Anzeichen von Kupferproduktion entdeckt: Schlacke und Gusskuchen. Zahlreiche Pfeilspitzen kamen zum Vorschein. In der Regel weisen sie Beschädigungen an der Spitze auf, sind also verwendet worden.<ref name="BinDar">Alexander Binsteiner, Robert Darga (Hrsg.): Steinzeit im Chiemgau, Verlag Dr. F. Pfeil, München 2012, ISBN 978-3-89937-012-6.</ref>
- Funde aus dem Chiemgau
-
Steinaxt von Wörglham-Vachendorf
-
Bronzezeitliche Ringbarren,
Hortfund aus Schlipfing-Vachendorf
Römerzeit[Bearbeiten]
Zwischen Inn und Salzach siedelten in den Jahrhunderten um Christi Geburt, Kelten vom Stamm der Alaunen. Sie gehörten zum regnum Norikum einer keltischen Königsherrschaft unter Führung der Noriker, das bereits seit dem Ende des 2. Jahrhunderts vor Chr. rege Handelsbeziehungen zu den Römern pflegte. Als Kaiser Augustus 15 v. Chr. die Reichsgrenzen bis an die Donau verschob wurde das keltische Königreich kampflos übernommen. Die neue Provinz erhielt den Namen Norikum. Das Gebiet östlich des Inn gehörte zum Verwaltungsbezirk Municipium Claudium Iuvavum.<ref name="AugOber"/>
In West-Ost-Richtung durchquerte den Chiemgau die römische Fernstraße Via Julia von Augsburg (Augusta Vindelicorum) nach Salzburg (Iuvavum).
Der Streckenverlauf ist weitgehend durch Funde gesichert. Nördlich von Rosenheim bei Pfaffenhofen am Inn dem Pons Aeni wird der Inn überquert, dann geht's durch die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte zum Nordufer des Chiemsee. In Seebruck dem römischen Bedaium wird die Alz überquert. Der Streckenverlauf der St2095 zwischen Ising und Erlstätt folgt der historischen Trasse.<ref>Via Julia BayernAtlas. Abgerufen am 16. August 2026.</ref> Der Verlauf im Bereich Traunstein ist unbekannt. Erst ab Lauter ist der Verlauf nach Osten wieder gesichert. Südlich Freilassing wird die Saalach überquert. Die Inschriften erhaltener Meilensteine bürgen von einer Bauzeit ums Jahr 200 nach Chr.<ref name="AugOber">August Obermayr: Römersteine zwischen Inn und Salzach. Pannonia-Verlag, Freilassing 1974, ISBN 3-7897-0526-8.</ref>
Die Romanisierung der einheimischen Bevölkerung wurde von den Römern gefördert. Der keltischen Aristokratie wurden Aufgaben in der Verwaltung übertragen. Personen, die sich um die Interesse Roms verdient gemacht haben, wurden die römischen Bürgerrechte verliehen.<ref name="AugOber"/>
Erhaltene Weihesteine bezeugen, dass auch unter der Verwaltung der Römer, weiter die Keltischen Gottheiten verehrt wurden.<ref name="AugOber"/>
Bedaio Aug(usto) / et Alounis / sacr(um) / …
Dem erhabenen Bedaius / und den Alounen / geweiht! / ...
Das Militärdiplom von Geiselprechting (Vachendorf), datiert auf den 15. Juni 64 n. Chr., wurde beschrieben als das älteste exakt datierbare Schriftdenkmal Bayerns.<ref>Christian Soika: Funde aus der Römerzeit von Erlstätt, Grabenstätt und Holzhausen. Schrift zur Sammlung Multerer. Herausgeber Albert Multerer, Grabenstätt 1982, S. 52–56.</ref><ref>bavarikon: Militärdiplom Geiselprechting, abgerufen am 18. August 2016</ref>
Abseits der Fernverbindung entstanden beachtliche Landsitze, Villa Rustica. Funde von Erlstätt sind im Römermuseum Grabenstätt ausgestellt. In Holzhausen lassen sich die ausgegrabenen Reste der Fußbodenheizung Hypokausten bestaunen.
Mittelalter[Bearbeiten]
Geschichtlich spricht man vor allem zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert von sog. „Chiemgaugrafen“ bzw. Grafen im Chiemgau. Der Chiemgau war dann lange Zeit sowohl den bayerischen Herzögen als auch den Fürsterzbischöfen von Salzburg verbunden. Erstere waren die Landesherren, letztere waren kirchliche Macht und oft auch örtliche Grundherren.
Neuzeit: Säkularisation, Anschluss an Bayern[Bearbeiten]
Erst nach der Säkularisation 1803 kam der Chiemgau vollständig in bayerische Hand.
Kultur[Bearbeiten]
Kulturelle Traditionen[Bearbeiten]
Im Chiemgau wird Brauchtum und Trachtenpflege besonders anschaulich ausgeübt. Dies spiegelt sich unter anderem im Namen des Chiemgau-Alpenverbands wider, in dem ein Teil der Chiemgauer Trachtenvereine zusammengeschlossen ist. Die meisten Trachtenvereine des Chiemgaus gehören allerdings zum Gauverband I. Der „Chiemgau Alpenverband für Tracht und Sitte e. V.“ bildet einen Zusammenschluss der Chiemgauer Trachtenvereine.
Neben dem noch mehr oder weniger ausgeprägten bayerischen Dialekt der Rosenheimer und Traunsteiner Einheimischen bilden die Chiemgauer Tracht samt Lederhose sowie das Chiemgauer Volkstheater eigene kulturelle Markenkennzeichen der Region. In diesem Zusammenhang sind auch noch die als Museumsbahn betriebene Chiemgauer Lokalbahn und das Chiemgauer Schulmuseum zu erwähnen. Von 1922 bis 1933 existierte eine „Freie Vereinigung Chiemgauer Künstler e. V.“ und der Gebirgstrachtenerhaltungsverein Grabenstätt hat „Chiemgauer“ als Vereinsnamen. Seit 2008 hat die Zirmstiftung Schusterhof in Bergen/Chiemgau ihren Sitz. Die Zirmstiftung veranstaltet auf dem neu aufgebauten Schusterhof Trachtenausstellungen des Gauverbands I sowie eine historische Krippenausstellung, deren Exponate auch in Wanderausstellungen an anderen Orten gezeigt werden. Zweck der Stiftung ist der Erhalt bayerischer Kultur und Traditionen.
Drehort-Motiv für TV- und Kinofilme[Bearbeiten]
Nicht zuletzt aufgrund seiner landschaftlichen Vorzüge war der Chiemgau bereits des Öfteren Drehort für Kino- und Fernsehfilme:
- Fernsehen
- Weißblaue Geschichten, Serie, ZDF 1984 – 2015 (ab Mitte der 1990er Drehorte in Tirol und Salzburg).
- Die Hochzeit auf dem Lande, 4. Folge der Romanverfilmungen von Utta Danella, ARD 2002.
- Die Rosenheim-Cops, Krimiserie, ZDF seit 2002.
- Der Bergpfarrer, zweiteiliger Heimatfilm, ZDF 2004/2005.
- Anwalt des Herzens, Kriminalfilm, ZDF 2005.
- Im Himmel schreibt man Liebe anders (AT), Liebesfilm, ZDF 2006.
- Tod am Engelstein, Familiendrama, ZDF 2010.
- Kino
- Quax, der Bruchpilot. (Drehorte: ehemaliger Flugplatz Prien am Chiemsee, Flugfeld in Unterwössen), Komödie 1941.
- Hierankl, Heimatfilm 2003.
Musik[Bearbeiten]
- Chiemgauer Musikfrühling<ref>chiemgauer-musikfruehling.de. Abgerufen am 8. August 2026.</ref>
- Chiemgau Alm Festival<ref>Chiemgau Alm Festival. Abgerufen am 8. August 2026.</ref>
Theater[Bearbeiten]
Das Chiemgauer Volkstheater ist durch seine Fernsehauftritte weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Überhaupt gibt es im Chiemgau eine Vielzahl von Bauerntheatern mit langer Tradition.
Sport[Bearbeiten]
- Chiemgauer100 – der StundenRundenLauf in Bergen geht über 24h, jede volle Stunde wird erneut zur 6,7 km langen Rundstrecke gestartet. Nach 24 Runden sind 100 Meilen zurückgelegt.<ref>Chiemgauer100 - Stundenrundlauf. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>
- Chiemgau Bike Trophy – jeweils im Sommer in Inzell, Touren von Griabig bis Fetzig<ref>Chiemgau Bike Trophy- jeweils im Sommer in Inzell. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>
- Chiemgauer Wanderherbst – lädt ein zu besonderen Erlebnissen zwischen Bergen, Almen und Seen.<ref>Chiemgauer Wanderherbst - Berge, Almen und Seen erleben. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>
- Skiverband Chiemgau e.V. – 69 Vereine aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land<ref>Skiverband Chiemgau e.V. Abgerufen am 9. August 2026.</ref>
- Sportbund SB Chiemgau Traunstein
- Wintersportzentrum
Der Chiemgau ist als Wintersportzentrum bekannt, speziell durch das Eislaufstadion in Inzell („Eislauf-Mekka“), die Biathlon-Weltmeisterschafts- und Weltcup-Strecken in Ruhpolding. Aber auch in den anderen Bereichen des Wintersports, besonders im Ski nordisch und im Ski alpin hat der Chiemgau bekannte Sportler und Sportlerinnen hervorgebracht. In der Bundespolizeisportschule Bad Endorf trainieren Wintersportler, die dort parallel eine Ausbildung im Polizeivollzugsdienst erhalten.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Zu den ältesten erhalten gebliebenes Gebäuden Bayerns gilt die karolingische
Profangebäude[Bearbeiten]
- Alte Saline in Bad Reichenhall
- Saline in Traunstein bestand von 1619 bis 1912 und hat auf den gesamten Chiemgau wirtschaftlich, aber auch kulturell großen Einfluss ausgeübt.
- Maximilianshütte mit Museum Maxhütte Bergen im Chiemgau
Burgen und Schlösser[Bearbeiten]
- Schloss Herrenchiemsee erbaut durch König Ludwig II.
- Schloss Hohenaschau
- Schloss Amerang
- Schloss Wildenwart
- Schloss Pertenstein
- Schloss Stein an der Traun Hochschloss, Höhlenburg und Unterschloss
Klöster[Bearbeiten]
aktiv
ehemalig
Wallfahrtskirchen[Bearbeiten]
Jährliches Ziel der Pferdewallfahrt Georgiritt am Ostermontag in Traunstein
Jährliche Pferdewallfahrt von Stein an der Traun nach Sankt Georgen
Jährliche Trachtenwallfahrt des Gauverband I
- Maria zu den sieben Linden in Raiten
Jährliche Trachtenwallfahrt des Chiemgau-Alpenverband
Kapellen und Kirchen in exponierter Lage[Bearbeiten]
- Aussichtskapelle in Obereck bei Törwang<ref>Anton Hötzelsperger: Die Aussichtkapelle von Obereck auf dem Samerberg. Samerberger Nachrichten, 1. März 2022, abgerufen am 11. August 2026.</ref>
- Streichenkapelle bei Schleching
- Schnappenkirche auf dem Schnappenberg bei Marquartstein
- Maria Klobenstein in der Entenlochklamm
- St. Nikolaus in Einsiedl bei Inzell
- St. Georg auf dem Kirchberg in Ruhpolding
Kirchen mit Fresko Ausstattung[Bearbeiten]
- St. Jakobus in Urschalling, romanische Kirche mit spätgotischer Ausmalung
- St. Peter und Paul in Westerbuchberg, romanische Kirche, später gotisch umgebaut
Museen[Bearbeiten]
Im Chiemgau gibt es ein so umfangreiches wie vielfältiges Angebot an Museen:<ref> Museen – Geschichte und Kultur, online unter chiemsee-chiemgau.info.</ref>
- Arboretum Schloss Amerang eine Sammlung exotischer Bäume
- Stadtmuseum Heimathaus Traunstein
- Hofbräuhaus Traunstein mit Führungen<ref>Euer Besuch bei uns: Wann lernen wir uns kennen? In: hb-ts.de. Hofbräuhaus Traunstein, abgerufen am 19. Juli 2026.</ref>
- Priental-Museum ein Heimatmuseum im Schloss Hohenaschau
- Römermuseum Grabenstätt
- Holzknechtmuseum Ruhpolding
- Spielzeugmuseum Hans-Peter Porsche Traumwerk in Anger<ref>Hans-Peter Porsche Traumwerk in Anger. Abgerufen am 5. August 2026.</ref>
- Deutsche Automobilgeschichte bei EFA Mobile Zeiten in Amerang
- Museum Torfbahnhof
- Museum Maxhütte Bergen<ref>Museum Maxhütte Bergen. Abgerufen am 19. Juli 2026.</ref>
- Römermuseum Bedaium in Seebruck
- Mammut-Museum Siegsdorf
- Museum Salz & Moor in Grassau
- Freilichtmuseum Amerang
Natur[Bearbeiten]
Im Chiemgau gibt es 16 Naturschutzgebiete verteilt auf die Landkreise Rosenheim und Traunstein.
| Name | Kennung | Größe | Kreis |
|---|---|---|---|
| Irlhamer Moos | NSG-00059.01 WDPA:82004 |
0,38 km² | Lkr. Rosenheim |
| Eggstätt-Hemhofer Seenplatte | NSG-00154.01 WDPA: 4417 |
10,25 km² | Lkr. Rosenheim |
| Geigelstein | NSG-00384.01 WDPA: 64683 |
31,41 km² | Lkr. Rosenheim Lkr. Traunstein |
| Hacken und Rottauer Filz | NSG-00373.01 WDPA: 163467 |
3,64 km² | Lkr. Rosenheim Lkr. Traunstein |
| Kühwampenmoor | NSG-00047.01 WDPA: 164292 |
0,23 km² | Lkr. Rosenheim |
| Murner Filz | NSG-00051.01 WDPA: 82197 |
0,99 km² | Lkr. Rosenheim |
| Südufer des Simssees | NSG-00433.01 WDPA: 165791 |
2,55 km² | Lkr. Rosenheim |
| Bergener Moos | NSG-00107.01 WDPA: 162379 |
1,1 km² | Lkr. Traunstein |
| Durchbruchstal der Tiroler Achen | NSG-00150.01 WDPA: 81566 |
0,68 km² | Lkr. Traunstein |
| Kendlmühlfilzen | NSG-00397.01 WDPA: 164053 |
7,45 km² | Lkr. Traunstein |
| Mettenhamer Filz | NSG-00046.01 WDPA: 82162 |
0,45 km² | Lkr. Traunstein |
| Mündung der Tiroler Achen | NSG-00304.01 WDPA: 30119 |
12,66 km² | Lkr. Traunstein |
| Östliche Chiemgauer Alpen | NSG-00069.01 WDPA: 4415 |
98,73 km² | Lkr. Berchtesgadner Land Lkr. Traunstein |
| Seeoner Seen | NSG-00229.01 WDPA: 165542 |
1,4 km² | Lkr. Traunstein |
| Sossauer Filz und Wildmoos | NSG-00303.01 WDPA: 82606 |
2,46 km² | Lkr. Traunstein |
| Süssener und Lanzinger Moos | NSG-00070.01 WDPA: 82678 |
0,36 km² | Lkr. Traunstein |
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Geschichte[Bearbeiten]
Der Chiemgau war stark von der Wirtschaft mit Holz, Eisen und Salz geprägt. Ein Pionier des Bergbaus und des Hüttenwesens war im 16. Jahrhundert Pankraz von Freyberg zu Hohenaschau. Die Saline in Traunstein bestand von 1619 bis 1912 und hat auf den gesamten Chiemgau wirtschaftlich, aber auch kulturell großen Einfluss ausgeübt. Ähnliches gilt für die Maximilianshütte in Bergen, die von 1561 bis 1932 betrieben wurde. Im Zusammenhang mit der Holzgewinnung ist der Chiemgau auch ein altes Pferdezuchtland für Arbeitspferde.
Tourismus[Bearbeiten]
Die Kulturlandschaft Chiemgau ist laut Bayerischem Landesamt für Statistik in die zwei Tourismusregionen „Chiemsee-Alpenland“ und „Chiemsee-Chiemgau“ zweier Landkreise unterteilt,<ref name="BLfS">Bayerisches Landesamt für Statistik: Tourismusregionen in Bayern, PDF-Datei, Stand: 1. Januar 2019, online unter statistik.bayern.de.</ref> die von den zwei Tourismusverbänden Chiemsee-Alpenland Tourismus (Landkreis Rosenheim)<ref>Offizielle Tourismus-Seite | Chiemsee-Alpenland Tourismus. In: chiemsee-alpenland.de. Abgerufen am 19. Juli 2026.</ref> und der Chiemgau GmbH<ref>Chiemgau GmbH | Wirtschaftsförderung - Tourismus - Kommunale Services. In: chiemgau.bayern. Abgerufen am 19. Juli 2026.</ref> (Landkreis Traunstein) beworben werden.
Der Chiemgau ist eine Kulturlandschaft ländlich-bäuerlicher Prägung, die mit Sehenswürdigkeiten wie Kloster Herrenchiemsee oder Neues Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel im Chiemsee zu den bevorzugten Tourismusregionen Bayerns zählt und u. a. für sich als eines der größten und am besten ausgebauten Radwander- und Wandergebiete Deutschlands mit Angeboten für sportlich geführte und regional Kulturelles erklärende Rad-Touren wirbt.
Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]
Bildung[Bearbeiten]
- Chiemgau-Gymnasium Traunstein
- Freie Waldorfschule Chiemgau in Prien<ref>Freie Waldorfschule Chiemgau in Prien. Abgerufen am 5. August 2026.</ref>
Gesundheit und Soziales[Bearbeiten]
- Chiemgau-Klinik in Marquartstein der Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See<ref>Chiemgau-Klinik Marquartstein. Abgerufen am 5. August 2026.</ref>
- Darmkrebszentrum Chiemgau am Klinikum Traunstein<ref>Darmkrebszentrum Chiemgau am Klinikum Traunstein. Abgerufen am 5. August 2026.</ref>
- Chiemgau Thermen in Bad Endorf<ref>Chiemgau Thermen Bad Endorf. Abgerufen am 5. August 2026.</ref>
- Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten gGmbH mit Sitz in Traunreut<ref>Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten gGmbH. Abgerufen am 5. August 2026.</ref>
Medien[Bearbeiten]
- Lokalradiosender Radio Chiemgau (seit Anfang 2009: Bayernwelle SüdOst)
- Regionale Tageszeitung Chiemgau-Zeitung, Imprint des Oberbayerischen Volksblatt
Mit dem Chiemgau verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Für bekannte Söhne und Töchter bzw. Bewohner des Chiemgaus siehe Kategorie:Person (Chiemgau)
Literatur[Bearbeiten]
- Peter Pfarl, Toni Anzenberger: Chiemgau und Rupertiwinkel. Über Königsschlösser, Lüftlmaler und Zauberberge. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2016, ISBN 978-3-7025-0821-0.
Weblinks[Bearbeiten]
- 59 Chiemgau. (PDF; 350 kB) Entwurf einer kulturlandschaftlichen Gliederung Bayerns als Beitrag zur Biodiversität. In: lfu.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2011.
- Chiemgau. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
- Chiemgau im Bad Reichenhall Wiki
- Chiemgau GmbH, Wirtschaftsförderung - Tourismus - Kommunale Services (Tourismusverband Lkr. Traunstein)
- Chiemsee-Alpenland Tourismus (Tourismusverband Lkr. Rosenheim)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />