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Choschen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:PikiWiki Israel 34561 Breastplate on the front of the central Sephardic.JPG
Choschen als Schmuckelement der sefardischen Hauptsynagoge von Ramat Gan
Datei:High Priest clothing (25952789678).jpg
Ornat des jüdischen Hohenpriesters, Rekonstruktionsversuch (Brigham Young University)

Als Choschen (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) wird eine Brusttasche bezeichnet, die zum Ornat des jüdischen Hohenpriesters gehörte.

Biblische Beschreibung[Bearbeiten]

Der Choschen wurde nach biblischer Darstellung für Aaron, den Bruder des Mose, angefertigt (Vorlage:Bibel/Link).

Grundmaterial des Choschen war ein textiles Material, näher definiert als „Kunstweber-Machart“. Gemeint ist eine Webtechnik. Der Hohepriester trug ein violettes Obergewand, zu dem die buntgemusterten Textilien Efod und Choschen einen Kontrast bildeten.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Farblich entsprach der Ornat der Farbgebung des Heiligtums (Mischkan), wodurch die Zugehörigkeit Aarons und seiner Amtsnachfolger zur göttlichen Sphäre augenfällig war.

Der Choschen erfüllte seine Funktion nur, wenn er am Efod, einem weiteren Stück des hohepriesterlichen Ornats, befestigt war.

Der Text ist sehr daran interessiert, dass der Choschen fest sitzt. An den vier Ecken der Tasche sind deshalb goldene Ringe angebracht. Durch die beiden oberen Ringe gehen goldene Kettchen, denn der Choschen ist durch seine zwölf Schmucksteine relativ schwer. Zur Befestigung an den beiden unteren Ringen sind dagegen Purpurschnüre vorgesehen. Sie sollen verhindern, dass der Choschen verrutscht.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Der Ornat des Hohenpriesters, wie er hier beschrieben ist, entspricht den Gegebenheiten des Zweiten Tempels, auch wenn einzelne Elemente älter sein können. Einige Exegeten nehmen an, dass der Choschen in der komplizierten Form von Ex 28 eine kreative Leistung der Priesterschrift ist, die damit mehrere Zwecke verfolgt:

  • Lostasche für die Urim und Tummim. Zur Zeit des Zweiten Tempels war das Losorakel längst außer Gebrauch.<ref name="Staubli">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Lose, deren Gestalt unbekannt ist (vielleicht Stäbchen<ref name="Staubli" />), sind aber wegen ihrer Namen (Luther übersetzte: „Licht und Recht“) symbolisch interessant. Der Hohepriester brachte im Ritual die gerechte Weltordnung vor JHWH. Ähnliches ist, bezogen auf die Ma’at, aus dem ptolemäischen Ägypten bekannt.<ref name="Staubli" />
  • Feste Verbindung der Lostasche mit dem Efod: Die Utensilien für das Orakel sind damit im Wortsinn an den Hohenpriester gebunden.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Der Hohepriester trägt bei seinem Dienst am Heiligtum die Namen der zwölf Stämme „über seinem Herzen“ – eine Art stummes Gebet für die ganze Gemeinde (nach Benno Jacob).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Identifikationsversuche der Edelsteine[Bearbeiten]

Für jeden der zwölf Stämme Israels war an der Brusttasche ein Edelstein befestigt (drei Steine in vier Reihen), auf dem der Name des Stammes eingraviert war. Es gibt verschiedene Modelle, wie die Stämme auf die einzelnen Edelsteine verteilt werden; nach Raschi und Ramban waren sie nach dem Alter geordnet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Name des Stammes Masoretischer Text Septuaginta Septuaginta Deutsch<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Identifikation der Steine nach der jüdischen Tradition (Ludwig Philippson<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>) Zürcher Bibel Einheitsübersetzung 2016 Lutherbibel 2017
Ruben Odem Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Sarder Ein roter Stein. Rubin Rubin Sarder
Simeon Pitda Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Topas Da der Topas in der Antike als goldgelb oder grün bezeichnet wird, wird dieser Stein mit dem grünlichen Chrysolith aus Ägypten identifiziert. Chrysolith Topas Topas
Levi Bareqet Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Smaragd Smaragd: grasgrün, glänzend und durchsichtig. Smaragd Smaragd Smaragd
Juda Nofech Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Karbunkel In der Antike ein Stein wie eine glühende Kohle, daher mit Rubin oder Granat identifiziert. Malachit Karfunkel Rubin
Dan Sappir Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Saphir Ein himmelblauer Stein. Lapislazuli Saphir Saphir
Naftali Jahalom Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Jaspis Völlig ungewiss, vielleicht eine Varietät des Chalcedon: fleischfarben mit milchweißen Streifen. Jaspis Jaspis Diamant
Gad Leschem Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Ligyrion Hyazinth: „ponceauroth“ und durchsichtig. Hyazinth Achat Lynkurer
Ascher Schvo Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Achat Achat: mit allen Grundfarben und Streifen. Achat Hyazinth Achat
Isaschar Achlama Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Amethyst Amethyst: violettblau und durchsichtig. Amethyst Amethyst Amethyst
Sebulon Tarschisch Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Chrysolyth Chrysolyth: blassgrün oder gelb. Nach Plinius in Spanien zu finden, was zum hebräischen Namen passt (vgl. die Stadt Tarschisch). Topas Chrysolith Türkis
Josef Schoham Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. kleiner Beryll Schohamstein: Beryll oder Onyx. Karneol Karneol Onyx
Benjamin Jaschfe Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Onyx Jaspis: verschiedene Farben, undurchsichtig. Ägyptischer Jaspis ist braun. Onyx Onyx Jaspis

Rezeption[Bearbeiten]

Choschen ha-Mischpat, „Brusttasche des Rechtsentscheids“, heißt der vierte Teil des Schulchan Aruch.

Die Vulgata übersetzt den Choschen mit rationale: „Rationale quoque judicii facies opere polymito juxta texturam superhumeralis...“ (Ex 28,15a). „Vom B(rustschild) des Hohepriesters ist offenbar abhängig ein bischöflicher Brustschmuck, der vom 11. bis zum 13. Jh. mehrfach in den Schriftquellen als Rationale erwähnt und auf Denkmälern dargestellt, aber in keinem einzigen Beispiel erhalten ist.“<ref>Otto Schmitt: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 19. August 2018.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Claudia Bender: Die Sprache des Textilen. Untersuchungen zu Kleidung und Textilien im Alten Testament. Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-17-020102-6.
  • Othmar Keel: Die Brusttasche des Hohenpriesters als Element priesterschriftlicher Theologie. In: Frank-Lothar Hossfeld, Ludger Schwienhorst-Schönberger (Hrsg.): Das Manna fällt auch heute noch. Beiträge zur Geschichte und Theologie des Ersten Testaments (FS Erich Zenger). Freiburg 2004, S. 379–391.
  • Thomas Staubli: Kleider in biblischer Zeit. Bibel & Orient Museum Fribourg, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-940743-77-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hoshen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />