Christian Martens
Christian Martens (* 22. Juli 1845 in Tönning, Herzogtum Schleswig; † 27. Dezember 1917 in Hadersleben, Nordschleswig) war ein deutscher Arzt in der Provinz Schleswig-Holstein.
Leben[Bearbeiten]
Christian Martens war ein Sohn des Pastors Peter Martens (* 7. Dezember 1804 in Flensburg; † 7. Juni 1886 in Kiel).<ref>Angaben nach Carsten Erich Carstens: Die geistlichen Liederdichter Schleswig-Holsteins. Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 16 (1886), S. 300ff, hier S. 334.</ref> Der Vater wurde Propst in Schleswig, wo Christian einen großen Teil seiner Jugend verbrachte. Nachdem der Vater an die Frederikskirche nach Kopenhagen berufen worden war, besuchte Christian die dortige Metropolitanschule. Als er mit den Eltern nach Kiel gezogen war, studierte er ab 1866 Medizin an der Christian-Albrechts-Universität. Als Mitglied der 1864 gegründeten Kieler Studentenverbindung Troglodytia ging er 1868 mit seinem jüngeren Bruder Ernst Martens an die Friedrichs-Universität Halle. Beide wurden am 24. Oktober in der Landsmannschaft Neoborussia Halle aktiv.<ref>Kösener Corpslisten 1930, 59/200.</ref> Als noch zwei andere Troglodyten Neupreußen wurden, schlossen beide Bünde ein Kartell. Christian war 1869/70 zwei Semester lang Consenior.<ref name="PNKN">Nachruf in Personen-Nachrichten aus dem Kreise der Alten Herren des Korps Neoborussia, Halle a. S. 1918.</ref>
Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges meldete sich Christian Martens als Kriegsfreiwilliger mit den anderen Neupreußen zum Ersatzbataillon des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 86 in Flensburg.<ref>RIR 86 (GenWiki).</ref> Sein Bruder „Iltis“ konnte als naturalisierter Däne nur als Krankenpfleger am Krieg teilnehmen. Bei der Belagerung von Metz starb er an Typhus.<ref>Kösener Corpslisten 1930, 59/201.</ref> Er war der einzige aktive Neupreuße, der aus dem Krieg nicht heimkehrte.<ref>Ein älterer Bundesbruder fiel als Vizefeldwebel im Gardeschützenbataillon bei Amanvillers südlich St. Privat.</ref> Christian bestand 1873 das Staatsexamen in Kiel und promovierte 1874 an der Hessischen Ludwigs-Universität zum Dr. med.<ref>Eine gedruckte Dissertation ist nicht nachzuweisen.</ref> Er war Assistenzarzt am Lazarus-Krankenhaus Berlin und ging Michaelis 1874 nach Wien. Dort erhielt er das Band der Landsmannschaft Marcomannia.<ref>Später Burschenschaft in Wien, heute in Passau / Deggendorf.</ref> Michaelis 1875 ließ er sich in Schleswig als praktischer Arzt nieder. Dort verheiratete er sich. Auf Wunsch seiner Frau zog er 1879 nach Hadersleben in Nordschleswig. Dort blieb er bis an sein Lebensende. Als seine Frau nach siebenjähriger Ehe gestorben war, heiratete er 1892 zum zweiten Mal.<ref name="PNKN" />
Er saß im Vorstand der Ärztekammer und war Vorsitzender des ärztlichen Ehrengerichts. Zunächst Stadtverordneter, wurde er 1894 zum unbesoldeten Stadtrat von Hadersleben gewählt. Er war Mitglied des Kreisausschusses vom Kreis Hadersleben. Bei den Neuwahlen zum Provinziallandtag Schleswig-Holstein am 1. April 1913 wurde er auf sechs Jahre als Abgeordneter für den Kreis Hadersleben (zusammen mit zwei weiteren Abgeordneten aus diesem Kreis) in den Provinziallandtag gewählt.<ref>Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Schleswig vom 3.1.1914 (Stück 1).</ref> Als Stabsarzt der Landwehr förderte er nach Kräften die Kriegervereine. Obwohl er seine Arztpraxis wegen gesundheitlicher Probleme schon eingeschränkt hatte, stellte er sich bei Beginn des Ersten Weltkrieges dem Sanitätsdienst zur Verfügung. Als Oberstabsarzt leitete er das Reservelazarett Hadersleben. Für seine aufopfernde Tätigkeit erhielt er das Eiserne Kreuz am weißen Bande.<ref name="PNKN" />
Martens trug wesentlich dazu bei, dass das 1857 geschlossene Kartell zwischen Neoborussia und der Landsmannschaft Plavia Leipzig um Troglodytia erweitert wurde (1873).<ref name="PNKN" /> Aus diesem Dreibund entwickelte sich das Silberkartell. 1897 zum Corps Neoborussia Halle übergetreten, blieb „Fuß“ seinem Bund zeitlebens eng verbunden. Testamentarisch vermachte er ihm 3.000 Mark. Im Einvernehmen mit der Witwe wurde mit dem Geld die Christian Martens-Stiftung begründet. Durch Gewährung von Darlehen sollte sie es den Aktiven und Inaktiven erleichtern, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Corps und dem Corpshaus nachzukommen.<ref name="PNKN" />
Ehrungen[Bearbeiten]
- Königlicher Kronen-Orden (Preußen) 4. Klasse (1898)<ref>Deutsche militärärztliche Zeitschrift 27 (1898), S. 15</ref>
- Sanitätsrat (1902)
- Roter Adlerorden 4. Klasse (1904)<ref>Apotheker-Zeitung 19 (1904), S. 707 </ref>
- Geheimer Sanitätsrat (1911)
- Eisernes Kreuz am weißen Bande
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Martens, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt in Nordschleswig |
| GEBURTSDATUM | 22. Juli 1845 |
| GEBURTSORT | Tönning |
| STERBEDATUM | 27. Dezember 1917 |
| STERBEORT | Hadersleben |
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- Mediziner (19. Jahrhundert)
- Mediziner (20. Jahrhundert)
- Person (Nordschleswig)
- Deutscher
- Landsmannschafter
- Corpsstudent (19. Jahrhundert)
- Person im Deutsch-Französischen Krieg
- Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- Oberstabsarzt
- Mitglied des Provinziallandtages von Schleswig-Holstein
- Geheimer Sanitätsrat
- Person (Ärztekammer)
- Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 4. Klasse
- Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse
- Träger des Eisernen Kreuzes am weißen Bande
- Stifter
- Geboren 1845
- Gestorben 1917
- Mann
- Person (Haderslev Kommune)