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Christian Seifert

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Christian Seifert (* 8. Mai 1969 in Rastatt) ist ein deutscher Unternehmer, Manager und Aufsichtsrat. Nach Stationen bei der MediaGruppe München (MGM), MTV Networks und KarstadtQuelle war Seifert von 2005 bis 2021 Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL). Seit 2022 entwickelte Seifert mit Dyn Media eine Streaming-Plattform für Sportarten jenseits des Fußballs, die im Sommer 2023 gestartet ist.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

In seiner Jugend spielte Seifert für den FC Rastatt 04 in der Verbandsliga.<ref>DFL-Chef Seifert war einst beim FV Ottersdorf und FC Rastatt 04 aktiv. In: BNN. 28. Mai 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Juni 2020; abgerufen am 28. Mai 2020.</ref> 1988 machte er am Technischen Gymnasium in Rastatt sein Abitur. An der Universität Essen studierte er von 1991 bis 1995 Kommunikationswissenschaft, Marketing und Soziologie. Von 1995 bis 1998 war Seifert bei der MGM MediaGruppe München tätig, wo er zum Leiter Product Management aufstieg. Von 1998 bis 2000 war Seifert als Direktor Marketing in Zentraleuropa für MTV Networks aktiv. Von 2000 bis 2005 war Seifert im Vorstand der KarstadtQuelle New Media AG; ab dem Jahr 2004 hatte er den Vorsitz dieses Vorstands inne.

Wirken bei der DFL[Bearbeiten]

Im Februar 2005 wechselte Seifert als Mitglied in die Geschäftsführung der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH und trat am 1. Juli 2005 die Nachfolge Wilfried Straubs als Vorsitzender der Geschäftsführung<ref>Seifert übernimmt DFL-Geschäftsführung. In: dfb.de. 25. November 2004, abgerufen am 18. März 2020.</ref> sowie satzungsgemäß als Vizepräsident des DFB an.<ref>Seifert als DFB-Vizepräsident bestätigt. In: Handelsblatt. 8. Juli 2005, abgerufen am 18. März 2020.</ref> In der Geschäftsführung der DFL war Seifert unter anderem für die strategische Ausrichtung verantwortlich.

2005 verantwortete Seifert die erste Ausschreibung von Medienrechten einer Sportliga in Europa. Vorher hatte die Europäische Kommission die Rechtevergabe der Premier League, Champions League und Bundesliga unter die Lupe genommen und war zu dem Schluss gekommen, dass die Rechte fortan im Rahmen einer Ausschreibung transparent und diskriminierungsfrei zu vergeben seien. Damit wollte die EU den Wettbewerb fördern und die mediale Einkaufsmacht von Murdoch (England), Kirch (Deutschland) und Berlusconi (Italien) zumindest verringern.<ref name="Laudatio">Laudatio anlässlich der Ernennung von Christian Seifert zum Ehrenangehörigen der DFL am 17.08.2022 in Dortmund. Website Michael Wolffsohn, 7. August 2022, abgerufen am 29. November 2022.</ref>

Seifert entwickelte mit seinem Team erstmals eine Medien-Ausschreibung, in der sechs Szenarien parallel angeboten wurden. Die Rechte gingen an den Newcomer Arena, der den bestehenden Rechteinhaber Premiere ausstach. Premiere hatte für die Pay-Rechte 15.000 Euro für das Szenario mit der Sportschau und 150 Mio. geboten, sofern die Sportschau abgeschafft würde. Der Aktienkurs von Premiere brach nach Bekanntgabe der Auktionsergebnisse um 40 % ein. Die DFL erzielte eine Steigerung der Rechtesumme von 275 auf 420 Mio. Euro.<ref name="Laudatio" />

Unter Seiferts Ägide gründete die DFL fünf Tochterfirmen: 2006 die Firma Sportcast, mit der die DFL die TV-Bilder der Bundesliga-Spiele selbst produziert; 2008 für die internationale Vermarktung der Medienrechte die heutige Bundesliga International. 2009 folgte die Bundesliga-Stiftung, 2012 die DFL Digital Sports und 2016 die Datenfirma Sportec Solutions.

Am 7. August 2007 wurde er zusätzlich Mitglied im Ligavorstand des Muttervereins der DFL. Als Reinhard Rauball 2019 sein Amt als Präsident des Vorstands aufgab, entschloss man sich, das Amt abzuschaffen und stattdessen Seifert zum Sprecher des Präsidiums zu wählen.<ref>Ehrenpräsident und Präsident zugleich. In: faz.net. 14. August 2019, abgerufen am 18. März 2020.</ref> Im Jahr 2009 wurde Seifert zum stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrates der Bundesliga-Stiftung (heute DFL Stiftung) ernannt. Ab November 2009 war er Sprecher der Initiative Profisport Deutschland (IPD).

Im Jahr 2020 hatte Seifert als DFL-Geschäftsführer maßgeblichen Anteil daran, dass die Bundesliga als erste Liga weltweit den Spielbetrieb nach einer rund zweimonatigen Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie wieder aufnahm – am 16. Mai 2020 in Stadien ohne Publikum. Nachdem der Spielbetrieb der Bundesliga und 2. Bundesliga zum 13. März 2020 wegen Corona eingestellt worden war, entwickelte die DFL unter Seiferts Führung einen „Sechs-Punkte-Plan zur Rettung der Bundesliga“ und stimmte diesen mit Verantwortlichen in der Politik, Vertretern der Proficlubs und medizinischen Experten ab.<ref>Pressemitteilung der DFL: Saison-Fortsetzung am 16. Mai – Rückkehr von Bundesliga und 2. Bundesliga startet mit dem 26. Spieltag. In: dfl.de. 7. Mai 2022, abgerufen am 9. Dezember 2022.</ref> Viele weitere Veranstalter von Sport-Großereignissen, darunter UEFA, Olympische Spiele, US Open, NFL und Formel 1, zogen nach und orientierten sich an der DFL.<ref name="Laudatio"/>

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Sport initiierte Seifert 2020 die Bildung einer Taskforce Zukunft Profifußball. Der am 3. Februar 2021 vorgestellte neunseitige Ergebnisbericht enthält 17 Handlungsempfehlungen für die DFL und die 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga. Darüber hinaus wird in einem „Blick in die Zukunft“ skizziert, welche Ziele beide Spielklassen mit Blick auf das Jahr 2030 aus Sicht der Taskforce anstreben sollten.<ref>Zusammenfassender Ergebnisbericht der „Taskforce Zukunft Profifußball“ veröffentlicht. In: dfl.de. 2. März 2021, abgerufen am 16. Dezember 2022.</ref>

Zum 1. Januar 2022 trat Donata Hopfen die Nachfolge von Seifert als Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL an.<ref>Herzlich willkommen, Donata Hopfen! In: dfl.de. 8. Januar 2022, abgerufen am 31. Dezember 2021.</ref>

Gründung Sportsender Dyn[Bearbeiten]

Anfang 2022 gründete Seifert das Beteiligungsunternehmen Reedstreet Ventures. Erste Gründung dieser Gesellschaft war das Start-up Dyn Media (anfangs S Nation Media)<ref>Seifert verrät Namen von neuer Streaming-Plattform. In: faz.net, 20. September 2022, abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref>, an dem sich der Axel-Springer-Konzern mehrheitlich beteiligt hat. Dyn Media entwickelte einen Sender für Sportarten jenseits des Fußballs, der am 23. August 2023 an den Start ging.<ref>Neue Streaming-Plattform will Fokus auf Sportarten jenseits des Fußballs richten. Pressemitteilung des Verlags Axel Springer, 31. Januar 2022, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref> Das Unternehmen erwarb Medienrechte an der Handball-Bundesliga (Männer und Frauen), der Tischtennis-Bundesliga TTBL, der Volleyball-Bundesliga VBL (Männer und Frauen), der Basketball-Bundesliga und Basketball Champions League sowie der Feldhockey-Bundesliga der Herren und Damen für jeweils mehrere Spielzeiten.<ref>Wie S Nation Media die Medienrechte von vier deutschen Profiligen gewonnen hat. In: sponsors.de, 12. Juli 2022, abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Dyn Media holt sich die Basketball Champions League (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. Dezember 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/meedia.de In: Meedia.de, 14. Dezember 2022.</ref><ref>Streaming: Dyn zeigt auch 1. Liga der Frauen In: Volleyball.de, 29. November 2022, abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref><ref>Livestream, Pay-Abo und zusätzlicher Partner: Handball Bundesliga Frauen vergibt TV-Rechte langfristig. In: Handball-World.news., 19. Dezember 2022, abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref> Zusätzlich wollte das Unternehmen „relevante weitere Wettbewerbe der Sportarten“ anbieten.<ref>Seifert plant mit S Nation international. In: Sport1.de., 13. Juli 2022, abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref><ref>Dyn überträgt Hockey-Bundesliga In: SportBild.de, 31. Januar 2023, abgerufen am 3. Februar 2023.</ref>

Am 20. Februar 2026 teilte Dyn mit, dass es die Organisationsstruktur weiterentwickelt habe und künftig in zwei Schwestergesellschaften operiere: Dyn Sport GmbH und Dyn Media GmbH. Christian Seifert sei von der Geschäftsführung in die Position des Executive Chairman gewechselt und habe den Vorsitz des Gesellschafterausschusses übernommen.<ref>Dyn entwickelt Unternehmensstruktur weiter. In: Dyn Sport. 20. Februar 2026, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Im Dezember 2022 wurde bekannt, dass Seifert sich mit Reedstreet Ventures am Potsdamer Start-up Kurabu beteiligt hat, einer digitalen Plattform für Vereine. Über eine App können Mitglieder, Teams, Trainer und Eltern miteinander kommunizieren und Funktionäre, Angestellte und Administratoren den Verein managen.<ref>Seifert investiert in Start-up. In: Sport1.de, 7. Dezember 2022, abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref>

Ehrenamt[Bearbeiten]

Im Ehrenamt ist Christian Seifert seit September 2021 Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe.<ref>Christian Seifert neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Sporthilfe. In: sporthilfe.de, 17. September 2021, abgerufen am 19. Dezember 2022</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Werner Hackmann | Wolfgang Holzhäuser (komm.) | Reinhard Rauball | Christian Seifert | Donata Hopfen | Hans-Joachim Watzke Vorlage:Klappleiste/Ende

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