Christiane Raabe
Christiane Raabe (* 7. Dezember 1962 in Ludwigsburg) ist eine deutsche Bibliothekarin und die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek in München.
Leben[Bearbeiten]
Sie wuchs als Tochter des Literaturwissenschaftlers und Bibliothekars Paul Raabe in Marbach am Neckar und Wolfenbüttel auf. Nach dem Studium der Malerei an der HBK Braunschweig und der Geschichte an der TU Braunschweig arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Friedrich-Meinecke-Instituts an der FU Berlin und promovierte 1992 im Fach Mittelalterliche Geschichte über das Zisterzienserkloster Mariental bei Helmstedt. Anschließend arbeitete sie als Verlagslektorin im K. G. Saur Verlag in München.
Im Jahr 2007 übernahm Raabe die Leitung der Internationalen Jugendbibliothek in München.<ref>Antje Weber: Warum brauchen Kinder Bücher? In: Süddeutsche Zeitung. 7. August 2024, abgerufen am 6. September 2024.</ref> Sie hat viele internationale Projekte, etwa das White Ravens Festival für internationale Kinder- und Jugendliteratur begründet, und zahlreiche Ausstellungen, darunter eine große Ausstellung zur internationalen Märchenillustration und eine Ausstellung zum Leben und Werk von Walter Trier, kuratiert. Sie ist geschäftsführender Vorstand der Stiftung Internationale Jugendbibliothek, Vorstandsvorsitzende der Binette Schroder Stiftung zur kulturellen Förderung internationaler Kinderbuchillustration und der Ellis Kaut Stiftung. Seit 2015 ist sie Mitglied im Kuratorium der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, seit 2017 zudem Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, und seit 2016 Mitglied im Beirat Literatur und Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts. Sie ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirats des Jahrbuchs der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) und im Beirat der Buchwissenschaft an der LMU München. Zudem gehörte sie der Jury des Bayerischen Kunstförderpreises und des Erich Kästner Preises für Literatur an und ist Mitglied in der Jury für den James Krüss Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur.
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- Das Zisterzienserkloster Mariental 1138 bis 1337: Die Besitz- und Wirtschaftsgeschichte unter Einbeziehung der politischen und ordensgeschichtlichen Stellung. Duncker & Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-08630-9.
- mit Katharina Festner: Spaziergänge durch das München berühmter Frauen. Arche Verlag, Zürich / Hamburg 1996, ISBN 3-7160-2218-7.
- Deine kleine Hand, mein Herz, fiel aus meiner längst: Ricarda und Lilly Huch. In: Deutsche Schwestern: vierzehn biographische Porträts. Rowohlt, Berlin 1997, 244–280, ISBN 3-87134-300-5.
- mit Katharina Festner: Spaziergänge durch Mozarts Salzburg. Arche Verlag, Zürich / Hamburg 2000, ISBN 3-7160-2268-3.
- Das Bücherschloss: Mitteilungen aus der Internationalen Jugendbibliothek. Internationale Jugendbibliothek, München 2008 ff. (als Herausgeberin), ISSN 2074-515X.
- (Hrsg.): Guten Tag, lieber Feind: Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit. Ausstellungskatalog. Internationale Jugendbibliothek, München 2014.
- Es geht um die Kinder. Bücher für den Frieden. In: JuLit. H3, 2015.
- Kinderbilder als Friedensboten. Internationale Kinderbilderausstellungen der Internationalen Jugendbibliothek in München in der Nachkriegszeit. In: Das Bücherschloss 2018/2019. 2020.
- Die Geschichte der Internationalen Jugendbibliothek in München. In: kjl&m 21.1, 2021 ISSN 1864-144X.
- Schreiben für die Niemandskinder. Heimat und Heimatlosigkeit in der Kinderliteratur der Nachkriegszeit. In: Treibhaus. Jahrbuch für Literatur der fünfziger Jahre. Band 17: Heimat und Fremde. 07/2021, ISBN 978-3-96707-538-0.
- mit Markus May (Hrsg.): Märchenhafter Orient – Projektionen eines Landes der Phantasie (= Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. Bd. 416). Winter, Heidelberg 2023, ISBN 978-3-8253-4883-0.
- mit Gabriele von Bassermann-Jordan, Waldemar Fromm, Christine Haug (Hrsg.): Jella Lepman. Journalistin, Autorin, Gründerin der Internationalen Jugendbibliothek. Eine Wiederentdeckung. Allitera, München 2024, ISBN 978-3-96233-439-0.
- (Hrsg.): Jella Lepman und der Aufbau der Internationalen Jugendbibliothek. Eine hart erkämpfte Erfolgsgeschichte. In: Jella Lepman. Neue Perspektiven auf ihr Leben und Wirken. J. B. Metzler, Berlin 2026, ISBN 978-3-662-72891-8.
- mit Markus May, Can-Elliot Sachs (Hrsg.): No Future Now? Dystopien und Apokalypsen. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2026, ISBN 978-3-8253-9704-3.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2014 Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa
- 2024 Bayerischer Verdienstorden
Quellen und Weblinks[Bearbeiten]
- Fernsehinterview im alpha-forum 2013
- Interview zum White Ravens Festival 2016
- Homepage der Internationalen Jugendbibliothek
- Literatur von und über Christiane Raabe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Warum lesen? Alpha Gespräch 2025
- Wie man Kinder zum Lesen bringt. Podcast 2024
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Raabe, Christiane |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Bibliothekarin |
| GEBURTSDATUM | 7. Dezember 1962 |
| GEBURTSORT | Ludwigsburg |