Citole
Die Citole ist eine mittelalterliche, gezupfte Schalenhalslaute mit vier (seltener drei und fünf) Saiten, die besonders vom 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts verbreitet war.
Name[Bearbeiten]
Das Wort wurde früher vom lateinischen cistella „Kistchen“ abgeleitet und als kleines Hackbrett oder Psalterium aufgefasst. Tatsächlich aber verweist der Name auf die Cister. Mutmaßlich aus einem mittellateinischen cithrola, „kleine Cithara“ kontrahiert. Der Name existiert in verschiedenen Schreibweisen, so als citola,<ref>Johann Gottfried Walther: Musicalisches Lexicon […]. Wolffgang Deer, Leipzig 1732, S. 168 (zitiert Du Cange)</ref> citula, cetula, cythera, citera, chytara, cithara, cetola, cythole, sitole, sytholle, cytolys, cetera, cetola, citola, cistola, cedra, cuitole, zitol und cistole. Eine bemerkenswerte Aufarbeitung des Themas findet sich in "The citole: from confusion to clarity"<ref>Ian Pittaway: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>.
Geschichte[Bearbeiten]
Einen frühen Beleg für das Vorkommen der Citole bildet das Titelbild des Evangeliars Karls des Großen (Ende 8. Jahrhundert). Im 9. Jahrhundert ist das Instrument auf Abbildungen zu sehen, aber erst ab dem 12. Jahrhundert wurde es häufiger auch schriftlich erwähnt.<ref>mittelalter-recherche.de</ref> Unterschiedliche Bauformen sind bekannt. Entwicklungsgeschichtlich sieht Curt Sachs (1913) in der Citole die in Südwesteuropa vollzogene Verbindung des abendländischen Zargentypus mit dem birnenförmigen Korpusumriss und dem Hals und Griffbrett der orientalischen Lauteninstrumente.
Literatur[Bearbeiten]
- Alice C. Margerum: Situating the Citole, c. 1200–1400. (Dissertation) London Metropolitan University, 2010
- James Robinson, Naomi Speakman, Kathryn Buehler-McWilliams: The British Museum Citole: New Perspectives. (Research Publication 186) The British Museum, London 2015
- Curt Sachs: Reallexikon der Musikinstrumente. Berlin 1913, S. 84 b, (Textarchiv – Internet ArchiveSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.).
- Laurence Wright: Citole. In: Grove Music Online, 2001
- Laurence Wright, Alice Margerum: Citole. In: Laurence Libin (Hrsg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments. Band 1, Oxford University Press, Oxford/New York 2014, S. 541–544
- Crawford Young: La Cetra Cornuta: the Horned Lyre of the Christian World. D.Phil. Dissertation, Leiden, 2018.<ref>Link zum Download der Dissertation vom Server der Universität Leiden.</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Über Gittern und Citole bei Diabolus in Musica (englisch)
- The Citole Project zur Geschichte der Citole (englisch)
- Die Suche nach dem verlorenen Klang
- Klangbeispiel in Ton und Bild mit Abbildungen
- Erklärung der Citole mit Rekonstruktion und Klangbeispiel