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Clara Peeters

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Datei:Clara Peeters - Presumed self-portrait with a vanitas still life and flowers in a glass vase.jpg
Clara Peeters(?), Selbstporträt oder Vanitas-Bild(?), ca. 1615–1621, Ölfarbe auf Eichenholztafel, Privatbesitz
Datei:Clara Peeters - Still-Life with Flowers and Goblets - WGA17135.jpg
Clara Peeters, Stillleben mit Blumenvase und Pokalen, 1612, Ölfarbe auf Eichenholztafel, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Clara Peeters, eigentlich Clara Lamberts (* um 1588 in Antwerpen, Herzogtum Brabant; † nach 1657), war eine in Antwerpen, Amsterdam und Den Haag tätige Malerin des frühen 17. Jahrhunderts, die vor allem für ihre Stillleben bekannt ist. Kennzeichnend für ihre Malweise sind die akribische Pinselführung, die raffinierte Anordnung der Gegenstände und die präzise Wiedergabe von Texturen, sowie ein niedriger Blickwinkel.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Das genaue Datum von Clara Peeters’ Geburt ist nicht bekannt; aktuell geht die kunstwissenschaftliche Forschung davon aus, dass sie zwischen 1588 und 1590 in Antwerpen oder 1587 in Mechelen geboren wurde.<ref name=":0">Ursula Härting: Peeters, Clara. In: Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online. Andreas Beyer, Bénédicte Savoy, Wolf Tegethoff, 2021, abgerufen am 20. Juni 2026.</ref><ref name=":1">Jean Bastiaensen: Finding Clara: establishing the biographical details of Clara Peeters (ca. 1587–after 1636). In: Boletín del Museo del Prado. 2016, S. 17–31.</ref> Möglicherweise lautete ihr Geburtsname Clara Lamberts.<ref name=":1" /> Ihr erstes datiertes Stillleben entstand 1607, was die frühere Annahme, sie sei erst 1594 zur Welt gekommen, unwahrscheinlich macht. Weitere frühere Stillleben datieren auf 1611. Wie nicht wenige vormoderne Künstlerinnen hatte sich Clara Peeters mit ihren „Bankettbildern“ (Banketjes) auf ein Themenfeld außerhalb der von Männern dominierten narrativen Darstellungen spezialisiert.

Es sind keine Hinweise über ihre künstlerische Ausbildung überliefert, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sie bei einem anerkannten Meister in die Lehre gegangen ist. Möglicherweise handelt es sich um den in Antwerpen ansässigen Stilllebenmaler Ambrosius Bosschaert<ref name=":0" /> oder den in etwa gleichaltrigen Osias Beert.<ref>Christiane Weidemann, Petra Larass, Melanie Klier: 50 Künstlerinnen, die man kennen sollte. Prestel, München 2008, ISBN 978-3-7913-3957-3, S. 27.</ref> Anordnungen in einigen ihrer Bilder, wie dem Stillleben mit Fisch und Katze (nach 1620),<ref>nmwa.org Stillleben mit Fisch und Katze im NMWA, abgerufen am 9. Juli 2015.</ref> bei dem die Gegenstände wenig Überschneidungen zeigen in einem Raum mit klarer Tiefe, erinnern an die Werke Beerts sowie auch auf die Werkstatt von Jan Brueghel dem Älteren.

Zunächst lebte sie in Antwerpen, zog dann aber 1612 nach Amsterdam und 1617 nach Den Haag. Hinsichtlich eines zwischen 1518 und 1521 entstandenen Gemäldes mit der Darstellung einer Frau (Privatbesitz) wird in der Forschung diskutiert, ob es sich um ein Selbstbildnis der Künstlerin handeln könnte. Die Kunsthistorikerin Ursula Härting verweist auf eine Dose mit Muschelgold in ihrer linken Hand, die als Attribut der Malerin gedeutet werden könne.<ref name=":0" /> Auf einem Stillleben in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zeigen die Reflexionen auf den Buckeln eines Pokals die Malerin mit Palette und Pinseln.<ref>Stillleben mit Blumen und Goldpokalen. In: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Abgerufen am 20. Juni 2026.</ref>

Wann Clara Peeters mit wem verheiratet war, ist ebenfalls nicht gesichert. Jüngeren Forschungen zufolge hatte sie bereits früher einen Maler namens Henrick Peeters II. geheiratet, dessen Namen sie führte.<ref name=":1" /> Allerdings gibt es auch Informationen zu einer Hochzeit im Jahr 1639 in Antwerpen mit einem Henri Joosen. Die letzte bekannte Information zu ihr ist ein Gemälde von 1657, das allerdings verloren ist. Datum und Umstände ihres Todes sind unbekannt.

Clara Peeters gehörte zu den Künstlern, die das sog. Frühstücksbild populär machten.<ref>Ida Yalzadeh: Clara Peeters. In: Britannica. Abgerufen am 1. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auf vielen ihrer Gemälde sind wertvolle Gegenstände wie kostbare Porzellanvasen und Gläser mit Schliff, exotische Muscheln und glänzende Goldmünzen dargestellt. Kostbarkeiten dieser Art befanden sich zu der Zeit in herrschaftlichen Wunderkammern, ihre Auftraggeber müssen reiche Sammler gewesen sein.

Rund achtzig Gemälde werden Clara Peters zugeschrieben, davon sind 39 signiert oder mit ihrem Monogramm CP versehen. Lange Zeit wurden letztere dem ebenfalls für seine Stillleben berühmten und zur gleichen Zeit tätigen Maler Pieter Claesz zugeordnet.<ref name="Debruyne">Heleen Debruyne: Clara Peeters, the Pioneer of Still Life. übersetzt von Kate Connelly. In: www.the-low-countries.com. 28. Februar 2020, abgerufen am 1. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> So wurde 2022 in Oslo ein Stillleben eines bisher unbekannten Autors Clara Peeters zugeordnet.<ref>Buried for not being Brueghel: overlooked masterpiece by still-life pioneer discovered in storage area von Joanna Moorhead in The Guardian vom 7. August 2026</ref>

Bilder von Clara Peeters befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Prado in Madrid, des Rijksmuseums in Amsterdam und des National Museum of Women in the Arts in Washington.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pamela Hibbs Decoteau: Clara Peeters (1594 bis ca. 1640) and the development of still life painting in northern Europe. In: Flemish painters in the circle of the great masters. Band 5. Luca-Verlag, Lingen 1992, ISBN 3-923641-38-9.
  • Christiane Weidemann, Petra Larass, Melanie Klier: 50 Künstlerinnen, die man kennen sollte. Prestel, München 2008, ISBN 978-3-7913-3957-3, S. 26–27.
  • Alexander Vergara (Hrsg.): The art of Clara Peeters. Antwerpen 2016, ISBN 978-90-77148-00-6 (Ausstellungskatalog – Maison Rockox, Antwerpen, 16. Juni 2016–02. Oktober 2016 und Museo del Prado, Madrid, 25. Oktober 2016–19. Februar 2017).
  • Jean Bastiaensen: Finding Clara: establishing the biographical details of Clara Peeters (ca. 1587-after 1636). In: Boletín del Museo del Prado. 2016, S. 17–31.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Clara Peeters – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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