Clemens Zintzen
Clemens Zintzen (* 24. Juni 1930 in Aachen; † 22. April 2023 in Mainz) war ein deutscher Altphilologe. Ab 1969 lehrte er als ordentlicher Professor für Klassische Philologie.
Leben[Bearbeiten]
Clemens Zintzen, Sohn von Elisabeth Zintzen, geborener Kohl, und des Gutsbesitzers Joseph Zintzen, studierte von 1952 bis 1958 Klassische Philologie, Philosophie und Germanistik in Köln und Bonn. 1957 wurde er in Bonn mit der 1960 erstmals veröffentlichten Dissertation Analytisches Hypomnema zu Senecas Phaedra zum Dr. phil. promoviert. Von 1958 bis 1961 war er als Gymnasiallehrer tätig, ehe er zur Fachwissenschaft zurückkehrte und sich 1963 in Köln mit der Arbeit Damascii Vitae Isidori reliquiae habilitierte. Im folgenden Jahr erhielt er seine erste Dozentur an der Universität zu Köln. 1968 nahm er eine Stelle als Wissenschaftlicher Rat und Professor in Mannheim an und wurde im selben Jahr außerplanmäßiger Professor. 1969 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor für Klassische Philologie an die Universität des Saarlandes in Saarbrücken. 1972 wechselte er als ordentlicher Professor für Klassische Philologie an die Universität zu Köln, wo er bis zu seiner Emeritierung 1994 am Institut für Altertumskunde tätig war und auch danach bis zum Ende des Sommersemesters 2010 noch regelmäßig lehrte.
Clemens Zintzen war seit 1977 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz<ref>Mitgliedseintrag von Clemens Zintzen bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, abgerufen am 6. November 2017.</ref> und seit 1980 korrespondierendes Mitglied der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft. Von 1986 bis 1993 war er Vizepräsident und von 1993 bis 2005 Präsident der Mainzer Akademie, von 1998 bis 2002 zugleich auch Vorsitzender der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Seit 1999 war er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.<ref>Mitglieder: Clemens Zintzen. Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 13. März 2026.</ref> 1981 wurde er zudem zum Mitglied der Medieval Academy of America in Cambridge Massachusetts ernannt. 2003 wurde ihm für seine Verdienste um die Akademien von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die Medaille Bene merenti in Silber verliehen. 2000 wurde Zintzen mit dem Ausonius-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 1998 verlieh ihm Jürgen Zöllner den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (1. Klasse). Zintzen war Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech).<ref>siehe Seite der Acatech über Zintzen als Mitglied </ref>
In seinen Forschungen beschäftigte sich Zintzen u. a. mit der Philosophie des Neuplatonismus, der Rezeptionsgeschichte sowie der Florentiner Renaissance.
Clemens Zintzen war verheiratet mit Marianne Zintzen, geborener Frehe, und hatte eine Tochter (Irene).
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
- Analytisches Hypomnema zu Senecas Phaedra. Anton Hain, Meisenheim 1960 (gelistet auch mit 1961); zugleich Philosophische Dissertation Bonn 1957.
- Damascii Vitae Isidori reliquiae. Olms, Hildesheim 1967; zugleich Habilitationsschrift Köln 1963.
- Die Philosophie des Neuplatonismus. WBG, Darmstadt 1977.
- Die Laokoonepisode bei Vergil. Akademie der Wissenschaften und Literatur, Mainz 1979.
- Der Mittelplatonismus. WBG, Darmstadt 1981.
- Zum Problem der Rezeption in den Geisteswissenschaften. Steiner, Stuttgart 1987.
- Grundlagen und Eigenarten des Florentiner Humanismus. Steiner, Stuttgart 1990.
- Die Zukunft der Grundlagenforschung. Steiner, Stuttgart 1999.
- Athen – Rom – Florenz. Olm, Hildesheim 2000.
- Vom Menschenbild der Renaissance. Saur, München 2000.
Literatur[Bearbeiten]
- Zintzen, Clemens. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1390.
- Zintzen, Clemens. In: Wer ist Wer – Das deutsche Who’s Who 2000/2001. 39. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Verlagsgruppe Beleke, Lübeck 2000, ISBN 978-3-7950-2029-3, S. 1581.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Clemens Zintzen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Traueranzeige in der FAZ
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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Erster Lehrstuhl: Ernst Vogt (1967–1975) | Hans-Jürgen Horn (1975–2001)
Zweiter Lehrstuhl (bis 1974 Ratsstelle): Clemens Zintzen (1968–1969) | Burkhart Cardauns (1971–2001)
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Erste Professur: Rudolf Stark (1949–1966) | Otto Lendle (1967–1977) | Carl Werner Müller (1978–1999) | Peter Riemer (2000–2021)
Zweite Professur: Ernst Zinn (1951–1956) | Heinrich Dörrie (1957–1961) | Robert Schröter (1962–1968) | Clemens Zintzen (1969–1972) | Eckard Lefèvre (1974–1977) | Woldemar Görler (1980–1999)
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Schwerpunkt Gräzistik: Josef Kroll (1922–1956) | Albrecht Dihle (1958–1974) | Rudolf Kassel (1975–1991) | Bernd Manuwald (1992–2008) | René Nünlist (seit 2010)
Schwerpunkt Latinistik: Günther Jachmann (1925–1952) | Hellfried Dahlmann (1953–1971) | Clemens Zintzen (1972–1994) | Wolfram Ax (1996–2010) | Jan Felix Gaertner (seit 2013)
Klassische Philologie und Papyrologie: Reinhold Merkelbach (1961–1983) | Wolfgang Dieter Lebek (1984–2003) | Jürgen Hammerstaedt (seit 2004)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zintzen, Clemens |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Altphilologe und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 24. Juni 1930 |
| GEBURTSORT | Aachen |
| STERBEDATUM | 22. April 2023 |
| STERBEORT | Mainz |
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- Hochschullehrer (Universität zu Köln)
- Hochschullehrer (Universität Mannheim)
- Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts
- Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt
- Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur
- Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech)
- Mitglied der Patristischen Kommission
- Absolvent der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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