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Clomifen

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Strukturformel
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Gemisch aus (E)-Isomer (oben) und (Z)-Isomer (unten)
Allgemeines
Freiname Clomifen
Andere Namen
  • (E,Z)-{2-[4-(2-Chlor-1,2-diphenylvinyl)-phenoxy]-ethyl}-diethylamin
  • (E)-{2-[4-(2-Chlor-1,2-diphenylvinyl)-phenoxy]-ethyl}-diethylamin
  • (Z)-{2-[4-(2-Chlor-1,2-diphenylvinyl)-phenoxy]-ethyl}-diethylamin
  • trans-{2-[4-(2-Chlor-1,2-diphenylvinyl)-phenoxy]-ethyl}-diethylamin
  • cis-{2-[4-(2-Chlor-1,2-diphenylvinyl)-phenoxy]-ethyl}-diethylamin
Summenformel
  • C26H28ClNO [(E,Z)-Clomifen]
  • C26H28ClNO·C6H8O7 [(E,Z)-Clomifen·Citrat]
Kurzbeschreibung

Kristalle [(E,Z)-Clomifen·Citrat]<ref name="MERCK_Index">The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; S. 2390, ISBN 978-0-911910-00-1.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 213-008-6
ECHA-InfoCard 100.011.826
PubChem 2800
ChemSpider 2698
DrugBank DB00882
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

G03GB02

Wirkstoffklasse

Selektiver Estrogenrezeptormodulator

Eigenschaften
Molare Masse
  • 405,97 g·mol−1[(E,Z)-Clomifen]
  • 598,08 g·mol−1[(E,Z)-Clomifen·Citrat]
Schmelzpunkt
  • 116,5–118 °C [(E,Z)-Clomifen·Citrat]<ref name="roempp" />
  • 156,5–158 °C [cis-Clomifen·Hydrochlorid]<ref name="MERCK_Index" />
  • 149,0–150,5 °C [trans-Clomifen·Hydrochlorid]<ref name="MERCK_Index" />
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
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Gefahr

H- und P-Sätze H: 360FD
P: 201​‐​202​‐​280​‐​308+313​‐​405​‐​501<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Clomifen (auch Clomiphen) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Estrogenrezeptormodulatoren (SERM). Er ist angezeigt zur Auslösung eines Eisprungs (Ovulation) bei Frauen mit Kinderwunsch sowie zur Behandlung bestimmter Formen einer ausbleibenden Regelblutung (Amenorrhoe).

Bei hypogonadalen Männern steigert Clomifen die Testosteronproduktion.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Wirkung[Bearbeiten]

Die Wirkung entsteht hauptsächlich dadurch, dass die (in der Regel) hemmende Wirkung des Estrogens auf die Gonadotropin-erzeugenden Zellen in der Hypophyse blockiert wird. Man geht davon aus, dass der Stilben-Abkömmling Clomifen an den Steroidrezeptor im Hypothalamus bindet und ihn für Estrogen blockiert. Die Gonadotropin erzeugenden Zellen schütten infolgedessen vermehrt LH und FSH aus. Dies führt zur Anregung der Eierstock- oder Hodenfunktion. Da die Hemmung kompetitiv ist, lässt sich durch die Clomifendosis der gewünschte Sexualhormonspiegel recht genau einstellen. Voraussetzung für die Wirksamkeit ist die Funktionstüchtigkeit der Hypophyse und der Keimdrüsen.

Außer im Hypothalamus entfaltet Clomifen seine estrogenagonistischen oder -antagonistischen Wirkungen auch an anderen Organen (Gebärmutterhals, Gebärmutterschleimhaut, Follikel). So soll es auch direkt die Estrogensynthese im Follikel stimulieren. Clomifen hat keine gestagenen, (anti)androgenen, gluco- oder mineralokortikoiden Effekte. Clomifen wirkt zudem als FIASMA (funktioneller Hemmer der sauren Sphingomyelinase).<ref name="pmid18504571">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Unter der Kinderwunschbehandlung mit Clomifen kann es vermehrt zu Mehrlingsschwangerschaften kommen.<ref>Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth: Mutschler Arzneimittelwirkungen. Pharmakologie – Klinische Pharmakologie – Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2012, ISBN 3-80-472898-7. S. 418 f.</ref><ref>DocCheck News: Kinderwunsch: Lottchen-Trend in Deutschland. 31. Mai 2016.</ref>

Als Antiestrogen, der über die Stimulation der Sekretion von FSH und LH nicht nur die Aktivität der weiblichen, sondern auch männlichen Keimdrüsen erhöht und positiv auf die Spermatogenese wirken könnte, ist der Einsatz von Clomifen zur Behandlung des Mannes bei Kinderwunsch denkbar. In einer Metaanalyse wurde die Verwendung von Estrogenantagonisten zur Behandlung der idiopathischen Unfruchtbarkeit beim Mann untersucht. Studien legen nahe, dass sie die Spermienkonzentration, die prozentuale Spermienbeweglichkeit und die spontane Schwangerschaftsrate, zu erhöhen vermögen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Missbrauch[Bearbeiten]

In der Sportszene wird Clomifen neben anderen Antiestrogenen missbräuchlich verwendet, um die negativen Auswirkungen von Anabolika-Einnahme zu reduzieren.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Deutsche Sporthochschule Köln, 19. September 2005; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.dshs-koeln.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Clomifen steht auf der Verbotsliste der World Anti-Doping Agency (WADA).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verbotsliste der WADA 2012 (clomiphene) (Memento vom 12. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF; 112 kB), S. 5.</ref>

Isomerie[Bearbeiten]

Hinsichtlich seiner chemischen Struktur stellt der Arzneistoff Clomifen ein Gemisch des (E)- und des (Z)-Isomers dar (cis-trans-Isomerie). Klinisch relevant ist die antiestrogene Wirkung des (E)-Isomers (Enclomifen), seine estrogene Wirkung ist nur schwach ausgeprägt. Das (Z)-Isomer (Zuclomifen) hingegen besitzt ausschließlich estrogene Aktivität.<ref name="Roth">Hermann J. Roth, Christa E. Müller, Gerd Folkers: Stereochemie und Arzneistoffe, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1998, S. 111, ISBN 3-8047-1485-4.</ref> Das Arzneibuch begrenzt den Gehalt an Zuclomifen im Arzneistoff auf 30–50 %.<ref name="EP">Eintrag Vorlage:Linktext-Check beim Europäisches Direktorat für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Isomerenreines Enclomifen wurde zur Behandlung einer Unterfunktion der Keimdrüsen beim Mann (sekundärer Hypogonadismus) und einer damit einhergehenden nicht insulinabhängigen Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) entwickelt,<ref>Repros Therapeutics Inc., Androxal, abgerufen am 2. Februar 2011.</ref> dessen Zulassung für die EU jedoch im April 2018 abgelehnt wurde.<ref>EMA: Keine Zulassungsempfehlung für Enclomifen am 26. Januar 2018</ref><ref>Abgelehnte Humanarzneimittel im EU-Gemeinschaftsregister ec.europa.eu, im Archiv abgerufen am 26. September 2019.</ref>

Pharmazeutische Informationen[Bearbeiten]

Arzneilich verwendet wird das Clomifencitrat. Das weiße bis hellgelbe kristalline Pulver ist lichtempfindlich und schwer löslich in Wasser.<ref name="EP" /> Clomifencitrat ist bei oraler Gabe wirksam.

Handelsnamen[Bearbeiten]

In Deutschland wird das Originalpräparat Dyneric nicht mehr vertrieben, im Handel sind Generika. Als Clomid ist die Substanz beispielsweise in USA, UK und Kanada zugelassen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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