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Cohors I Breucorum

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Datei:RMW - Militärdiplom 1.jpg
Das Militärdiplom des Mogetissa vom 30. Juni 107 n. Chr. (CIL 16, 55)
Datei:GBM - Militärdiplom 2.jpg
Das Militärdiplom vom 16. August 116 (RMD 4, 229)

Die Cohors I Breucorum [civium Romanorum] [Antoniniana] [Valeria Victrix] [bis torquata] [ob virtutem appellata] [equitata] ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war eine römische Auxiliareinheit. Sie ist durch Militärdiplome und Inschriften belegt.

Namensbestandteile[Bearbeiten]

  • Breucorum: [der] Breuker. Die Soldaten der Kohorte wurden bei Aufstellung der Einheit aus dem illyrischen Volk der Breuker auf dem Gebiet der römischen Provinz Pannonia rekrutiert.
  • civium Romanorum: der römischen Bürger bzw. mit römischem Bürgerrecht. Den Soldaten der Einheit war das römische Bürgerrecht zu einem bestimmten Zeitpunkt verliehen worden. Für Soldaten, die nach diesem Zeitpunkt in die Einheit aufgenommen wurden, galt dies aber nicht. Sie erhielten das römische Bürgerrecht erst mit ihrem ehrenvollen Abschied (Honesta missio) nach 25 Dienstjahren. Der Zusatz kommt in Militärdiplomen von 116 bis 159/160 vor.
  • Antoniniana: die Antoninianische. Eine Ehrenbezeichnung, die sich auf Caracalla (211–217) bezieht. Der Zusatz kommt in den Inschriften (CIL 3, 11934, CIL 3, 11935) vor.
  • Valeria Victrix: die Starke und Siegreiche. Der Zusatz kommt in den Inschriften (CIL 3, 11931, CIL 3, 11932) vor.
  • bis torquata: zweimal mit Torques ausgezeichnet. Der Zusatz kommt in den Inschriften (CIL 3, 11931, CIL 3, 11932) vor. Die Einheit gehört neben der Cohors I Lepidiana und der Cohors III Thracum zu den 3 Hilfstruppenkohorten, denen diese Auszeichnung verliehen wurden.<ref name="jsp" />
  • ob virtutem appellata: für Tapferkeit ausgezeichnet. Der Zusatz kommt in den Inschriften (CIL 3, 11931, CIL 3, 11932) vor.
  • equitata: teilberitten. Die Einheit war ein gemischter Verband aus Infanterie und Kavallerie. Der Zusatz kommt in der Inschrift (CIL 5, 875) vor.

Da es keine Hinweise auf den Namenszusatz milliaria (1000 Mann) gibt, war die Einheit eine Cohors (quingenaria) equitata. Die Sollstärke der Kohorte lag bei 600 Mann (480 Mann Infanterie und 120 Reiter), bestehend aus 6 Centurien Infanterie mit jeweils 80 Mann sowie 4 Turmae Kavallerie mit jeweils 30 Reitern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kohorte war in der Provinz Raetia stationiert. Sie ist auf Militärdiplomen für die Jahre 86 bis 167/168 n. Chr. aufgeführt.<ref name="jsp" /><ref name="js" /><ref name="fig" /><ref name="MD" />

Die Einheit wurde vermutlich unter Augustus auf Grund des Pannonischen Aufstands aufgestellt. Sie war wohl in der frühen flavischen Zeit in der Provinz Germania stationiert.<ref name="jsp" /><ref name="fig" />

Der erste Nachweis in Raetien beruht auf einem Militärdiplom, das auf das Jahr 86 n. Chr. datiert ist. In dem Diplom wird die Kohorte als Teil der Truppen (siehe Römische Streitkräfte in Raetia) aufgeführt, die in der Provinz stationiert waren. Weitere Diplome, die auf 107 bis 167/168 datiert sind, belegen die Einheit in derselben Provinz.

Der letzte Nachweis der Einheit beruht auf den Inschriften (CIL 3, 11934, CIL 3, 11935), die auf 211 datiert werden.

Standorte[Bearbeiten]

Standorte der Kohorte in Raetia waren möglicherweise:<ref name="jsp" /><ref name="fig" />

  • Böhming: Der Kommandeur der 1. Breukerkohorte aus Pfünz, Aelius Fortis, der gleichzeitig Centurio der III. Italischen Legion war, leitete die Schlussarbeiten zum 181 n. Chr. vollendeten Steinausbau des Kastells.<ref>CIL 03, 14370.</ref>
  • Burghöfe: Die Einheit war möglicherweise zwischen 41/54 und 106/117 in Burghöfe stationiert.
  • Nassenfels: Die Einheit könnte hier in domitianischer Zeit um 90 n. Chr. bis zu ihrer Vorverlegung nach Pfünz in Garnison gelegen haben.<ref>Wolfgang Czysz, Lothar Bakker u. v. a.: Die Römer in Bayern. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1600-2, S. 136.</ref>
  • Pfünz: Die Einheit war wahrscheinlich bis zur Aufgabe des raetischen Limes um 254 in Pfünz stationiert.<ref>CIL 03, 11930, CIL 03, 11933, CIL 03, 05918.</ref>

Angehörige der Kohorte[Bearbeiten]

Folgende Angehörige der Kohorte sind bekannt.<ref name="jsp" /><ref name="fig" />

Kommandeure[Bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Cohors I Breucorum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group=A> <ref name="AN1" group=A>Die Zuordnung zu der Einheit ist unsicher bzw. umstritten.</ref> </references>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="fig">Farkas István Gergő: The Roman Army in Raetia. Dissertation, University of Pécs Faculty of Humanities 2015, S. 147–148, 244–259, 393–403 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.idi.btk.pte.hu (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.idi.btk.pte.hu (PDF; 19,1 MB, S. 150–151, 396–406)).</ref> <ref name="js"> Jörg Scheuerbrandt: Exercitus. Aufgaben, Organisation und Befehlsstruktur römischer Armeen während der Kaiserzeit. Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau 2003/2004, S. 160, Tabelle 4, uni-freiburg.de (PDF; S. 162). </ref> <ref name="jsp"> John Spaul: Cohors². The evidence for and a short history of the auxiliary infantry units of the Imperial Roman Army. In: British Archaeological Reports, 2000, ISBN 978-1-84171-046-4, S. 315, 317–319; BAR International Series (Book 841) </ref> <ref name="MD"> Militärdiplome der Jahre 86 (AE 2007, 1782), 107 (CIL 16, 55), 116 (RMD 3, 155, RMD 4, 229), 121/125 (RMD 1, 25), 125/128 (RMD 1, 32), 129/136 (AE 2005, 1150), 140/147 (RMD 3, 166), 153/157 (CIL 16, 117), 154/161 (RMD 3, 175), 156/157 (CIL 16, 183), 157 (RMD 1, 51, RMD 3, 170, RMM 00038), 159/160 (AE 2005, 1153), 160 (RMD 4, 278), 161/163 (RMD 2, 112), 166 (CIL 16, 121) und 167/168 (RMD 1, 168). </ref> </references>