Conisbrough Castle
Conisbrough Castle ist eine Burgruine aus dem Mittelalter im Dorf Conisbrough in englischen Verwaltungsbezirk South Yorkshire. Die Burg wurde ursprünglich im 11. Jahrhundert von William de Warenne, dem Earl of Surrey nach der normannischen Eroberung Englands 1066 erbaut. Hamelin Plantagenet, der illegitime Parvenüsohn von Heinrich II., erwarb das Anwesen Ende des 12. Jahrhunderts durch Heirat. Hamelin und sein Sohn William bauten die Burg aus Stein wieder auf, einschließlich ihres 28 Meter hohen Donjons. Die Burg blieb bis ins 14. Jahrhundert in der Familie, obwohl sie von der Krone mehrmals genommen wurde. Die Festung wurde dann an Edmund of Langley, den Duke of York, übertragen und fiel 1461 zurück an die Krone.
Conisbrough Castle verfiel zu einer Ruine, seine Umfassungsmauer wurde durch Setzung schwer beschädigt und die Festung im 16. Jahrhundert an die Familie Carey übertragen. Der desolate Zustand der Burg bewahrte sie vor einem Einsatz im englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert und 1737 kaufte der Duke of Leeds die Überreste. Sir Walter Scott ließ seinen Roman Ivanhoe 1819 in der Burg spielen und Ende des 19. Jahrhunderts waren die Ruinen trotz des zunehmend industriellen Charakters der Gegend zu einer Touristenattraktion geworden.
Der Staat übernahm die Verwaltung des Anwesens 1950, aber in den 1980er-Jahren empfand man die Besuchereinrichtungen als unzureichend, sodass man eine Dreierpartnerschaft zwischen der staatlichen Institution English Heritage, dem Metropolitan Borough of Doncaster und einer lokalen gemeinnützigen Vereinigung zur Renovierung der Burg einging. Mit Zuschüssen der EU erhielt der Donjon ein neues Dach und einen neuen Boden. English Heritage übernahm 2008 die Verwaltung der Burg und betreibt sie weiter als Touristenattraktion.
Die Burg besteht aus einer Kern- und Vorburg, erstere umgeben von einer Kurtine, die von sechs Wehrtürmen und dem Donjon verteidigt werden. Die Kernburg enthielt einen Saal, ein Solar, eine Kapelle und weitere Nebengebäude, von denen nur die Fundamente heute noch erhalten sind. Die Konstruktion des Donjons von Conisbrough ist einmalig in England und die Historiker Oliver Creighton und Stephen Johnson betrachten ihn als „architektonisches Juwel“ und „eines der schönsten Beispiele spätnormannischer Verteidigungsarchitektur“. Der Donjon besteht aus einem mittleren Turm mit sechs massiven Strebewerken; seine vier Geschosse bestanden aus einem Hauptschlafzimmer und einem privaten Schlafzimmer für die Herrschaft darüber. Obwohl militärisch schwach, war diese Konstruktion doch ein mächtiges Symbol für Hamelin Plantagenets neuen gesellschaftlichen Stand als höherer Adliger.
Geschichte[Bearbeiten]
11. und 12. Jahrhundert[Bearbeiten]
Conisbrough Castle wurde von William de Warenne erbaut, der an der normannischen Eroberung Englands 1066 teilgenommen hatte und von Wilhelm dem Eroberer mit ausgedehnten Ländereien in Yorkshire, Norfolk und Sussex belohnt wurde.<ref name=Johnson84003/> Als Teil davon erhielt Earl William die Grundherrschaft von Conisbrough, die vorher dem verstorbenen König Harald II. gehört hatte.<ref name=Johnson84003/> Die Grundherrschaft leitete ihren Namen von dem angelsächsischen Namen der Siedlung, Cyningesburh (dt.: des Königs Festung), ab und bildete ein großes Anwesen mit 28 Siedlungen um die angelsächsische Burh in Conisbrough selbst.<ref name=Johnson84003/><ref name=EH/>
William baute seine Burg auf einem Felssporn aus Magnesitkalkstein, umgeben von steilen Flanken. Die Burg war eine Motte mit Kernburg, die durch Erdwälle und Palisaden geschützt war, Vorburg und möglicherweise einem hölzernen Donjon.<ref name=Johnson84003/><ref name=ClarkA433/><ref name=EH2/> Die Burg stand etwa 53 Meter oberhalb des Flusses und dominierte diesen Teil des Dontals.<ref name=ClarkA433/><ref name=EH3/> Sie lag genau gegenüber dem Dorfe, in dem sich vermutlich die angelsächsische Burg befand.<ref name=Johnson84003/><ref name=ClarkB126/>
Die Burg wurde dann von Williams Sohn William von 1088 bis 1138 gehalten und dann von dessen Sohn, der ebenfalls William hieß, bis zu seinem Tod 1147.<ref name=Johnson84003005/> Conisbrough Castle und der Titel eines Earls fielen dann über Williams Tochter Isabel an ihren ersten Gatten, William de Blois, und dann an ihren zweiten Gatten, Hamelin Plantagenet, den sie 1163 heiratete.<ref name=Johnson84005/> Hamelin war der illegitime Halbbruder von König Heinrich II., der die Heirat arrangiert hatte; die Verbindung brachte ihm großen Reichtum.<ref name=Johnson84005/><ref name=Liddiard54/> Hamelin ließ die Burg in den Jahren 1180 bis 1190 zum großen Teil umbauen, z. B. auch einen Donjon aus Stein; er war ein Parvenü und hoffte, seine neue, gehobene Stellung so zu festigen.<ref name=Liddiard54/><ref name=Johnson80078/> König Johann Ohneland besuchte die Burg 1201.<ref name=Johnson84007/>
13. bis 15. Jahrhundert[Bearbeiten]
Die Burg verblieb im Eigentum von Hamelins Familie Plantagenet und ging 1202 an seinen Sohn, William de Warenne, über.<ref name=Johnson84007/> William war vermutlich für den Bau der neuen Steinkurtine um die Kernburg verantwortlich, wobei der frühere Erdwall zerstört wurde.<ref name=Johnson80080/> Die Kernburg wurde abgerissen und William ließ eine Halle und Nebengebäude im Inneren der Burg, ebenfalls aus Stein, errichten.<ref name=Johnson80077080/> 1239 erbte Williams junger Sohn John de Warenne Conisbrough Castle; er war aber damals aber noch minderjährig und seine Mutter Maud verwaltete anfangs die Burg.<ref name=Johnson84006007/>
Unter John führten Conisbroughs Konstabler eine Reihe – wie der Historiker Stephen Johnson es nennt – „farbenfroher, aber ungesetzlicher, Handlungen“ aus; einer von ihnen wurde schließlich der Durchführung „teuflischer und ungezählter Unterdrückungen“ beschuldigt.<ref name=Johnson84007/> Weitere Arbeiten an der Burg wurden unter Johns Eigentümerschaft ausgeführt, z. B. die Modernisierung der Halle und des Solars.<ref name=Johnson80081/>
Die Burg wurde 1304 an Johns Enkel weitervererbt, der ebenfalls John hieß und Joan de Bar heiratete.<ref name=Johnson84007/> Die Ehe scheiterte, aber Johns Versuche, 1316 vor Gericht eine Scheidung zu erwirken, ebenfalls.<ref name=Johnson84007/> John beschuldigte Thomas Plantagenet, den Earl of Lancaster, deswegen und entführte wiederum Thomas’ Frau; Thomas vergalt dies mit der Einnahme von Conisbrough Castle.<ref name=Johnson84007/> König Eduard II. schaltete sich in den Streit ein und bestätigte Thomas Plantagenet als neuen Eigentümer der Burg.<ref name=Johnson84007/> Im Jahre 1322 rebellierte Thomas Planatgenet aber gegen den König und wurde hingerichtet, womit Eduard selbst die Kontrolle über die Burg übernahm.<ref name=Johnson84007/> Der König besuchte die Burg im selben Jahr und gab 40 Mark für die Reparatur von Conisbrough Castle und des benachbarten Pontefract Castle aus.<ref name=Johnson84007/><ref name=MedievalMoney/><ref name=Pounds147/> Eduard wurde 1326 von seiner Frau Isabelle gestürzt und die Burg an John zurückgegeben.<ref name=Johnson84007/> John hoffte, sie an seine Geliebte und seine beiden illegitimen Söhne weiterzugeben, überlebte sie aber alle, und mit Johns Tod 1347 fiel die Burg zurück an die Krone.<ref name=Johnson84007/>
König Eduard III. gab die Burg an seinen Sohn, Edmund of Langley, den Duke of York, der sie bis 1402 kontrollierte.<ref name=Johnson84007/> Edmunds ältester Sohn Edward besaß sie bis 1415, dann fiel sie an Maud Clifford, die Witwe von Edmunds jüngerem Sohn Richard, die dort bis 1446 lebte.<ref name=Johnson84007008/> Dann erbte Richard Plantagenet die Burg und bei seinem Tod 1460 während der Rosenkriege fiel sie an seinen Sohn Eduard IV., der 1461 den Thron eroberte, womit Conisbrough Castle erneut zurück an die Krone gelangte.<ref name=Johnson84008/>
16. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]
Im 16. Jahrhundert befand sich Conisbrough Castle in schlechtem Zustand. Eine Bestandsaufnahme für den König in den Jahren 1537 und 1538 zeigte, dass die Tore, die Brücke und Teile der Burgmauer bei einem spektakulären Erdrutsch eingestürzt waren und dass eine Zwischendecke des Donjons ebenfalls eingebrochen war.<ref name=Johnson84008010/> Der Einsturz der Burgmauern war eine Folge der Instabilität der obersten Erdschicht auf dem Felsvorsprung, die mit Sandstein und Lehm vermischt war. Als der Lehm über die Zeit weggewaschen wurde, erwies sich der verbleibende Sandstein als extrem instabil und anfällig für Risse.<ref name=Thompson215/>
König Heinrich VIII. gab die Ruinen an die Familie Carey, die sie behielt, bis sie durch Heirat zunächst an die Familie Heviningham und dann an die Familie Coke fielen.<ref name=Johnson84008/><ref name=Smith112/> Die Burg spielte im englischen Bürgerkrieg des 17. Jahrhunderts keine Rolle und entkam so der Schleifung, die so viele andere ähnliche Festungen betraf, vermutlich, weil der Einsturz der äußeren Burgmauern sie bereits unhaltbar gemacht hatte und sie von geringem militärischen Wert war.<ref name=Johnson84008/> 1737, nach dem Tod von Edward Coke kaufte Thomas Osborne, der Duke of Leeds, Burg und Grundherrschaft für £ 22.500.<ref name=Smith112/><ref name=Bemerkung/><ref name=MeasuringWorth/>
Im Jahre 1811 kam der Schriftsteller Sir Walter Scott an der Burgruine vorbei und ließ 1819 seine Novelle Ivanhoe dort spielen.<ref name=Hull27/> Scott konnte von der Straße aus nur einen Teil des Anwesens überblicken und die in der Novelle, die Ende des 12. Jahrhunderts spielt, dargestellten Ereignisse sind fiktiv; Scott glaubte, die Burg sei sächsischen Ursprungs, eine Ansicht, die von vielen Kommentatoren des 19. Jahrhunderts geteilt wird.<ref name=Johnson84008/><ref name=Scott573/> Der Schriftsteller John Wainwright pries 1826 immer noch die „pittoresken Ausblicke“ rund um die Burg, aber der Altertumsforscher Ecroyd Smith bemerkte 1887 den sich ändernden Charakter des Ortes, insbesondere die Fabriken um die neue Eisenbahnlinie und die „trübe Atmosphäre“, die die Industriewerke hervorbrachten.<ref name=Smith015016039040/>
Im Jahre 1859 verstarb Francis D’Arcy-Osborne, der Duke of Leeds, und hinterließ Conisbrough Castle seinem Neffen, Sackville Lane-Fox, dem Baron Conyers.<ref name=Smith112/> Der Donjon wurde in gutem Zustand erhalten, aber 1884 war klar, dass Reparaturen überfällig waren, und Altertumsforscher George Clark empfahl dringende Arbeiten an den Mauern.<ref name=ClarkB157/> Die Finanzen ermöglichten es und er ließ wieder ein Dach anbringen und Holzböden einbauen.<ref name=ClarkB157/> Reparaturen nur in geringem Umfang wurden anschließend von den Treuhändern von Lord Conyers durchgeführt, obwohl Clarks Kollege, A. Ellis, seinen Bedenken Ausdruck verlieh, dass Geländer zum Schutz der Besucher, die regelmäßig auf das Dach den Donjons kletterten, nicht installiert wurden.<ref name=Ellis399400/> Nachweislich investierten die Treuhänder 500 £ in die Renovierung der Burgruine einschließlich des Baus einer Lodge in der Vorburg für den Burgwärter, die 1885 fertiggestellt wurde, und Verbesserungen an den Gehwegen.<ref name=Dixon189/><ref name=Davis5/><ref name=Bemerkung2/><ref name=MeasuringWorth/>
20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten]
In den 1940er-Jahren kaufte die Gemeindeverwaltung von Conisbrough die Burg und übertrug sie 1949 in die Verwaltung des Ministry of Public Works, behielt aber die Verfügung über das umgebende Land.<ref name=EH2/> 1967 und 1969 wurden bei archäologischen Ausgrabungen Fundamente in der Kernburg zutage gefördert, in den Jahren 1973 bis 1977 untersuchte man Möglichkeiten für künftige Besuchereinrichtungen.<ref name=Johnson80059/><ref name=Thompson215/> Im Jahre 1984, als die Regierungsagentur English Heritage die Verwaltung des Anwesens übernahm, war der Zustand der Besuchereinrichtungen unzureichend und der industrielle Charakter der Umgebung schreckte Touristen ab.<ref name=EH2/>
Daraufhin taten sich English Heritage, Metropolitan Borough of Doncaster und Ivanhoe Trust zusammen, neue Arbeitsstellen in der Region zu schaffen.<ref name=EH2/> Nach dieser Vereinbarung sollte der Trust das Anwesen verwalten, English Heritage sollte sich um die historische Bausubstanz kümmern und das Metropolitan Borough ein neues Besucherzentrum bauen.<ref name=EH2/><ref name=History/> Ein neues, vieldiskutiertes Besucherzentrum im Stil einer Ansammlung tournierender Zelte entstand und die Böden und das Dach des Donjons wurden zwischen 1993 und 1995 mit einem Zuschuss der Europäischen Union wieder eingebaut, um die Erosion des Mauerwerks zu begrenzen.<ref name=EH2/><ref name=Davis5/><ref name=YorkshirePost/>
Die Besucherzahlen nach der Renovierung waren weitaus geringer als erwartet, aber pendelten sich bis 2006 bei etwa 30.000 pro Jahr ein, nur wenig mehr als Anfang der 1980er-Jahre.<ref name=EH2/><ref name=YorkshirePost/> Die Einrichtungen im Außenbereich alterten schnell und finanzielle Probleme sorgten dafür, dass die neuen audio-visuellen Effekte im Donjon abgeschaltet wurden, um Geld zu sparen.<ref name=Davis005006/> Es fanden Diskussionen zwischen den drei Partnern über die Zukunft der Burg statt, aber man zerstritt sich und English Heritage übernahm 2008 die alleinige Verwaltung der Burg.<ref name=SouthYorkshireTimes/>
Die Burg wurde 2013 zur Durchführung eines 1,1 Mio. £ teuren Renovierungsprogramms geschlossen, das vom Heritage Lottery Fund bezahlt wurde. Als Teil dessen baute man neue Besuchereinrichtungen.<ref name=Davis11/><ref name=EH4/> Die Burg ist heute nach dem Recht des Vereinigten Königreiches als historisches Gebäude I. Grades und Ancient Monument gelistet.<ref name=BLB/>
Architektur[Bearbeiten]
Kernburg und Vorburg[Bearbeiten]
Legende:
A – Solar;
B – Halle;
C – Küche und Speisekammer;
D – Donjon und Treppe;
E – Barbakan und Torhaus;
F – Kapelle.
Die grauen Flächen zeigen die ausgeschrägten Fundamente an.
Conisbrough Castle besteht aus einer Kernburg und einer Vorburg, 88 m × 62 m, bzw. 79 m × 37 m in der Fläche.<ref name=Johnson84009012013/><ref name=ClarkB124/> Der Eingang zur Burg führte durch die Vorburg, eine rechteckige Anlage, die durch Erdwerke geschützt war und in der die Scheunen, Ställe und andere Nebengebäude der Burg untergebracht waren.<ref name=Johnson84009/> Eine Zugbrücke auf der Nordseite der Vorburg, die heute durch einen Erddamm ersetzt ist, verband diese mit der Kernburg.<ref name=Johnson84009/>
Die ovale Kernburg wurde innerhalb eines Burggrabens angelegt, der in die natürlichen Konturen des Hügels gegraben wurde. Das höhere Ufer dieses Grabens ist heute größtenteils zerstört.<ref name=Johnson84009/> Die Kurtine aus dem frühen 13. Jahrhundert besteht größtenteils aus grob behauenem Stein, ist bis zu 2,1 m dick und bis zu 11 m hoch. Sie wurde an zwei Stellen mit Werkstein repariert.<ref name=Johnson84009010/><ref name=Johnson84078080/><ref name=ClarkB128/> Die Burgmauer hatte sechs Wehrtürme entlang ihrer Süd- und Westseite, von denen drei in ziemlich intaktem Zustand bis heute erhalten sind, und war mit Pilasterstrebewerken an der Nordseite verstärkt.<ref name=Johnson84009010/><ref name=Johnson84078080/> Die Fundamente der Mauern und des Turmes waren ausgeschrägt, damit sie das Gewicht besser verteilten, aber sie reichten nur 60 cm tief.<ref name=Johnson84009/><ref name=Johnson84078080/> Eine Barbakane schützte die Verbindung von der Zugbrücke zum Torhaus der Kernburg, komplett mit einem zusätzlichen Ecktürmchen.<ref name=Johnson84010012/> Die Überreste der zusammengestürzten Kurtine sind heute noch im Burggraben sichtbar.<ref name=Johnson84010/>
Verschiedene Gebäude wurden an der Innenseite der Mauer der Kernburg entlang aus dem gleichen groben Mauerwerk wie die Kurtine gebaut, aber nur ihre Fundamente sind bis heute erhalten.<ref name=Johnson84018/> In der Südwestecke war der Solarblock, der den Solar und verschiedene Schlafräume enthielt.<ref name=Johnson84020021/> Entlang der Nordseite erstreckte sich die Halle, die in eine hässliche Ecke der Kurtine gequetscht war, eine Fläche von 21,3 m × 7,1 m hatte und ursprünglich vermutlich zweistöckig war.<ref name=Johnson84018/> Ursprünglich wurde sie mit einem Herd in der Mitte gebaut. Ende des 13. Jahrhunderts kam ein offener Kamin an der Außenwand dazu.<ref name=Johnson84020/> Entlang der Halle waren die Küche und die Speisekammer untergebracht, erstere mit einem Keller.<ref name=Johnson84018/> An der Südostseite der Kernburg war die Kapelle mit einer Grundfläche von 6,1 m × 12,2 m.<ref name=Thompson215216/>
Donjon[Bearbeiten]
Der Donjon von Conisbrough lag an der Nordostseite der Kernburg.<ref name=Johnson84014/> Er ist ein wichtiges Überbleibsel aus dem Mittelalter: Der Historiker Sidney Toy betrachtete ihn als „einen der schönsten Donjons Englands“, der Historiker Oliver Creighton beschreibt ihn als „architektonisches Juwel“ und Stephen Johnson als „eines der schönsten Beispiele normannischer Wehrarchitektur“.<ref name=Toy97/><ref name=Creighton8/><ref name=Johnson84014/>
Der Donjon hat einen Turm in der Mitte, 19 m im Durchmesser, mit sechs großen, starken Strebwerken außen und einem sechseckigen Grundriss, was einzigartig in England ist.<ref name=Johnson84014/> Er wurde aus Magnesitkalkstein 28 m hoch gebaut und hat Mauern, die stellenweise 4,6 m dick sind.<ref name=Johnson84014015/><ref name=ClarkB133/><ref name=EH3/> Er hat vier Stockwerke: ein Erdgeschoss, das als Keller und gewölbte Stütze für die Schlafkammer darüber dient, ein erstes Obergeschoss, durch das man in den Donjon gelangte und zwei weitere Obergeschosse sowie ein begehbares Dach, das vermutlich mit einer Abdeckung versehen und Wehrgängen geschützt war.<ref name=Johnson84014015/><ref name=ClarkB133/><ref name=EH3/>
Die heutige Betontreppe zum Donjon ist neu und die originale mittelalterliche Treppe aus Holz und Stein besaß vermutlich eine Zugbrücke direkt vor der Tür zum Donjon.<ref name=Johnson84015/><ref name=EH3/> Im Erdgeschoss war ein Brunnen, der auch vom 1. Obergeschoss aus durch ein Loch im Steinboden bedient werden konnte.<ref name=Johnson84015/>
Der Donjon war als privater Turm für Hamelin Plantagenet gedacht und nicht als repräsentativer Wohnsitz.<ref name="Dixon273"/> Daher war er nicht für die Aufnahme verschiedener Haushalte gemacht und sein Layout war einfacher als z. B. das des Donjons des Orford Castle aus der gleichen Zeit.<ref name="Dixon273"/> Das zweite und dritte Obergeschoss dienten als Hauptschlafkammer und private Schlafkammer des Herren. So entstand eine vertikale Abfolge von Räumen mit einer gewölbten, sechseckigen Kapelle, die aus der privaten Schlafkammer zugänglich und in die Strebwerke geschnitten war.<ref name="Dixon273"/><ref name="Johnson84015017"/>
Der größte Teil der Burg war wohl wegen des Fehlens von Tageslicht sehr dunkel.<ref name="Johnson84015"/> Die Hauptschlafkammer hatte aber ein großes Fenster, 56 cm × 142 cm, mit tiefen Stürzen wegen der Dicke der Wände; zwei Sitze waren am Fenster entlang eingemeißelt.<ref name="Toy114"/><ref name="Johnson84014015"/> In der privaten Schlafkammer darüber befand sich ein gleichartiges Fenster.<ref name="ClarkB142"/> Der Donjon besaß für seine Zeit relativ fortschrittliche offene Kamine und Rauchfänge, wobei der offene Kamin in der Hauptschlafkammer besonders groß und mit Steinsäulen und gemeißelten Kapitellen dekoriert war.<ref name="Toy115"/><ref name="Johnson84016"/>
Conisbrough Castle war vermutlich zwei anderen Burgen ähnlich, die den Warren Earls gehörten. Hamelin Plantagenet war auch für die Entwicklung des Château de Mortemer in Frankreich verantwortlich, wo ein gleichartiger Donjon auf einer Motte gebaut wurde, und Conisbrough Castle mag auch Ähnlichkeiten mit dem Sandal Castle im Norden Englands besessen haben, das ebenfalls den Earls gehörte.<ref name="Johnson80077"/> Aus militärischer Sicht war die Konstruktion des Donjons schlecht; der zentrale Turm bot zwar Vorteile in der Verteidigung, aber die Strebwerke schufen zwölf verletzliche Ecken im Mauerwerk und der Donjon selbst hatte keine Schießscharten, die den Verteidigern erlaubt hätten, auf Angreifer Pfeile abzuschießen.<ref name="Liddiard50"/> Der Donjon diente auch nicht vorrangig der militärischen Verteidigung, sondern war als Symbol und Stärkung von Hamelins Adel und neuer sozialer Stellung gedacht.<ref name="Liddiard54"/>
Weblinks[Bearbeiten]
Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="Johnson84003">Stephen Johnson: Conisbrough Castle, South Yorkshire. Her Majesty’s Stationery Office, Edinburgh 1984. ISBN 0-11-671485-9. S. 3.</ref> <ref name="EH">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig History of Conisbrough Castle.] English Heritage, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="ClarkA433">George T. Clark: Medieval Military Architecture in England. Band 1. Wyman and Sons, London 1884. 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S. 80.</ref> <ref name="Johnson80077080">Stephen Johnson: Excavations at Conisbrough Castle, 1973–1977 in The Yorkshire Archaeological Journal. Band 52. S. 77–80.</ref> <ref name="Johnson84006007">Stephen Johnson: Conisbrough Castle, South Yorkshire. Her Majesty’s Stationery Office, Edinburgh 1984. ISBN 0-11-671485-9. S. 6 + 7.</ref> <ref name="Johnson80081">Stephen Johnson: Excavations at Conisbrough Castle, 1973–1977 in The Yorkshire Archaeological Journal. Band 52. S. 81.</ref> <ref name="MedievalMoney">Die mittelalterliche Mark entsprach im Wert 2/3 eines englischen Pfunds. 400 Mark waren also etwa £ 266. Es ist unmöglich, mittelalterliche Geldsummen mit modernen zu vergleichen; als Vergleich kann aber dienen, dass ein durchschnittlicher englischer Baron dieser Zeit ein jährliches Einkommen von etwa £ 200.</ref> <ref name="Pounds147">Norman John Greville Pounds: The Medieval Castle in England and Wales: A Social and Political History. Cambridge University Press, Cambridge 1994. 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Jahrhundert genau mit heutigen zu vergleichen. £ 22.500 im Jahre 1737 mögen zwischen £ 3,1 Mio. und £ 364 Mio. in heutigem Geld (2013) entsprochen haben, je nach dem angewandten finanziellem Maß.</ref> <ref name="MeasuringWorth">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Five Ways to Compute the Relative Value of a UK Pound Amount, 1270 to Present.] In: measuringworth.com. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="Hull27">Lise Hull: Great Castles of Britain and Ireland. New Holland Publishers, London 2008. ISBN 978-1-84773-130-2. 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S. 5.</ref> <ref name="Bemerkung2">Der Vergleich finanzieller Summen aus dem 19. Jahrhundert mit den heutigen hängt von der Anwendung des finanziellen Maßes ab. £ 500 im Jahre 1885 mögen zwischen £ 47.000 und £ 651.000 in heutigem Geld (2013) entsprochen haben, je nach dem angewandten finanziellem Maß.</ref> <ref name="Johnson80059">Stephen Johnson: Excavations at Conisbrough Castle, 1973–1977 in The Yorkshire Archaeological Journal. Band 52. S. 59.</ref> <ref name="History">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Castle History.] Conisbrough Castle, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="YorkshirePost">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Deal lifts hopes for boom in castle visitors.] Yorkshire Post, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="Davis005006">Philip Davis: English Heritage Plans for Conisbrough Castle, Yorkshire in Castle Studies Group Bulletin, Heft 14. S. 5–6.</ref> <ref name="SouthYorkshireTimes">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Row as castle trust ousted.] In: southyorkshiretimes.co.uk. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. 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März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="BLB">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Conisbrough Castle, Conisbrough.] British Listed Buildings, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="Johnson84009012013">Stephen Johnson: Conisbrough Castle, South Yorkshire. 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Koordinaten: 53° 29′ 3″ N, 1° 13′ 35″ W
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