Contignano
| Contignano | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Panorama von Contignano | ||||||||
| Staat | Italien | |||||||
| Region | Toskana | |||||||
| Provinz | Siena (SI) | |||||||
| Gemeinde | Radicofani | |||||||
| Koordinaten | 42° 59′ N, 11° 45′ O
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| Höhe | 479 m s.l.m. | |||||||
| Einwohner | 280 (2001) | |||||||
| Telefonvorwahl | 0577 | CAP | 53040 | |||||
Contignano ist ein Ortsteil (Fraktion, italienisch frazione) der Gemeinde Radicofani in der Provinz Siena, Region Toskana in Italien.
Geografie[Bearbeiten]
Der Ort liegt etwa 10 Kilometer nördlich des Hauptortes Radicofani und rund 50 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Siena im Orciatal (Val d’Orcia<ref name="Repetti">Emanuele Repetti: CONTIGNANO in Val d’Orcia.</ref>). Contignano liegt im Bistum Montepulciano-Chiusi-Pienza und ist somit dem Erzbistum Siena-Colle di Val d’Elsa-Montalcino unterstellt. Contignano liegt bei 479 Metern und hat ca. 280 Einwohner.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Offizielle Webseite des ISTAT ( des Vorlage:IconExternal vom 2. August 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Siena, abgerufen am 14. Oktober 2016 (italienisch)</ref> Nächstgelegener Ort neben dem Hauptort Radicofani ist Bagni San Filippo, Ortsteil von Castiglione d’Orcia. Pienza, Monticchiello (Ortsteil von Pienza) und Chianciano Terme liegen ca. 10 km entfernt. Der Ort liegt auf einem Hügelrücken zwischen den Flüssen Formone<ref name="Archeospot">Archeospot.it zu Contignano</ref> und Orcia, ca. 4 km südlich von deren Zusammenfluss.
Geschichte[Bearbeiten]
Erstmals erwähnt wurde der Ort 1028,<ref name="LuoghiFede">Bruno Santi (Hrsg.): I luoghi della Fede. L’Amiata e la Val d’Orcia.</ref> als Ildebrando IV der Aldobrandeschi (Ildebrando degli Aldobrandeschi<ref name="Archeospot" />) Contignano an Foscolo di Pietro<ref name="Archeospot" /> verkaufte. Sein Sohn und seine Frau Maiza erbten den Ort und vermachten ihn ein Jahr später an das Kloster San Salvatore di Monte Amiata. Die Schenkung wurde 1210 von Otto IV. bestätigt.<ref name="radicofanivaldorcia">I giorni cruciali nella storia di Contignano.</ref> Im frühen 14. Jahrhundert gehörte Contignano den Farnese,<ref name="Repetti" /> die 1303 unter Pietro di Ranuccio di Pepone Farnese zu dem Ort kamen und 1313 mit Orvieto paktierten. 1339 änderten die Farnese ihre Bündnisse und unterstellten sich Siena, trotzdem kam es 1379 zu der Situation, das sich die Bevölkerung von Contignano für Siena die Bretoni, Verbündete der Farnesi, bekämpfte und besiegte.<ref name="radicofanivaldorcia" /> Am 6. August 1390 verkauften die Farnese den Ort für 5000 Fiorini an Cione Salimbeni (Cione di Sandro Salimbeni, † 2. März 1397 in Castiglione d’Orcia<ref>Alessandra Carniani: I Salimbeni. Quasi una signoria. Protagon Editori, Siena 1995, ISBN 88-8024-090-0, S. 259</ref>).<ref name="radicofanivaldorcia" /> Auf ihn folgte sein Sohn Niccolò di Cione di Sandro, Cocco genannt, der in offener Feindschaft zu Siena stand. Dieser schloss 1405 (einen vorläufigen) Frieden mit Siena, wurde aber im Dezember 1409 von der Bevölkerung des Ortes verwiesen. Am 7. Dezember 1409 übernahm Siena die Herrschaft im Ort und garantierte dabei eine Autonomie sowie wirtschaftliche Vorteile.
Von 1501 bis 1515 unterstand Umgebung und der Ort selbst mit Ausnahme der Burg dem Antonio Giordano aus Venafro, zur damaligen Zeit Berater des Pandolfo Petrucci. Nach dessen Tod 1512 überwarf sich Giordano drei Jahre später mit Borghese Petrucci und verließ die Republik Siena. Nach der Niederlage der Republik Siena 1555 gegen Florenz und den vier weiteren Jahren des Widerstands im Exil von Montalcino gelangte 1559 nach dem Frieden von Cateau-Cambrésis auch Contignano in das Großherzogtum Toskana. Im Auftrage von Großherzog Cosimo III. de’ Medici gab Bartolomeo Gherardini den Ort 1676 an die Bandinelli (Cerretani Bandinelli Paparoni, auch Bianchi Bandinelli).<ref name="radicofanivaldorcia" />
Seit dem 1. Januar 1778 ist Contignano ein Ortsteil von Radicofani.<ref name="radicofanivaldorcia" />
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Santa Maria Assunta, Kirche im Ortskern, die bereits 1293 als Nebenstelle des Klosters San Salvatore di Monte Amiata erwähnt wurde. Enthält die Gemälde Apparizione della Vergine ai Santi Eustachio e Francesco (Francesco unsicher) und Incoronazione della Vergine e Santi, beide Werken befinden sich der Fassadenrückseite (Controfacciata), stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert und wurden von der heute nicht mehr aktiven Pieve von Sant’Eustachio a Castelvecchio unweit des Ortes<ref name="LuoghiFede" /> (auch Castelvecchio d’Orcia<ref>Emanuele Repetti: Castelvecchio d’Orcia. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846). Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, italienisch)</ref>) nach hier gebracht. Am rechten Altar befindet sich ein Tafelgemälde aus dem 16. Jahrhundert (Incoronazione della Vergine, Scuola senese), am linken Altar ist das Gemälde Crocifissione (spätes 15. Jahrhundert) angebracht.<ref name="LuoghiFede" />
- Porta del Castello, Wehrtor am Cassero/Castello (auch Torrione genannt).<ref name="WebRadicofani">Webseite der Gemeinde Radicofani zu Contignano</ref>
- Porticciola, nördliches und sekundäres Wehrtor.<ref name="WebRadicofani" />
- Torre del Fortilizio, heute noch bestehender Turm an der Porta del Castello, damals der Hauptturm der Wehranlage. Heute ein Wohngebäude.<ref name="ProLocoContignano">Pro Loco Contignano</ref>
- San Rocco, Kapelle kurz außerhalb der Wehrmauern. Enthält das Fresko Madonna col Bambino e i Santi Rocco e Sebastiano eines unbekannten seneser Künstlers aus dem 16. Jahrhundert.<ref name="LuoghiFede" />
Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]
- Sagra del Raviolo, seit 1971 jährlich im August stattfindendes Ravioli-Fest.<ref name="ProLocoContignano" />
Verkehr[Bearbeiten]
- Der Ort liegt ca. 10 km entfernt von der heutigen Staatsstraße 2 (SS 2) Via Cassia.
Palio del Bigonzo[Bearbeiten]
- Der Palio findet seit 2006 jährlich am 8. September im Hauptort Radicofani zu Ehren der Madonna delle Vigne statt. Hierbei stehen sich die Contraden Castello, Borgo Maggiore, Castel Morro und Bonmigliaccio gegenüber.<ref>thatsamiata.com zum Palio del Bigonzo, abgerufen am 15. Oktober 2016 (italienisch)</ref> Seit 2012 darf auch der Ortsteil Contignano am Rennen teilnehmen und gewann seitdem jedes Rennen.<ref>Palio del Bigonzo, quinta vittoria storica per Contignano. gonews.it, abgerufen am 15. Oktober 2016 (italienisch)</ref>
Bilder[Bearbeiten]
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Porticciola, nördliches Wehrtor
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Wehrtor Porta del Castello mit dem Torrione Torre del Fortilizio (del Castello, del Cassero)
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Der Torrione Torre del Fortilizio (del Castello, del Cassero) von innerhalb der Wehrmauern gesehen.
Literatur[Bearbeiten]
- Emanuele Repetti: CONTIGNANO in Val d’Orcia. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846). Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, italienisch)
- Bruno Santi: I luoghi della Fede. L’Amiata e la Val d’Orcia. Arnoldo Mondadori Editore, Mailand 1999, ISBN 88-04-46780-0, S. 116.
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Webseite der Gemeinde Radicofani zu Contignano
- Website des Pro Loco in Contignano
- I giorni cruciali nella storia di Contignano. auf den Webseiten von radicofanivaldocia.
- Archeospot zu Contignano.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />