Cord Meckseper
Cord Meckseper (* 29. Oktober 1934 in Bremen) ist ein deutscher Bauforscher und Architekturhistoriker.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Cord Meckseper besuchte 1945–1954 das humanistische Eberhard-Ludwigs-Gymnasium Stuttgart. Es folgte ein Studium der Architektur an der TH Stuttgart (mit Nebenfächern Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie), in dessen Folge er am dortigen Lehrstuhl für Baugeschichte und Bauaufnahme als Wissenschaftlicher Assistent arbeitete und 1969 über die hochmittelalterliche Stadtbaugeschichte von Rottweil am Neckar bei Harald Hanson und Hansmartin Decker-Hauff zum Dr.-Ing. promovierte.<ref name=":0">Cord Meckseper. In: igt.uni-hannover.de. Institut für Geschichte und Theorie der Architektur – Leibniz Universität Hannover, 22. Januar 2021, abgerufen am 2. April 2026.</ref> Die Dissertation wurde 1970 zugleich als Habilitationsschrift anerkannt.<ref>Cord Meckseper: Rottweil. Untersuchungen zur Stadtbaugeschichte im Hochmittelalter. Dissertation Universität Stuttgart, 1969; zugleich Habilitationsschrift Universität Stuttgart, 1970; Seite 1, Titelblatt. (Digitalisat des Typoskripts auf elib.uni-stuttgart.de, abgerufen am 2. April 2026)</ref> 1971–1973 war er Universitätsdozent für das Lehrgebiet „Stadtbaugeschichte“ an der Universität (TH) Stuttgart.<ref name=":0" /> 1973–1974 war er Professor für Geschichte, Theorie und Kritik der Architektur an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Berlin (in der Nachfolge von Julius Posener).
Seine Hauptwirkungszeit verbrachte Cord Meckseper von 1974 bis 1999 ein Vierteljahrhundert lang als ordentlicher Professor für Bau- und Kunstgeschichte an die Universität Hannover. Ab 1979 war er wesentlich an den Vorbereitungen zur Niedersächsischen Landesausstellung „Stadt im Wandel. Kunst und Kultur des Bürgertums in Norddeutschland“ in Braunschweig beteiligt, die 1985 im Braunschweigischen Landesmuseum und der Burg Dankwarderode gezeigt wurde. Nach seiner Emeritierung 1999 widmet er sich weiterhin Forschungen zur Baugeschichte insbesondere des Mittelalters.
Mitgliedschaften, Ehrungen[Bearbeiten]
In den Jahren 1986 bis 1994 war Meckseper Vorsitzender der Koldewey-Gesellschaft – Vereinigung für baugeschichtliche Forschung (2006 Ehrenmitgliedschaft<ref name=":0" />) und 1989 bis 1995 Vizepräsident der Deutschen Burgenvereinigung (1992 Ehrenmitgliedschaft<ref name=":0" />). 2007–2013 war er Vorstandsmitglied im Freundes- und Förderkreis des Museums August Kestner Hannover.<ref name=":0" />
Meckseper ist Mitglied in der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen und korrespondierendes Mitglied im Institut für vergleichende Städtegeschichte, Münster.<ref name=":0" /> Seit 1992 ist er Mitglied der Klasse für Geisteswissenschaften der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.
1985 erhielt er das Verdienstkreuz Erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens.<ref name=":0" />
Privates[Bearbeiten]
Cord Meckseper ist der ältere Bruder des Malers und Grafikers Friedrich Meckseper.
Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]
Ein ausführliches Schriftenverzeichnis von Cord Meckseper befindet sich auf der Website des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur der Leibniz-Universität Hannover.<ref>Schriftenverzeichnis Schriftenverzeichnis Cord Meckseper. In: igt.uni-hannover.de. Institut für Geschichte und Theorie der Architektur der Leibniz Universität Hannover, abgerufen am 2. April 2026 (Stand 24. März 2026).</ref>
- Castel del Monte: Seine Voraussetzungen in der nordwesteuropäischen Baukunst. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 33, 1970, H. 3, S. 211–231.
- Rottweil. Untersuchungen zur Stadtbaugeschichte im Hochmittelalter. Dissertation Universität Stuttgart, 1969; zugleich Habilitationsschrift Universität Stuttgart, 1970. (Digitalisat des Typoskripts auf elib.uni-stuttgart.de, abgerufen am 2. April 2026)
- Kleine Kunstgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1982, ISBN 3-534-08579-5; 3., textlich unveränderte Auflage 2011 (ISBN 978-3-534-24022-7).
- [Mitherausgeber]: Die Stadt in der Literatur. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983, ISBN 978-3525334911.
- Das Leibnizhaus in Hannover. Die Geschichte eines Denkmals. Mit einem größeren Beitrag zum Bau von 1652 von Ingrid Krüger. Hrsg. v. d. Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft e. V. Schlütersche Verlagsanstalt, Hannover 1983, ISBN 3-87706-192-3.
- (Hrsg.): Stadt im Wandel. Kunst und Kultur des Bürgertums in Norddeutschland 1150-1650. Ausstellungskatalog Landesausstellung Niedersachsen 1985, Bd. 1–4. Cantz, Stuttgart-Bad Cannstatt 1985, ISBN 3-922608-37-X.
- "Papier ist geduldig". Wie die Magdeburger Pfalz Ottos des Großen aufgefunden wurde und sich der Forschung wieder zu entziehen begann. In: Stefanie Lieb (Hrsg.): Form und Stil. Festschrift für Günther Binding zum 65. Geburtstag. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-14959-9, S. 75–82.
- Das Piano nobile. Eine abendländische Raumkategorie. Olms, Hildesheim 2012, ISBN 978-3-487-14742-0.
- Architektur-Wissenschaft: Glasperlenspiele und das leibhaftige Einhorn. In: Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft. Jahrbuch 2012. J. Cramer Verlag, Braunschweig 2013, ISBN 978-3-934656-32-1, S. 237–244. (Digitalisat auf leopard.tu-braunschweig.de, abgerufen am 2. April 2026)
Literatur[Bearbeiten]
- Maike Kozok (Hrsg.): Struktur, Symbol. Streifzüge durch die Architekturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Festschrift für Cord Meckseper zum 65. Geburtstag. Imhof Verlag, Petersberg 1999, ISBN 978-3-932526-52-7.
- Burgenforschung. Festschrift für Cord Meckseper zum 85. Geburtstag (= Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung, Reihe A: Forschungen. 20). Deutsche Burgenvereinigung, Braubach 2019, ISBN 9783927558458. (Enthält einen von Mecksepeper kommentierten Nachdruck von 15 eigenen Aufsätzen.)
Weblinks[Bearbeiten]
- Lebenslauf. Prof. i. R. Dr.-Ing. Cord Meckseper, auf der Website des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur der Leibniz-Universität Hannover
- Digitalisierte Schriften von Cord Meckseper, auf independent.academia.edu
- Cord Meckseper: Zum Selbstverständnis der Baugeschichtsforschung, auf der Website der Koldewey-Gesellschaft
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Meckseper, Cord |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bauforscher und Architekturhistoriker |
| GEBURTSDATUM | 29. Oktober 1934 |
| GEBURTSORT | Bremen |