Corine Mauch
Corine Barbara Mauch (* 28. Mai 1960 in Iowa City, Vereinigte Staaten; heimatberechtigt in Teufenthal und Zürich<ref name="tagi" />) ist eine Schweizer Politikerin (SP). Von 2009 bis 2026 war sie Stadtpräsidentin von Zürich.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Herkunft[Bearbeiten]
Corine Mauch wurde als schweizerisch-US-amerikanische Doppelbürgerin im US-Bundesstaat Iowa als Tochter des Ingenieurs Samuel P. Mauch (1935–2025) und der Chemielehrerin Ursula Mauch (geb. Widmer) geboren. Mit zwei jüngeren Brüdern wuchs sie in Boston auf, wo ihr Vater am Massachusetts Institute of Technology als Doktorand arbeitete. In der Schweiz verbrachte sie ihre Kindheit im Kanton Aargau in Oberlunkhofen mit knapp 500 Einwohnern, wo sie und ihre Brüder in der Schule die einzigen protestantischen Kinder waren.<ref name="Bil">Corinne Mauch: In USA steuerpflichtig. In: Bilanz.ch, vom 4. Juli 2011, abgerufen am 16. Mai 2015</ref><ref>Corine Mauch im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar). Abgerufen am 8. Juli 2021.</ref>
Ende 2012 hat sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft abgegeben,<ref>Zürcher Bürgermeisterin gibt US-Staatsbürgerschaft ab – Steuern. In: Welt.de, 19. April 2013</ref> da sie sich viel stärker mit der Schweiz verbunden fühle.<ref name="tagi">Silvio Temperli: Corine Mauch hat den US-Pass zurückgegeben. In: Tages-Anzeiger, 18. April 2013</ref> Ihre Mutter Ursula Mauch war 1979–1995 Aargauer SP-Nationalrätin und ihr Vater Samuel P. Mauch<ref name="Bil" /> gründete 1967 in Baden das damals linksfreisinnige Team 67 mit.<ref>Corine Mauch 02 Über ihre Biographie, Agrarökonomie, 2000 Watt. Video-Interview vom 30. Dezember 2013 </ref> Ihr Onkel mütterlicherseits ist der Unternehmer Hans Widmer.<ref>«Man hätte mich rauswerfen müssen». In: NZZ am Sonntag, 12. Dezember 2010</ref>
Ausbildung und berufliche Tätigkeiten[Bearbeiten]
Corine Mauch hat an der ETH Zürich studiert und mit dem Diplom als Agrarökonomin abgeschlossen. Sie studierte Sinologie an der Universität Zürich und verfügt über einen Master in Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Lausanne/IDHEAP.
Während vier Jahren war Mauch Abfall- und Umweltbeauftragte der Stadt Uster und arbeitete unter anderem als Leiterin der Geschäftsstelle SAGUF (Schweizerische Akademische Gesellschaft für Umweltforschung und Ökologie) und als Projektleiterin beim Büro Interface Politikstudien Luzern. Vor ihrem Amtsantritt als Stadtpräsidentin war Corine Mauch als Projektleiterin für Evaluationen und Wirkungskontrollen bei den Parlamentsdiensten der Bundesversammlung tätig.
Politik[Bearbeiten]
Mauch gehört seit 1990 der SP an. Ab 1999 war sie Mitglied des Gemeinderats von Zürich, unter anderem als Präsidentin der Rechnungsprüfungskommission, ab Oktober 2008 war sie Fraktionspräsidentin.
Corine Mauch setzt ihre politischen Schwerpunkte in der Energie-, Umwelt- und Planungspolitik. Zentrales Anliegen ihrer Tätigkeit als Gemeinderätin war die Aufnahme des Ziels der 2000-Watt-Gesellschaft in die Gemeindeordnung der Stadt Zürich, was insbesondere die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen und den effizienteren Umgang mit Energie beinhaltet, aber auch den Ausstieg der Stadt aus der Kernenergie vorschreibt. Bereits als Gemeinderätin beschäftigte sie sich darüber hinaus mit Kulturpolitik, einer der Kernaufgaben der Stadtpräsidentin. Sie nimmt auch politisch Einfluss auf gleichgeschlechtliche Themen, wie beispielsweise Forderungen während des Wahlkampfes nach Unterstützung schwullesbischer Kulturprojekte oder dass Homosexualität im Rahmen des gesamten Schulunterrichts als gleichwertige Lebensform Eingang finden soll.<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Interview von gay.ch vor dem 2. Wahlgang. ( vom 25. Mai 2009 im Internet Archive) Abgerufen am 22. Juli 2009</ref>
Wahl ins Stadtpräsidium[Bearbeiten]
Mauch wurde am 2. Dezember 2008 von der Sozialdemokratischen Partei der Stadt Zürich zur Kandidatin für die Nachfolge des zurücktretenden Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber nominiert. Im ersten Wahlgang am 8. Februar 2009 lag ihre Gegnerin Kathrin Martelli von der FDP mit rund 1300 Stimmen vor Mauch, ohne das absolute Mehr zu erreichen, im zweiten Wahlgang am 29. März 2009 wählten 41'745 Zürcher Corine Mauch zur ersten Stadtpräsidentin von Zürich.<ref>Zürichs erste Stadtpräsidentin heisst Corine Mauch. In: swissinfo.ch, 29. März 2009</ref> In den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022<ref>Erneuerungswahl Stadtpräsidium, erster Wahlgang vom 13. Februar 2022. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Februar 2022; abgerufen am 13. Februar 2022.</ref> wurde Mauch wiedergewählt. Bei den Wahlen 2026 trat sie nicht mehr an.<ref>Zürcher Stadtratswahlen - Corine Mauch tritt als Stadtpräsidentin ab. In: srf.ch. 4. März 2025, abgerufen am 26. Mai 2025.</ref> Zum neuen Stadtpräsidenten wurde der bisherige Stadtrat Raphael Golta gewählt,<ref>«Grosse Dankbarkeit und Demut»: Golta folgt auf Corine Mauch. In: srf.ch. 10. Mai 2026, abgerufen am 10. Mai 2026.</ref> der das Präsidialdepartement am 27. Mai 2026 übernahm.<ref>Bekanntgabe der Departementsverteilung. In: stadt-zuerich.ch. 21. Mai 2026, abgerufen am 24. Mai 2026.</ref><ref>Verabschiedung von Corine Mauch, André Odermatt und Filippo Leutenegger. In: stadt-zuerich.ch. 22. Mai 2026, abgerufen am 24. Mai 2026.</ref>
Privates[Bearbeiten]
Corine Mauch lebt mit ihrer langjährigen Lebenspartnerin, der Musikerin Juliana Maria Müller,<ref>Denise Marquard: Eine First Lady der besonderen Art. In: Tages-Anzeiger, 31. März 2009, S. 11 (online, Archiv).</ref> im Zürcher Quartier Unterstrass. Im April 2014 haben sie ihre Partnerschaft eintragen lassen.<ref> Corine Mauch hat ihre Partnerin geheiratet. In: Tages Anzeiger, 7. Mai 2014.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Corine Mauch im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Elmar Ledergerber | Stadtpräsidentin von Zürich 2009–2026 | Raphael Golta |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mauch, Corine |
| ALTERNATIVNAMEN | Mauch, Corine Barbara (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Politikerin (SP) |
| GEBURTSDATUM | 28. Mai 1960 |
| GEBURTSORT | Iowa City, Vereinigte Staaten |