Cornelia Heyse
Cornelia „Nele“ Heyse (* 1954<ref>Thüringer Literaturrat – Autorenlexikon: Heyse, Nele. In: thueringer-literaturrat.de. Thüringer Literaturrat, abgerufen am 15. Februar 2023.</ref> in Meiningen<ref name="SPV">Cornelia Heyse. In: schauspielervideos.de. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref><ref name="e-talenta">Cornelia Heyse Profil bei e-TALENTA. Abgerufen am 22. November 2015.</ref>) ist eine deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin.
Leben[Bearbeiten]
Familie und Ausbildung[Bearbeiten]
Heyse stammt aus einer künstlerischen Familie.<ref name="Mauerfall">Was der Mauerfall für Stars aus dem Osten bedeutet in: Thüringer Allgemeine vom 1. Oktober 2014. Abgerufen am 22. November 2015</ref> Ihr Vater war der Schauspieler und spätere Bonner Generalintendant Hans-Joachim Heyse.<ref name="Mauerfall" /> Sie wuchs in Weimar auf.<ref name="LSH">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die reinste Liebeskunst, Cornelia Heyse – Vita ( vom 23. November 2015 im Internet Archive) Internetpräsenz LehnschulzenHofbühne Viesen. Abgerufen am 22. November 2015</ref><ref name="Halle">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Cornelia Heyse ( des Vorlage:IconExternal vom 22. November 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Vita; Neues Theater Halle. Abgerufen am 22. November 2015</ref> Als Kind litt sie an einem Sprachfehler. Sie war Stotterin und besuchte daher zunächst in Weimar die Sprachheiloberschule.<ref name="Mauerfall" /><ref name="agentur">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Cornelia Heyse – Biografie ( vom 22. November 2015 im Internet Archive) Vita; Künstleragentur Almut Undisz. Abgerufen am 22. November 2015</ref> Sie wollte seit ihrer Jugend Schauspielerin werden und wurde bei ihrem Berufswunsch von ihrer Mutter unterstützt.<ref name="Mauerfall" />
Nach dem Abitur absolvierte sie von 1973 bis 1977 ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Ost-Berlin.<ref>Cornelia Heyse bei Filmmakers, abgerufen am 6. Januar 2023</ref>
Theater[Bearbeiten]
Nach ihrer Ausbildung spielte sie anschließend an verschiedenen Bühnen in der DDR, u. a. am Berliner Ensemble, am Theater Meiningen, wo sie zahlreiche Hauptrollen übernahm, und am Staatstheater Schwerin, in der Zeit der erfolgreichen Direktion von Christoph Schroth, als das Staatstheater Schwerin als „Mekka der DDR-Theaterkunst“ galt.<ref name="Mauerfall" /><ref name="LSH" /> Nach einem geplanten, dann von staatlicher Seite abgesagten Auslandsgastspiel des Staatstheaters Schwerin am Theater Bern stellte Heyse, um das Ensemble zu entlasten, einen Ausreiseantrag. Sie vermutete, dass aufgrund ihrer persönlichen Verbindungen in den Westen die Absage erfolgt war.<ref name="Mauerfall" /> 1984 verließ sie die DDR.<ref name="LSH" /><ref name="Halle" /> In ihrer Akte beim MfS war sie als „Feindin der DDR“ eingestuft worden.<ref name="Mauerfall" />
Erste Theatererfahrungen im Westen machte sie an einem Hamburger Privattheater.<ref name="Mauerfall" /> Ihr erstes Festengagement im Westen hatte sie dann am Theater Basel (1985–1988). Es folgten weitere Festengagements am Theater Bielefeld (1989–1990), am Nationaltheater Mannheim (1990–1993), am Theater Bremen (1994–1995) und am Schauspielhaus Leipzig (1995–1998). Von 1998 bis 2001 war sie, von Thomas Langhoff engagiert, festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin. Seit 2001 ist sie als freischaffende Schauspielerin tätig. Sie nahm in der Folgezeit zahlreiche Gastengagements an renommierten deutschsprachigen Bühnen an.<ref name="LSH" />
2001 spielte sie am Hamburger Thalia Theater in „Traum in Herbst“ von Jon Fosse in einer Inszenierung von Luk Perceval, an der Seite von Dagmar Manzel, Stephan Bissmeier, Gundi Ellert und Werner Rehm.<ref>Traum im Herbst Besetzung. Abgerufen am 22. November 2015</ref>
2002 gastierte sie beim Berliner Ensemble (Titania in „Ein Sommernachtstraum“; Regie: Leander Haußmann) und an der Berliner Schaubühne. 2004 trat sie am Schauspielhaus Zürich in „Das weite Land“ (Regie: Karin Henkel) in der Rolle der Schauspielerin Anna Meinhold-Aigner auf. 2005 übernahm sie am Stadttheater Freiburg die Rolle der Natalija Iwanowna in „Warenje“ von Ljudmila Ulizkaja (Regie: Thomas Krupa). 2006 ging sie mit der Komödie „Das Schlafzimmer von Alice“ von Ulrich Hub, einer Produktion des Schauspiels Leipzig mit dem Euro-Studio Landgraf, auf Deutschland-Tournee; sie spielte die Mutter des Bürgermeisters Eduard.<ref>Turbulenzen im Schlafzimmer von Alice Aufführungskritik in: Kölner Stadt-Anzeiger vom 9. Oktober 2006. Abgerufen am 22. November 2015</ref>
2006 gastierte sie erstmals an den Vereinigten Bühnen Bozen, als Mary Tyrone in „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ (Regie: Carsten Bodinus). 2007 übernahm sie dort die Rolle der Irene Harms in „Der einsame Weg“ (Regie: Patrick Guinand). 2009 folgte dort Joan Didions „Das Jahr magischen Denkens“ in der Monologfassung; 2010 trat sie dort als Daja in „Nathan der Weise“ (Regie: Monika Steil) auf.
In der Spielzeit 2009/10 gastierte sie als böse Stiefmutter in dem Märchen „Aschenputtel“ am Hans-Otto-Theater in Potsdam.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Dampfende Kessel und Motorsägen Aschenputtel als modernes Märchen ( des Vorlage:IconExternal vom 23. November 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Aufführungskritik in: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 27. November 2009. Abgerufen am 22. November 2015</ref> 2011 folgte dort die Sabrina in „Trilogie der Sommerfrische“ (nach Carlo Goldoni; Regie: Matthias Brenner). 2012 trat sie am Nationaltheater Weimar als Laura in der Uraufführung des Theaterstücks „Die zweite Frau“ von Nino Haratischwili (Regie: Olivier Colonie) auf.
Im September 2012 spielte sie am Alten Schauspielhaus Stuttgart die Rolle der Sabine in der Uraufführung des Theaterstücks „Zwischen den Welten“ von Sara von Schwarze.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Verzweifeltes Bühnen-Ich ( des Vorlage:IconExternal vom 23. November 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Aufführungskritik in: Die deutsche Bühne vom 1. Oktober 2012. Abgerufen am 22. November 2015</ref><ref>Mensch ohne Wurzeln Aufführungskritik in: Jüdische Allgemeine vom 28. September 2012. Abgerufen am 22. November 2015</ref> Diese Rolle spielte Heyse durchgehend bis 2014; mit dieser Produktion gastierte sie auch am Cameri-Theater in Tel Aviv.
2013 verkörperte sie am neuen theater Halle die Rolle der Françoise Larchet in der Komödie „Der Vorname“ von Mathieu Delaporte und Alexander de la Patellière; Regie führte Martina Eitner-Acheampong.<ref name="Halle" /> 2014 folgte am Neuen Theater Halle die Rolle der Oberschwester Ratched in „Einer flog über das Kuckucksnest“ (Regie: Niklas Ritter).<ref name="Halle" /> In der Spielzeit 2015/16 übernahm sie im November 2015 am Opernhaus Halle die Rolle Schneekönigin/Räubermutter in dem Märchenstück „Die Schneekönigin“. Aufgrund eines Bühnenunfalls musste Heyse zunächst verletzungsbedingt pausieren; sie wird jedoch ab Dezember 2015 ihre Rolle wiederaufnehmen.<ref>Schneekönigin verletzt: Schauspielerin Cornelia Heyse bricht sich das Handgelenk in: Mitteldeutsche Zeitung vom 20. November 2015. Abgerufen am 28. Mai 2021</ref>
Heyse wirkte neben ihren Engagements an staatlichen Schauspielbühnen auch in zahlreichen freien Theaterproduktionen und Theaterprojekten mit. Sie gastierte mehrfach an dem von Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern gegründeten „Theater am Rand“ im Oderbruch.<ref name="Halle" /><ref name="agentur" /> Sie ist Gründungsmitglied des Theatervereins LehnschulzenHofbühne Viesen e.V. in Viesen.<ref name="LSH" /> An der Hofbühne Viesen realisierte sie bereits zahlreiche Produktionen, u. a. „Vor und nach dem Sündenfall“ (2008; mit Matthias Brenner), „Michael Kohlhaas“ (2009; Regie: Matthias Brenner), „Die Andere und Ich“ (2010), „Die reinste Liebeskunst“ (2011), „Shakespeare-Sonette“ (2011), „Freiheit und Glück“ (2012, mit Matthias Brenner) und „Der Kirschgarten“ (2014; als Gutsbesitzerin Ranjewskaja, Regie: Fanny Staffa).
Film und Fernsehen[Bearbeiten]
Heyse übernahm gelegentlich immer wieder auch einige wenige Film- und Fernsehrollen, die jedoch gegenüber ihrer Theaterarbeit als zweitrangig anzusehen sind. Heyse äußerte sich einmal in einem Interview selbstironisch dahingehend, dass sie „bei ihrer Film- und Fernseh-Agentin wohl mehr als Karteileiche registriert sei.“<ref name="Mauerfall" />
In der ZDF-Kinderserie Löwenzahn hatte sie 2010 eine Episodenrolle; sie spielte die Institutsdirektorin. Im Tatort: Das Muli (2015), dem ersten Fall des Berliner Ermittlerteams Rubin und Karow, war sie in einer Nebenrolle zu sehen. Sie spielte die Leiterin der Jugendeinrichtung, in der Ronny Michels (Theo Trebs) und sein Mitbewohner (Julius Nitschkoff) untergebracht sind. Im Polizeiruf 110: Söhne Rostocks des Ermittlerteams Bukow und König, der im Januar 2020 erstausgestrahlt wurde, war sie als Mutter eines geflohenen Jungunternehmers (Tilman Strauß) zu sehen. In der 21. Staffel der ZDF-Serie SOKO Leipzig (2021) übernahm sie eine der Episodenrollen als demente Altenheimbewohnerin und Zeugin Ilse Lambrecht.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.SOKO Leipzig: Die Mörder meiner Tochter ( vom 14. Mai 2021 im Internet Archive). Handlung und Besetzung. Offizielle Internetpräsenz des ZDF. 2. Januar 2021</ref> In der auf Das Erste ausgestrahlten Krimireihe Der Masuren-Krimi spielte Heyse von 2021 bis 2023 in drei Filmen die Bootsbauerin Anastazja Sawicki.<ref>Der Masuren-Krimi: Fryderyks Erbe. Handlung, Besetzung und Bildergalerie. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 24. Mai 2021.</ref><ref>Der Masuren-Krimi: Fangschuss. Handlung, Besetzung und Bildergalerie. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 24. Mai 2021.</ref> Im dritten Film der TV-Reihe Kanzlei Liebling Kreuzberg (2025) war sie als 70-jährige Witwe eines Kiez-Blumenhändlers, der ein Schicksal in Altersarmut droht, zu sehen.<ref>KANZLEI LIEBLING KREUZBERG von Odeon Fiction in November im Doppelpack!. Leonine Studios. Abgerufen am 20. November 2025.</ref><ref>Kanzlei Liebling Kreuzberg – Bewährungsprobe + Nachbarschaftshilfe. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 20. November 2025.</ref>
Heyse ist auch als Autorin tätig; sie veröffentlichte u. a. den Roman Haltewunschtaste im Mitteldeutschen Verlag. Sie gibt eigene Erzähl- und Leseabende, mit denen sie u. a. in den Vereinigten Staaten und Australien unterwegs war.<ref name="Halle" />
Heyse ist mit dem Schauspieler, Regisseur und Theaterintendanten Matthias Brenner verheiratet.<ref name="Mauerfall" /> Sie lebt in Berlin.<ref name="SPV" /><ref name="LSH" />
Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]
- 1984: Iphigenie in Aulis (Theateraufzeichnung)
- 1994: Ärzte: Nachtrunden (Fernsehreihe)
- 1998: Tatort: Berliner Weiße (Fernsehreihe)
- 1998: Tatort: Der zweite Mann (Fernsehreihe)
- 2001: Traum im Herbst (Theateraufzeichnung, Filmfassung)
- 2010: Löwenzahn (Fernsehserie; Folge: Entwicklung des Lebens – Das schlaue Wunder)
- 2010: Daniels Asche (Kurzfilm)
- 2013: Blutsschwestern – jung, magisch, tödlich (Fernsehfilm)
- 2015: Tatort: Das Muli (Fernsehreihe)
- 2017: Dengler: Die schützende Hand
- 2020: Polizeiruf 110: Söhne Rostocks (Fernsehreihe)
- 2021: Tatort: Der feine Geist (Fernsehreihe)
- 2021: SOKO Leipzig: Die Mörder meiner Tochter (Fernsehserie, eine Folge)
- 2021–2023: Der Masuren-Krimi (Fernsehreihe, 3 Folgen)
- 2021: SOKO Wismar: Lars sieht rot (Fernsehserie, eine Folge)
- 2021: Ich Ich Ich
- 2023: Paradise (Fernsehfilm, Netflix)
- 2024: Zone (Kinofilm)
- 2025: Call My Agent – Berlin: Emilia und Freddy (Fernsehserie, eine Folge)
- 2025: Kanzlei Liebling Kreuzberg – Nachbarschaftshilfe (Fernsehreihe)
Theater[Bearbeiten]
- 1992: Ariel Dorfman: Der Tod und das Mädchen (Paulina) – Regie: Bernd Weißig (Hans Otto Theater Potsdam – Studiobühne)
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:IMDb/1
- Cornelia Heyse bei Filmmakers
- Cornelia Heyse bei der Agentur Gold Berlin
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heyse, Cornelia |
| ALTERNATIVNAMEN | Heyse, Nele |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 1954 |
| GEBURTSORT | Meiningen |