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Dach-Pippau

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Dach-Pippau
Datei:Crepis tectorum sl6.jpg

Dach-Pippau (Crepis tectorum)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Pippau (Crepis)
Art: Dach-Pippau
Wissenschaftlicher Name
Crepis tectorum
L.

Der Dach-Pippau oder Mauer-Pippau (Crepis tectorum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Pippau (Crepis) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Eurasien verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Crepis tectorum0.jpg
Illustration
Datei:Liiv-koeratubakas (Crepis tectorum).jpg
Blütenkörbchen von oben mit den gelben Zungenblüten und zweiästigen Griffeln
Datei:Bombus soroeensis - Crepis tectorum - Keila.jpg
Bestäubung mit Distelhummel
Datei:Crepis tectorum sl12.jpg
Habitus
Datei:Crepis tectorum sl57.jpg
Ächäne mit Pappus
Datei:Crepis tectorum fruit (01).jpg
Achänen (ohne Pappus)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Dach-Pippau ist eine grau-grüne, sommergrüne, einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern erreicht. Der mehr oder weniger reich verzweigte Stängel ist flaumig behaart bis kahl.

Die grundständigen Laubblätter sind zu Blütezeit meist schon verdorrt.<ref name="Hegi1987" /> Die unteren Laubblätter sind länglich, buchtig gezähnt bis schrotsägeförmig fiederspaltig und gestielt.<ref name="Hegi1987" /> Die oberen und mittleren Stängelblätter sind linealisch, mit pfeil- bis herzförmigem Grund sitzend, am Rand nach unten eingerollt und haben nur wenige Sägezähne.<ref name="FloraWeb" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober. In einem doldentraubigen Gesamtblütenstand sind viele körbchenförmige Teilblütenstände locker angeordnet.<ref name="Hegi1987" /> Die grau-filzig behaarte Körbchenhülle ist bei einer Höhe von 7 bis 9 Millimeter glockig. Die Hüllblätter sind außen ziemlich dicht grau-filzig behaart.<ref name="Hegi1987" /> Die äußeren Hüllblätter sind linealisch, etwa halb so lang wie die inneren.<ref name="Hegi1987" /> Die inneren Hüllblätter sind lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende und auf der Innenseite anliegend seidenhaarig.<ref name="Hegi1987" /> Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 15 bis 20 Millimeter auf. Die Blütenkörbchen enthalten nur Zungenblüten. Die Zungenblüten sind hellgelb. Die zweiästigen Griffel sind bräunlich-grün<ref name="FloraWeb" /> und färben sich getrocknet schwärzlich.<ref name="Hegi1987" />

Die Achäne ist zehnrippig und schnabelartig verschmälert.<ref name="Hegi1987" /> Der Pappus ist reinweiß.<ref name="FloraWeb" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 8.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Der Dach-Pippau ist ein Hemikryptophyt oder Therophyt.<ref name="FloraWeb" />

Es erfolgt Insektenbestäubung durch Fliegen, Hautflügler oder Schmetterlinge oder Selbstbestäubung.<ref name="Hegi1987" /> Die Ausbreitung der Diasporen, es sind die Achänen, findet durch Wind, Klettausbreitung oder Ameisen statt.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Dach-Pippau ist ein nordisch-eurasisch (kontinental)-submediterranes Florenelement und hat sein Hauptareal in Ost- und Südosteuropa sowie in Asien. In Nord-, Mittel- und Osteuropa erstreckt sich sein Areal bis Mittelfrankreich, Ostspanien und der Balkanhalbinsel. In Asien findet man ihn in Sibirien, in Kasachstan, in der Mongolei, in China und in Russlands fernem Osten.<ref name="GRIN" /> In Nordamerika, in Grönland und in Großbritannien ist Crepis tectorum ein Neophyt.<ref name="GRIN" /><ref name="POWO" />

Der Dach-Pippau braucht stickstoffreichen, sandig-kiesigen oder steinigen Boden. Er ist wärmeliebend und besiedelt Mauern, Wege, Ödland, seltener auch Brachen und Äcker. Er ist eine Charakterart des Verbands Sisymbrion, kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Polygono-Chenopodietalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt er im Tiroler Teil unterhalb der Talstation der Jöchelspitze-Seilbahn bis zu 1100 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> In Tirol wurde er bei 1330 Meter, in Graubünden an der Ofenpassstraße bis 1750 Meter Meereshöhe beobachtet.<ref name="Hegi1987" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).<ref name="InfoFlora" />

In Niederösterreich und im Tiefland östlich der Elbe tritt er zerstreut auf, westlich von ihr und in den Sandgebieten der Mittelgebirge findet man ihn selten, desgleichen im Kanton Wallis, im Unterengadin und am Alpenfuß.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Crepis tectorum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 807<ref name="Linné1753" />.<ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton tectorum bedeutet „von Dächern“. Carl von Linné kannte diese Art aus Lappland. In Norwegen und Lappland kommt diese Art auf mit Rasenziegeln gedeckten Dächern vor.<ref name="Hegi1987" />

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für den Dach-Pippau bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Grundfeste (Thüringen), Habichkraut, Hasenlattich, Hasenstrauch und Pippau (Schlesien).<ref name="Pritzel1882">Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 118. (eingescannt).</ref> Im mittelalterlichen Latein wurde die Pflanze (möglicherweise ebenso der Kleinköpfige Pippau) auch Palatium leporis („Hasenpalast“) genannt.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 210–211 (Palacium leporis – hasenstrauch oder hasen huß).</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Crepis tectorum L., Dach-Pippau auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum Zuletzt eingesehen am 25. November 2013 </ref> <ref name="InfoFlora"> Crepis tectorum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Crepis tectorum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species Plantarum, Tomus II, 1753, S. 807 Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 684. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 1165–1167. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> <ref name="POWO">Crepis tectorum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dach-Pippau (Crepis tectorum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien