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Cyanotis

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Cyanotis
Datei:Cyanotis somaliensis - Berlin Botanical Garden - IMG 8692.JPG

Cyanotis somaliensis

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Commelinaartige (Commelinales)
Familie: Commelinagewächse (Commelinaceae)
Unterfamilie: Commelinoideae
Gattung: Cyanotis
Wissenschaftlicher Name
Cyanotis
D.Don

Cyanotis ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Commelinagewächse (Commelinaceae).<ref name="Nandikar2014" /><ref name="FoC2000" /> Die etwa 56 Arten sind in der Paläotropis verbreitet.<ref name="Nandikar2014" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Die Pflanzenwelt Afrikas, insbesondere seiner tropischen Gebiete - Grundzge der Pflanzenverbreitung im Afrika und die Charakterpflanzen Afrikas (1910) (20752283120).jpg
Illustration aus Die Pflanzenwelt Afrikas, insbesondere seiner tropischen Gebiete – Grundzüge der Pflanzenverbreitung im Afrika und die Charakterpflanzen Afrikas, 1910 von Cyanotis lanata
Datei:Cyanotis arachnoidea (6180737281).jpg
Cyanotis arachnoidea
Datei:Cyanotis axillaris 09396.jpg
Cyanotis axillaris
Datei:Cyanotis beddomei kz01.jpg
Cyanotis beddomei
Datei:Cyanotis papilionacea 10.JPG
Cyanotis cristata
Datei:Cyanotis cristata.jpg
Cyanotis cristata
Datei:Cyanotis fasciculata (Nilwanti) in Hyderabad, AP W IMG 9040.jpg
Blüten von Cyanotis fasciculata
Datei:Cyanotis foecunda 1.JPG
Cyanotis foecunda
Datei:Cyanotis somaliensis 5zz.jpg
Cyanotis somaliensis
Datei:Cynotis tuberosa.JPG
Cyanotis tuberosa

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Cyanotis sind meist ausdauernde oder seltener einjährige krautige Pflanzen.<ref name="FoC2000" /><ref name="Nandikar2014" /> Einige Arten bilden knollige Wurzeln aus.<ref name="Hunt2001" /> Rhizome werden nicht gebildet. Die Stängel sind aufrecht oder kriechend.<ref name="FoC2000" />

Die Laubblätter sind wechselständig<ref name="FoC2000" /> und häufig zweizeilig angeordnet. Die einfachen, relativ schmalen Blattspreiten sind etwas sukkulent und gelegentlich bewimpert.<ref name="Hunt2001" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Über einem blattartigen und spathaähnlichen oder reduzierten Tragblatt befindet sich der Blütenstand.<ref name="FoC2000" /><ref name="Nandikar2014" /><ref name="Hunt2001" /> Die fast nicht gestielten Blüten stehen in dichten, einzelnen, seitenständig-gebogenen sitzenden, kompakten Wickeln.<ref name="FoC2000" /><ref name="Nandikar2014" /><ref name="Hunt2001" /> Die auffälligen, sichelförmigen Deckblättern sind zweizeilig und sich dachziegelartig überlappend angeordnet.<ref name="FoC2000" /><ref name="Hunt2001" />

Die zwittrigen Blüten sind (fast) radiärsymmetrisch<ref name="FoC2000" /><ref name="Hunt2001" /> und dreizählig. Die Farben der Blütenhüllblätter sind weiß oder violettblau bis purpurn-rosafarbenrötlich.<ref name="FoC2000" /><ref name="Hunt2001" /> Ihre drei fast gleichen<ref name="Nandikar2014" /> Kelchblätter sind frei oder an ihrer Basis untereinander verwachsen.<ref name="FoC2000" /><ref name="Hunt2001" /> Die drei Kronblätter sind linealisch-lanzettlich und in ihre Mitte röhrig verwachsen, aber beide Enden sind frei.<ref name="FoC2000" /> Die Kronblätter sind mit den Basen der Staubfäden vereinigt und bilden dann eine kurze Röhre.<ref name="Hunt2001" /> Von den sechs gleichen Staubblättern sind alle fruchtbar.<ref name="FoC2000" /><ref name="Nandikar2014" /><ref name="Hunt2001" /> Ihre Staubfäden sind in der Regel bärtig, selten kahl und häufig kurz unterhalb des oberen Endes geschwollen.<ref name="FoC2000" /><ref name="Nandikar2014" /><ref name="Hunt2001" /> Die Konnektive sind schmal.<ref name="Hunt2001" /> Die Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz.<ref name="FoC2000" /> Die drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen, der je Kammer zwei Samenanlagen enthält.<ref name="FoC2000" /><ref name="Hunt2001" /> Der bärtige oder kahle Griffel ist im oberen Bereich angeschwollen.<ref name="Nandikar2014" />

Die trockenen, verkehrt-eiförmigen oder breit-länglichen Kapselfrüchte sind am oberen Ende bewimpert<ref name="Nandikar2014" /> und öffnen sich bei Reife lokulizid = fachspaltig mit drei Fruchtklappen und enthalten je Fruchtfach ein oder zwei Samen.<ref name="FoC2000" /><ref name="Nandikar2014" /> Die zylindrischen oder viereckigen Samen<ref name="FoC2000" /> besitzen ein punktförmiges Hilum und terminale Embryotega.<ref name="Nandikar2014" /><ref name="Hunt2001" /> Die Samenschale ist netzartig oder narbig.<ref name="FoC2000" />

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahlen betragen 2n = 16 bis 78.<ref name="Nandikar2014" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Cyanotis wurde 1825 durch David Don in Prodromus Florae Nepalensis. London, Seite 45–46<ref name="Don1825" /> aufgestellt.<ref name="FoC2000" /><ref name="Tropicos" /> Der botanische Name der Gattung Cyanotis leitet sich von den griechischen Worten kyanos für „dunkelblau“ sowie ous, otos für „Ohr“ ab und verweist auf die Farbe der Blüten. Typusart ist Cyanotis barbata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.D.Don,<ref name="Tropicos" /> dessen akzeptierter Name Cyanotis vaga Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Lour.) Schult. & Schult. f. ist.<ref name="Nandikar2014" /> Synonyme für Cyanotis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.D.Don nom. cons. sind: Amischophacelus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.S.Rao & Kammathy, Belosynapsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hassk., Cyanopogon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Welw. ex C.B.Clarke, Dalzellia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hassk. nom. illeg., Erythrotis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f., Siphostigma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Tonningia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Neck., Zygomenes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb.<ref name="Nandikar2014" /><ref name="WCSP" /> Die botanische Geschichte dieser Gattung ist kompliziert<ref name="Nandikar2014" /> und führte dazu, dass im ICN 14 im Jahr 2017/2018 der Name Cyanotis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.D.Don konserviert wurde.<ref name="ICN14_2018" />

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Cyanotis gehört zur Subtribus Cyanotinae aus der Tribus Tradescantieae in der Unterfamilie Commelinoideae innerhalb der Familie Commelinaceae.<ref name="Wade2006" /><ref name="Nandikar2014" /> Etwa sechs Arten, die manche Autoren schon früher zu Cyanotis stellten, gehörten beispielsweise bei Singh et al. 2019 zu Belosynapsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hassk.<ref name="Singh2019" /> Aber schon bei Zuntini et al. 2021 gehören alle Belosynapsis zu Cyanotis und die Subtribus Cyanotinae enthält nur die Gattung Cyanotis.<ref name="Zuntini2021" /><ref name="Lee2022" />

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Cyanotis ist in den Paläotropis verbreitet.<ref name="Nandikar2014" /> Sie gedeihen in subtropischen bis tropischen Afrika und von Asien über Malesien bis ins nördliche Australien. In China kommen fünf Arten vor.<ref name="FoC2000" /> In Indien kommen etwa 13 Arten, davon vier nur dort vor.<ref name="Nandikar2014" />

Die Gattung Cyanotis umfasst 50<ref name="FoC2000" /> bis 56<ref name="Nandikar2014" /> Arten:<ref name="WCSP" />

Gefährdung[Bearbeiten]

Ein Teil der Cyanotis-Arten ist gefährdet. In der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN sind 2021 etwa 17 Arten gelistet. Als EN = „Endangered“ = „stark gefährdet“ gelten vier Arten; NT = „Near Threatened“ = „potenziell gefährdet“ ist eine Art; für acht Arten wird LC = „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ angegeben.<ref name="IUCN" />

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="IUCN"> Cyanotis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021-3. Abgerufen am 2022-01-30. </ref> <ref name="Tropicos"> Cyanotis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Cyanotis bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="CataloguePlantsMadagascar"> Cyanotis bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts, 1999: World Checklist of Seed Plants 3 (1, 2a & 2b), S. 1–1532. MIM, Deurne. Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Don1825"> David Don: Prodromus Florae Nepalensis. London 1825, S. 45–46. (eingescannt bei biodiversitylibrary.org) </ref> <ref name="FoC2000"> Deyuan Hong, Robert A. DeFilipps: Commelinaceae., In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. Cyanotis D. Don, S. 21–22 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Hunt2001"> David Richard Hunt: Cyanotis. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Einkeimblättrige Pflanzen (Monocotyledonen). Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3662-7, S. 261. </ref> <ref name="Wade2006"> D. J. Wade, T. M. Evans & R. B. Faden: Subtribal relationships in tribe Tradescantieae (Commelinaceae) based on molecular and morphological data. In: Proceedings for the Third International Symposium on Monocots, Ontario, California, 2006, S. 520–526. </ref> <ref name="Nandikar2014"> Mayur D. Nandikar, Rajaram V. Gurav: A Revision of the Genus Cyanotis D. Don (Commelinaceae) in India. In: Taiwania, Volume 59, Issue 4, 2014, S. 292–314. doi:10.6165/tai.2014.59.4.292 PDF. </ref> <ref name="ICN14_2018"> N. J. Turland et al. (Hrsg.): International Code of Nomenclature for algae, fungi, and plants (Shenzhen Code) adopted by the Nineteenth International Botanical Congress Shenzhen, China, July 2017. In: Regnum Vegetabile, Volume 159, Koeltz Botanical Books, Glashütten 2018. Shenzhen Code - ICN 14, Chapter II, App. III. online: Cyanotis. </ref> <ref name="Singh2019"> Rajeev Kumar Singh, C. Murugan: Taxonomy and Typification of Endangered Lithophytic Herb Belosynapsis kewensis (Commelinaceae). In: Journal of Japanese Botany, Volume 94, Issue 1, Februar 2019, S. 21–26. </ref> <ref name="Zuntini2021"> Alexandre Rizzo Zuntini, Lorna P. Frankel, Lisa Pokorny: A comprehensive phylogenomic study of the monocot order Commelinales, with a new classification of Commelinaceae. In: American Journal of Botany, S. 108, Issue 7, Juli 2021, S. 1–21. DOI:10.1002/ajb2.1698 </ref> <ref name="Lee2022"> Chung-Kun Lee, Shizuka Fuse, Manop Poopath, Rachun Pooma, Minoru N .Tamura: Corrigendum to: Phylogeny and infrafamilial classification of Commelinaceae (Commelinales). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 198, Issue 2, Februar 2022, S. 117–130. doi:10.1093/botlinnean/boab047 </ref> <ref name="FoMozambique"> Mark Hyde, Bart Wursten, Petra Ballings, Meg Coates Palgrave: Flora of Mozambique, 2022. Datenblatt Cyanotis. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Cyanotis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Cyanotis bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
  • Cyanotis. In: Schmidt, M., Dressler, S., Faust, E.M., Gottschalk, G., Blanck, K., Veranso-Libalah, M.C., Zizka, G.: African plants – A Photo Guide. Senckenberg, Frankfurt/Main 2025.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Venkata Ramana, Kala Grace, Ch. Prasada Rao, Jacob Solomon Raju Aluri: Pollination ecology of Commelina benghalensis and Cyanotis axillaris (Commelinaceae). In: Discovery, Volume 57, Issue 312, Dezember 2021, S. 855–859. PDF.

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