Cyco Miko
| Cyco Miko | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |
| Genre(s) | Crossover, Hardcore Punk |
| Gründung | 1995 |
| Gründungsmitglieder | |
| Mike „Cyco Miko“ Muir | |
| Adam Siegel | |
Gitarre |
Dave Kushner |
| Dave Silva | |
| Greg Saenz | |
| Live- und Session-Mitglieder | |
Gitarre |
Steve Jones |
Gitarre |
Dean Pleasants |
Cyco Miko ist das Nebenprojekt des Suicidal-Tendencies-Sängers Mike Muir. „Cyco Miko“ steht für „Psycho-Mike“ und ist Muirs Spitzname.
Geschichte[Bearbeiten]
Ausgangspunkt für Cyco Miko war die Auflösung von Suicidal Tendencies 1995 und die postwendende anderweitige Beschäftigung der einzelnen Mitglieder.<ref>Suicidal Tendencies aufgelöst! In: Metal Hammer. Das internationale Hard Rock & Heavy Metal-Magazin. Juni 1995, Hardfax, S. 7.</ref> Für die Verwirklichung von eigenen vom Suicidal-Tendencies-Konzept abweichenden Ideen war wegen des Ausgelastetseins der Mitglieder keine Zeit gewesen, deshalb hatte man sich zu diesem Schritt durchgerungen und war schnell in neue Aufgaben eingebunden.<ref name="RH102">[Uwe] „Buffo“ [Schnädelbach]: Cyco Miko. Ein neues Kapitel. In: Rock Hard. Nr. 102, November 1995, S. 68 f.</ref> Letztendlich währte die Trennung nicht lange, denn 1997 fand die Band wieder zusammen.<ref>Henning Richter: Suicidal Tendencies. Rücktritt vom Rücktritt. In: (Hard Rock & Metal) Hammer. Oktober 2000, S. 70 f.</ref>
Ursprünglich wollte Muir für das Albumdebüt die Infectious-Grooves-Musiker ins Studio mitnehmen. Infectious Grooves war schon seit 1991 ein Nebenprojekt von Suicidal Tendencies gewesen. Da er aber eine Absage von Bassist Robert Trujillo erhielt, ließ er den Plan fallen und suchte sich neue Leute. Ihm kam der Gitarrist Adam Siegel in den Sinn, der früher bereits für Infectious Grooves tätig gewesen war. Dieser spielte seit seiner Jugendzeit mit Greg Saenz zusammen, den Siegel nun als Schlagzeuger einbrachte. In der letzten gemeinsamen Band namens My Head waren sie vom Bassisten Dave Silva unterstützt worden, der praktischerweise auch gleich dazukam. Ein weiterer Bekannter von Muir, der Gitarrist Dave Kushner, wurde noch eingeladen und innerhalb von 48 Stunden hatte sich die neue Band 16 Muir-Kompositionen angeeignet. Bis zum Aufnahmetermin erhöhte sich das Repertoire auf 22 Stücke, von denen es letztlich die Hälfte auf das Album Lost My Brain! (Once Again) schaffte. Bei sieben Titeln ist außerdem der Ex-Sex-Pistols-Gitarrist Steve Jones zu hören, der nachträglich um Mitwirkung gebeten worden war. Als Trujillo das Album zum ersten Mal anhörte, soll er zu Muir gesagt haben, dass er sein Fehlen bedauere. Dafür vereinbarten sie, eine gemeinsame Infectious-Grooves/Cyco-Miko-Welttournee durchzuführen, wobei beide Gruppen in derselben Besetzung auftreten sollten. Die Auftrittsabfolge richtete sich dann danach, ob Lost My Brain im betreffenden Land schon erschienen war oder nicht.<ref name="RH102" /> In Deutschland erschien das Werk am 21. September 1995,<ref name="MW">Cyco Miko. Lost My Brain! (Once Again). In: MusikWoche. Das Nachrichtenmagazin für die Musikbranche. Nr. 39/1995, 25. September 1995, Neuheiten. Ausserdem…, S. 19.</ref> dennoch trat Cyco Miko im November vor Infectious Grooves auf. Die Musiker trugen jeweils T-Shirts mit dem gerade zutreffenden Bandnamen.<ref>Ulrike Rechel: Zwei T-Shirts, zwei Stile. „Cyco Miko/Infectious Grooves“ begeistern. In: Darmstädter Echo. 30. November 1995, S. 39.</ref>
Nach der Reunion von Suicidal Tendencies gab es lange Zeit keine Gelegenheit für ein zweites Album. Es kamen lediglich begrifflich schwer voneinander abgrenzbare Kompilationen oder Split-Alben heraus. Erst 2011 erschien das reguläre zweite Album The Mad Mad Muir Musical Tour (Part One). An einigen dieser Veröffentlichungen (und somit auch bei Cyco-Miko-Songs) war der Gitarrist Dean Pleasants beteiligt.<ref>Dean Pleasants. Credits. In: allmusic.com. Abgerufen am 4. Dezember 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Stil[Bearbeiten]
Während bei Discogs die Stilbezeichnungen von Album zu Album variieren (sicher auch wegen der Beteiligung verschiedener Bandprojekte auf einigen Alben) und dabei Funk Metal, Heavy Metal, Speed Metal, Hardcore und Punk angeführt werden, fasst Allmusic dies als „Punk-Funk-Metal-Gemisch“ zusammen.<ref>Phil Freeman: Cyco Miko / Infectious Grooves / Cyco Miko. Funk It Up & Punk It Up: Live in France '95. AllMusic Review by Phil Freeman. In: allmusic.com. Abgerufen am 4. Dezember 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> „Punk-Funk-Metal“ lautete auch die Formel im Metal Hammer.<ref>Metal Hammer präsentiert Cyco Miko + Infectious Grooves. Das internationale Hard Rock & Heavy Metal-Magazin. In: Metal Hammer. November 1995, Hard Fax, S. 7.</ref> Die angedeutete Kombination fällt gemeinhin unter die Bezeichnung „Crossover“.
Das Ox-Fanzine meinte: „Punkrock, und Melodien gibt's auch. Zwar nicht zuckrig-süß, sondern eher herb, aber das stört nicht weiter.“<ref>Joachim Hiller: Cyco Miko. Lost My Brain! CD. In: ox-fanzine.de. 1995, abgerufen am 4. Dezember 2016 (aus #21).</ref> Was Muir jedoch stört, ist die Bezeichnung „Punkrock“. Diese treffe auf Green Day zu und alles, was genauso bezeichnet werde, würde mit Green Day gleichgesetzt und als Modeerscheinung angesehen werden.<ref>Claudio Flunkert: Cyco Miko. Spaß an der Freude. In: Horror Infernal. Heavy Metal Magazin. Nr. 61, November 1995, S. 36 f.</ref> In Muirs Sinne äußerte sich Metal-Hammer-Redakteur Henning Richter in seiner Rezension des Debütalbums. Der gebotene Punkstil orientiere sich am ungeschliffenen englischen Ursprungsstil, nicht am massenkompatiblen Gegenwartspunkstil à la Green Day und The Offspring. Der Gesang variiere zwischen „geradlinig“ und „durchgeknallt“.<ref>Henning Richter: Cyco Miko. Lost my Brain (Once Again). Das internationale Hard Rock & Heavy Metal-Magazin. In: Metal Hammer. November 1995, Reviews. Holz und Plastik, S. 58.</ref> Das Adjektiv „geradlinig“ gebrauchte auch die MusikWoche, die sich „verblüfft“ zeigte über die „geradlinige Mischung aus harten Gitarren-Riffs, pochenden Rhythmen und dem unverwechselbaren Gesang von Mike Muir“.<ref name="MW" />
Im Horror Infernal bewertete Christian Prenger den Stil als „wesentlich punkiger“ im Vergleich zu Suicidal Tendencies. Kraftvoll und schnörkellos gehe Cyco Miko zu Werke. Leider mangele es angesichts „einfach gestrickte[r] Songs“ etwas an Abwechslung, fand er.<ref>Christian Prenger: Cyco Miko. Lost My Brain (Once Again). In: Horror Infernal. Heavy Metal Magazin. Nr. 61, November 1995, S. 46.</ref> Keine Stilbeschreibung nahm „(ram)“ im Musikexpress vor und berichtete nur, die Live-Performance sei „bretthart und seelenlos“ gewesen.<ref>(ram): Cyco Miko. Hamburg, Markthalle. In: Musikexpress/Sounds. Nr. 480, Januar 1996, Concert, S. 82.</ref>
Diskografie[Bearbeiten]
- 1995: Lost My Brain! (Once Again) (Album, Epic)
- 1997: Suicidal Friends & Family (Kompilation von Liedern verschiedener Bands mit Muirs Beteiligung, Suicidal Records)
- 1999: Schizophrenic Born Again Problem Child (Kompilation von Liedern verschiedener Bands mit Muirs Beteiligung, Suicidal Records)
- 2008: Year of the Cycos (Kompilation von Liedern verschiedener Bands mit Muirs Beteiligung, Suicidal Records)
- 2010: Funk It Up & Punk It Up: Live in France '95 (Split-Live-Album mit Infectious Grooves, Suicidal Records)
- 2011: The Mad Mad Muir Musical Tour (Part One) (Album, Suicidal Records)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />