Zum Inhalt springen

Cytisin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Datei:(-)-Cytisine.svg
Allgemeines
Freiname Cytisiniclin<ref name="who-82">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 9. Dezember 2019; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.who.int (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>
Andere Namen

(1R,5S)-1,2,3,4,5,6-Hexahydro-1,5-methano-8H-pyrido[1,2-a]diazocin-8-on (IUPAC)

Summenformel C11H14N2O
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 207-616-0
ECHA-InfoCard 100.006.924
PubChem 10235
ChemSpider 9818
DrugBank DB09028
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N07BA04

Eigenschaften
Molare Masse 190,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

154–156 °C<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Siedepunkt

218 °C (2,7 hPa)<ref name="merck" />

Löslichkeit

gut in Wasser (439 g·l−1 bei 16 °C)<ref name="merck" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​301+310​‐​305+351+338<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
  • 3 mg·kg−1 (LDLo, Katze, s.c.-Injektion)<ref name="Rudolf Hänsel, Konstantin Keller, Horst Rimpler, Georg Schneider">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • 4 mg·kg−1 (LDLo, Hund, s.c.-Injektion)<ref name="Rudolf Hänsel, Konstantin Keller, Horst Rimpler, Georg Schneider" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Cytisin ist ein sekundärer Pflanzenstoff des Goldregens und zählt zur Gruppe der Chinolizidin-Alkaloide. Seine Wirkung ähnelt der des Nicotins, da beide Substanzen mit denselben Rezeptoren im Gehirn wechselwirken. Es wird unter den Handelsnamen Asmoken oder Tabex als Medikament zur Raucherentwöhnung vertrieben.

Vorkommen[Bearbeiten]

Datei:Wiki Goldregen.JPG
Blüten­stand des Goldregens

Cytisin ist das Hauptalkaloid des Goldregens, was aber nur für die Samen und andere Teile mit ruhendem Wachstum gilt. Der Gehalt in den Samen beträgt bis zu 3 Prozent.<ref name="ding">T. Dingermann, K. Hiller, G. Schneider, I. Zündorf: Schneider Arzneidrogen. 5. Auflage. Elsevier 2004, ISBN 3-8274-1481-4, S. 441.</ref>

Pflanzen, in denen dieses Alkaloid gefunden wurde, sind nachfolgend aufgelistet.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Cytisin kann ausgehend von Dinicotinsäure synthetisiert werden.<ref name="Tse-Lok Ho">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Medizinische Anwendung[Bearbeiten]

Cytisin wirkt stimulierend auf nicotinische Acetylcholinrezeptoren und hat damit einen dem Nicotin ähnlichen Effekt. So wurden im Ersten Weltkrieg Blätter des Goldregens, welche Cytisin enthalten, als Tabakersatz verwendet.<ref>C. Griebel: Die mikroskopische Untersuchung der Tee- und Tabakersatzstoffe. Mitteilung aus der Staatlichen Nahrungsmittel-Untersuchungsanstalt in Berlin. In: Zeitschrift für Untersuchung der Nahrungs-und Genußmittel sowie der Gebrauchsgegenstände. Heft 9/10, 15. Mai 1920. doi:10.1007/BF02125945</ref> Das Cytisin hat dabei aber keinen süchtig machenden Effekt.

Im Jahr 1961 entwickelte der bulgarische Forscher Strashimir Ingilizov aus Cytisin, das er als Inhaltsstoff im Samen des Goldregens (Cytisus laburnum) fand, ein Raucherentwöhnungsmittel.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Seit 1964 wird es in Bulgarien unter dem Markennamen Tabex als solches vertrieben. In den Jahren 1964 bis 1989 war es auch in den Ostblockstaaten zur Raucherentwöhnung erhältlich.<ref>Raucherentwöhnung mit cytisinhaltigen Tabex-Tabletten. (PDF; 1,9 MB) Sonderdruck aus Das deutsche Gesundheitswesen. 1968.</ref> Aufgrund des Kalten Krieges kam es nicht zu einer Zulassung in den westlichen Staaten. Heute findet Cytisin außer in Bulgarien noch in Polen unter verschiedenen Markennamen Verwendung (u. a. Desmoxan, nicht verschreibungspflichtig); seit März 2018 ist der Wirkstoff (internationaler Freiname Cytisiniclin<ref name="who-82" />) ferner als Asmoken in Österreich und seit 2020 auch in Deutschland zugelassen.<ref name="PZ-Asmoken">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Pharmazeutische Zeitung, 5. Januar 2021; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.pharmazeutische-zeitung.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Das Präparat wird oral angewendet (eingenommen) und ist verschreibungspflichtig.<ref>Cytisin zum Rauchstopp: Goldregen statt blauer Dunst. In: Pharmazeutische Zeitung, 15. Dezember 2020.</ref>

Es besteht eine Kreuztoleranz zum Nicotin.<ref>G. Habermehl, P. Ziemer: Mitteleuropäische Giftpflanzen und ihre Wirkstoffe. 2. Auflage. Springer-Verlag, 1999, S. 95 f.</ref>

Cytisin ist das pflanzliche Vorbild für das synthetische Vareniclin, welches in den USA unter dem Markennamen Chantix zugelassen ist und seit Oktober 2006 auch in Europa unter dem Namen Champix vertrieben wird.

Cytisin ähnelt in seiner Wirkung anderen Acetylcholinrezeptoragonisten wie neben dem Nicotin des Tabaks auch Anatoxin A einiger Cyanobakterien, Epibatidin der Baumsteigerfrösche und Arecolin der Betelnüsse.<ref name="YamamotoCasida1999">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref name="PMID19660486">R. Aráoz, J. Molgó, N. Tandeau de Marsac: Neurotoxic cyanobacterial toxins. In: Toxicon. Band 56, Nummer 5, Oktober 2010, S. 813–828, doi:10.1016/j.toxicon.2009.07.036. PMID 19660486 (Review).</ref><ref name="PMID23086230">B. T. Green, S. T. Lee, K. D. Welch, J. A. Pfister, K. E. Panter: Fetal muscle-type nicotinic acetylcholine receptor activation in TE-671 cells and inhibition of fetal movement in a day 40 pregnant goat model by optical isomers of the piperidine alkaloid coniine. In: The Journal of pharmacology and experimental therapeutics. Band 344, Nummer 1, Januar 2013, S. 295–307, doi:10.1124/jpet.112.199588. PMID 23086230.</ref><ref name="PMID7476906">V. Gerzanich, X. Peng, F. Wang, G. Wells, R. Anand, S. Fletcher, J. Lindstrom: Comparative pharmacology of epibatidine: a potent agonist for neuronal nicotinic acetylcholine receptors. In: Molecular pharmacology. Band 48, Nummer 4, Oktober 1995, S. 774–782. PMID 7476906.</ref><ref name="PMID1956992">K. C. Raffaele, A. Berardi, P. P. Morris, S. Asthana, J. V. Haxby, M. B. Schapiro, S. I. Rapoport, T. T. Soncrant: Effects of acute infusion of the muscarinic cholinergic agonist arecoline on verbal memory and visuo-spatial function in dementia of the Alzheimer type. In: Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry. Band 15, Nummer 5, 1991, S. 643–648. PMID 1956992.</ref>

Analytik[Bearbeiten]

Die qualitative und quantitative Bestimmung von Cytisin gelingt nach angemessener Probenvorbereitung sowohl in Blut- als auch in Plasmaproben<ref>J. Carlier, J. Guitton, L. Romeuf, F. Bévalot, B. Boyer, L. Fanton, Y. Gaillard: Screening approach by ultra-high performance liquid chromatography-tandem mass spectrometry for the blood quantification of thirty-four toxic principles of plant origin. Application to forensic toxicology. In: J Chromatogr B Analyt Technol Biomed Life Sci. Band 975, 15. Jan 2015, S. 65–76. PMID 25438245</ref> und in Urinproben<ref>S. H. Jeong, D. Newcombe, J. Sheridan, M. Tingle: Pharmacokinetics of cytisine, an α4 β2 nicotinic receptor partial agonist, in healthy smokers following a single dose. In: Drug Test Anal. Band 7, Nr. 6, Jun 2015, S. 475–482. PMID 25231024</ref> durch Kopplung der HPLC mit der Massenspektrometrie.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein