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DSM-5

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition
(DSM-5)
Autor American Psychiatric Association (APA)
Originalsprache Englisch
Serie Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders
Veröffentlichung 18. Mai 2013
Medium Buch, eBook
Zweck Medizinische Klassifikation
ISBN 978-0-89042-554-1
Vorgänger DSM-IV-TR
Nachfolger DSM-5-TR
Text des DSM-5 archive.org im Textarchiv – Internet Archive

DSM-5 bezeichnet die fünfte Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM, englisch: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). Das DSM stellt das dominierende psychiatrische Klassifikationssystem in den USA dar, spielt jedoch auch international eine zentrale Rolle bei der Definition von psychischen Störungen. Es wird von der American Psychiatric Association (APA) herausgegeben.

2022 wurde die überarbeitete Fassung DSM-5-TR (Text Revision) veröffentlicht.<ref>Michael B. First, Lamyaa H. Yousif, Diana E. Clarke, Philip S. Wang, Nitin Gogtay, Paul S. Appelbaum: DSM‐5‐TR: overview of what’s new and what’s changed. In: World Psychiatry. Band 21, Nr. 2, Juni 2022, S. 218–219, doi:10.1002/wps.20989, PMID 35524596, PMC 9077590 (freier Volltext).</ref> Die Text Revision ist seitdem die aktuell gültige und für die psychiatrische Diagnostik verbindliche Ausgabe.<ref>About DSM-5-TR. In: psychiatry.org. American Psychiatric Association (APA), abgerufen am 20. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Damit eine Störung gemäß dem DSM-5 als psychische Störung eingestuft wird, muss diese andauernd oder wiederkehrend sein. Die Symptome dürfen außerdem nicht auf eine Droge oder ein Medikament zurückzuführen sein und müssen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen verursachen. Normale Trauer und sozial abweichendes Verhalten (im politischen, sexuellen oder religiösen Sinne) sind nicht als psychische Störung zu werten (siehe auch Grundsätzliches zum DSM).<ref>Peter Falkai, Hans-Ulrich Wittchen (Hrsg.): Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen DSM-5. Hogrefe, 2015, ISBN 978-3-8017-2599-0, S. 26–27.</ref>

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Arbeit am DSM-5 begann 1999. Ab 2000 war Darrel Regier als Forschungsdirektor der APA verantwortlich für die Koordination der Vorbereitungsarbeiten. Seit 2004 gibt es eine eigene Website. Seit 2006 steht die DSM-5-Arbeitsgruppe unter Leitung von David Kupfer, Stellvertreter ist Darrel Regier. Seit 2007 trafen sich regelmäßig Arbeitsgruppen (sog. Task Forces) zu den verschiedenen diagnostischen Kategorien. Außerdem wurden die Forschungsergebnisse zahlreicher Konferenzen und Kongresse eingearbeitet.<ref>DSM History. In: psychiatry.org. American Psychiatric Association (APA), abgerufen am 20. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Von Beginn der Entwicklung an war auch eine enge Abstimmung mit der ICD-11 geplant. Die endgültige Fassung des DSM-5 wurde schließlich im Mai 2013 veröffentlicht und löste damit das DSM-IV-TR von Juli 2000 ab.<ref>Michael B. First, Harold Alan Pincus: The DSM-IV Text Revision: Rationale and Potential Impact on Clinical Practice. In: Psychiatric Services. Band 53, März 2002, S. 288–292, doi:10.1176/appi.ps.53.3.288 (psychiatryonline.org [abgerufen am 21. Februar 2026]).</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.DSM-5: The Future of Psychiatric Diagnosis (Memento vom 30. Januar 2013 im Internet Archive) – offizielle DSM-5 Entwicklungswebsite</ref><ref name="Jäger2015">Markus Jäger (2015): Aktuelle psychiatrische Diagnostik. Kapitel 2.5 - Überblick über die psychiatrische Diagnostik im DSM-5 (S. 38). Thieme Verlag. ISBN 978-3-13-200531-0.</ref>

Inhalt und Aufbau[Bearbeiten]

Das DSM-5 ist in drei Teile unterteilt, die jeweils mit römischen Ziffern gekennzeichnet sind.

Teil I: Grundlegende Informationen zum DSM-5[Bearbeiten]

Teil I beschreibt den Aufbau der Kapitel des DSM-5, die Abkehr vom multiaxialen System sowie die dimensionalen Bewertungen in Teil III. Im DSM-5 wurde das Kapitel, das „Störungen, die üblicherweise erstmals im Säuglings-, Kindes- oder Jugendalter diagnostiziert werden“, abgeschafft; stattdessen werden diese nun in anderen Kapiteln aufgeführt. Ein Hinweis unter „Angststörungen“ besagt, dass die „sequenzielle Reihenfolge“ zumindest einiger Kapitel des DSM-5 von Bedeutung ist und die Beziehungen zwischen den Diagnosen widerspiegelt.<ref name="Highlights" />

Der einleitende Teil I beschreibt den Prozess der DSM-Überarbeitung, einschließlich Feldstudien, öffentlicher und fachlicher Begutachtung sowie der Begutachtung durch Experten. Als Ziel wird die Harmonisierung mit den Systemen der Internationalen statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) und die weitestmögliche Angleichung der Organisationsstrukturen genannt. Es werden zwar Bedenken hinsichtlich des kategorialen Diagnosesystems geäußert, doch die Schlussfolgerung lautet, dass alternative Definitionen für die meisten Störungen wissenschaftlich noch nicht ausgereift sind.<ref></ref>

Teil II: Diagnostische Kriterien und Codierungen[Bearbeiten]

Teil II enthält Kapitel, in denen verschiedene Arten von psychischen Störungen beschrieben werden, wie beispielsweise Dissoziative Störungen, Störungen der neuronalen und mentalen Entwicklung und Persönlichkeitsstörungen. Die Kapitel beginnen mit einer Beschreibung der jeweiligen Störungsgruppe, gefolgt von den spezifischen Diagnosen, wie beispielsweise der dissoziativen Identitätsstörung oder der Autismus-Spektrum-Störung. Für jede Störung wird eine Reihe von Diagnosekriterien vorgestellt, gefolgt von Beschreibungen zu Aspekten wie diagnostischen Merkmalen und Prävalenz sowie einer Liste weiterer Störungen, die bei der Differentialdiagnose zu berücksichtigen sind, zusammen mit Beschreibungen der Unterschiede zwischen diesen.<ref></ref>

Gliederung[Bearbeiten]

Teil II ist dabei in folgende Kapitel gegliedert:<ref></ref>

  1. Störungen der neuronalen und mentalen Entwicklung
  2. Schizophrenie-Spektrum und andere psychotische Störungen
  3. Bipolare und verwandte Störungen
  4. Depressive Störungen
  5. Angststörungen
  6. Zwangsstörung und verwandte Störungen
  7. Trauma- und belastungsbezogene Störungen
  8. Dissoziative Störungen
  9. Somatische Belastungsstörung und verwandte Störungen
  10. Fütter- und Essstörungen
  11. Ausscheidungsstörungen
  12. Schlaf-Wach-Störungen
  13. Sexuelle Funktionsstörungen
  14. Geschlechtsdysphorie
  15. Disruptive, Impulskontroll- und Sozialverhaltensstörungen
  16. Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen und abhängigen Verhaltensweisen
  17. Neurokognitive Störungen (NCD)
  18. Persönlichkeitsstörungen
  19. Paraphile Störungen
  20. Andere psychische Störungen
  21. Medikamenteninduzierte Bewegungsstörungen und andere unerwünschte Medikamentenwirkungen
  22. Andere klinisch relevante Probleme

Teil III: In Entwicklung befindliche Instrumente und Modelle[Bearbeiten]

Teil III umfasst dimensionale Messinstrumente zur Beurteilung von Symptomen, Kriterien für die kulturelle Formulierung von Störungen und das Alternative DSM-5-Modell für Persönlichkeitsstörungen (AMPD) – ein dimensional-kategoriales Hybridmodell für Persönlichkeitsstörungen – sowie eine Beschreibung der derzeit untersuchten klinischen Zustände. Er stellt ausgewählte Instrumente und Forschungstechniken vor, die sich auf die Diagnose konzentrieren und dabei den soziokulturellen Kontext berücksichtigen.<ref></ref>

Alternatives DSM-5-Modell für Persönlichkeitsstörungen[Bearbeiten]

Das Alternative DSM-5-Modell für Persönlichkeitsstörungen (AMPD) ist ein dimensional-kategoriales Hybridmodell für Persönlichkeitsstörungen,<ref>Susanne Hörz-Sagstetter, Leonie Kampe, Johannes Zimmermann: Dimensionale Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen in der Praxis: Das SCID-5-AMPD im Überblick. In: Die Psychotherapie. 29. August 2025, ISSN 2731-7161, doi:10.1007/s00278-025-00788-z (springer.com [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref><ref name="Rodriguez-Seijas, 2019">Craig Rodriguez-Seijas, Camilo Ruggero, Nicholas R. Eaton, Robert F. Krueger: The DSM-5 Alternative Model for Personality Disorders and Clinical Treatment: a Review. In: Current Treatment Options in Psychiatry. Band 6, Nr. 4, Dezember 2019, ISSN 2196-3061, S. 284–298, doi:10.1007/s40501-019-00187-7 (springer.com [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref> was bedeutet, dass es ein dimensionales Modell mit einem kategorialen Modell verbindet.<ref>Lee Anna Clark, Emily N. Vanderbleek, Jaime L. Shapiro, Hallie Nuzum, Xia Allen, Elizabeth Daly, Thomas J. Kingsbury, Morgan Oiler, Eunyoe Ro: The Brave New World of Personality Disorder-Trait Specified: Effects of Additional Definitions on Coverage, Prevalence, and Comorbidity. In: Psychopathology Review. a2, Nr. 1, Februar 2015, ISSN 2051-8315, S. 52–82, doi:10.5127/pr.036314, PMID 26097740, PMC 4469240 (freier Volltext) – (sagepub.com [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref> Dies wird durch die Zuordnung einzelner, kategorialer Persönlichkeitsstörungen zu spezifischen Kombinationen aus Beeinträchtigungen der Persönlichkeitsfunktion und pathologischen Persönlichkeitsmerkmalen erreicht.<ref>Luis F. García, Fernando Gutiérrez, Oscar García, Anton Aluja: The Alternative Model of Personality Disorders: Assessment, Convergent and Discriminant Validity, and a Look to the Future. In: Annual Review of Clinical Psychology. Band 20, Nr. 1, 12. Juli 2024, ISSN 1548-5943, S. 431–455, doi:10.1146/annurev-clinpsy-081122-010709 (annualreviews.org [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref>

Das alternative Modell umfasst die folgenden spezifischen Persönlichkeitsstörungen: antisoziale, vermeidende, borderline-, narzisstische, zwanghafte und schizotype Persönlichkeitsstörungen, was eine Reduzierung der Entitäten darstellt,<ref name="Fowler, 2015">J. Christopher Fowler, Carla Sharp, Allison Kalpakci, Alok Madan, Joshua Clapp, Jon G. Allen, B. Christopher Frueh, John M. Oldham: A dimensional approach to assessing personality functioning: examining personality trait domains utilizing DSM-IV personality disorder criteria. In: Comprehensive Psychiatry. Band 56, Januar 2015, S. 75–84, doi:10.1016/j.comppsych.2014.09.001 (elsevier.com [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref> da das Standardmodell in Teil II des DSM-5 zusätzlich zu den im AMPD enthaltenen Diagnosen auch die Diagnosen der abhängigen, histrionischen, paranoiden und schizoiden Persönlichkeitsstörungen umfasst.<ref>Leslie C. Morey, Kathryn T. Benson, Alexander J. Busch, Andrew E. Skodol: Personality Disorders in DSM-5: Emerging Research on the Alternative Model. In: Current Psychiatry Reports. Band 17, Nr. 4, April 2015, ISSN 1523-3812, doi:10.1007/s11920-015-0558-0 (springer.com [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref> Es enthält zudem eine merkmalsspezifizierte Diagnose für Manifestationen von Persönlichkeitsstörungen, die nicht durch die spezifischen Diagnosen abgedeckt sind, wie beispielsweise die vier weggelassenen Kategorien.<ref name="Fowler, 2015" /><ref name="Clark, 2025">Lee Anna Clark: Wherefrom and Whither PD? Recent Developments and Future Possibilities in DSM-5 and ICD-11 Personality Disorder Diagnosis. In: Current Psychiatry Reports. Band 27, Nr. 5, Mai 2025, ISSN 1523-3812, S. 267–277, doi:10.1007/s11920-025-01602-y, PMID 40108080, PMC 12003573 (freier Volltext) – (springer.com [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref>

Das AMPD wurde entwickelt, um die Einschränkungen der kategorialen Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen – wie heterogene PS-Kategorien, übermäßige Komorbidität, willkürliche Schwellenwerte und unzureichende diagnostische Präzision<ref name="Rodriguez-Seijas, 2019" /><ref>Carla Sharp, Kiana Wall: DSM-5 Level of Personality Functioning: Refocusing Personality Disorder on What It Means to Be Human. In: Annual Review of Clinical Psychology. Band 17, Nr. 1, 7. Mai 2021, ISSN 1548-5943, S. 313–337, doi:10.1146/annurev-clinpsy-081219-105402 (annualreviews.org [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref> – zu beheben, und es wurde allgemein festgestellt, dass es gültig ist; es ist jedoch weiterhin Gegenstand laufender Debatten und Forschungen hinsichtlich Aspekten wie dem Zusammenhang zwischen Merkmalen und Funktionsniveau.<ref name="Clark, 2025" /><ref>Robert F. Krueger, Kelsey A. Hobbs: An Overview of the DSM-5 Alternative Model of Personality Disorders. In: Psychopathology. Band 53, Nr. 3-4, 2020, ISSN 0254-4962, S. 126–132, doi:10.1159/000508538, PMID 32645701, PMC 7529724 (freier Volltext) – (karger.com [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref>

Änderungen gegenüber dem DSM-IV-TR[Bearbeiten]

Das DSM-5 ersetzt die Kategorien „Nicht anderweitig spezifiziert“ (NOS) durch zwei Optionen: „Sonstige spezifizierte Störung“ und „Nicht spezifizierte Störung“, um den Nutzen für die medizinischen Fachkräften zu erhöhen. Die erste Option ermöglicht es der medizinischen Fachkraft, den Grund anzugeben, warum die Kriterien für eine bestimmte Störung nicht erfüllt sind; die zweite Option gibt der medizinischen Fachkraft die Möglichkeit, auf eine Spezifizierung zu verzichten.<ref name="Highlights" />

Das DSM-5 hat das multiaxiale Diagnosesystem (früher Achse I, Achse II, Achse III) aufgegeben und listet alle Störungen nun in Teil II auf. Es hat die Achse IV durch „signifikante psychosoziale und kontextbezogene Merkmale“ ersetzt und die Achse V (Globale Funktionsbeurteilung, bekannt als GAF) gestrichen. Der „Disability Assessment Schedule“ der Weltgesundheitsorganisation wurde in Teil III (In Entwicklung befindliche Instrumente und Modelle) unter „Erhebungsinstrumente“ als empfohlene, jedoch nicht vorgeschriebene Methode zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit aufgenommen.<ref></ref>

Einzelne Änderungen[Bearbeiten]

Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen in den jeweiligen Kapiteln des DSM-5.

Störungen der neuronalen und mentalen Entwicklung[Bearbeiten]

  • „Geistige Behinderung“ wurde in „Intellektuelle Beeinträchtigung (Intellektuelle Entwicklungsstörung)“ umbenannt.<ref name="Highlights" /><ref name="Neurodevelopmental Disorders">Bret S. Stetka, Christoph U. Correll: A Guide to DSM-5 - Neurodevelopmental Disorders. In: Medscape. 21. Mai 2013, abgerufen am 24. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Sprach- oder Sprechstörungen werden nun als Kommunikationsstörungen bezeichnet – dazu gehören Sprachstörungen (früher: expressive Sprachstörung und gemischte rezeptiv-expressive Sprachstörung), Artikulationsstörungen (früher: phonologische Störung), im Kindesalter auftretende Störung des Sprechflusses (Stottern) sowie eine neue Störung, die durch beeinträchtigte soziale verbale und nonverbale Kommunikation gekennzeichnet ist und als soziale (pragmatische) Kommunikationsstörung bezeichnet wird.<ref name="Neurodevelopmental Disorders" />
  • Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine neue Diagnose, die die früheren Diagnosen „klassischer Autismus“, „Asperger-Syndrom“, „desintegrative Störung im Kindesalter“ und „tiefgreifende Entwicklungsstörung, nicht anderweitig spezifiziert“ (PDD-NOS) umfasst.<ref>Bret S. Stetka, Christoph U. Correll: A Guide to DSM-5 - Autism Spectrum Disorders. In: Medscape. 21. Mai 2013, abgerufen am 24. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das DSM-5 gliedert die Symptome von ASS in zwei Gruppen: beeinträchtigte soziale Kommunikation und/oder Interaktion sowie eingeschränkte und/oder repetitive Verhaltensweisen.<ref>Jeffrey P. Baker: Autism at 70 — Redrawing the Boundaries. In: New England Journal of Medicine. Band 369, Nr. 12, 19. September 2013, ISSN 0028-4793, S. 1089–1091, doi:10.1056/NEJMp1306380 (nejm.org [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref> Das DSM-5 unterscheidet drei Schweregrade für ASS, wobei Personen der Stufe 1 „Unterstützung benötigen“, der Stufe 2 „erhebliche Unterstützung benötigen“ und der Stufe 3 „sehr erhebliche Unterstützung benötigen“.<ref>DSM-5 Diagnostic Criteria: Autism Spectrum Disorder. In: The Interagency Autism Coordinating Committee (IACC). U.S. Department of Health & Human Service, abgerufen am 24. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die aktualisierte Klassifizierung unter ASS spiegelt einen dimensionalen Ansatz wider, der es Klinikern ermöglicht, den Schweregrad der Symptome zu bewerten, anstatt Patienten in eng definierte Kategorien einzuordnen. Diese Änderung zielte auch darauf ab, die Diagnose zu vereinfachen und den Zugang zu Dienstleistungen zu verbessern.<ref>Catherine Lord, Mayada Elsabbagh, Gillian Baird, Jeremy Veenstra-Vanderweele: Autism spectrum disorder. In: The Lancet. Band 392, Nr. 10146, August 2018, S. 508–520, doi:10.1016/S0140-6736(18)31129-2, PMID 30078460, PMC 7398158 (freier Volltext) – (elsevier.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref><ref></ref>
  • Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gilt Autismus nicht mehr als Ausschlusskriterium für die Diagnose. Das erforderliche Alter bei Symptombeginn wurde von 7 auf 12 Jahre angehoben, und die Schwellenwerte für die Diagnose von ADHS bei Jugendlichen und Erwachsenen wurden gesenkt.<ref>Jeffery N. Epstein, Richard E. A. Loren: Changes in the Definition of ADHD in DSM-5: Subtle but Important. In: Neuropsychiatry. Band 3, Nr. 5, 1. Oktober 2013, ISSN 1758-2008, S. 455–458, doi:10.2217/npy.13.59, PMID 24644516, PMC 3955126 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Der Begriff „spezifische Lernstörung“ umfasst Defizite bei der Entwicklung schulischer Fähigkeiten, darunter Legasthenie und Dyskalkulie.<ref>Specific Learning Disorder. (PDF; 188 KB) In: American Psychiatric Association. Abgerufen am 24. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Eine neue Unterkategorie, die motorischen Störungen, umfasst die Entwicklungskoordinationsstörung, die stereotypische Bewegungsstörung sowie die Tic-Störungen, einschließlich des Tourette-Syndroms.<ref></ref>

Schizophrenie-Spektrum und andere psychotische Störungen[Bearbeiten]

  • Alle Subtypen der Schizophrenie (paranoid, desorganisiert, katatonisch, undifferenziert und residual) wurden aus dem DSM-5 zugunsten eines auf dem Schweregrad basierenden Bewertungsansatzes gestrichen.
  • Für eine schizoaffektive Störung ist eine schwere affektive Episode erforderlich (während eines Großteils der Krankheitsdauer, nachdem Kriterium A [bezogen auf Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisierte Sprache oder Verhaltensweisen sowie negative Symptome wie Antriebslosigkeit] erfüllt ist).
  • Die Kriterien für die Wahnhafte Störung wurden geändert, und sie wird nicht mehr von der induzierten wahnhafte Störung unterschieden.
  • Für eine Katatonie sind in allen Kontexten 3 von insgesamt 12 Symptomen erforderlich. Eine Katatonie kann ein Spezifizierer für depressive, bipolare und psychotische Störungen sein; Teil einer anderen medizinischen Erkrankung; oder Teil einer anderen spezifizierten Diagnose.<ref>M. Paulzen, F. Schneider: Schizophrenie und andere psychotische Störungen im DSM-5: Zusammenfassung der Änderungen gegenüber DSM-IV. In: Der Nervenarzt. Band 85, Nr. 5, Mai 2014, ISSN 0028-2804, S. 533–542, doi:10.1007/s00115-013-3985-3 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref><ref name="Highlights" />

Bipolare und verwandte Störungen[Bearbeiten]

  • Der neue Spezifikator „mit gemischten Merkmalen“ kann auf die bipolare Störungen Typ I, Typ II, die bipolare Störung NED (nicht anderweitig definiert, früher als „NOS“ bezeichnet, nicht anderweitig spezifiziert) sowie auf die Major Depression (MDD) angewendet werden.
  • Ermöglicht die Angabe „anderer spezifizierter bipolarer und verwandter Störungen“ für bestimmte Zustände.
  • Angstsymptome sind ein Spezifikator (bezeichnet als „Angstzustände“), der der bipolaren Störung und depressiven Störungen hinzugefügt wird (ist jedoch nicht Teil der diagnostischen Kriterien für bipolare Störungen).<ref>E. Severus, M. Bauer: Bipolare Störungen im DSM-5. In: Der Nervenarzt. Band 85, Nr. 5, Mai 2014, ISSN 0028-2804, S. 543–547, doi:10.1007/s00115-013-3987-1 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>

Depressive Störungen[Bearbeiten]

Angststörungen[Bearbeiten]

  • Das DSM-5 stellt die Anforderung auf, dass die betroffene Person (altersunabhängig) „erkennen muss, dass ihre Angst und ihr Unbehagen übermäßig oder unbegründet sind“. Außerdem gilt die Dauer von mindestens 6 Monaten nun für alle (nicht nur für Kinder).<ref name="Wittchen, 2014">H.-U. Wittchen, I. Heinig, K. Beesdo-Baum: Angststörungen im DSM-5: Ein Überblick über Änderungen in Struktur und Inhalt. In: Der Nervenarzt. Band 85, Nr. 5, Mai 2014, ISSN 0028-2804, S. 548–552, doi:10.1007/s00115-013-3986-2 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Die Panikattacke wurde zu einem Spezifikator für alle DSM-5-Störungen.
  • Die Panikstörung und die Agoraphobie wurden zu zwei getrennten Störungen.
  • Spezifische Arten von Phobien wurden zu Spezifikatoren, sind aber ansonsten unverändert geblieben.
  • Der allgemeine Spezifikator für die soziale Angststörung (früher: soziale Phobie) wurde zugunsten eines Spezifikators geändert, der sich ausschließlich auf Leistungssituationen (d. h. öffentliche Reden oder Auftritte) bezieht.
  • Die Trennungsangststörung und der selektive Mutismus werden nun als Angststörungen klassifiziert (anstatt als Störungen mit frühem Beginn).<ref name="Highlights">Highlights of Changes from DSM-IV-TR to DSM-5. (PDF; 343 KB) In: American Psychiatric Association. 6. August 2015, abgerufen am 24. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Wittchen, 2014" />

Zwangsstörungen und verwandte Störungen[Bearbeiten]

  • Ein neues Kapitel über Zwangsstörungen und verwandte Störungen umfasst vier neue Störungen: die Exkoriationsstörung (Hautzupfen), das pathologische Horten, die substanz- bzw. medikamenteninduzierte Zwangsstörung und verwandte Störungen sowie die Zwangsstörung und verwandte Störungen infolge einer anderen medizinischen Erkrankung.<ref>Elisabeth Hertenstein, Ulrich Voderholzer: Zwangsstörungen und Zwangsspektrumsstörungen im DSM-5: Neues aus dem DSM-5. In: InFo Neurologie & Psychiatrie. Band 16, Nr. 6, Juni 2014, ISSN 1437-062X, S. 42–50, doi:10.1007/s15005-014-0785-7 (springermedizin.de [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref><ref>Ulrich Voderholzer: Zwangsstörungen und Zwangsspektrumsstörungen. In: Der Nervenarzt. Band 93, Nr. 7, Juli 2022, ISSN 0028-2804, S. 659–660, doi:10.1007/s00115-022-01335-w (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Die Trichotillomanie (Haarausreißstörung) wurde im DSM-5 von den „Impulskontrollstörungen, anderweitig nicht klassifiziert“ im DSM-IV-TR in das Kapitel der Zwangsstörungen verschoben.
  • Ein Spezifizierer wurde erweitert (und der körperdysmorphen Störung sowie dem pathologischen Horten hinzugefügt), um eine gute oder mäßige Einsicht, eine schlechte Einsicht sowie „fehlende Einsicht/Wahnvorstellungen“ (d. h. die vollständige Überzeugung, dass die Überzeugungen der Zwangsstörung wahr sind) zu berücksichtigen.
  • Der körperdysmorphen Störung wurden Kriterien hinzugefügt, um repetitive Verhaltensweisen oder mentale Handlungen zu beschreiben, die im Zusammenhang mit wahrgenommenen Defekten oder Mängeln des körperlichen Erscheinungsbildes auftreten können.
  • Der DSM-IV-TR-Spezifikator „mit Zwangssymptomen“ wurde von den Angststörungen in den neuen Kapitel für Zwangsstörungen und verwandte Störungen verschoben.
  • Es gibt zwei neue Diagnosen: „Sonstige spezifizierte Zwangs- und verwandte Störungen“, zu denen die körperfokussierte repetitive Verhaltensstörung (Verhaltensweisen wie Nägelkauen, Lippenbeißen und Wangenkauen, mit Ausnahme von Haarausreißen und Hautzupfen) oder zwanghafte Eifersucht gehören können; sowie „Nicht spezifizierte Zwangsstörungen und verwandte Störungen“.<ref name="Highlights" />

Trauma- und belastungsbezogene Störungen[Bearbeiten]

  • Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist in dem neuen Kapitel „Trauma- und belastungsbezogene Störungen“ aufgeführt.<ref>Matthew J. Friedman, Patricia A. Resick, Richard A. Bryant, James Strain, Mardi Horowitz, David Spiegel: Classification of trauma and stressor-related disorders in DSM-5. In: Depression and Anxiety. Band 28, Nr. 9, September 2011, S. 737–749, doi:10.1002/da.20845 (wiley.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Die diagnostischen Cluster der PTBS wurden neu geordnet und auf der Grundlage der Ergebnisse einer seit der Veröffentlichung des DSM-IV-TR durchgeführten konfirmatorischen Faktorenanalyse von insgesamt drei auf vier Cluster erweitert.<ref>Matthew J. Friedman, Patricia A. Resick, Richard A. Bryant, Chris R. Brewin: Considering PTSD for DSM-5. In: Depression and Anxiety. Band 28, Nr. 9, September 2011, S. 750–769, doi:10.1002/da.20767 (wiley.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Für Kinder im Alter von sechs Jahren oder jünger wurden separate Kriterien hinzugefügt.
  • Für die Diagnose der akuten Belastungsstörung und der PTBS wurden die Stressorkriterien (Kriterium A1 im DSM-IV-TR) in gewissem Umfang modifiziert. Die Anforderung spezifischer subjektiver emotionaler Reaktionen (Kriterium A2 im DSM-IV-TR) wurde gestrichen, da es an empirischer Untermauerung für deren Nutzen und prädiktive Validität mangelte. Zuvor erfüllten bestimmte Gruppen, wie beispielsweise im Kampfeinsatz befindliches Militärpersonal, Polizeibeamte und andere Ersthelfer, das Kriterium A2 im DSM-IV-TR nicht, da sie aufgrund ihrer Ausbildung darauf vorbereitet waren, auf traumatische Ereignisse nicht emotional zu reagieren.<ref>Amy B. Adler, Kathleen M. Wright, Paul D. Bliese, Rachel Eckford, Charles W. Hoge: A2 diagnostic criterion for combat-related posttraumatic stress disorder. In: Journal of Traumatic Stress. Band 21, Nr. 3, 2008, ISSN 1573-6598, S. 301–308, doi:10.1002/jts.20336 (wiley.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref><ref>Elie George Karam, Gavin Andrews: The role of criterion A2 in the DSM-IV diagnosis of posttraumatic stress disorder. In: Biological Psychiatry. Band 68, Nr. 5, 1. September 2010, ISSN 1873-2402, S. 465–473, doi:10.1016/j.biopsych.2010.04.032, PMID 20599189, PMC 3228599 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Zwei neue Störungen, die zuvor als Subtypen galten, wurden benannt: die reaktive Bindungsstörung und die Bindungsstörung mit Enthemmung.
  • Anpassungsstörungen wurden in dieses neue Kapitel verschoben und als Stressreaktionssyndrome neu konzeptualisiert. Die DSM-IV-TR-Subtypen für depressive Stimmung, Angstsymptome und Verhaltensstörungen bleiben unverändert.

Dissoziative Störungen[Bearbeiten]

  • Die Depersonalisationsstörung wurde durch die Depersonalisations-/Derealisationsstörung ersetzt.<ref></ref>
  • Die dissoziative Fugue wurde zu einem Spezifikator für die dissoziative Amnesie.
  • Die Kriterien für die dissoziative Identitätsstörung wurden um „Phänomene in Form von Besessenheit und funktionelle neurologische Symptome“ erweitert. Es wird klargestellt, dass „Identitätswechsel von anderen beobachtet werden können oder vom Betroffenen selbst berichtet werden“. Kriterium B wurde ebenfalls für Personen angepasst, die Lücken im Erinnerungsvermögen an alltägliche Ereignisse (nicht nur an Traumata) erleben.<ref>Hans-Peter Kapfhammer: Dissoziative Störungen. In: Springer Medizin. 23. Mai 2026, abgerufen am 24. Juni 2026.</ref>

Somatische Belastungsstörung und verwandte Störungen[Bearbeiten]

  • Somatoforme Störungen werden nun als Somatische Belastungsstörungen bezeichnet.<ref>Jens Gaab: Klassifikation und Diagnose somatischer Belastungsstörungen. In: Universität Basel. Abgerufen am 24. Juni 2026.</ref><ref>Julia Sonnleitner, Martin Aigner: Von den somatoformen Störungen zur somatischen Belastungsstörung: Diagnoserichtlinien des DSM 5. In: psychopraxis. neuropraxis. Band 18, Nr. 4, September 2015, ISSN 2197-9707, S. 132–136, doi:10.1007/s00739-015-0273-y (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Bei Patienten mit chronischen Schmerzen kann nun die psychische Erkrankung „somatische Belastungsstörung mit vorherrschenden Schmerzen“ diagnostiziert werden; alternativ können auch psychologische Faktoren, die andere medizinische Erkrankungen beeinflussen, oder eine Anpassungsstörung diagnostiziert werden.
  • Die Somatisierungsstörung und die undifferenzierte somatoforme Störung wurden zur Somatischen Belastungsstörung zusammengefasst, einer Diagnose, für die keine bestimmte Anzahl somatischer Symptome mehr erforderlich ist.
  • Somatische Belastungsstörungen und verwandte Störungen werden durch positive Symptome definiert, und die Verwendung des Begriffs „medizinisch unerklärbare Symptome“ wird minimiert, außer in den Fällen der Konversionsstörung und der Pseudocyesis (Scheinschwangerschaft).
  • Die Hypochondrie wurde gestrichen.<ref name="Highlights" />
  • Eine neue Diagnose sind „psychologische Faktoren, die andere medizinische Erkrankungen beeinflussen“. Diese waren zuvor im Kapitel „Andere Zustände, die im Mittelpunkt der klinischen Aufmerksamkeit stehen können“ des DSM-IV-TR zu finden.
  • Die Kriterien für die Konversionsstörung (funktionelle neurologische Symptomstörung) wurden geändert.<ref>Klassifizierung der somatoformen Störungen – Vergangenheit und Zukunft. In: Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie & Neurologie. Rosenfluh Publikationen, 17. April 2019, abgerufen am 24. Juni 2026.</ref><ref>Paul Hüsing, Bernd Löwe: Der Abschied von den somatoformen Störungen: Neuerungen durch die Einführung der somatischen Belastungsstörung in ICD-11. In: Verhaltenstherapie. 17. April 2025, ISSN 1016-6262, S. 1–17, doi:10.1159/000542766 (karger.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>

Fütter- und Essstörungen[Bearbeiten]

  • Fütter- und Essstörungen wurden zu einem Kapitel zusammengelegt.<ref>Corinna Jacobi, Marina de Zwaan, Juliane Schmidt-Hantke: Fütter- und Essstörungen. In: Klinische Psychologie & Psychotherapie. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2020, ISBN 978-3-662-61813-4, S. 1237–1278, doi:10.1007/978-3-662-61814-1_55 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Die Kriterien für Pica und die Ruminationstörung wurden geändert und gelten nun für Menschen jeden Alters.<ref>Ruminationsstörung - Psychiatrische Erkrankungen. In: MSD Manual. Abgerufen am 24. Juni 2026.</ref>
  • Die Binge-Eating-Störung als eigenständige Diagnose eingeführt (im DSM-IV-TR noch Forschungsdiagnose).<ref>Bret S. Stetka, Christoph U. Correll: A Guide to DSM-5 - Binge Eating Disorder. In: Medscape. 21. Mai 2013, abgerufen am 24. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Die Anforderungen für Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung wurden von „mindestens zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von 6 Monaten“ auf „mindestens einmal wöchentlich in den letzten 3 Monaten“ geändert.
  • Die Kriterien für Anorexia nervosa wurden geändert; die Amenorrhoe als Kriterium wurde gestrichen.
  • Die im DSM-IV-TR selten verwendete Diagnose „Fütterstörung im Säuglings- oder frühen Kindesalter“ wurde in „Vermeidend/Restriktive Ernährungsstörung“ umbenannt, und die Kriterien dabei wurden erweitert.<ref>Manuel Föcker, Susanne Knoll, Johannes Hebebrand: Essstörungen im DSM-5. In: Handbuch Essstörungen und Adipositas. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-642-54572-6, S. 27–33, doi:10.1007/978-3-642-54573-3_5 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>

Ausscheidungsstörungen[Bearbeiten]

  • Keine wesentlichen Änderungen.
  • Die Störungen in diesem Kapitel wurden im DSM-IV-TR zuvor unter den Störungen eingeordnet, die üblicherweise erstmals im Säuglings-, Kindes- oder Jugendalter diagnostiziert werden. Im DSM-5 bilden sie nun eine eigenständige Klassifikation.<ref name="Highlights" />

Schlaf-Wach-Störungen[Bearbeiten]

  • „Schlafstörungen im Zusammenhang mit einer anderen psychischen Störung sowie Schlafstörungen im Zusammenhang mit einer allgemeinen somatischen Erkrankung“ wurden gestrichen.<ref name="Highlights" />
  • Die primäre Insomnie wurde in Insomnie umbenannt, und Narkolepsie wird nun von anderen Formen der Hypersomnie unterschieden.<ref>Michael Schredl, Anna Heidbreder: Zentrale Störungen mit Hypersomnolenz. In: Praxis der Schlafmedizin. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2025, ISBN 978-3-662-70030-3, S. 261–285, doi:10.1007/978-3-662-70031-0_5 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Es gibt nun drei Atmungsbezogene Schlafstörungen: „obstruktives Schlafapnoe-Syndrom“, „zentrales Schlafapnoe-Syndrom“ und „schlafbezogene Hypoventilation“.
  • Die zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen wurden um die Typen „Vorverlagerte Schlafphase“, „Irregulärer Schlaf-Wach-Rhythmus“ und „Freilaufender Schlaf-Wach-Rhythmus“ erweitert. Jetlag wurde entfernt.
  • Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung und das Restless-Legs-Syndrom gelten nun jeweils als eigenständige Störung, anstatt wie im DSM-IV-TR beide unter „sonst nicht näher bezeichnete Dyssomnien“ aufgeführt zu sein.<ref name="Highlights" />

Sexuelle Funktionsstörungen[Bearbeiten]

  • Das DSM-5 enthält geschlechtsspezifische sexuelle Funktionsstörungen.<ref>Nicole Viereck: Sexuelle Funktionsstörungen der Frau: Von der Pubertät bis zur Postmenopause. In: Gynäkologische Endokrinologie. Band 23, Nr. 3, September 2025, ISSN 1610-2894, S. 201–209, doi:10.1007/s10304-025-00642-0 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref><ref>Jürgen Hoyer, Verena Klein, Katharina Schierz, Peer Briken: Screening für sexuelle Funktionsstörungen nach DSM-5. In: Zeitschrift für Sexualforschung. Band 28, Nr. 01, 24. März 2015, ISSN 0932-8114, S. 36–42, doi:10.1055/s-0034-1399054 (thieme-connect.de [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Bei Frauen werden Störungen des sexuellen Verlangens und der sexuellen Erregung zur „Störung des sexuellen Interesses bzw. der sexuellen Erregung bei der Frau“ zusammengefasst.
  • Sexuelle Funktionsstörungen (mit Ausnahme von substanz- bzw. medikamenteninduzierten sexuellen Funktionsstörungen) erfordern nun eine Dauer von etwa 6 Monaten sowie genauere Schweregradkriterien.
  • Eine neue Diagnose ist die Genito-Pelvine Schmerz-Penetrationsstörung, die Vaginismus und Dyspareunie aus dem DSM-IV-TR vereint.
  • Die sexuelle Aversionsstörung wurde gestrichen.
  • Zu den Subtypen aller Störungen gehören nur noch „lebenslang versus erworben“ und „generalisiert versus situativ“ (ein Subtyp aus dem DSM-IV-TR wurde gestrichen).
  • Zwei Subtypen wurden gestrichen: „sexuelle Dysfunktion aufgrund einer allgemeinen medizinischen Erkrankung“ und „aufgrund psychologischer versus kombinierter Faktoren“.<ref>Julia Velten, Götz Kockott: Sexuelle Funktionsstörungen und Geschlechtsdysphorie. In: Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Band 2. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54908-7, S. 415–432, doi:10.1007/978-3-662-54909-4_21 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref><ref name="Highlights"/>

Geschlechtsdysphorie[Bearbeiten]

Disruptive, Impulskontroll- und Sozialverhaltensstörungen[Bearbeiten]

  • Die Intermittierende explosible Störung, die Pyromanie und die Kleptomanie wurden aus der DSM-IV-TR-Kategorie „Impulskontrollstörungen, nicht anderweitig spezifiziert“ in dieses Kapitel verschoben.<ref name="Highlights" /><ref name="Kröber, 2015">Hans-Ludwig Kröber: Disruptive, Impulskontroll- und Sozialverhaltensstörungen im DSM-5. In: Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie. Band 9, Nr. 3, August 2015, ISSN 1862-7072, S. 147–154, doi:10.1007/s11757-015-0320-9 (springer.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>
  • Die antisoziale Persönlichkeitsstörung wird sowohl hier als auch im Kapitel über Persönlichkeitsstörungen aufgeführt (ADHS hingegen wird unter den neurologischen Entwicklungsstörungen aufgeführt).<ref name="Highlights" />
  • Die Symptome der Störung mit oppositionellem Trotzverhalten lassen sich in drei Typen einteilen: wütende/gereizte Stimmung, streitlustiges/trotzig-widerspenstiges Verhalten und Rachsucht. Das Ausschlusskriterium für die Störung des Sozialverhaltens wurde gestrichen. Die Kriterien wurden ebenfalls geändert und um einen Hinweis auf die Häufigkeitsanforderungen sowie ein Maß für den Schweregrad ergänzt.
  • Die Kriterien für die Störung des Sozialverhaltens sind gegenüber dem DSM-IV-TR weitgehend unverändert geblieben. Es wurde ein Spezifizierer für Personen mit „reduzierter prosozialer Emotionalität“ hinzugefügt, die gefühllose und emotionslose Züge zeigen.
  • Personen, die das Mindestalter von 6 Jahren für diese Störung überschritten haben, können mit einer intermittierenden explosiven Störung ohne Ausbrüche körperlicher Aggression diagnostiziert werden. Es wurden Kriterien zur Häufigkeit hinzugefügt sowie die Präzisierung, dass die Störung „impulsiver und/oder auf Wut basierender Natur sein muss und ausgeprägte Belastung verursachen, eine Beeinträchtigung der beruflichen oder zwischenmenschlichen Funktionsfähigkeit zur Folge haben oder mit negativen finanziellen oder rechtlichen Konsequenzen verbunden sein muss“.<ref name="Highlights" /><ref name="Kröber, 2015" />

Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen und abhängigen Verhaltensweisen[Bearbeiten]

  • Die Glücksspielstörung und die Tabakkonsumstörung sind neu aufgenommen worden.<ref name="Highlights" />
  • Substanzmissbrauch und Substanzabhängigkeit aus dem DSM-IV-TR wurden zu einzelnen Substanzkonsumstörungen zusammengefasst, die jeweils auf die missbrauchte Substanz spezifisch sind, und in eine neue Kategorie „Sucht und verwandte Störungen“ eingeordnet. „Wiederkehrende rechtliche Probleme“ wurde gestrichen und „Suchtdruck oder ein starkes Verlangen oder der Drang, eine Substanz zu konsumieren“ wurde zu den Kriterien hinzugefügt. Die Schwelle für die Anzahl der Kriterien, die erfüllt sein müssen, wurde geändert, und der Schweregrad von leicht bis schwer richtet sich nach der Anzahl der erfüllten Kriterien. Es wurden Kriterien für den Cannabis- und Koffeinentzug hinzugefügt. Es wurden neue Spezifikatoren für frühe und anhaltende Remission sowie neue Spezifikatoren für „in einer kontrollierten Umgebung“ und „unter Erhaltungstherapie“ hinzugefügt.<ref name="Highlights" />
  • Die Diagnose der Mehrfachsubstanzabhängigkeit wurde gestrichen.<ref name="Highlights" />

Neurokognitive Störungen[Bearbeiten]

  • Demenz und amnestische Störung wurden zu schweren bzw. leichten neurokognitiven Störungen (schwere NCD bzw. leichte NCD). Das DSM-5 enthält eine neue Liste neurokognitiver Domänen. Für schwere oder leichte NCD aufgrund verschiedener Erkrankungen wurden neue, separate Kriterien aufgestellt. Substanz- bzw. medikamenteninduzierte NCD und nicht näher bezeichnete NCD sind neue Diagnosen.<ref>Bret S. Stetka, Christoph U. Correll: A Guide to DSM-5 - Neurocognitive Disorder. In: Medscape. 21. Mai 2013, abgerufen am 24. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Persönlichkeitsstörungen[Bearbeiten]

  • Die Persönlichkeitsstörung gehörte früher zu einer anderen Achse als fast alle anderen Störungen, wird nun jedoch zusammen mit allen psychischen und anderen medizinischen Diagnosen in einer Achse zusammengefasst. Die zehn Typen von Persönlichkeitsstörungen bleiben jedoch unverändert.<ref name="Highlights" /><ref>Marc-Antoine Crocq: Milestones in the history of personality disorders. In: Dialogues in Clinical Neuroscience. Band 15, Nr. 2, 30. Juni 2013, ISSN 1958-5969, S. 147–153, doi:10.31887/DCNS.2013.15.2/macrocq, PMID 24174889, PMC 3811086 (freier Volltext) – (tandfonline.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>

Paraphile Störungen[Bearbeiten]

  • Die Kriterien für alle paraphilen Störungen wurden um die neuen Spezifikatoren „in einer kontrollierten Umgebung“ und „in Remission“ ergänzt.<ref name="Highlights" />
  • Es wird zwischen Paraphilien und Paraphilen Störungen unterschieden, um eine automatische Pathologisierung von nicht-normativem Sexualverhalten zu vermeiden.
  • Alle Kriterienkataloge wurden dahingehend geändert, dass allen Paraphilien der Begriff „Störung“ hinzugefügt wurde; so wird beispielsweise statt „Exhibitionismus“ die „exhibitionistische Störung“ aufgeführt. An der grundlegenden diagnostischen Struktur hat sich seit dem DSM-III-R nichts geändert; allerdings müssen Betroffene nun sowohl die qualitativen Kriterien (Kriterium A) als auch die Kriterien für negative Folgen (Kriterium B) erfüllen, um die Diagnose einer paraphilen Störung zu erhalten. Andernfalls liegt eine Paraphilie vor (und keine Diagnose).<ref name="Highlights" />

DSM-5-TR[Bearbeiten]

Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition, Text Revision
(DSM-5-TR)
Autor American Psychiatric Association (APA)
Originalsprache Englisch
Serie Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders
Veröffentlichung 18. März 2022
Medium Buch, eBook
Zweck Medizinische Klassifikation
ISBN 978-0-89042-576-3
Vorgänger DSM-5
Text des DSM-5-TR archive.org im Textarchiv – Internet Archive

Im März 2022 wurde eine Revision der DSM-5 als DSM-5-TR veröffentlicht, in der die diagnostischen Kriterien aktualisiert wurden.<ref>APA - DSM - Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Abgerufen am 20. April 2025.</ref> Die Entwicklung der DSM-5-TR wurde durch die Mitwirkung von mehr als 200 Experten realisiert und beinhaltet den vollständig überarbeiteten Text sowie die Referenzen des DSM-5.<ref>American Psychiatric Association: APA veröffentlicht Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen, Fünfte Ausgabe, Textrevision (DSM-5-TR). Abgerufen am 20. April 2025.</ref>

Die Diagnosekriterien u. a. für die Vermeidend-restriktive Ernährungsstörung wurden geändert und die anhaltende Trauerstörung in die Revision aufgenommen.<ref>Jelena Kecmanovic, Cara Rosenbloom, Angela Haupt, Allyson Chiu: Prolonged grief disorder recognized as official diagnosis. Here’s what to know about chronic mourning. In: The Washington Post. 21. Oktober 2021, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 20. April 2025]).</ref> Für die anhaltende Trauerstörung, die bereits im ICD-11 enthalten ist, wurden die Kriterien in einem von der APA durchgeführten eintägigen Workshop im Konsens festgelegt.<ref>APA Offers Tips for Understanding Prolonged Grief Disorder. American Psychiatric Association (APA), 22. September 2021, abgerufen am 20. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine im Jahr 2022 durchgeführte Studie kommt zu dem Schluss, dass die in der ICD-11 höhere Diagnoserate für anhaltende Trauer auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die Symptome gemäß den DSM-5-TR-Kriterien über einen Zeitraum von 12 Monaten anhalten müssen, während sie in der ICD-11 nur 6 Monate lang bestehen müssen.<ref>Supplemental Material for Same Name, Same Content? Evaluation of DSM-5-TR and ICD-11 Prolonged Grief Criteria. Abgerufen am 20. April 2025.</ref>

An der Erstellung des DSM-5-TR waren drei Arbeitsgruppen zu den Themen Geschlecht, Kultur und Suizid sowie eine „Arbeitsgruppe für ethnische Gleichstellung und Inklusion“ beteiligt, was dazu führte, dass für jede psychische Störung zusätzliche Abschnitte aufgenommen wurden, in denen geschlechtliche sowie kulturelle Unterschiede behandelt werden, und das Spezifikatoren zur Spezifizierung des Ausmaßes an Suizidalität und Nichtsuizidaler Selbstverletzung bei psychischen Störungen hinzugefügt wurden.<ref>Michael B. First, Lamyaa H. Yousif, Diana E. Clarke, Philip S. Wang, Nitin Gogtay, Paul S. Appelbaum: DSM‐5‐TR: overview of what’s new and what’s changed. In: World Psychiatry. Band 21, Nr. 2, Juni 2022, ISSN 1723-8617, S. 218–219, doi:10.1002/wps.20989, PMID 35524596, PMC 9077590 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref><ref>Paul S. Appelbaum, Ellen Leibenluft, Kenneth S. Kendler: Iterative Revision of the DSM : An Interim Report From the DSM-5 Steering Committee. In: Psychiatric Services. Band 72, Nr. 11, 1. November 2021, ISSN 1075-2730, S. 1348–1349, doi:10.1176/appi.ps.202100013 (psychiatryonline.org [abgerufen am 24. Juni 2026]).</ref>

Kritik[Bearbeiten]

Die Anzahl der im DSM aufgeführten Krankheiten und Störungen ist stetig von 106 (DSM-I) auf 374 (DSM-5) angestiegen.<ref>James Davies: Cracked: Why Psychiatry is Doing More Harm Than Good. Icon Books, 2013, ISBN 978-1-84831-557-0 (google.de [abgerufen am 28. Juni 2026]).</ref>

Dies könnte u. a. daran liegen, dass viele der ins DSM-5 neu aufgenommenen Diagnosen möglicherweise wissenschaftlich nicht genug überprüft und die Schwellwerte für ältere Diagnosen gesenkt wurden.<ref>Allen Frances: Psychologists Start Petition Against DSM 5. Psychology Today, abgerufen am 23. Januar 2017.</ref> Eine Studie der University of Massachusetts Boston fand heraus, dass 69 % der DSM-5-Mitarbeiter Verbindungen zur Pharmaindustrie hatten; bei der Arbeitsgruppe zu affektiven Störungen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) waren es 83 % und bei den für Schlafstörungen zuständigen Autoren waren es 100 %.<ref>Lisa Cosgrove, Sheldon Krimsky: A Comparison of DSM-IV and DSM-5 Panel Members' Financial Associations with Industry: A Pernicious Problem Persists. In: PLoS Medicine. Band 9, Nr. 3, 13. März 2012, ISSN 1549-1676, S. e1001190, doi:10.1371/journal.pmed.1001190, PMID 22427747, PMC 3302834 (freier Volltext) – (plos.org [abgerufen am 16. Dezember 2023]).</ref>

Durch die Möglichkeit, jede Verhaltensauffälligkeit als „milde“ Störung zu diagnostizieren, befürchten Kritiker eine Inflation von Diagnosen, die den Betroffenen dann lebenslang anhängen können.<ref>Alenka Tschischka: Heiß diskutiert: DSM-V. In: report psychologie. Band 38, Nr. 5, 2013, S. 214.</ref><ref>«Wir haben die Unreife von Kindern in Krankheit verwandelt». derbund.ch, 4. Januar 2014, abgerufen am 20. Januar 2015.</ref> Prominentester Kritiker ist der US-amerikanische Psychiater Allen Frances, der ehemalige Vorsitzende der DSM-IV-Kommission.<ref>Frank Jacobi, Wolfgang Maier, Andreas Heinz: Diagnostic and Statistical Manual Of Mental Disorders: Hilfestellung zur Indikation. In: Ärzteblatt. Jg. 110, Nr. 49, 2013 (online [PDF; abgerufen am 20. Januar 2015]).</ref> Auch das National Institute of Mental Health (NIMH) mit ihrem Leiter Thomas Insel kritisiert das DSM-5 für einen Mangel an Validität, obwohl er dessen hohe Reliabilität als Stärke anerkennt.<ref>Thomas Insel: Director’s Blog: Transforming Diagnosis. National Institute of Mental Health, 29. April 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Mai 2013; abgerufen am 11. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „The goal of this new manual, as with all previous editions, is to provide a common language for describing psychopathology. While DSM has been described as a “Bible” for the field, it is, at best, a dictionary, creating a set of labels and defining each. The strength of each of the editions of DSM has been “reliability” – each edition has ensured that clinicians use the same terms in the same ways. The weakness is its lack of validity.“</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Offizielle Ausgaben der APA[Bearbeiten]

Deutsche Ausgaben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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