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Daniel Roi

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Daniel Roi (* 23. Dezember 1987 in Wolfen<ref name=":0">Daniel Roi (AfD). In: Bitterfelder Spatz. 13. September 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. März 2016; abgerufen am 14. März 2016.</ref>) ist ein deutscher Politiker (AfD). Er gehört seit 2016 dem Landtag von Sachsen-Anhalt an. Von März bis November 2016 war er parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion. Von Dezember 2024 bis Mai 2025 war er fraktionsloser Abgeordneter.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Roi studierte Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Politik/Wirtschaft,<ref name=":1">Lisa Garn: Daniel Roi: Region vor Partei. In: MZ-web.de. 16. Mai 2014, abgerufen am 16. März 2016.</ref> sein Studium schloss er mit einem Bachelor of Engineering (B.E.) ab.<ref name=":2">Daniel Roi (AfD). In: Volksstimme.de. 26. August 2013, abgerufen am 16. März 2016.</ref> Während seines Studiums arbeitete Roi zeitweise in einer Schweinezuchtanlage und in einem Milchviehbetrieb. Ebenso war er für das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt in Dessau-Roßlau tätig.<ref>Tilman Steffen: Grundsätze? Nicht so wichtig. In: Zeit Online. 16. März 2016, abgerufen am 16. März 2013.</ref> Roi ist ehrenamtlich für die Bitterfeld-Wolfener Feuerwehr aktiv.<ref name=":1" /><ref name=":2" />

Privat[Bearbeiten]

Roi ist verheiratet und hat ein Kind.<ref>Vita, auf daniel-roi.de</ref> Er war mit der AfD-Landtagsabgeordneten Sarah Sauermann liiert.<ref>Hagen Eichler: Poggenburgs Polit-Einsteiger. In: volksstimme.de. 19. März 2016, abgerufen am 23. März 2016.</ref><ref>Austritt aus AfD-Fraktion Poggenburg fordert Mandatsaufgabe von Sauermann , auf mz-web.de</ref> Er lebt in Thalheim, einem Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.landtag.sachsen-anhalt.deLandtag von Sachsen-Anhalt - Biografien (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2025. Suche im Internet Archive)</ref>

Politische Karriere[Bearbeiten]

Roi trat der Partei Alternative für Deutschland im März 2013 bei.<ref name=":0" /> Er kandidierte bereits bei der Bundestagswahl im September 2013 für den Bundestagswahlkreis 71 (Anhalt) und erreichte 4,6 Prozent der Erststimmen. Als Kandidat der AfD für das Amt des Landrates im Kreis Anhalt-Bitterfeld holte er am 25. Mai 2014 11,3 % der Stimmen. Seit der Kommunalwahl 2014 ist Roi Mitglied im Kreistag von Anhalt-Bitterfeld und im Stadtrat seiner Heimatstadt Bitterfeld-Wolfen. Er war dort Vorsitzender der Stadtratsfraktion sowie Mitglied im Hauptausschuss und im Ausschuss für Recht, Ordnung, Verkehr und Bürgeranfragen (ROVB).<ref>Herr Daniel Roi (AfD). Stadt Bitterfeld-Wolfen, abgerufen am 14. März 2016.</ref> Seit 2019 ist er Vorsitzender des Ausschusses ROVB im Stadtrat. Im Kreistag führte die AfD-Fraktion an und bis 2019 Mitglied im Vergabeausschuss sowie im Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt. Aktuell ist er im Mitglied Kreis- und Finanzausschuss.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2016, bei der Roi den Wahlkampf für die Alternative für Deutschland leitete,<ref>Rainer Roeser: Verankert im AfD-Rechtsaußenmilieu. In: bnr.de. 5. Februar 2016, abgerufen am 14. März 2016.</ref><ref>AfD hält an Poggenburg fest. In: faz.net. 1. Februar 2016, abgerufen am 14. März 2016.</ref> zog er mit 31,0 Prozent der Erststimmen als Direktkandidat seiner Partei im Wahlkreis Wolfen (Wahlkreis 28) in den Landtag Sachsen-Anhalt ein.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Wahlergebnisse vom 13.03.2016 (Memento vom 15. März 2016 im Internet Archive)</ref> Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2021 zog er über die Landesliste der AfD ins Parlament ein.<ref>Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt. Wahl des Landtages von Sachsen-Anhalt am 06. Juni 2021. Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt, Juni 2021, abgerufen am 14. Juni 2021.</ref>

Roi ist zudem seit der Gründung am 18. September 2013 Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld und damit einer der dienstältesten AfD-Kreisvorsitzenden bundesweit. Er wurde 2015, 2017, 2019, 2021 und 2023 wieder gewählt.<ref>AfD feuert Funktionär wegen Hetze. In: n-tv.de. 16. Oktober 2015, abgerufen am 14. März 2016.</ref>

Auf der konstituierenden Sitzung der AfD-Landtagsfraktion wurde Roi zum parlamentarischen Geschäftsführer gewählt.<ref>Jan Schumann: Geheim-Treffen der AfD: AfD in Sachsen-Anhalt: André Poggenburg zum Fraktionschef gewählt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 20. März 2016, abgerufen am 21. Juni 2021.</ref> Das Amt verlor er jedoch bereits im November 2016 wieder; Roi galt als „Widersacher“ des Fraktionsvorsitzenden André Poggenburg. In einer Kampfabstimmung setzte sich sein Fraktionskollege Robert Farle mit 13 zu 12 Stimmen durch.<ref>Poggenburg bleibt AfD-Fraktionschef. MDR Sachsen-Anhalt, 30. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Dezember 2016; abgerufen am 6. Dezember 2016.</ref>

Im Landtag war er Sprecher für Kommunalpolitik der AfD-Fraktion<ref>Daniel Roi. In: AfD Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 2. April 2021.</ref> und Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Forsten und Ernährung sowie im Untersuchungsausschuss zum Stendaler Wahlbetrug.<ref>Mitgliedschaften. In: abgeordnetenwatch.de. Abgerufen am 2. April 2021.</ref>

Seit dem 23. Juli 2024 ist Roi Ortsbürgermeister seines Heimatdorfes Thalheim.<ref>Daniel Roi: Neuer Ortsbürgermeister in Thalheim. In: daniel-roi.de. 24. Juli 2024, abgerufen am 27. März 2025.</ref>

Am 19. Dezember 2024 wurde Roi aus der AfD-Landtagsfraktion ausgeschlossen.<ref name="Zeit">AfD-Landtagsfraktion schließt Daniel Roi aus. In: Die Zeit. 19. Dezember 2024, abgerufen am 1. Januar 2025.</ref> Zudem leitete der Landesvorstand der AfD Sachsen-Anhalt ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn ein; er wurde schließlich lediglich abgemahnt.<ref>AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt schließt Abgeordneten aus. In: mdr.de. 20. Dezember 2024, abgerufen am 25. Dezember 2024.</ref> Grund für die Maßnahmen sei das „unwiderruflich zerstörte Vertrauensverhältnis“<ref>AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt schließt Abgeordneten aus. In: MDR. 20. Dezember 2024, abgerufen am 1. Januar 2025.</ref> nach „wiederholten innerparteilichen Verfehlungen sowie einer zersetzerischen Zusammenarbeit mit der Presse gegen die eigene Partei“ gewesen.<ref name="Zeit" /> Im Hintergrund standen Auseinandersetzungen innerhalb des von Roi geleiteten Kreisverbands Anhalt-Bitterfeld, die bereits im September 2024 zum Rücktritt mehrerer Vorstandsmitglieder geführt hatten, darunter der des Raguhn-Jeßnitzer Bürgermeisters Hannes Loth.<ref>Ulf Rostalsky: Ärger bei der AfD? Hannes Loth nicht mehr im Vorstand des AfD-Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld. In: Mitteldeutsche Zeitung. 24. September 2024, abgerufen am 1. Januar 2025.</ref> Am 27. Mai 2025 wurde Roi wieder in die AfD-Fraktion aufgenommen.<ref>AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt nimmt Daniel Roi wieder auf. In: mdr.de. 27. Mai 2025, abgerufen am 27. Mai 2025.</ref>

Kontroversen[Bearbeiten]

Provokanter Tweet über Wolfgang Schäuble, Claudia Roth und Karamba Diaby[Bearbeiten]

Am 31. Oktober 2017 veröffentlichte Roi einen Tweet mit dem Wortlaut: „Neues Präsidium im Bundestag: Ein Rollstuhlfahrer, Claudia Roth von den Grünen und ein Afrikaner der SPD. Perfektes Abbild der BRD 2017.“<ref>AfD-Politiker hetzte in Tweet gegen Behinderte und Ausländer - jetzt will die Partei ihn loswerden, auf huffingtonpost.de, abgerufen am 3. November 2017.</ref> Gemeint waren damit neben Roth der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby, der jedoch gar nicht im Bundestagspräsidium ist, sondern bei der konstituierenden Sitzung am 24. Oktober 2017 nur Beisitzer für die Wahlen zu den Bundestagsvizepräsidenten war. Obwohl derartige Provokationen auf Kosten von anderen Menschen, insbesondere jener mit Migrationshintergrund, innerhalb der AfD gängige Praxis sind,<ref>Provozieren, relativieren, dementieren, auf zeit.de, abgerufen am 3. November 2017.</ref><ref>WIRBEL UM GAULAND-ÄUSSERUNG „Es ist erbärmlich, wie er sich da präsentiert“, auf handelsblatt.de, abgerufen am 3. November 2017.</ref> distanzierten sich in diesem Fall vier AfD-Bundestagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt von Roi, dessen Aussagen sie als „dumpfe Hetze“ bezeichneten. Nach Aufkeimen von Kritik bezeichnet Roi den Tweet als „missverständlich“ und löschte den Beitrag.<ref>Futter für den AfD-Machtkampf Parteifreunde werfen Daniel Roi Hetze und Rassismus vor, auf mz-web.de, abgerufen am 3. November 2017.</ref><ref>Michael Bock: Bundestagsabgeordnete attackieren Roi. In: volksstimme.de. Abgerufen am 9. November 2017.</ref>

Teilnahme an rechtsextremer Kundgebung[Bearbeiten]

Im Juni 2019 wurden Fotos öffentlich, die Roi 2009 bei einem von der rechtsextremen Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) organisierten „Trauermarsch“ zur Bombardierung von Dresden im Zweiten Weltkrieg zeigen. Die Fotos zeigen Roi in der dritten Reihe hinter einem Banner einer Gruppe mit dem Namen „Freie Nationalisten aus Anhalt-Bitterfeld / Dessau-Aken“, die nach Angaben der Mitteldeutschen Zeitung damals vom Verfassungsschutz als gewaltbereit eingestuft wurde.<ref name=":3">Hagen Eichler: Seite an Seite mit Extremisten: AfD-Politiker Daniel Roi im Kreis von Neonazis. 27. Juni 2019, abgerufen am 28. Juni 2019.</ref> In unmittelbarer Nähe zu Roi ist auf den Fotos außerdem die NPD-Funktionärin Carola Holz<ref name=":4">Andreas Speit: NPD-Verbindungen in der AfD: Zwei Aufnahmen, ein Problem. In: Die Tageszeitung: taz. 27. Juni 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 28. Juni 2019]).</ref> zu sehen. Roi bestätigte seine Teilnahme an der Kundgebung und schrieb zu der Foto-Aufnahme auf Facebook: „Ich habe in meiner Jugend neben der Veranstaltung der parteiunabhängigen JLO in Dresden auch Veranstaltungen des linken Spektrums aufgesucht.“ Und weiter: „Für mein damaliges Vorhaben Politik mit Schwerpunkt Extremismus studieren zu wollen, war es für mich von Interesse, mir vor Ort ein eigenes Bild von solchen Großveranstaltungen zu machen“.<ref name=":4" /> Vertreter anderer Parteien, wie Sebastian Striegel von den Grünen, beurteilten Rois Äußerungen als unglaubwürdig: „Auf den Fotos ist keine soziologische Feldstudie zu sehen, sondern ein Demonstrant. Roi ist auch bis heute nicht aus der Szene ausgestiegen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion.<ref name=":3" />

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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