Dartitis
Unter Dartitis versteht man eine fokale Dystonie, die bei Dartspielern zu Problemen beim Abwerfen des Pfeiles führt.
Der Begriff ist kein medizinischer Fachbegriff. Er geht möglicherweise auf Tony Woods zurück, den Redaktionsleiter des World Darts Magazine, der ihn erstmals im Januar 1981 gebrauchte. 2007 wurde Dartitis ins Oxford English Dictionary (OED) aufgenommen, wo es als „A state of nervousness which prevents a player from releasing a dart at the right moment when throwing“ (Vorlage:') beschrieben wird.<ref>Oxford English Dictionary. Abgerufen am 29. Januar 2013.</ref> Laut OED erfolgte die erste nachgewiesene Verwendung des Begriffs 1977 in der britischen Tageszeitung Daily Mirror.<ref>dartitis. In: oed.com, abgerufen am 23. Juni 2024.</ref>
Das Phänomen ist mit dem Yips im Golf vergleichbar und lässt sich nicht auf den Dartsport eingrenzen; aus dem Alltag ist der Schreibkrampf bekannt. Als mögliche Ursache wird die auch Musikerkrampf genannte neurologische Erkrankung fokale Dystonie genannt.<ref>Lukas Wieselberg: Wenn der Pfeil nicht aus der Hand will. In: science.orf.at, 17. November 2017. Abgerufen am 23. Juni 2024.</ref>
Bekannte Beispiele[Bearbeiten]
Eric Bristow[Bearbeiten]
Der zu diesem Zeitpunkt bereits fünffache Weltmeister Eric Bristow sprach in einem Interview über seine Dartitis. Erstmals bemerkt hatte der Engländer die Probleme bereits 1986, dem Jahr seines letzten Weltmeister-Titels.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 26. März 2025.</ref> In der Folgezeit musste Bristow seinen Wurf merklich verändern.<ref>Worldwide Darts: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 23. Oktober 2014, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Er konnte zwar weiter auf hohem Niveau weiter spielen, erreichte aber nie wieder solch große Erfolge, wie er sie vor seiner Dartitis feiern konnte.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 6. April 2018, abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Mensur Suljović[Bearbeiten]
Der Österreicher Mensur Suljović gilt als eines der wenigen Beispiele, für Spieler die eine Dartitis überwinden konnten und anschließend sogar ein höheres Niveau erreichten. Zu Beginn seiner Karriere konnte er große Erfolge im Soft-Tip feiern und sich im Steeldart 2002 für die BDO-Weltmeisterschaft qualifizieren.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 26. März 2025.</ref> Dann entwickelte sich bei ihm die Dartitis, mit der er zwei Jahre kämpfte. Im Interview beschrieb Suljović selbst, dass er den Pfeil nicht mehr loslassen konnte und seither „komplizierter“ wirft.<ref name=":0">Linda Ellerich: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 18. Dezember 2015, abgerufen am 26. März 2025.</ref> In Gegenüberstellungen lässt sich in der Tat ein großer Unterschied erkennen. Während er zuvor einen relativ flüssigen Wurf hatte, pflegt er es nun den Pfeil vor dem eigentlichen Wurf einige Male zu drehen.<ref>Worldwide Darts: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 23. Oktober 2017, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Suljović beschreibt zudem, dass „fast alle“ Spieler Probleme mit Dartitis hätten, aber wenig darüber gesprochen würde.<ref name=":0" /> Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es dem Österreicher später sich bei der Professional Darts Corporation zu etablieren und mit der Champions League of Darts 2017 als erster Spieler aus dem deutschsprachigen Raum ein Major-Turnier zu gewinnen.<ref>Professional Darts Corporation: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 19. September 2017, abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Mark Webster[Bearbeiten]
Der Fall des Walisers Mark Webster ist insofern ein besonderer, als dass bei ihm auch der Stand betroffen ist. Zu seinen besten Zeiten war Webster für seinen Sieg bei der BDO-WM 2008 sowie seinen Sieg über Phil Taylor bei der PDC-WM 2011 bekannt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 26. März 2025.</ref> Ab 2015 begann er jedoch Schwierigkeiten zu entwickeln während des Wurfs ruhig stehen zu bleiben. Dies führte dazu, dass er zeitweise mit einem Fuß über das Oche treten musste, um seinen Körper vor dem Fallen zu bewahren.<ref>Marvin M: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 18. Juli 2016, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Webster selbst beschreibt ein „Zögern“ vor dem Loslassen des Pfeils, das er bis heute nicht loswird.<ref>Sylke Puck: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 18. Oktober 2022, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Er beende schließlich 2019 seine Profikarriere und ist mittlerweile als TV-Experte bei Sky Sports England tätig.
Berry van Peer[Bearbeiten]
In besonders starker Ausprägung zeigte sich Dartitis beim Grand Slam of Darts 2016, als der Niederländer Berry van Peer große Probleme hatte seine Pfeile im richtigen Moment loszulassen. Gerade im zweiten Gruppenspiel gegen Gary Anderson waren die Probleme so massiv, dass van Peer unter Tränen spielte.<ref>SPORT1: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 13. November 2017, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Er hat die Dartitis allerdings weitgehend überwinden können und qualifizierte sich 2024 sogar erstmals für eine PDC-Weltmeisterschaft.
Nathan Aspinall[Bearbeiten]
Ein aktuelles Beispiel ist Nathan Aspinall. Seit einigen Jahren lässt sich nun bereits beobachten, dass Aspinall vor wichtigen Würfen oftmals mehrere Male ansetzt um schließlich zu werfen.<ref>KINGSMAN: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 16. Oktober 2024, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Zunächst führte der Engländer dies in Interviews auf ein Zucken des Augenlids oder darauf zurück, dass der Pfeil nicht richtig in seiner Hand lag.<ref>Sylke Puck: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 16. März 2023, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Mittlerweile spricht Aspinall selbst von Dartitis und hat sich Hilfe von einem Hypnotiseur gesucht.<ref>Lutz Wöckener: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Weitere bekannte Dartspieler, die Dartitis haben oder hatten[Bearbeiten]
Richie Burnett<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Jules van Dongen<ref>Darts World: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 3. März 2025, abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Beau Greaves<ref>Sylke Puck: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 1. November 2022, abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Martin Lukeman<ref>Oliver Ried: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 10. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref>
Kevin Painter<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 20. September 2024, abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Gian van Veen<ref>Sylke Puck: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 14. Dezember 2023, abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Mark Walsh<ref>Alfred Ulferts: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 24. November 2022, abgerufen am 26. März 2025.</ref>
Scott Williams<ref>Theo Stodiek: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 10. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Darts-Krankheit Dartitis erklärt. In: Spox.com, 17. November 2017.
- Dartitis auf darts1.de