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Das Natterkrönlein

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Illustration, 1890

Das Natterkrönlein ist ein Märchen (AaTh 672 C). Es steht in Ludwig Bechsteins Neues deutsches Märchenbuch an Stelle 2 und stammt aus Ignaz und Josef Zingerles Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland von 1854 (Noch ein Mährchen von der Krönlnatter).<ref>Ignaz Zingerle, Josef Zingerle: Noch ein Märchen von der Krönlnatter. In: Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland. Nachdruck. Verlag Lothar Borowsky, München 1980, S. 5 ff. (zeno.org – Erstausgabe: Regensburg 1854). Siehe auch Zingerle (1852): Die Krönlnatter. In: Kinder- und Hausmärchen aus Tirol. 3. Auflage. Nr. 3. Heinrich Schwick, Innsbruck 1911, S. 14 ff. (zeno.org – Erstausgabe: Innsbruck 1852).</ref> Paul Zaunert übernahm es ebenfalls von Zingerle im zweiten Band von Deutsche Märchen seit Grimm 1923 an Stelle 56.

Inhalt[Bearbeiten]

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Illustration von Carl Fahringer, 1900

Eine Magd versorgt treu die Kühe. Da ist auch ein weißes Schlängchen, das kriegt Milch, und die Kühe gedeihen. Doch der Herr tobt, es sei ein giftiger Wurm, und jagt sie fort. Weinend nimmt sie Abschied von den Kühen. Da kommt die Schlange und lässt ihr Krönchen in ihre Hände fallen. Die Magd heiratet den Schulzensohn. Der Bauer verarmt. Zuletzt gehören seine Kühe ihr. Sie gibt der Schlange das Krönchen wieder.

Herkunft[Bearbeiten]

Datei:Sprookjes van Bechtstein - Het adderkroontje - Freddie Langeler.jpg
Illustration von Freddie Langeler

Bechstein nennt die Quelle bei Zingerle, der Schluss fehle dort.<ref>Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Neues deutsches Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1856, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 287.</ref> Vgl. Nr. 26 Die Schlange mit dem goldnen Schlüssel, Nr. 46 Schlange Hausfreund, Grimms Märchen von der Unke, Jean de La Fontaines Der Mensch und die Natter.

In Märchen wie diesem ist die Krone ein Geschenk dankbarer Schlangen an arme Mädchen. Wo sie Wünsche erfüllt, könnte man sie mit einem Wunschring vergleichen. In Sagen muss der Schlangenstein oder die Krone des Schlangen- (Otter-)königs unter Gefahr geraubt, etwa ein weißes Tuch ausgebreitet werden, worauf ihn die Schlange zum Baden oder Essen ablegt.<ref>Siehe zum Beispiel:

  • Ludwig Bechstein: Der Otterkönig. In: Der Sagenschatz des Frankenlandes. Sagen des Grabfeldes. Erstes Teil, Nr. 151. Voigt und Mocker, Würzburg 1842, S. 290 f. (google.de).
  • Ludwig Bechstein: Der Schlangenkoch. In: Thüringer Sagenbuch. Erster Band, Nr. 124. C. A. Hartlebens Verlags-Expedition, Wien / Leipzig 1858, S. 233 ff. (wikisource.org).
  • Ludwig Bechstein: Der Otterkönig. In: Thüringer Sagenbuch. Zweiter Band, Nr. 326. C. A. Hartlebens Verlags-Expedition, Wien / Leipzig 1858, S. 194 f. (wikisource.org).
  • Johann Georg Theodor Grässe: Das Wappen der Grafen von Lynar oder die Sage vom Schlangenkönig im Schlosse zu Lübbenau. In: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. 2. Auflage. Band 1, Nr. 251. G. Schönfeld’s Verlagsbuchhandlung, Dresden 1874, S. 226 ff. (wikisource.org).
  • Johann Georg Theodor Grässe: Sage vom Otterkönig bei Oelsnitz. In: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,. 2. Auflage. Band 2, Nr. 710. G. Schönfeld’s Verlagsbuchhandlung, Dresden 1874, S. 101 (wikisource.org).
  • Alfred Meiche: Der Otternkönig am Ascheborn. In: Sagenbuch der Sächsischen Schweiz. II. Dämonensagen. Nr. 4. Bernhard Franke Verlag, Leipzig 1894, S. 18 (slub-dresden.de).
  • Alfred Meiche: Goldammern und Ottern auf Hammergut Neidberg. C. Dämonensagen. In: Manfred Schober (Hrsg.): Sagenbuch der Sächsischen Schweiz und ihrer Randgebiete. Nachwort von M. Schober. 2. Auflage. Nr. 67. Altis-Verlag, Berlin 1997, ISBN 978-3-910195-02-8, S. 57 (sagenpfa.de – Originaltitel: Sagenbuch der Sächsischen Schweiz und ihrer Randgebiete. Dresden 1929.).
  • Arthur Klengel: Der Otterkönig am Geisingberg. In: Sagenbuch des östlichen Erzgebirges. Dämonensagen. 1. Auflage. Nr. 120. Berlin 1938, S. 120 f. (sagenpfa.de).</ref>

Es gibt Versuche, diese Vorstellung mit der hellen Zeichnung am Kopf der Ringelnatter zu erklären. Nach Plinius’ Naturalis historia 8,78 hat der Basilisk einen solchen Fleck wie ein Diadem.<ref>Sigrid Schmidt: Schlangenkrone, -stein. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 56–63.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Neues deutsches Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1856, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 19–23, 287.
  • Paul Zaunert: Deutsche Märchen seit Grimm. Band 2. Diederichs, Jena 1923, S. 182–184 (= Die Märchen der Weltliteratur Nr. 23).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Das Natterkrönlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />