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David Schraven

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Datei:2017-05-29 David Schraven by Olaf Kosinsky.jpg
David Schraven (2017)

David Schraven (* 17. Oktober 1970<ref>Handelsregister B des Amtsgerichts Essen: Abteilung B. Wiedergabe des aktuellen Registerinhalts: HRB 25135.</ref> in Bottrop<ref>www.journalismdfund.eu.</ref>) ist ein deutscher Journalist, Gründer des gemeinnützigen Recherche-Büros Correctiv und war von 2007 bis September 2014 Vorstandsmitglied des Netzwerks Recherche.<ref>Bülend Ürük: „David Schraven steigt aus: Netzwerk Recherche braucht neuen Schatzmeister“, David Schraven, Gründer vom Recherchebüro „Correctiv“, ist nicht mehr Schatzmeister beim Netzwerk Recherche. In: www.newsroom.de. 22. Oktober 2014, abgerufen am 2. November 2014. (Link ungültig)</ref>

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1990 am Heinrich-Heine-Gymnasium in Bottrop begann David Schraven, Slawistik, Politologie und Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zu studieren. Schon während des Studiums arbeitete er als freier Journalist für die Neue Zürcher Zeitung, taz und den WDR.

Schraven war Mitbegründer des „Nachrichtenbüros Zentralasien/Kirgisien“. 1996 wurde er Gründungsgeschäftsführer der taz-Redaktion Ruhr. Neben seiner Tätigkeit als Journalist arbeitete er drei Jahre als Dozent im Bereich Nachrichtenschreiben der Universität Essen.

2001 war er Gast-Reporter beim Time-Magazine in New York. Ab 2005 arbeitete er als freier Journalist vor allem für die Welt am Sonntag, Die Zeit und die Berliner Morgenpost.

Nach Stationen bei der taz und bei der Süddeutschen Zeitung war er ab 2007 Wirtschaftsreporter der Welt-Gruppe, verantwortlich für die Energieberichterstattung.

2007 war Schraven Mitbegründer des Blogs Die Ruhrbarone<ref>David Schraven: Gründung der Ruhrbarone. Fehler in Medien-Monitor. 11. Mai 2011, abgerufen am 12. Oktober 2024.</ref>. 2010 schied er aus dem Blog aus – und war dort nur noch gelegentlich als Gastautor tätig.<ref>Stefan Laurin: In eigener Sache: Welche Rolle spielt David Schraven bei den Ruhrbaronen? 28. Januar 2024, abgerufen am 12. Oktober 2024.</ref>

Von 2010 bis Mai 2014 leitete er das Ressort Recherche der vier NRW-Zeitungen, WAZ, NRZ, Westfälische Rundschau und Westfalenpost, der WAZ-Mediengruppe in Essen.<ref>WAZ-Recherchechef David Schraven verlässt Funke-Gruppe, Meedia, 26. Mai 2014</ref><ref name="LfM"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive) (Link ungültig)</ref>

Seit Juli 2014 leitet er das von der Essener Brost-Stiftung mitfinanzierte gemeinnützige Recherchebüro Correctiv.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Correctiv: David Schraven startet gemeinnütziges Recherchebüro (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive), Horizont, 1. Juli 2014</ref><ref>Journalismusprojekt Correct!V - Hoffnung durch Recherche, Die Zeit, 1. Juli 2014</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.NDR: Journalismus im öffentlichen Interesse - 13min. Videointerview mit David Schraven (Memento vom 17. August 2014 im Internet Archive), NDR, 10. Juli 2014.</ref>

Schraven war Teilnehmer der Medienversammlung 2014 der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen.<ref name="LfM" /> Anfang 2017 gründete er mit Cordt Schnibben die Online-Journalistenschule Reporterfabrik.<ref>„Reporterfabrik“: Cordt Schnibben verlässt den Spiegel und gründet mit David Schraven Journalistenschule, meedia.de vom 15. Januar 2016, abgerufen am 15. Januar 2016.</ref>

Seit 2021 ist er Vorstand des Forums Gemeinnütziger Journalismus, in dem sich Medien des gemeinnützigen Journalismus mit Gewerkschaften, Medienorganisationen und Stiftungen zusammengetan haben, um gemeinnützigen Journalismus als dritte Säule des deutschen Mediensystems zu etablieren.<ref>Startseite. Abgerufen am 12. Oktober 2024.</ref>

Schraven veröffentlichte 2025 das Buch Die CORRECTIV-Story, in dem er die Entstehung und Entwicklung des Recherchezentrums schildert. Das rund 352 Seiten starke Werk beschreibt, wie aus einer kleinen Redaktion mit sieben Mitarbeitenden ein Medienhaus mit über 180 Personen wurde. Neben bekannten Enthüllungen wie dem „Geheimplan gegen Deutschland“ thematisiert das Buch auch Rückschläge, Wendepunkte und den Wandel des Journalismus in Deutschland.<ref>Correctiv erzählt eigene Geschichte als Buch. In: turi2. Abgerufen am 8. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kontroversen[Bearbeiten]

Schraven veröffentlichte zusammen mit Georg Kontekakis bei Correctiv den Artikel „EXKLUSIV: Spitzenfrau der AfD in Nordrhein-Westfalen arbeitete als Prostituierte“, der einer AfD-Kandidatin für die unmittelbar bevorstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 Hobby-Prostitution im Internet nachwies. Die Autoren begründeten die Veröffentlichung damit, eine solche Tätigkeit stehe im Gegensatz zu dem von der Partei propagierten Frauenbild und mache die Politikerin „erpressbar“. Der Artikel wurde in den sozialen Medien heftig kritisiert, auch zahlreiche Journalisten äußerten sich negativ. Das Landgericht Düsseldorf untersagte Correctiv zunächst, den Artikel weiter zu verbreiten.<ref>Stefan Winterbauer: Wie das Recherchebüro Correctiv das Sexleben einer AfD-Politikerin enthüllte und sich einen Shitstorm fing, Meedia, 3. Mai 2017 (Archiv).</ref><ref>Stefan Winterbauer: Der angebliche AfD-„Sex-Skandal“ hat für Correctiv ein juristisches Nachspiel – Gericht verbietet Verbreitung des Artikels, Meedia, 11. Mai 2017 (Archiv).</ref><ref>Stefan Winterbauer: „AfD-Sex-Skandal“-Bericht auch innerhalb von Correctiv umstritten – Ethikrat befasst sich mit dem Fall, Meedia, 12. Mai 2017 (Archiv).</ref><ref>Michael Hanfeld: Umgangsformen im Netz: Wer Hass sät, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Mai 2017.</ref> Das Oberlandesgericht Düsseldorf urteilte schließlich in letzter Instanz, die Berichterstattung über die Prostitution der AfD-Landtagsabgeordneten sei „zulässig“ gewesen. Der Artikel befasse sich „grundsätzlich mit einer Thematik von gesellschaftlicher bzw. politischer Relevanz von allgemeinem Interesse“. Das Urteil ist rechtskräftig.<ref>Oberlandesgericht Düsseldorf, 16 U 67/19. Abgerufen am 17. Oktober 2021.</ref>

Privates[Bearbeiten]

Schraven ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und wohnt in Bottrop.

Preise, Auszeichnungen und Nominationen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • 2009: Herausgeber und Konzeption für Undercover : Reporter im verdeckten Einsatz, Netzwerk Recherche, Wiesbaden, ISBN 978-3-9812408-1-8.
  • 2011: Autor des Comic Die wahre Geschichte vom Untergang der Alexander Kielland, Carlsen Verlag, ISBN 978-3-551-73052-7, zusammen mit Vincent Burmeister (Zeichner).
  • 2012: Autor des Comic Kriegszeiten, Carlsen Verlag, ISBN 978-3-551-78698-2, nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Jury des Deutschen Jugendliteraturpreis: Nominierung Kriegszeiten (Memento vom 18. Januar 2015 im Internet Archive), Deutscher Jugendliteraturpreis, 15. März 2013</ref>, zusammen mit Vincent Burmeister (Zeichner).
  • 2014: Zechenkinder: 25 Geschichten über das schwarze Herz des Ruhrgebiets, Ankerherz-Verlag, ISBN 978-3-940138-54-5, zusammen mit Uwe Weber (Fotograf).
  • 2015: Autor des Comic WEISSE WÖLFE. Eine graphische Reportage über rechten Terror, CORRECTIV, gezeichnet von Jan Feindt, ISBN 978-3-9816917-0-2.
  • 2018: Autor des Comic Unter Krähen: Aus dem Inneren der Republik, CORRECTIV, gezeichnet von Vincent Burmeister, ISBN 978-3981740097.
  • 2019: Autor des Buches Mafia in Deutschland, erschienen im Ullstein-Verlag mit Maik Meuser und Wigbert Löer, ISBN 978-3548377605<ref>Ullstein Buchverlage: Die Mafia in Deutschland. Abgerufen am 26. Juli 2022.</ref>.
  • 2020: Herausgeber Corona: Geschichte eines angekündigten Sterbens, DTV, mit Cordt Schnibben (Herausgeber), ISBN 978-3-423-26281-1.
  • 2022: Autor des Buches Was wir wollen, CORRECTIV, ISBN 978-3-948-01320-2.
  • 2024: Autor des Buches Europas Brandstifter: Putins Krieg gegen den Westen, CORRECTIV, mit Marcus Bensmann und anderen, ISBN 978-3-948013-28-8.
  • 2025: Autor des Buches Die CORRECTIV-Story, CORRECTIV, ISBN 978-3-948013-35-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: David Schraven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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